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  • BIGLERWEIBEL. Die fünfte Kolonne der Körper (BIGLERWEIBEL)
    Soziale Medien und Werbung produzieren und vermitteln Bilder von weiblichen Körpern, die im gegenwärtigen Wertesystem der Schönheitsideale als normal und erstrebenswert gelten. Die GIF Serie des Künstlerinnenduos BIGLERWEIBEL reduziert den eigenen weiblichen Körper auf Form und Materialität. Um sich diesen Normsystemen zu widersetzen, bedienen sich die Künstlerinnen einer gramablen Ästhetik. Der weibliche Körper dient als Ausgangspunkt, dessen optisches Potenzial stetig erweitert und neu verhandelt wird.
  • Cy­borg Exits im Klas­sen­zim­mer (Doris Arztmann, Eva Egermann)
    Kör­per-​Viel­spra­chig­keit und Crip-​Ma­te­ria­li­en für schmut­zi­ges Wis­sen im Kunstun­ter­richt. In einem Gesprächsformat gehen Doris Arztmann und Eva Egermann Fragestellungen und Umsetzungen...
  • Crip-​Ma­te­ria­li­en als For­men un_uni­ver­si­tä­ren Den­kens (Eva Egermann)
    „Invisibility itself teaches something. Students who never hear of a woman philosopher have trouble believing in such a creature“, schreibt Elizabeth Minnich 1990 zur Frauenforschung. Diese Festst...
  • Partizipative Räume im Schulfeld Transfer eines museumspädagogischem Angebot mit Theatermethoden (Bettina Gassmann)
    Ausgangspunkt dieses Beitrags ist meine Masterthesis an der Pädagogischen Hochschule der FHNW, die sich in der ästhetischen Bildung ansiedelt. Das Ziel dieser Arbeit war, in einem Workshop mithilfe der theatralen Methoden von Augusto Boal, die Schüler*innen zur Partizipation im Schulfeld zu aktivieren. Boals Theater versteht sich als eine Schule der Teilhabe. Im Fokus dieses Beitrags steht das Unbehagen und das Rollenverständnis der forschenden Lehrperson. Als impulsgebender Bezugspunkt für den Workshop diente die Kunstausstellung „Action“ am Kunsthaus Zürich. Eine forcierte Protestaktion während des Workshops lief anders, als vorgesehen. Das Handeln der Schüler*innen verunsicherte die forschende Lehrperson und brachte diese zu Themen wie Irritation und Unkalkulierbares, die theoretisch bezugnehmend reflektiert wurden. Wie im Kunstunterricht Schüler*innen zusammen wirken können, war ein zentrales Thema der Thesis. Die Beobachtungen während des Workshops bildeten den Schwerpunkt der Untersuchung. Es wurde mit autoethnografischen Methoden gearbeitet: Es entstand u.a. ein Forschungstagebuch mit Fotos von allen Teilnehmenden. Konkrete Versuche wurden im Umgang mit Widersprüchen durchgeführt und reflektiert. Die forschende Lehrperson beschreibt in diesem Artikel eine der dieser Situationen. Die Schüler*innen hielten sich nicht an die Abmachung und handelten eigenmächtig. Aus der Perspektive „von Kunst“ sind solche Irritationen zu begrüssen. Aus der Sicht der Lehrperson sieht es anders aus, sie möchte Verbindlichkeit. Im Konflikt des Lehr-Lern-Prozesses wird die Art und Weise des Unbehagen unterschieden, ob und wie das Fremde oder Unbekannte inhaltlich oder die Methode fremd ist (vgl.Sack 2011). Die Erkenntnis der Unmöglichkeit einer punktuellen Einforderung von Partizipation von Schüler*innen wird deutlich. Eine produktive Lösung liegt in der Akzeptanz des Konflikts. Der Imperativ der Mitgestaltung ist problematisch, denn Partizipation sollte freiwillig sein. Im Spannungsfeld der Hoffnungspotentiale und der Möglichkeit des Partizipativen im Schulfeld wird die Frage nach Verweigerung als bildende Handlungsoption betrachtet.
  • Mikropädagogische Sprünge im Kontext ästhetischer Bildung (Silvia Henke, Wiktoria Furrer)
    Ästhetische Bildung ist ein grosses zivilisatorisches, erziehungswissenschaftliches und politisches Projekt, das in diesem Beitrag in mikropädagogischen Sprüngen für die Gegenwart erkundet werden soll. Der Begriff Mikropädagogik ist in der Kunstpädagogik bisher nicht konturiert worden. Im erziehungswissenschaftlichen Diskurs ist er als pädagogische Improvisation von Lehrenden, in Form von Übergängen und Interpunktionen zwischen pädagogischen Figuren, von Stefan Danner eingeführt worden (Danner 2001: 11). Warum die Pädagogik klein schreiben und im Plural? Zunächst, um den Akzent auf den Begriff der Bildung im fundamentalen Sinn zu legen, um zu fragen, wie sich durch ästhetische, didaktische und künstlerische Praktiken in konkreten Situationen im mikrologischen Sinn etwas bildet. Bildung, so die These, passiert durch Öffnungen. Das heisst, es ereignet sich etwas, freiwillig oder unfreiwillig, geplant oder ungeplant. Weil nicht klar ist, wann Bildung stattfindet, auch nicht wie und wo Öffnungen genau entstehen, kommt dem Sprunghaften eine ganz bestimmte Rolle zu, indem es Bildungsprozesse in andere Zeiten und Räume führt, weil es ohne klare Intention geschieht (vgl. Pazzini 2015: 16). Der Beitrag beleuchtet solche Sprünge in zwei unterschiedlichen kunstpädagogischen Situationen aus mikropädagogischer Perspektive. Einerseits institutionell im Kunstunterricht an der Hochschule (Master Fine Arts/Art Education), andererseits ausserschulisch in bestimmten Verfahrensmomenten von Workshops mit Künstler*innen. Mit der Aufmerksamkeit auf die Figur des Sprunges, in seiner dreifachen Konnotation als vitale Bewegung, Unterbrechung und Öffnung, soll der Ereignishaftigkeit und der Singularität einer Bildungssituation nachgelauscht werden. Die kunstpädagogische Forschungsfrage nach „sprunghafter“ Erkenntnispraxis als Moment ästhetischer Bildung (vgl. Mersch 2018: 26ff. und Kunz 2019: 24) wird dabei aus drei Perspektiven verfolgt: einmal aus der Perspektive der Dozentin, einmal aus jener der Workshopteilnehmer*in, dann aus der gemeinsamen Perspektive, die konkrete Praktiken mit kunsttheoretischen Fragen verbindet.
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • Gestaltung von Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräumen. Kunstpädagogische Ansätze im Bereich Tanz für junges Publikum (Lea Moro, Mona De Weerdt)
    Als kulturpädagogisches Praxisfeld stellt Vermittlung Bezüge zwischen künstlerischen Ereignissen und Rezipient*innen her und ermöglicht dadurch ästhetische, sinnliche oder auch physische Erfahrungen. Gerade im Bereich Tanz gilt es bei Vermittlungsangeboten für Kinder und Jugendliche die Aspekte des sinnlich-physischen Erlebens stärker zu berücksichtigen. Denn Tanz bietet vielfältige wahrnehmungsästhetische Zugänge zur Welt und entsprechend können auch Tanzaufführungen begleitende Vermittlungsformate unterschiedliche Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräume eröffnen. Ausgehend von dieser Prämisse, stellen die beiden Autorinnen Lea Moro und Mona De Weerdt im folgenden Beitrag exemplarisch das Vermittlungsformat vor, das sie unter Involvierung von Leonie Graf und allen Projektbeteiligten begleitend zur Kindertanzproduktion Alle Augen Staunen (2020) (6+) entwickelt haben. Sie zeigen auf, wie dieses Format als integraler Bestandteil des Stücks funktioniert, indem der Bühnenraum zum Ende hin geöffnet wird und sich die Performer*innen direkt an die jungen Zuschauer*innen richten. Dadurch wird ein gemeinsames Spielen, Reflektieren und Weitererzählen des auf der Bühne Gesehenen und während dem Zuschauen Erlebten ermöglicht. Darüber hinaus erläutern die beiden Autorinnen wie Themen und Bildwelten der Produktion in einen Instagram-Account und somit in ein digitales Medium überführt wurden und welche Rezeptions- und Partizipationsmöglichkeiten sich dabei eröffnen. Verdeutlicht wird im Beitrag der zweifache Vermittlungsgedanke: Einerseits sollen durch die unterschiedlichen Vermittlungsformate – Begleitposter, partizipatorischer Teil direkt nach der Aufführung und Instagram-Account – vielfältige Zugänge zum Bühnengeschehen geschaffen werden. Andererseits bieten die sich dabei eröffnenden Partizipationsangebote eine über das Theaterereignis hinausgehende Wissensvermittlung sowie Sensibilisierung für die im Stück verhandelten Natur-, Umwelt- und Ökologiethemen.
  • Zeichnen – Reden – Zeigen (Nadia Bader)
    Ausgangslage der Studie Zeichnen – Reden – Zeigen ist die Frage, in welcher Weise der kommunikative Austausch im Kunstunterricht bildnerisches Denken und Handeln beeinflusst. Ziel ist eine empirisch fundierte und (praxis)theoretisch kontextualisierte Konzeption davon, welche Beeinflussungen und Wechselwirkungen zwischen kommunikativem und gestalterischem Geschehen sich ereignen und welche Bedingtheiten diesen zugrunde liegen – allgemein im Unterricht und speziell im Schulfach Kunst/Bildnerisches Gestalten. Unterrichtspraxis wird dabei in ihrer Kontingenz und Komplexität ernst genommen und systematisch betrachtet. Die Studie schliesst damit an Positionen an, welche die unvorhersehbare, unverfügbare, phatische und krisenhafte Dimension von Lehren und Lernen fokussieren (u.a. Meyer-Drawe, Pazzini, Sabisch, Schürch/Willenbacher, Wimmer). Anhand von Videodaten aus einer Unterrichtsstunde am Gymnasium zum Zeichnen nach Anschauung werden Lehr-Lern-Gespräche und zeichnerische Prozesse qualitativ-empirisch untersucht, wobei visualisierende Forschungs- und Darstellungsmethoden eine zentrale Rolle spielen. In vier Fallstudien werden exemplarische Lehr-Lern-Situationen mehrperspektivisch analysiert und vielfältige, sich überlagernde und teilweise widerstrebende Einflüsse aufgezeigt, welche die situative Entwicklung von Lehr-Lern-Prozessen prägen. Fallübergreifende und vergleichende Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund praxistheoretischer Konzepte diskutiert (u.a. Reckwitz, Schmidt, Polanyi, Neuweg) und mit kunst- und theaterpädagogischen Positionen verknüpft, welche die Performativität, Ereignishaftigkeit, Körperlichkeit und Materialität von Unterricht thematisieren (u.a. Lange, Hentschel). Der vorliegende Beitrag widmet sich zwei Besonderheiten der Studie: einerseits dem Zusammenhang mit der Pilotstudie Zeichnen – Reden (HKB, 2012/13) und andererseits der Weiterentwicklung videobasierter Forschungsmethoden mit besonderer Berücksichtigung der visuellen Dimension.
  • Die Idee kommt beim Zeichnen (Malin Widén)
    Die fortschreitende Digitalisierung verändert unsere Wahrnehmung, unser Denken und Handeln. Sie verändert auch unser Verhältnis zum Bild. Gleichzeitig aber muss die Relevanz der visuellen Bildung stets verteidigt werden. Anstatt durch das Zeichnen über Macht und Wirkung von Bildern nachzudenken, in Bildern zu denken und sie in neue Kontexte zu stellen, tendiert die Schule dazu, das Bildermachen nach einem gewissen Schema abzuhandeln, das auf homogene, gut bewertbare Bildprodukte ausgerichtet ist. Insbesondere in der Didaktik braucht es meiner Ansicht nach neue Ansätze und Beispiele; nämlich solche, die das Zeichnen nicht als Nachahmung vorhandener Bildkategorien verstehen, sondern als Denkprozess; ein visueller Denkprozess, der individuell ist und auch fächerübergreifend stattfinden kann. Was es überhaupt bedeutet, das Zeichnen mit dem Denken in Verbindung zu bringen und welche Herausforderungen und Möglichkeiten eine reflexive Zeichenpraxis für die Primarschule mit sich bringen könnte, habe ich im Rahmen der Masterthesis Die Idee kommt beim Zeichnen experimentell-wissenschaftlich untersucht. In meiner Arbeit ist das Zeichnen sowohl Forschungsobjekt und -methode zugleich – visuelle und sprachliche Denkprozesse inspirieren und reflektieren sich gegenseitig.
  • Zeichnen – Reden – Zeigen (Nadia Bader)
    Ausgangslage der Studie Zeichnen – Reden – Zeigen ist die Frage, in welcher Weise der kommunikative Austausch im Kunstunterricht bildnerisches Denken und Handeln beeinflusst. Ziel ist eine empirisch fundierte und (praxis)theoretisch kontextualisierte Konzeption davon, welche Beeinflussungen und Wechselwirkungen zwischen kommunikativem und gestalterischem Geschehen sich ereignen und welche Bedingtheiten diesen zugrunde liegen – allgemein im Unterricht und speziell im Schulfach Kunst/Bildnerisches Gestalten. Unterrichtspraxis wird dabei in ihrer Kontingenz und Komplexität ernst genommen und systematisch betrachtet. Die Studie schliesst damit an Positionen an, welche die unvorhersehbare, unverfügbare, phatische und krisenhafte Dimension von Lehren und Lernen fokussieren (u.a. Meyer-Drawe, Pazzini, Sabisch, Schürch/Willenbacher, Wimmer). Anhand von Videodaten aus einer Unterrichtsstunde am Gymnasium zum Zeichnen nach Anschauung werden Lehr-Lern-Gespräche und zeichnerische Prozesse qualitativ-empirisch untersucht, wobei visualisierende Forschungs- und Darstellungsmethoden eine zentrale Rolle spielen. In vier Fallstudien werden exemplarische Lehr-Lern-Situationen mehrperspektivisch analysiert und vielfältige, sich überlagernde und teilweise widerstrebende Einflüsse aufgezeigt, welche die situative Entwicklung von Lehr-Lern-Prozessen prägen. Fallübergreifende und vergleichende Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund praxistheoretischer Konzepte diskutiert (u.a. Reckwitz, Schmidt, Polanyi, Neuweg) und mit kunst- und theaterpädagogischen Positionen verknüpft, welche die Performativität, Ereignishaftigkeit, Körperlichkeit und Materialität von Unterricht thematisieren (u.a. Lange, Hentschel). Der vorliegende Beitrag widmet sich zwei Besonderheiten der Studie: einerseits dem Zusammenhang mit der Pilotstudie Zeichnen – Reden (HKB, 2012/13) und andererseits der Weiterentwicklung videobasierter Forschungsmethoden mit besonderer Berücksichtigung der visuellen Dimension.
  • Ephemere Praktiken. Das Forschungsprojekt „The Art Educator’s Walk“ (2017-18) (Gila Kolb)
    Wie genau stellen eigentlich Kunstvermittler*innen eine Situation her, in der eine Vermittlung zeitgenössischer Kunst stattfinden kann? Welche Haltung entwickeln sie zu ihrer kunstvermittlerischen Tätigkeit? Welche Strategien entwickeln sie dabei? Auf der Ausstellung documenta 14 (2017) wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „The Art Educator’s Walk – Handeln und Haltung von Kunstvermittler*innen zeitgenössischer Kunst am Beispiel der Grossausstellung documenta 14 in Kassel“ zu diesen Fragen 20 „Spaziergänge“ von 10 „Chorist*innen“ (Kunstvermittler*innen der documenta 14) begleitet und interviewt. Der per se ephemeren Praxis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen ging das Forschungsprojekt im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der HKB Bern mit der These nach, dass Kunstvermittlung aus einer Haltung heraus praktiziert wird. Dieser Beitrag skizziert nach einer biographischen Argumentation aus der „Mitte“ heraus zunächst die historisch gewachsene Situation der documenta und ihrer Vermittlung. Konzepte und Hintergründe der Kunstvermittlung der documenta 14, insbesondere das Verlernen bildeten den Handlungsrahmen der befragten und begleiteten Chorist*innen. Ein Einblick in das qualitativ-empirische Setting zur Datengewinnung in Form einer teilnehmenden Beobachtung von kunstvermittlerischer Praxis mit Besucher*innengruppen auf der documenta 14 reflektiert den Kontext der Datengewinnung. Innerhalb dreier „Streifzüge“, welche die ersten Sätze eines Spaziergangs, das Dilemma des Wissens und die Kunstvermittlung als Arbeit analysieren, wird das gewonnene Material exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
  • Humus (Christiane Hamacher)
    Humus in Verbindung mit Erde ist in der Regel in der obersten Schicht des Erdbodens ¬– in zehn bis dreissig Zentimetern Tiefe – als verletzliche, fragile Substanz enthalten. Dieser Bereich ist ein zentraler Lebensraum unterschiedlicher Lebewesen. Der Zustand der Böden ist derzeit weltweit äusserst schlecht. Sie gehen durch intensive Landwirtschaftsnutzung, zum Beispiel durch Überweidung für Fleischproduktion und der damit verbundenen Bodenerosion, verloren. Ein weiterer Faktor ist die Zubetonierung, die Versiegelung der Böden. Das folgende Experiment fokussiert auf Humus als lebendige, performative Substanz und spielt mit dem Moment der Überraschung. Eine Tonne Humus, als Berg aufgeschichtet, empfängt die Schüler*innen in einem mit grossen Plastikplanen begrenzten Raum. Dieser wird als fast wissenschaftliches Forschungslabor inszeniert. Mikroskope, Laborgläser, verschiedene Aufbewahrungsbehälter, Handschuhe, Pipetten, Lupen, Pinzetten, Mörser, usw. liegen auf Tischen bereit. Jede/r Schüler*in erhält eine eigene Forschungsschachtel und etwas Humus. Der Materialberg wird zum Reservoir und Auslöser für künstlerische Forschung. Hier lassen sich ästhetische Prozesse erzeugen und beobachten. Die gestalterisch forschende Auseinandersetzung mit dem Material Humus verstehe ich als eine Form der individuellen Vertiefung und des Denkens. Neue Wissensformen werden dabei generiert. Gewohnte Wege der Herangehensweise werden verlassen, unbekannte Materialerfahrungen und Wahrnehmungen können selber erzeugt, neu entdeckt und gesammelt werden. Damit lädt das Material Humus ein, zu experimentieren und unterschiedliche künstlerisch forschende Wege zu erproben zu den globalen, gemeinsamen Fragen.
  • Humus (Christiane Hamacher)
    Humus in Verbindung mit Erde ist in der Regel in der obersten Schicht des Erdbodens ¬– in zehn bis dreissig Zentimetern Tiefe – als verletzliche, fragile Substanz enthalten. Dieser Bereich ist ein zentraler Lebensraum unterschiedlicher Lebewesen. Der Zustand der Böden ist derzeit weltweit äusserst schlecht. Sie gehen durch intensive Landwirtschaftsnutzung, zum Beispiel durch Überweidung für Fleischproduktion und der damit verbundenen Bodenerosion, verloren. Ein weiterer Faktor ist die Zubetonierung, die Versiegelung der Böden. Das folgende Experiment fokussiert auf Humus als lebendige, performative Substanz und spielt mit dem Moment der Überraschung. Eine Tonne Humus, als Berg aufgeschichtet, empfängt die Schüler*innen in einem mit grossen Plastikplanen begrenzten Raum. Dieser wird als fast wissenschaftliches Forschungslabor inszeniert. Mikroskope, Laborgläser, verschiedene Aufbewahrungsbehälter, Handschuhe, Pipetten, Lupen, Pinzetten, Mörser, usw. liegen auf Tischen bereit. Jede/r Schüler*in erhält eine eigene Forschungsschachtel und etwas Humus. Der Materialberg wird zum Reservoir und Auslöser für künstlerische Forschung. Hier lassen sich ästhetische Prozesse erzeugen und beobachten. Die gestalterisch forschende Auseinandersetzung mit dem Material Humus verstehe ich als eine Form der individuellen Vertiefung und des Denkens. Neue Wissensformen werden dabei generiert. Gewohnte Wege der Herangehensweise werden verlassen, unbekannte Materialerfahrungen und Wahrnehmungen können selber erzeugt, neu entdeckt und gesammelt werden. Damit lädt das Material Humus ein, zu experimentieren und unterschiedliche künstlerisch forschende Wege zu erproben zu den globalen, gemeinsamen Fragen.
  • Theo­rie in Pra­xis über­set­zen -​ For­schungs­be­we­gun­gen (Dolores Smith)
    Ausgangspunkte des hier vorgestellten Forschungsprojekts waren die Frage nach den Bedingungen eines gleichberechtigten Zugangs zu künstlerisch-kulturellen Bildungsangeboten für benachteiligte Kinde...
  • Nichts für Un­ge­dul­di­ge: (Carmen Mörsch)
    Skiz­ze ei­ner Ge­schich­te wi­der­strei­ten­der Ide­en und po­li­ti­scher Kon­junk­tu­ren in der Ak­ti­ons­for­schung Der Text liefert einen Abriss über die Geschichte der Aktionsforschung von ihr...
  • Fra­gen er­mög­li­chen: (Ursula Ulrich)
    Wie ei­ne Kul­tur der fra­gen­den Hal­tung zu be­we­gen ver­mag Der Text zeichnet nach, wie die Beforschung der theatralen Gestaltungswerkstatt «Rollenkids» mit Primarschulkindern aus Luzern zu ein...
  • Rezension: "Kalkül und Kontingenz" (2019) (Cornelia Dinsleder)
    Kalkül und Kontingenz. Kunstbasierte Untersuchungen im Kunst- und Theaterunterricht. Gruber, Anne/Schürch, Anna/Willenbacher, Sascha/Mörsch, Carmen/ Sack, Mira (Hg.), München, kopaed, 2019. Es gibt...
  • COMING BACK FROM IBIZA. Der Instagram-Account Ibiza Austrian Memes als Case-Study für intersektionalen Meme-Aktivismus und Vermittlung — basierend auf einem Gespräch mit Anahita Neghabat (Helena Schmidt, Sophie Lingg)
    Coming back from Ibiza analysiert das Potenzial von Memes als politisch-aktivistisches Tool im Hinblick auf die Verwendung in einer zeitgenössischen, kritischen Kunstvermittlung. Im Fokus des Beitrags steht der österreichische Instagram-Meme-Account Ibiza Austrian Memes (@ibiza_austrian_memes), der 2019 als Reaktion auf den sogenannten Ibiza Skandal gegründet wurde. Ibiza Austrian Memes ist bis heute eine wichtige Stimme in der medienunabhängigen Kritik an der rechten Politik in Österreich und vermittelt Inhalte bewusst aus intersektional-feministischer und antirassistischer Perspektive. Der Beitrag baut auf einem Gespräch der Autorinnen mit der Gründerin von Ibiza Austrian Memes, Anahita Neghabat, auf.
  • 3 Fragen...an Barnaby Drabble (Barnaby Drabble)
    Für sein neuestes Buch «Along Ecological Lines - Contemporary Art and Climate Crisis» (2019) reiste Barnaby Drabble mit dem Fahrrad quer durch Europa, um verschiedene Projekte und Initiativen von Künstler*innen zu untersuchen, die sich auf unterschiedliche Weise mit ökologischen Fragen auseinandersetzen. In den 3 Fragen bietet der Autor, Kurator und Forscher einen Einblick in seine Reise und reflektiert, inwiefern Kunstvermittlung und künstlerische Forschung ein Potenzial besitzen, eine wichtige Rolle in der Debatte um die Klima-Krise einzunehmen. Im Blickpunkt steht auch die Chance der Kulturinstitutionen, durch eine Öffnung zu kollektiven, aktivistischen oder «grassroot» Praktiken, transformative Kunstpraktiken zu befördern.
  • Alltägliche Foto-Handlungen, Beobachtungen, Fragen - ein Einstieg (Flurina Stuppan)
    Mein Beitrag zeigt exemplarische Beobachtungen von alltäglichen Foto-Handlungen bei Adoleszenten und Erwachsenengruppen. Die Beobachtungen werden anhand innerer Bilder verschriftlicht. Ausgehend von diesen Beobachtungen werden Fragen formuliert, die eine kritische Position gegenüber dem Medium Fotografie und der Gesellschaft einnehmen. Der Schlussteil des Textes stellt die unterschiedlichen Foto-Handlungen zur Diskussion und lässt Erkenntnisse der Masterarbeit zu Valie Export und Martha Rosler einfliessen. Eine kunstpädagogische Kontextualisierung bildet den Abschluss des Textes und soll so alltägliche Handlungen aus einer vermittelnden Perspektive heraus gewichten.
  • Ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem Angebot des K’Werk Basel-Stadt (Nicole Heri)
    Die Master-Arbeit ist ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem K’Werk in Basel-Stadt und eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kreativität. Sie wurde im Studiengang Kunst Major Art in Public Spheres geschrieben. In der Forschung wird Kreativität oft als «Prozess, Neues und Nützliches zu schaffen» definiert. Das Problemlöseverhalten ist als Anlass zu Kreativität erkannt und verschiedene Neurowissenschaftler*innen belegen, dass sie gefördert werden kann. Der Bildungsorte Schule deckt jedoch nur beschränkt kreative Förderung ab. Ideen zur Umsetzung eines Förderanliegens für Schulen und auf politischer Ebene zeigt meine Thesis auf, die diesem Beitrag zugrunde liegt. Zentral ist ein empirischer Vergleich von Zugang, finanziellem Aufwand, Kreativitätsförderung und Genderimpacts der Angebote von ausserschulischer Kunstvermittlung in Luzern mit dem K’Werk in Basel. Meine Auswertung belegt, dass eine ermöglichte Finanzierung essentiell ist, damit ein barrierefreier Zugang für Jugendliche gewährleistet ist. Geeignete Räume, grosszügiges Zeitmanagement, offene Problemstellungen sind für die Kreativitätsförderung unabdingbar. Bezüglich Gender divergieren die Ergebnisse und Inhalte von Kursen sind sehr entscheidend. Der Start der Bildschule Luzern wird mit dem Fazit der Recherche begründet. Eine weiterführende PhD-Arbeit soll interkantonale Vergleiche von Angeboten, politische Finanzfaktoren und die Geschichte ausserschulischer gestalterischer Förderung ausarbeiten.
  • Gestaltung von Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräumen. Kunstpädagogische Ansätze im Bereich Tanz für junges Publikum (Lea Moro, Mona De Weerdt)
    Als kulturpädagogisches Praxisfeld stellt Vermittlung Bezüge zwischen künstlerischen Ereignissen und Rezipient*innen her und ermöglicht dadurch ästhetische, sinnliche oder auch physische Erfahrungen. Gerade im Bereich Tanz gilt es bei Vermittlungsangeboten für Kinder und Jugendliche die Aspekte des sinnlich-physischen Erlebens stärker zu berücksichtigen. Denn Tanz bietet vielfältige wahrnehmungsästhetische Zugänge zur Welt und entsprechend können auch Tanzaufführungen begleitende Vermittlungsformate unterschiedliche Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräume eröffnen. Ausgehend von dieser Prämisse, stellen die beiden Autorinnen Lea Moro und Mona De Weerdt im folgenden Beitrag exemplarisch das Vermittlungsformat vor, das sie unter Involvierung von Leonie Graf und allen Projektbeteiligten begleitend zur Kindertanzproduktion Alle Augen Staunen (2020) (6+) entwickelt haben. Sie zeigen auf, wie dieses Format als integraler Bestandteil des Stücks funktioniert, indem der Bühnenraum zum Ende hin geöffnet wird und sich die Performer*innen direkt an die jungen Zuschauer*innen richten. Dadurch wird ein gemeinsames Spielen, Reflektieren und Weitererzählen des auf der Bühne Gesehenen und während dem Zuschauen Erlebten ermöglicht. Darüber hinaus erläutern die beiden Autorinnen wie Themen und Bildwelten der Produktion in einen Instagram-Account und somit in ein digitales Medium überführt wurden und welche Rezeptions- und Partizipationsmöglichkeiten sich dabei eröffnen. Verdeutlicht wird im Beitrag der zweifache Vermittlungsgedanke: Einerseits sollen durch die unterschiedlichen Vermittlungsformate – Begleitposter, partizipatorischer Teil direkt nach der Aufführung und Instagram-Account – vielfältige Zugänge zum Bühnengeschehen geschaffen werden. Andererseits bieten die sich dabei eröffnenden Partizipationsangebote eine über das Theaterereignis hinausgehende Wissensvermittlung sowie Sensibilisierung für die im Stück verhandelten Natur-, Umwelt- und Ökologiethemen.
  • Humus (Christiane Hamacher)
    Humus in Verbindung mit Erde ist in der Regel in der obersten Schicht des Erdbodens ¬– in zehn bis dreissig Zentimetern Tiefe – als verletzliche, fragile Substanz enthalten. Dieser Bereich ist ein zentraler Lebensraum unterschiedlicher Lebewesen. Der Zustand der Böden ist derzeit weltweit äusserst schlecht. Sie gehen durch intensive Landwirtschaftsnutzung, zum Beispiel durch Überweidung für Fleischproduktion und der damit verbundenen Bodenerosion, verloren. Ein weiterer Faktor ist die Zubetonierung, die Versiegelung der Böden. Das folgende Experiment fokussiert auf Humus als lebendige, performative Substanz und spielt mit dem Moment der Überraschung. Eine Tonne Humus, als Berg aufgeschichtet, empfängt die Schüler*innen in einem mit grossen Plastikplanen begrenzten Raum. Dieser wird als fast wissenschaftliches Forschungslabor inszeniert. Mikroskope, Laborgläser, verschiedene Aufbewahrungsbehälter, Handschuhe, Pipetten, Lupen, Pinzetten, Mörser, usw. liegen auf Tischen bereit. Jede/r Schüler*in erhält eine eigene Forschungsschachtel und etwas Humus. Der Materialberg wird zum Reservoir und Auslöser für künstlerische Forschung. Hier lassen sich ästhetische Prozesse erzeugen und beobachten. Die gestalterisch forschende Auseinandersetzung mit dem Material Humus verstehe ich als eine Form der individuellen Vertiefung und des Denkens. Neue Wissensformen werden dabei generiert. Gewohnte Wege der Herangehensweise werden verlassen, unbekannte Materialerfahrungen und Wahrnehmungen können selber erzeugt, neu entdeckt und gesammelt werden. Damit lädt das Material Humus ein, zu experimentieren und unterschiedliche künstlerisch forschende Wege zu erproben zu den globalen, gemeinsamen Fragen.
  • Forschen im Erproben – Re-enactment eines Vortragsskripts im Modus gemeinsamen Schreibens (Janina Krepart, Heinrich Lüber, Jules Sturm)
    In unserem Artikel gehen wir von der Annahme aus, dass die Arbeitsbedingungen (conditions) von Lehre und Forschung massgeblich geprägt sind von der jeweiligen Ausgangslage in der sich die Mitwirkenden befinden, von den Medien, durch welche sie kommunizieren und (inter)agieren sowie von den (künstlerischen, pädagogischen, wissenschaftlichen) Strategien und Praktiken, die im Arbeiten selbst zur Anwendung kommen. Wir erproben gemeinsam eine experimentelle Praxis der Re-Skription als Modus von Forschung in künstlerischer Lehre. Über das Arbeiten mit Konzepten aus künstlerisch-edukativen Forschungstheorien wie becoming research, working from conditions, turning education und chronopolitics verweben wir die Bedingungen des entstehenden E-Journal-Artikels mit den Bedingungen, die wir als Autor*innen jeweils anders für das Schreiben mitbringen. Dieses Verweben basiert auf einem Experimentieren mit methodischen Verfahren, die wir mit pädagogischen, künstlerischen und publikationskritischen Bezugnahmen entwickeln. Für uns ist also die Produktion dieses Artikels Teil eines zeit-einräumenden probenden Forschungsprozesses, der sich, so hoffen wir, auf unsere künstlerischen Lehrformate und -inhalte auswirken wird.
  • Nachhaltige Zukünfte gestalten. Antizipative Praktiken und Imaginationen in der Art Education (Michel Massmünster)
    Zukunft ist nicht einfach da; durch verschiedenste Praktiken beziehen wir uns auf sie und gestalten sie damit als Erfahrung im Jetzt. Wie wir Zukunft dabei denken, wie wir sie gegenwärtig als Perspektive erfahren, und sie damit auch sozial hervorbringen, ist Resultat vielschichtiger Herstellungsprozesse. Auch historisch gewachsene Vorstellungen mischen dabei mit. Anhand aktueller Praktiken in der Kunstvermittlung gehe ich im Beitrag wirkmächtigen Zukunftskonstruktionen in der Gegenwart nach. Wissen, Material, Person und Zukunft bedingen sich dabei wechselseitig. Zukunftsimaginationen in der Kunstvermittlung weisen sich durch die Betonung ihres explorativen, öffnenden Charakters aus. Gelegentlich, insbesondere mit Bezug auf ein universelles Nachhaltigkeitsverständnis, schreiben sie aber auch fest und nehmen planend Zukünfte vorweg. Dies führt zur Einschränkung zukünftiger Lebensweisen. Folglich schlage ich vor, sich in der Forschung und in der Praxis selbstreflexiv in den Herstellungsprozessen und den damit zusammenhängenden historisch gewachsenen Bedeutungen zu verorten. Darauf aufbauend formuliere ich ein Nachhaltigkeitsverständnis, das den explorativ-öffnenden Zukunftspraktiken der Art Education gerechter wird: Dieses rechnet mit dem Unsicheren und Vielfältigen. Es erfindet sich, die Ressourcen und Lebensweisen immer wieder neu.
  • Blumenlese (Jacqueline Baum, Ursula Jakob)
    Im Fokus unseres langjährigen Projekts Connected in Isolation standen anfangs die unterschiedlichen Beschreibungen von Vorgehensprozessen und Darstellungsweisen von Objekten der Natur aus Kunst und...
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • Nachhaltige Zukünfte gestalten. Antizipative Praktiken und Imaginationen in der Art Education (Michel Massmünster)
    Zukunft ist nicht einfach da; durch verschiedenste Praktiken beziehen wir uns auf sie und gestalten sie damit als Erfahrung im Jetzt. Wie wir Zukunft dabei denken, wie wir sie gegenwärtig als Perspektive erfahren, und sie damit auch sozial hervorbringen, ist Resultat vielschichtiger Herstellungsprozesse. Auch historisch gewachsene Vorstellungen mischen dabei mit. Anhand aktueller Praktiken in der Kunstvermittlung gehe ich im Beitrag wirkmächtigen Zukunftskonstruktionen in der Gegenwart nach. Wissen, Material, Person und Zukunft bedingen sich dabei wechselseitig. Zukunftsimaginationen in der Kunstvermittlung weisen sich durch die Betonung ihres explorativen, öffnenden Charakters aus. Gelegentlich, insbesondere mit Bezug auf ein universelles Nachhaltigkeitsverständnis, schreiben sie aber auch fest und nehmen planend Zukünfte vorweg. Dies führt zur Einschränkung zukünftiger Lebensweisen. Folglich schlage ich vor, sich in der Forschung und in der Praxis selbstreflexiv in den Herstellungsprozessen und den damit zusammenhängenden historisch gewachsenen Bedeutungen zu verorten. Darauf aufbauend formuliere ich ein Nachhaltigkeitsverständnis, das den explorativ-öffnenden Zukunftspraktiken der Art Education gerechter wird: Dieses rechnet mit dem Unsicheren und Vielfältigen. Es erfindet sich, die Ressourcen und Lebensweisen immer wieder neu.
  • Herausforderungen einer Disziplinierung – Fragen an die Art Education (Anna Schürch, Sophie Vögele)
    Der Beitrag geht fragend den Widersprüchen nach, die mit der Herausbildung und Institutionalisierung akademischer Disziplinen einhergehen, und verfolgt explorierend die Verankerung der Art Education als Disziplin im tertiären Bildungsbereich. Der Text verfolgt somit den Versuch, einen konzeptuellen Rahmen für die weitere Entwicklung und Disziplinierung der Art Education in der Schweiz zu setzen. Im Schreibprozess selbst verhandeln die Autor*innen aus ihren unterschiedlichen institutionellen und forschenden Positionierungen heraus disziplinäre und institutionelle Verhältnisse. Die Interdisziplinarität als Merkmal der Art Education ist dabei leitend und zieht eine Reihe von Fragen nach sich: Inwiefern bildet sich durch die disziplinäre Verankerung von Art Education als interdisziplinär eine Eigenständigkeit gegenüber Referenzdisziplinen ab? Und wie kann die Dichotomie, welche das Verständnis von Art Education weitläufig prägt, dadurch überwunden werden? Was beinhaltet ein forschendes Selbstverständnis und wie kann mit einer fehlenden Tradition in diesem Fach umgegangen werden? Wie wirkmächtig sind institutionelle Strukturen und was ist die Rolle der Selbstreflexion im Prozess einer Verstetigung?
  • 3 Fragen...an Barnaby Drabble (Barnaby Drabble)
    Für sein neuestes Buch «Along Ecological Lines - Contemporary Art and Climate Crisis» (2019) reiste Barnaby Drabble mit dem Fahrrad quer durch Europa, um verschiedene Projekte und Initiativen von Künstler*innen zu untersuchen, die sich auf unterschiedliche Weise mit ökologischen Fragen auseinandersetzen. In den 3 Fragen bietet der Autor, Kurator und Forscher einen Einblick in seine Reise und reflektiert, inwiefern Kunstvermittlung und künstlerische Forschung ein Potenzial besitzen, eine wichtige Rolle in der Debatte um die Klima-Krise einzunehmen. Im Blickpunkt steht auch die Chance der Kulturinstitutionen, durch eine Öffnung zu kollektiven, aktivistischen oder «grassroot» Praktiken, transformative Kunstpraktiken zu befördern.
  • Gestaltung von Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräumen. Kunstpädagogische Ansätze im Bereich Tanz für junges Publikum (Lea Moro, Mona De Weerdt)
    Als kulturpädagogisches Praxisfeld stellt Vermittlung Bezüge zwischen künstlerischen Ereignissen und Rezipient*innen her und ermöglicht dadurch ästhetische, sinnliche oder auch physische Erfahrungen. Gerade im Bereich Tanz gilt es bei Vermittlungsangeboten für Kinder und Jugendliche die Aspekte des sinnlich-physischen Erlebens stärker zu berücksichtigen. Denn Tanz bietet vielfältige wahrnehmungsästhetische Zugänge zur Welt und entsprechend können auch Tanzaufführungen begleitende Vermittlungsformate unterschiedliche Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräume eröffnen. Ausgehend von dieser Prämisse, stellen die beiden Autorinnen Lea Moro und Mona De Weerdt im folgenden Beitrag exemplarisch das Vermittlungsformat vor, das sie unter Involvierung von Leonie Graf und allen Projektbeteiligten begleitend zur Kindertanzproduktion Alle Augen Staunen (2020) (6+) entwickelt haben. Sie zeigen auf, wie dieses Format als integraler Bestandteil des Stücks funktioniert, indem der Bühnenraum zum Ende hin geöffnet wird und sich die Performer*innen direkt an die jungen Zuschauer*innen richten. Dadurch wird ein gemeinsames Spielen, Reflektieren und Weitererzählen des auf der Bühne Gesehenen und während dem Zuschauen Erlebten ermöglicht. Darüber hinaus erläutern die beiden Autorinnen wie Themen und Bildwelten der Produktion in einen Instagram-Account und somit in ein digitales Medium überführt wurden und welche Rezeptions- und Partizipationsmöglichkeiten sich dabei eröffnen. Verdeutlicht wird im Beitrag der zweifache Vermittlungsgedanke: Einerseits sollen durch die unterschiedlichen Vermittlungsformate – Begleitposter, partizipatorischer Teil direkt nach der Aufführung und Instagram-Account – vielfältige Zugänge zum Bühnengeschehen geschaffen werden. Andererseits bieten die sich dabei eröffnenden Partizipationsangebote eine über das Theaterereignis hinausgehende Wissensvermittlung sowie Sensibilisierung für die im Stück verhandelten Natur-, Umwelt- und Ökologiethemen.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • Partizipative Räume im Schulfeld Transfer eines museumspädagogischem Angebot mit Theatermethoden (Bettina Gassmann)
    Ausgangspunkt dieses Beitrags ist meine Masterthesis an der Pädagogischen Hochschule der FHNW, die sich in der ästhetischen Bildung ansiedelt. Das Ziel dieser Arbeit war, in einem Workshop mithilfe der theatralen Methoden von Augusto Boal, die Schüler*innen zur Partizipation im Schulfeld zu aktivieren. Boals Theater versteht sich als eine Schule der Teilhabe. Im Fokus dieses Beitrags steht das Unbehagen und das Rollenverständnis der forschenden Lehrperson. Als impulsgebender Bezugspunkt für den Workshop diente die Kunstausstellung „Action“ am Kunsthaus Zürich. Eine forcierte Protestaktion während des Workshops lief anders, als vorgesehen. Das Handeln der Schüler*innen verunsicherte die forschende Lehrperson und brachte diese zu Themen wie Irritation und Unkalkulierbares, die theoretisch bezugnehmend reflektiert wurden. Wie im Kunstunterricht Schüler*innen zusammen wirken können, war ein zentrales Thema der Thesis. Die Beobachtungen während des Workshops bildeten den Schwerpunkt der Untersuchung. Es wurde mit autoethnografischen Methoden gearbeitet: Es entstand u.a. ein Forschungstagebuch mit Fotos von allen Teilnehmenden. Konkrete Versuche wurden im Umgang mit Widersprüchen durchgeführt und reflektiert. Die forschende Lehrperson beschreibt in diesem Artikel eine der dieser Situationen. Die Schüler*innen hielten sich nicht an die Abmachung und handelten eigenmächtig. Aus der Perspektive „von Kunst“ sind solche Irritationen zu begrüssen. Aus der Sicht der Lehrperson sieht es anders aus, sie möchte Verbindlichkeit. Im Konflikt des Lehr-Lern-Prozesses wird die Art und Weise des Unbehagen unterschieden, ob und wie das Fremde oder Unbekannte inhaltlich oder die Methode fremd ist (vgl.Sack 2011). Die Erkenntnis der Unmöglichkeit einer punktuellen Einforderung von Partizipation von Schüler*innen wird deutlich. Eine produktive Lösung liegt in der Akzeptanz des Konflikts. Der Imperativ der Mitgestaltung ist problematisch, denn Partizipation sollte freiwillig sein. Im Spannungsfeld der Hoffnungspotentiale und der Möglichkeit des Partizipativen im Schulfeld wird die Frage nach Verweigerung als bildende Handlungsoption betrachtet.
  • … um das Ende der Welt aufzuhalten! Ein kollektives Nachdenken zum Klimawandel (Bené Asefa Feireiss , Silke Ballath , Kunigunde Berberich , Raphael Daibert , Lukas Oertel , Katharina Stahlhoven , Wiebke Janzen )
    Als Autor*innenkollektiv bestehend aus Künstler*innen, Studierenden, Forschenden, Kulturagent*innen und Aktivist*innen interessiert uns ein kollektiver Zugang, um über die Frage nachzudenken: Was hat die Corona-Krise mit der Klimakrise zu tun? Die Fragestellung ist Ausgangspunkt für ein gemeinsames Nachdenken und steht in Relation zu unseren unterschiedlichen Positionen und Situierungen. Welche Fragestellungen zum Klimawandel ein kollektives und künstlerisches Nachdenken produzieren? Wie werden marginalisierte und diverse Positionen in dieses Nachdenken einbezogen? Wie und was (ver)lernen wir von- und miteinander? Wie werden kollektive Formen des Denkens und Handels künstlerische experimentiert? Entlang der künstlerischen Methode „METTRAGE positionen-relationen“ werden wir gemeinsam (eine) neue Fragestellung(en) kollektiv produzieren. Die Methode haben Katharina Stahlhoven und Silke Ballath in ihrer Tätigkeit als Kulturagent*innen für kreative Schulen als Werkzeug für Aushandlungsprozesse entwickelt. Das Verfahren macht einen kollektiven Denkprozess sicht- und verhandelbar. Es geht darum, seine spezifische Perspektive zu positionieren, um diese im Austausch mit einer weiteren Person oder Gruppe weiterzuentwickeln, neu zu kontextualisieren und zu modifizieren sowie in Bewegung zu bringen. Für den vorliegenden Beitrag entsteht ein kollektives Bild, sieben Einzelbilder, ein Gespräch und eine Fragestellung, die unser Gespräch anleiten wird.
  • Ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem Angebot des K’Werk Basel-Stadt (Nicole Heri)
    Die Master-Arbeit ist ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem K’Werk in Basel-Stadt und eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kreativität. Sie wurde im Studiengang Kunst Major Art in Public Spheres geschrieben. In der Forschung wird Kreativität oft als «Prozess, Neues und Nützliches zu schaffen» definiert. Das Problemlöseverhalten ist als Anlass zu Kreativität erkannt und verschiedene Neurowissenschaftler*innen belegen, dass sie gefördert werden kann. Der Bildungsorte Schule deckt jedoch nur beschränkt kreative Förderung ab. Ideen zur Umsetzung eines Förderanliegens für Schulen und auf politischer Ebene zeigt meine Thesis auf, die diesem Beitrag zugrunde liegt. Zentral ist ein empirischer Vergleich von Zugang, finanziellem Aufwand, Kreativitätsförderung und Genderimpacts der Angebote von ausserschulischer Kunstvermittlung in Luzern mit dem K’Werk in Basel. Meine Auswertung belegt, dass eine ermöglichte Finanzierung essentiell ist, damit ein barrierefreier Zugang für Jugendliche gewährleistet ist. Geeignete Räume, grosszügiges Zeitmanagement, offene Problemstellungen sind für die Kreativitätsförderung unabdingbar. Bezüglich Gender divergieren die Ergebnisse und Inhalte von Kursen sind sehr entscheidend. Der Start der Bildschule Luzern wird mit dem Fazit der Recherche begründet. Eine weiterführende PhD-Arbeit soll interkantonale Vergleiche von Angeboten, politische Finanzfaktoren und die Geschichte ausserschulischer gestalterischer Förderung ausarbeiten.
  • Forschen im Erproben – Re-enactment eines Vortragsskripts im Modus gemeinsamen Schreibens (Janina Krepart, Heinrich Lüber, Jules Sturm)
    In unserem Artikel gehen wir von der Annahme aus, dass die Arbeitsbedingungen (conditions) von Lehre und Forschung massgeblich geprägt sind von der jeweiligen Ausgangslage in der sich die Mitwirkenden befinden, von den Medien, durch welche sie kommunizieren und (inter)agieren sowie von den (künstlerischen, pädagogischen, wissenschaftlichen) Strategien und Praktiken, die im Arbeiten selbst zur Anwendung kommen. Wir erproben gemeinsam eine experimentelle Praxis der Re-Skription als Modus von Forschung in künstlerischer Lehre. Über das Arbeiten mit Konzepten aus künstlerisch-edukativen Forschungstheorien wie becoming research, working from conditions, turning education und chronopolitics verweben wir die Bedingungen des entstehenden E-Journal-Artikels mit den Bedingungen, die wir als Autor*innen jeweils anders für das Schreiben mitbringen. Dieses Verweben basiert auf einem Experimentieren mit methodischen Verfahren, die wir mit pädagogischen, künstlerischen und publikationskritischen Bezugnahmen entwickeln. Für uns ist also die Produktion dieses Artikels Teil eines zeit-einräumenden probenden Forschungsprozesses, der sich, so hoffen wir, auf unsere künstlerischen Lehrformate und -inhalte auswirken wird.
  • Alltägliche Foto-Handlungen, Beobachtungen, Fragen - ein Einstieg (Flurina Stuppan)
    Mein Beitrag zeigt exemplarische Beobachtungen von alltäglichen Foto-Handlungen bei Adoleszenten und Erwachsenengruppen. Die Beobachtungen werden anhand innerer Bilder verschriftlicht. Ausgehend von diesen Beobachtungen werden Fragen formuliert, die eine kritische Position gegenüber dem Medium Fotografie und der Gesellschaft einnehmen. Der Schlussteil des Textes stellt die unterschiedlichen Foto-Handlungen zur Diskussion und lässt Erkenntnisse der Masterarbeit zu Valie Export und Martha Rosler einfliessen. Eine kunstpädagogische Kontextualisierung bildet den Abschluss des Textes und soll so alltägliche Handlungen aus einer vermittelnden Perspektive heraus gewichten.
  • Die Be­su­che­rIn­nen feh­len. Wel­che Be­su­che­rIn­nen? (Nora Landkammer)
    Ein Nach-denken zum Symposium KUNST [auf] FÜHREN. Performativität als Modus und Kunstform in der Kunstvermittlung Der Text setzt sich mit einer im Feedback zum Symposium Kunst [auf] FÜHREN 2009 in ...
  • Per­form­ing the Ver­mit­tler_in (Bernadett Settele)
    Wie kann in Vermittlungsprojekten eine (andere) Sprachfähigkeit und Handlungsmacht erlangt werden, die die üblichen Rollen aufbricht? Wie wird die Vermittlung und der/die Vermittler_in handlungsfä...
  • Wie Sprach­lo­sig­keit zum Han­deln füh­ren kann (Julia Draxler)
    Der Artikel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Kunstvermittlung nicht nur das «Sprechen über Kunst», sondern auch das «Handeln zu Kunst» realisiert werden kann. Kunstwerke sollen nicht nur r...
  • Der Kunst die Welt er­klä­ren (Wanda Wieczorek)
    Viele Kulturinstitutionen befinden sich heute in einem Dilemma: Einerseits sollen und wollen sie möglichst viele Personen mit ihrem Angebot erreichen – besonders junge Menschen und ganz besonders ...
  • reise zum :) (Helen Stefanie)
    Die microblogging Plattform tumblr steht für eine Kultur des virtuellen Bildersammelns, die hauptsächlich von (weiblichen, queer/trans*, PoC) Teenagern und Twentysomethings geprägt wurde. Arbeiten feministischer Künstler*innen erscheinen wie selbstverständlich neben alten Paparazzi-Fotos von Britney Spears, Theorietexten, Shitposts und den eigenen Selfies. In Folge einer strengeren Reglementierung pornografischer Inhalte im Dezember 2018 verlor tumblr mehr als eine Millionen aktive User*innen. Trotz Fällen von Cyber-Mobbing, der weiten Verbreitung von Spambots und Netzwerken nationalistischer User*innen galt tumblr davor als sicherer Ort für queer-feministische und antirassistische Diskurse, Fandom-Aktivitäten sowie persönliche Erzählungen und Selbstvermarktung von Sexarbeiter*innen. Nach Heather Warren-Crow lassen sich digitale Bilder im Internet als mädchenhaft denken: Girlish Images beziehungsweise Plastic Images sind formbar, fluide, leicht aufzublasen oder zu verkleinern, sie zirkulieren im Netzwerk. Der für tumblr spezifische Modus der Archiv- und Sammelkultur in Bezug auf digitale Bilder scheint ein exemplarisches Beispiel für dieses Verhältnis zu sein. Bilder werden von ihren Kontexten und materiellen Herstellungsbedingungen losgelöst und verflacht und bekommen gleichzeitig einen Wert als rein ästhetisch zu beurteilende Bild-Objekte innerhalb der Sammlung zugewiesen. Der Meta-Comic reise zum :) inszeniert einen Kontaktaufnahme-Versuch sowohl mit den sammelnden User*innen als auch mit den durch sie zirkulierten Bildern.
  • poor images – Über copies in motion und wo man sie findet (Helena Schmidt)
    Der Beitrag „poor images — Über copies in motion und wo man sie findet“ beschäftigt sich mit dem Begriff sogenannter „poor images“, nach Hito Steyerl (2009), und verortet ihn in einer gegenwärtigen Kunstvermittlungspraxis, die sich kritisch mit dem Internet und daraus resultierenden neuen Bildphänomenen und Praxen auseinandersetzt. Dabei wird verhandelt, welches Potenzial der Bildbegriff poor image für unser Bildhandeln in der postdigitalen Zeit hat.
  • poor images – Über copies in motion und wo man sie findet (Helena Schmidt)
    Der Beitrag „poor images — Über copies in motion und wo man sie findet“ beschäftigt sich mit dem Begriff sogenannter „poor images“, nach Hito Steyerl (2009), und verortet ihn in einer gegenwärtigen Kunstvermittlungspraxis, die sich kritisch mit dem Internet und daraus resultierenden neuen Bildphänomenen und Praxen auseinandersetzt. Dabei wird verhandelt, welches Potenzial der Bildbegriff poor image für unser Bildhandeln in der postdigitalen Zeit hat.
  • Zeichnen – Reden – Zeigen (Nadia Bader)
    Ausgangslage der Studie Zeichnen – Reden – Zeigen ist die Frage, in welcher Weise der kommunikative Austausch im Kunstunterricht bildnerisches Denken und Handeln beeinflusst. Ziel ist eine empirisch fundierte und (praxis)theoretisch kontextualisierte Konzeption davon, welche Beeinflussungen und Wechselwirkungen zwischen kommunikativem und gestalterischem Geschehen sich ereignen und welche Bedingtheiten diesen zugrunde liegen – allgemein im Unterricht und speziell im Schulfach Kunst/Bildnerisches Gestalten. Unterrichtspraxis wird dabei in ihrer Kontingenz und Komplexität ernst genommen und systematisch betrachtet. Die Studie schliesst damit an Positionen an, welche die unvorhersehbare, unverfügbare, phatische und krisenhafte Dimension von Lehren und Lernen fokussieren (u.a. Meyer-Drawe, Pazzini, Sabisch, Schürch/Willenbacher, Wimmer). Anhand von Videodaten aus einer Unterrichtsstunde am Gymnasium zum Zeichnen nach Anschauung werden Lehr-Lern-Gespräche und zeichnerische Prozesse qualitativ-empirisch untersucht, wobei visualisierende Forschungs- und Darstellungsmethoden eine zentrale Rolle spielen. In vier Fallstudien werden exemplarische Lehr-Lern-Situationen mehrperspektivisch analysiert und vielfältige, sich überlagernde und teilweise widerstrebende Einflüsse aufgezeigt, welche die situative Entwicklung von Lehr-Lern-Prozessen prägen. Fallübergreifende und vergleichende Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund praxistheoretischer Konzepte diskutiert (u.a. Reckwitz, Schmidt, Polanyi, Neuweg) und mit kunst- und theaterpädagogischen Positionen verknüpft, welche die Performativität, Ereignishaftigkeit, Körperlichkeit und Materialität von Unterricht thematisieren (u.a. Lange, Hentschel). Der vorliegende Beitrag widmet sich zwei Besonderheiten der Studie: einerseits dem Zusammenhang mit der Pilotstudie Zeichnen – Reden (HKB, 2012/13) und andererseits der Weiterentwicklung videobasierter Forschungsmethoden mit besonderer Berücksichtigung der visuellen Dimension.
  • Eine Ontologie der Gegenwart. Zur Veränderung kunstpädagogischen Wissens (Anna Schürch)
    Projekte der Lehrplanrevision, wie aktuell in der Schweiz die Überarbeitung des gymnasialen Rahmenlehrplans 2020-2022, fordern dazu auf, die Inhalte und Ziele der einzelnen Fächer zu überprüfen und bieten Anlass, über das Wissen in einem Fach und dessen Veränderung nachzudenken. Wie lässt sich eine solche Veränderung denken und woran kann sie sich orientieren, wenn sie über den pragmatischen Rahmen eines bildungspolitisch motivierten Revisionsprojektes, das durch knappe zeitliche Ressourcen und akuten Handlungsdruck gekennzeichnet ist, hinausgehen will? Der vorliegende Artikel schliesst an Michel Foucaults Ontologie der Gegenwart an und sucht in daran orientierten bildungsphilosophischen Überlegungen nach einer Perspektive der Veränderung, die sich gleichermassen kritisch wie selbstreflexiv positioniert und die sich nicht an dem ausrichtet, was an grossen Herausforderungen der Zukunft diagnostiziert wird, sondern von dem ausgeht, was bereits da ist und sich im Alltag zeigt. Dabei wird ein Weg eröffnet, das bestehende kunstpädagogische Wissen zu fassen und zu reflektieren. Der Text wird erweitert und fortgesetzt durch eine Fussnote von Margot Zanni und einen Fragebogen von Michèle Novak, die diese Bewegung der (selbst-)kritischen Reflexion bereits in der Lektüre beginnen lassen.
  • Malend Bilder wagen: Farben erleben – mit Farben gestalten. (Ursula Aebersold, Susanne Junger)
    Mit dem Lehrplan 21 liegt in der Schweiz für Kantone mit deutschsprachigen Schulen eine neue Ausrichtung für das Fach Bildnerisches Gestalten vor. Der Stellenwert der fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung in Anbindung an den bildnerischen Prozess wird gegenüber dem bisherigen produkteorientierten Fachverständnis stärker betont. Über die Begegnung mit Bildern aus Kunst und Alltag werden die Schüler*innen in den drei Kompetenzbereichen "Wahrnehmung und Kommunikation", "Prozesse und Produkte" sowie "Kontexte und Orientierung" für unterschiedliche bildnerische Ausdrucksweisen sensibilisiert. Sie sollen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern zum Ausdruck bringen können und sich in der produktiven wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Die so entwickelte Bildkompetenz ermöglicht den Schüler*innen sich in einer von Bildern geprägten Umwelt zu orientieren. Dieses dichte und herausfordernde Desiderat des neuen Lehrplans an den Unterricht Bildnerisches Gestalten erfordert theoriebasierte Anregungen und lernunterstützende Hilfestellungen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist beabsichtigt, mit exemplarischen Unterrichtseinheiten einen kognitiv-aktivierenden und kumulativ angelegten Fachunterricht für den 2. und 3. Zyklus zu entwickeln. Mittels Prä- und Posterhebungen sollen Kompetenzentwicklungen der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Die Unterrichtseinheiten werden in drei Schulklassen erprobt, dokumentiert, analysiert und ausgewertet. Die Lernsituationen werden innerhalb des Faches im Bereich Farbe und Malerei angesiedelt und legen den Fokus auf die Lernstandserhebung und die Sensibilisierung der Lehrperson bezüglich der Voraussetzungen, Erfahrungen und dem Vorwissen der Schüler*innen sowie auf Möglichkeiten der Lernunterstützung und -begleitung zur je individuellen Kompetenzentwicklung. Dazu gehören auch das Bereitstellen von Instrumenten für die Lernstanderfassung und die Einschätzung der Kompetenzentwicklung sowie Inspirationsmaterialien und lernunterstützende Hilfsmittel zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • Ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem Angebot des K’Werk Basel-Stadt (Nicole Heri)
    Die Master-Arbeit ist ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem K’Werk in Basel-Stadt und eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kreativität. Sie wurde im Studiengang Kunst Major Art in Public Spheres geschrieben. In der Forschung wird Kreativität oft als «Prozess, Neues und Nützliches zu schaffen» definiert. Das Problemlöseverhalten ist als Anlass zu Kreativität erkannt und verschiedene Neurowissenschaftler*innen belegen, dass sie gefördert werden kann. Der Bildungsorte Schule deckt jedoch nur beschränkt kreative Förderung ab. Ideen zur Umsetzung eines Förderanliegens für Schulen und auf politischer Ebene zeigt meine Thesis auf, die diesem Beitrag zugrunde liegt. Zentral ist ein empirischer Vergleich von Zugang, finanziellem Aufwand, Kreativitätsförderung und Genderimpacts der Angebote von ausserschulischer Kunstvermittlung in Luzern mit dem K’Werk in Basel. Meine Auswertung belegt, dass eine ermöglichte Finanzierung essentiell ist, damit ein barrierefreier Zugang für Jugendliche gewährleistet ist. Geeignete Räume, grosszügiges Zeitmanagement, offene Problemstellungen sind für die Kreativitätsförderung unabdingbar. Bezüglich Gender divergieren die Ergebnisse und Inhalte von Kursen sind sehr entscheidend. Der Start der Bildschule Luzern wird mit dem Fazit der Recherche begründet. Eine weiterführende PhD-Arbeit soll interkantonale Vergleiche von Angeboten, politische Finanzfaktoren und die Geschichte ausserschulischer gestalterischer Förderung ausarbeiten.
  • Alltägliche Foto-Handlungen, Beobachtungen, Fragen - ein Einstieg (Flurina Stuppan)
    Mein Beitrag zeigt exemplarische Beobachtungen von alltäglichen Foto-Handlungen bei Adoleszenten und Erwachsenengruppen. Die Beobachtungen werden anhand innerer Bilder verschriftlicht. Ausgehend von diesen Beobachtungen werden Fragen formuliert, die eine kritische Position gegenüber dem Medium Fotografie und der Gesellschaft einnehmen. Der Schlussteil des Textes stellt die unterschiedlichen Foto-Handlungen zur Diskussion und lässt Erkenntnisse der Masterarbeit zu Valie Export und Martha Rosler einfliessen. Eine kunstpädagogische Kontextualisierung bildet den Abschluss des Textes und soll so alltägliche Handlungen aus einer vermittelnden Perspektive heraus gewichten.
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Drei Fragen an... (Hannah Horst)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format über aktuelle Praxis auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Text und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • Are You Sure? Zoom in (Charlotte Friedli)
    Der folgende Text ist ein überarbeiteter Teil meiner Masterthesis Are you sure? Zoom in. Wie ich dem unnahbaren Computer näherkomme. Eine Ermächtigungsstrategie. Die Frage wurde in Wechselwirkung zwischen künstlerischer und kunstanalytischer Arbeit erforscht. Zu Beginn stand die These, dass der Computer unnahbar sei, da es sich um ein komplexes und mystifiziertes Dispositiv handelt. Dieser Zustand wird mit verschiedenen Positionen untersucht. User*innen wissen nicht, womit sie es wirklich zu tun haben und sind gezwungen den Entscheidungen der Webentwickler*innen zu folgen. Orientiert an Olia Lialinas Konzept der Digitalen Folklore wird eine Stärkung der einfachen User*innen und den ephemeren Spuren, die sie auf dem Web hinterlassen, angestrebt. Die künstlerische Strategie namens zoom in wurde basierend auf den Auseinandersetzungen mit verschiedenen Theorien entwickelt. Zoom in steht für die Annäherung an einen unnahbaren Computer. Durch die zoom-Bewegung gelangen die Userin*innen über sinnlose Umwege an ungeahnte Orte. Die Strategie beschreibt vier Aspekte, welche unter die Lupe genommen werden: Infrastruktur, Nebenhandlungen, das Individuum und Pixel. Auf dem Blog www.areyousure.blog finden sich künstlerische Artefakte, welche die Distanz zum Mythos Computer aufzulösen versuchen.
  • Blumenlese (Jacqueline Baum, Ursula Jakob)
    Im Fokus unseres langjährigen Projekts Connected in Isolation standen anfangs die unterschiedlichen Beschreibungen von Vorgehensprozessen und Darstellungsweisen von Objekten der Natur aus Kunst und...
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • Materielle Semiotik der Zärtlichkeit (Seraina Dür, Jonas Gillmann)
    Seit 2019 arbeiten wir, Seraina Dür und Jonas Gillmann, mit dreizehn Tauben an dem Projekt "Parlament der Dinge, Tiere, Pflanzen und Algorithmen". Dafür schaffen wir performative Setting, die wir gemeinsam mit den Tauben und weiteren menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen bespielen. Für die Konzeption der Settings ist für uns der Begriff der Caring Architecture wichtig. In den Städten werden Tauben abgeschossen und vertrieben. Uns interessiert, wie Räume aussehen können, die statt zu trennen und abzuwehren, sich um ihre unterschiedlichen Bewohner*innen kümmern. In den Räumen, die wir gestalten, gibt es immer ein Flugloch, durch das die Tauben rein und raus können, es gibt Schalen aus Keramik, aus denen wir und die Tauben Porridge essen, Löwenzahn, mit dem wir mit den Tauben spielen, Badebecken zum Plantschen und vieles mehr. Über diese Gegenstände verbinden wir uns mit den Tauben, ihre Bedeutungen entstehen aus der gelebten Beziehung mit den Tauben, aus der gemeinsamen-unterschiedlichen Nutzung der Gegenstände, sie sind Zeichen von Zärtlichkeit zwischen Menschen und Tauben. In dem Artikel "Materielle Semiotik der Zärtlichkeit" erzählen wir als Foto- und Videostory unsere nun 3-jährige Beziehung zu den Tauben, in der sich aktuelle Themen spiegeln, wie die Frage nach einem sorgsamen Umgang mit der beschädigten Umwelt, in der wir leben. Für die Frage, wie sich diese Beziehung in Kunst- und Theaterräumen erzählen lässt, beschäftigen wir uns mit Ursula K. Le Guins Tragtaschen Theorie. Anders als bei der Held*innengeschichte, die wie ein Pfeil linear verläuft und in einem Ziel mündet, ist die Tragtasche ein Gefäss, in dem sich mäandernde und mehrstimmige Erzähllinien miteinander verweben. Unsere sich kümmernden Räume mit ihren durchlässigen Wänden sind Tragtaschen, in denen sich eine Vielzahl an Geschichten sammeln. Um diese erzählbar zu machen, und zwar nicht nur verbal, sondern auch in einer materiellen, räumlichen Sprache, die aus dem Tun mit den Tauben heraus entsteht, suchen wir nach einer Semiotik der Zärtlichkeit.
  • Materielle Semiotik der Zärtlichkeit (Seraina Dür, Jonas Gillmann)
    Seit 2019 arbeiten wir, Seraina Dür und Jonas Gillmann, mit dreizehn Tauben an dem Projekt "Parlament der Dinge, Tiere, Pflanzen und Algorithmen". Dafür schaffen wir performative Setting, die wir gemeinsam mit den Tauben und weiteren menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen bespielen. Für die Konzeption der Settings ist für uns der Begriff der Caring Architecture wichtig. In den Städten werden Tauben abgeschossen und vertrieben. Uns interessiert, wie Räume aussehen können, die statt zu trennen und abzuwehren, sich um ihre unterschiedlichen Bewohner*innen kümmern. In den Räumen, die wir gestalten, gibt es immer ein Flugloch, durch das die Tauben rein und raus können, es gibt Schalen aus Keramik, aus denen wir und die Tauben Porridge essen, Löwenzahn, mit dem wir mit den Tauben spielen, Badebecken zum Plantschen und vieles mehr. Über diese Gegenstände verbinden wir uns mit den Tauben, ihre Bedeutungen entstehen aus der gelebten Beziehung mit den Tauben, aus der gemeinsamen-unterschiedlichen Nutzung der Gegenstände, sie sind Zeichen von Zärtlichkeit zwischen Menschen und Tauben. In dem Artikel "Materielle Semiotik der Zärtlichkeit" erzählen wir als Foto- und Videostory unsere nun 3-jährige Beziehung zu den Tauben, in der sich aktuelle Themen spiegeln, wie die Frage nach einem sorgsamen Umgang mit der beschädigten Umwelt, in der wir leben. Für die Frage, wie sich diese Beziehung in Kunst- und Theaterräumen erzählen lässt, beschäftigen wir uns mit Ursula K. Le Guins Tragtaschen Theorie. Anders als bei der Held*innengeschichte, die wie ein Pfeil linear verläuft und in einem Ziel mündet, ist die Tragtasche ein Gefäss, in dem sich mäandernde und mehrstimmige Erzähllinien miteinander verweben. Unsere sich kümmernden Räume mit ihren durchlässigen Wänden sind Tragtaschen, in denen sich eine Vielzahl an Geschichten sammeln. Um diese erzählbar zu machen, und zwar nicht nur verbal, sondern auch in einer materiellen, räumlichen Sprache, die aus dem Tun mit den Tauben heraus entsteht, suchen wir nach einer Semiotik der Zärtlichkeit.
  • Forschen im Erproben – Re-enactment eines Vortragsskripts im Modus gemeinsamen Schreibens (Janina Krepart, Heinrich Lüber, Jules Sturm)
    In unserem Artikel gehen wir von der Annahme aus, dass die Arbeitsbedingungen (conditions) von Lehre und Forschung massgeblich geprägt sind von der jeweiligen Ausgangslage in der sich die Mitwirkenden befinden, von den Medien, durch welche sie kommunizieren und (inter)agieren sowie von den (künstlerischen, pädagogischen, wissenschaftlichen) Strategien und Praktiken, die im Arbeiten selbst zur Anwendung kommen. Wir erproben gemeinsam eine experimentelle Praxis der Re-Skription als Modus von Forschung in künstlerischer Lehre. Über das Arbeiten mit Konzepten aus künstlerisch-edukativen Forschungstheorien wie becoming research, working from conditions, turning education und chronopolitics verweben wir die Bedingungen des entstehenden E-Journal-Artikels mit den Bedingungen, die wir als Autor*innen jeweils anders für das Schreiben mitbringen. Dieses Verweben basiert auf einem Experimentieren mit methodischen Verfahren, die wir mit pädagogischen, künstlerischen und publikationskritischen Bezugnahmen entwickeln. Für uns ist also die Produktion dieses Artikels Teil eines zeit-einräumenden probenden Forschungsprozesses, der sich, so hoffen wir, auf unsere künstlerischen Lehrformate und -inhalte auswirken wird.
  • Forschen im Erproben – Re-enactment eines Vortragsskripts im Modus gemeinsamen Schreibens (Janina Krepart, Heinrich Lüber, Jules Sturm)
    In unserem Artikel gehen wir von der Annahme aus, dass die Arbeitsbedingungen (conditions) von Lehre und Forschung massgeblich geprägt sind von der jeweiligen Ausgangslage in der sich die Mitwirkenden befinden, von den Medien, durch welche sie kommunizieren und (inter)agieren sowie von den (künstlerischen, pädagogischen, wissenschaftlichen) Strategien und Praktiken, die im Arbeiten selbst zur Anwendung kommen. Wir erproben gemeinsam eine experimentelle Praxis der Re-Skription als Modus von Forschung in künstlerischer Lehre. Über das Arbeiten mit Konzepten aus künstlerisch-edukativen Forschungstheorien wie becoming research, working from conditions, turning education und chronopolitics verweben wir die Bedingungen des entstehenden E-Journal-Artikels mit den Bedingungen, die wir als Autor*innen jeweils anders für das Schreiben mitbringen. Dieses Verweben basiert auf einem Experimentieren mit methodischen Verfahren, die wir mit pädagogischen, künstlerischen und publikationskritischen Bezugnahmen entwickeln. Für uns ist also die Produktion dieses Artikels Teil eines zeit-einräumenden probenden Forschungsprozesses, der sich, so hoffen wir, auf unsere künstlerischen Lehrformate und -inhalte auswirken wird.
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • Are You Sure? Zoom in (Charlotte Friedli)
    Der folgende Text ist ein überarbeiteter Teil meiner Masterthesis Are you sure? Zoom in. Wie ich dem unnahbaren Computer näherkomme. Eine Ermächtigungsstrategie. Die Frage wurde in Wechselwirkung zwischen künstlerischer und kunstanalytischer Arbeit erforscht. Zu Beginn stand die These, dass der Computer unnahbar sei, da es sich um ein komplexes und mystifiziertes Dispositiv handelt. Dieser Zustand wird mit verschiedenen Positionen untersucht. User*innen wissen nicht, womit sie es wirklich zu tun haben und sind gezwungen den Entscheidungen der Webentwickler*innen zu folgen. Orientiert an Olia Lialinas Konzept der Digitalen Folklore wird eine Stärkung der einfachen User*innen und den ephemeren Spuren, die sie auf dem Web hinterlassen, angestrebt. Die künstlerische Strategie namens zoom in wurde basierend auf den Auseinandersetzungen mit verschiedenen Theorien entwickelt. Zoom in steht für die Annäherung an einen unnahbaren Computer. Durch die zoom-Bewegung gelangen die Userin*innen über sinnlose Umwege an ungeahnte Orte. Die Strategie beschreibt vier Aspekte, welche unter die Lupe genommen werden: Infrastruktur, Nebenhandlungen, das Individuum und Pixel. Auf dem Blog www.areyousure.blog finden sich künstlerische Artefakte, welche die Distanz zum Mythos Computer aufzulösen versuchen.
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • Learning from Wallmapu (Aldir Polymeris)
    In diesem Beitrag geht es um einen Ort namens Chile und einen anderen namens Wallmapu, der sich – je nach Auffassung – innerhalb, unterhalb oder ausserhalb des ersten Ortes befindet. Wallmapu ist ein Ort, in dem komplexe, sich überlagernde, über die Grenzen schlagende, ja global verstrickte Geschichten eingeschrieben sind, Erzählungen von Kompositionen und Zusammensetzungen, von Hybridität, Differenz und Perspektiven. Der Teil des Wallmapu, um den es in diesem Bericht geht, liegt im Süden Chiles und ist auch unter einem anderen Namen bekannt, nämlich Araucanía-Region. So nennt der chilenischen Staat die Region südlich des Biobío-Flusses, die während Jahrhunderten nach der Eroberung vom Mapuche Volk bewohntes unabhängiges Territorium geblieben ist.  Die Mapuche, das ist das grösste indigene Volk Chiles und Wallmapu ist ihre Selbstbezeichnung für die Gebiete die sie vor der Eroberung bewohnen und bewohnten, zu denen die Araucanía-Region gehört, aber auch andere Gegenden, weitaus nördlicher sowie jenseits der Anden, im heutigen Argentinien. Weil die Bezeichnung Wallmapu einer anderen Auffassung von Territorium enstpricht, das die mono-nationale Ausrichtung des chilenischen Staates herauszufordern vermag, ist diese Bezeichnung stets politisch geprägt, denn sie symbolisiert die Kritik an der Kolonisierung, Auslöschung und Unterdrückung des Mapuche Volkes. 
  • Emergency Remote Art Education? – Reflexion einer Studie mit Studierenden zu kunstpädagogischen und ästhetisch-kulturellen Vermittlungspraxen im Ausnahmezustand (Miriam Schmidt-Wetzel, Laura Zachmann)
    Der Beitrag gibt einen Überblick über eine Studie, die als eine Untersuchung von und mit Akteur*innen in Art Education angelegt und methodisch-methodologisch an den Merkmalen einer phänomenologischen Einzelfallforschung orientiert ist. Gegenstand der qualitativ-empirischen Studie sind die Erfahrungen verschiedener Akteur*innen in der Lehre und Vermittlung in Art Education bzw. im Fach Bildnerisches Gestalten inmitten des globalen Ausnahmezustands, welcher durch die Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 ausgelöst wurde. Die Untersuchung leitend sind zwei Annahmen: Erstens, dass Vermittlungsformate unter dem (Ein-)Druck der ersten pandemischen Welle quasi aus dem Stand und ohne fundierte Kenntnis von E-Didaktik im Modus des Emergency Remote Teaching (ERT) (Hodges et al. 2020) entstanden sind. Zweitens, dass die Verständnisse und Umgangsweisen, die sich in diesem kunstpädagogischen Handeln im Ausnahmezustand zeigen, für die Entwicklung einer fundierten Remote Art Education von Bedeutung sind. Vertiefte Einblicke in die Untersuchung vermitteln Auszüge aus der ersten von drei Teilstudien, in deren Zentrum eine Gruppendiskussion mit drei Bachelorstudierenden über ihr erstes Berufspraktikum im Berufsfeld der Ästhetischen Bildung und Soziokultur unter Lockdown-Bedingungen steht. Der Artikel skizziert daraus resultierende erste Erkenntnisse bezüglich der Ausprägungen von ERT, die für Art Education spezifisch sind, und beleuchtet deren Potentiale für ins Digitale und in die Distanz ausgeweitete Konzepte. Anhand der Reflexion des methodischen Vorgehens im Rahmen dieser ersten Teilstudie setzt er sich darüber hinaus mit den gewählten Herangehensweisen zum Umgang mit den spezifischen Herausforderungen eines Forschens aus Distanz und im Ausnahmezustand, sozusagen im Modus einer Emergency Remote Art Education Research, kritisch auseinander.
  • Materialien zum Selbststudium (Danja Erni, Nora Landkammer, Anna Schürch, Bernadett Settele)
    Die Materialien zum Selbststudium sind mit dem Ziel konzipiert, eine Diskussions- und Wissensbasis zu den Themen «queer» und «Do it yourself» im Kunstunterricht zur Verfügung zu stellen. Sie beschä...
  • Den Kör­per ent­schrei­ben (Fouad Asfour)
    Basierend auf meinem Vortrag im Rahmen der Plattform Un_Universität im April 2016 versammelt dieser Text Fragmente, die in einer stetigen Praxis des Entschreiben des Körpers als dekoloniale Option...
  • Crianza, oder die Kunst des Füreinandersorgens – Andine Kosmovisionen in gemeinschaftsorientierten Bildungsprogrammen (Alejandro Cevallos, Sofía Olascoaga)
    In diesem Interview mit Alejandro Cevallos und Sofía Olascoaga reflektiert Grimaldo Rengifo Vásquez den Verlauf seiner Tätigkeit seit seinem Aufsatz A propósito de Freire (Füreinander Sorgen in den...
  • Die Fesseln der Übersetzung – Von der Gewalt, mich erklären zu müssen (Lineo Segoete)
    Lineo Segoete Die Fesseln der Übersetzung –Von der Gewalt, mich erklären zu müssen Mit Beiträgen von Liepollo Moleleki und Zachary Rosen In ihrem Beitrag zur Geschichte der Alphabetisierung und der...
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • reise zum :) (Helen Stefanie)
    Die microblogging Plattform tumblr steht für eine Kultur des virtuellen Bildersammelns, die hauptsächlich von (weiblichen, queer/trans*, PoC) Teenagern und Twentysomethings geprägt wurde. Arbeiten feministischer Künstler*innen erscheinen wie selbstverständlich neben alten Paparazzi-Fotos von Britney Spears, Theorietexten, Shitposts und den eigenen Selfies. In Folge einer strengeren Reglementierung pornografischer Inhalte im Dezember 2018 verlor tumblr mehr als eine Millionen aktive User*innen. Trotz Fällen von Cyber-Mobbing, der weiten Verbreitung von Spambots und Netzwerken nationalistischer User*innen galt tumblr davor als sicherer Ort für queer-feministische und antirassistische Diskurse, Fandom-Aktivitäten sowie persönliche Erzählungen und Selbstvermarktung von Sexarbeiter*innen. Nach Heather Warren-Crow lassen sich digitale Bilder im Internet als mädchenhaft denken: Girlish Images beziehungsweise Plastic Images sind formbar, fluide, leicht aufzublasen oder zu verkleinern, sie zirkulieren im Netzwerk. Der für tumblr spezifische Modus der Archiv- und Sammelkultur in Bezug auf digitale Bilder scheint ein exemplarisches Beispiel für dieses Verhältnis zu sein. Bilder werden von ihren Kontexten und materiellen Herstellungsbedingungen losgelöst und verflacht und bekommen gleichzeitig einen Wert als rein ästhetisch zu beurteilende Bild-Objekte innerhalb der Sammlung zugewiesen. Der Meta-Comic reise zum :) inszeniert einen Kontaktaufnahme-Versuch sowohl mit den sammelnden User*innen als auch mit den durch sie zirkulierten Bildern.
  • Blumenlese (Jacqueline Baum, Ursula Jakob)
    Im Fokus unseres langjährigen Projekts Connected in Isolation standen anfangs die unterschiedlichen Beschreibungen von Vorgehensprozessen und Darstellungsweisen von Objekten der Natur aus Kunst und...
  • Lernen von Kunst und Design im Labor: Eine Datensammlung früherer Kunst- und Designausbildungen (Dorothée King)
    In diesem Beitrag betrachte ich Veränderungen in der Kunst- und Design-Ausbildung unter dem Gesichtspunkt des Wandels von methodologischen und kulturellen Praktiken. Ich vergleiche historische Lernprozesse mit modernen Praktiken im Bereich Kunst und Gestaltung, um vielfältige Forschungs- und Lehrmethoden für das Learning Lab Arts and Design (LLAD) auszumachen. In den ersten westlichen Kunstakademien wurde Lernen als Nachahmung ästhetischer Vorgaben verstanden, während in den frühen Zünften das Erlernen gestalterischer Fähigkeiten immer in Zusammenhang mit Wissenstransfer und der Entwicklung neuer Produkte stand. In den späteren Kunst- und Designschulen bewegte sich die Ausbildung weg von vorgegebenen Mustern und Medien hin zu individueller Kreativität und Transformation und wurde zudem oft Ausdrucksform eines kreativen Protests. Das Erlernen von Kunst wurde zu einer Praxis, in der nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Mittelpunkt steht. Heute schlage ich vor, dass Gestaltung und künstlerisches Schaffen im LLAD als vielfältige Lernpraktiken im digitalen und virtuellen Raum vermittelt werden. Lernen soll mittels einer Vielfalt von Aktivitäten stattfinden. Dazu gehören: ausdrücken, austauschen, befreien, beobachten, dekonstruieren, denken, digitalisieren, drehen, emanzipieren, erfahren, erinnern, erziehen, experimentieren, fliessen, formen, forschen, fortführen, gestalten, imitieren, interagieren, intervenieren, kartographieren, kombinieren, konstruieren, kopieren, kreieren, kritisieren, leben, lernen, materialisieren, messen, öffnen, partizipieren, performen, politisieren, produzieren, protestieren, recyceln, reflektieren, reformieren, rekonstruieren, so tun als ob, spiegeln, spielen, standardisieren, theoretisieren, transformieren, überschreiten, verarbeiten, verbinden, vergessen, versuchen, werden, wiederholen, zeichnen.
  • Are You Sure? Zoom in (Charlotte Friedli)
    Der folgende Text ist ein überarbeiteter Teil meiner Masterthesis Are you sure? Zoom in. Wie ich dem unnahbaren Computer näherkomme. Eine Ermächtigungsstrategie. Die Frage wurde in Wechselwirkung zwischen künstlerischer und kunstanalytischer Arbeit erforscht. Zu Beginn stand die These, dass der Computer unnahbar sei, da es sich um ein komplexes und mystifiziertes Dispositiv handelt. Dieser Zustand wird mit verschiedenen Positionen untersucht. User*innen wissen nicht, womit sie es wirklich zu tun haben und sind gezwungen den Entscheidungen der Webentwickler*innen zu folgen. Orientiert an Olia Lialinas Konzept der Digitalen Folklore wird eine Stärkung der einfachen User*innen und den ephemeren Spuren, die sie auf dem Web hinterlassen, angestrebt. Die künstlerische Strategie namens zoom in wurde basierend auf den Auseinandersetzungen mit verschiedenen Theorien entwickelt. Zoom in steht für die Annäherung an einen unnahbaren Computer. Durch die zoom-Bewegung gelangen die Userin*innen über sinnlose Umwege an ungeahnte Orte. Die Strategie beschreibt vier Aspekte, welche unter die Lupe genommen werden: Infrastruktur, Nebenhandlungen, das Individuum und Pixel. Auf dem Blog www.areyousure.blog finden sich künstlerische Artefakte, welche die Distanz zum Mythos Computer aufzulösen versuchen.
  • poor images – Über copies in motion und wo man sie findet (Helena Schmidt)
    Der Beitrag „poor images — Über copies in motion und wo man sie findet“ beschäftigt sich mit dem Begriff sogenannter „poor images“, nach Hito Steyerl (2009), und verortet ihn in einer gegenwärtigen Kunstvermittlungspraxis, die sich kritisch mit dem Internet und daraus resultierenden neuen Bildphänomenen und Praxen auseinandersetzt. Dabei wird verhandelt, welches Potenzial der Bildbegriff poor image für unser Bildhandeln in der postdigitalen Zeit hat.
  • SOMEWHERE OFF THE REAL. Sprachgesteuerte Interfaces und ihre medienkritische Vermittlung (Malin Kuht)
    SOMEWHERE OFF THE REAL betrachtet Interfaces als Schnittstelle zwischen dem Möglichen, dem Zurückliegenden und dem Dahinterliegenden digitaler Medien. Interfaces ermöglichen und gestalten die Interaktion mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die häufig weiblich-codierte Gestaltung von Sprachsteuerung, die sich vermehrt in smarten Geräten findet, leitet sich aus der Geschichte von vergeschlechtlichter Arbeitsteilung und tradierten gesellschaftlichen Rollenbildern ab. Der Beitrag argumentiert, dass unsere Interaktionen mit digitalen Technologien unser Verhältnis zu diesen digitalen Technologien bestimmen. Diese Prozesse werden anhand der künstlerischen Praxen von Melanie Hoff und Joy Buolamwini veranschaulicht. Melanie Hoff zeigt mit Draw What You Think Alexa Looks Like (2019) auf, inwieweit Vorstellungen durch das Interface geformt werden. Joy Buolamwinis Arbeiten belegen den kulturell-programmierten Blick von Algorithmen auf Menschen. Der Beitrag fasst die verschiedenen Ebenen der Befragung von digitalen Technologien zusammen und verdeutlicht die darin eingeschriebenen politischen (Macht-)Verhältnisse. Mithilfe von künstlerischen Strategien können diese sichtbar und verhandelbar gemacht werden. Dabei stehen die affektiven Verbindungen von Menschen den implizierten Annahmen der Maschinen gegenüber. Die vorgestellten Konzepte werden durch die eigene künstlerische Arbeit OFFREAL der Autorin* vertieft. Die Auseinandersetzung mit visuellen Aspekten der Simulation von Serviceleistenden steht im Fokus. Neben der weiblich-codierten Stimme stellen sich hier repräsentations-politische Fragen, da viele Avatare entlang popkultureller Schönheitsideale designt werden. Die Kategorien Race und Gender bleiben auch im Diskurs um virtuelle Körper umkämpft. Insgesamt argumentiert der Beitrag SOMEWHERE OFF THE REAL für ein kritisches Zusammendenken der strukturellen Zusammenhänge in Bezug auf die zunehmende weiblich-codierte Verkörperung von Interfaces.
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Are You Sure? Zoom in (Charlotte Friedli)
    Der folgende Text ist ein überarbeiteter Teil meiner Masterthesis Are you sure? Zoom in. Wie ich dem unnahbaren Computer näherkomme. Eine Ermächtigungsstrategie. Die Frage wurde in Wechselwirkung zwischen künstlerischer und kunstanalytischer Arbeit erforscht. Zu Beginn stand die These, dass der Computer unnahbar sei, da es sich um ein komplexes und mystifiziertes Dispositiv handelt. Dieser Zustand wird mit verschiedenen Positionen untersucht. User*innen wissen nicht, womit sie es wirklich zu tun haben und sind gezwungen den Entscheidungen der Webentwickler*innen zu folgen. Orientiert an Olia Lialinas Konzept der Digitalen Folklore wird eine Stärkung der einfachen User*innen und den ephemeren Spuren, die sie auf dem Web hinterlassen, angestrebt. Die künstlerische Strategie namens zoom in wurde basierend auf den Auseinandersetzungen mit verschiedenen Theorien entwickelt. Zoom in steht für die Annäherung an einen unnahbaren Computer. Durch die zoom-Bewegung gelangen die Userin*innen über sinnlose Umwege an ungeahnte Orte. Die Strategie beschreibt vier Aspekte, welche unter die Lupe genommen werden: Infrastruktur, Nebenhandlungen, das Individuum und Pixel. Auf dem Blog www.areyousure.blog finden sich künstlerische Artefakte, welche die Distanz zum Mythos Computer aufzulösen versuchen.
  • Emergency Remote Art Education? – Reflexion einer Studie mit Studierenden zu kunstpädagogischen und ästhetisch-kulturellen Vermittlungspraxen im Ausnahmezustand (Miriam Schmidt-Wetzel, Laura Zachmann)
    Der Beitrag gibt einen Überblick über eine Studie, die als eine Untersuchung von und mit Akteur*innen in Art Education angelegt und methodisch-methodologisch an den Merkmalen einer phänomenologischen Einzelfallforschung orientiert ist. Gegenstand der qualitativ-empirischen Studie sind die Erfahrungen verschiedener Akteur*innen in der Lehre und Vermittlung in Art Education bzw. im Fach Bildnerisches Gestalten inmitten des globalen Ausnahmezustands, welcher durch die Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 ausgelöst wurde. Die Untersuchung leitend sind zwei Annahmen: Erstens, dass Vermittlungsformate unter dem (Ein-)Druck der ersten pandemischen Welle quasi aus dem Stand und ohne fundierte Kenntnis von E-Didaktik im Modus des Emergency Remote Teaching (ERT) (Hodges et al. 2020) entstanden sind. Zweitens, dass die Verständnisse und Umgangsweisen, die sich in diesem kunstpädagogischen Handeln im Ausnahmezustand zeigen, für die Entwicklung einer fundierten Remote Art Education von Bedeutung sind. Vertiefte Einblicke in die Untersuchung vermitteln Auszüge aus der ersten von drei Teilstudien, in deren Zentrum eine Gruppendiskussion mit drei Bachelorstudierenden über ihr erstes Berufspraktikum im Berufsfeld der Ästhetischen Bildung und Soziokultur unter Lockdown-Bedingungen steht. Der Artikel skizziert daraus resultierende erste Erkenntnisse bezüglich der Ausprägungen von ERT, die für Art Education spezifisch sind, und beleuchtet deren Potentiale für ins Digitale und in die Distanz ausgeweitete Konzepte. Anhand der Reflexion des methodischen Vorgehens im Rahmen dieser ersten Teilstudie setzt er sich darüber hinaus mit den gewählten Herangehensweisen zum Umgang mit den spezifischen Herausforderungen eines Forschens aus Distanz und im Ausnahmezustand, sozusagen im Modus einer Emergency Remote Art Education Research, kritisch auseinander.
  • IT'S ABOUT TIME. Kritische Kunstvermittlung in digitalen Zeiten (Sophie Lingg, Helena Schmidt)
    Editorial Das Entstehen der 18. Ausgabe des e Journals Art Education Research fällt in die erste Hälfte des Jahres 2020. Neben der sich stetig zuspitzenden Klimakrise, deren Ausmasse in einigen Reg...
  • Learning from Wallmapu (Aldir Polymeris)
    In diesem Beitrag geht es um einen Ort namens Chile und einen anderen namens Wallmapu, der sich – je nach Auffassung – innerhalb, unterhalb oder ausserhalb des ersten Ortes befindet. Wallmapu ist ein Ort, in dem komplexe, sich überlagernde, über die Grenzen schlagende, ja global verstrickte Geschichten eingeschrieben sind, Erzählungen von Kompositionen und Zusammensetzungen, von Hybridität, Differenz und Perspektiven. Der Teil des Wallmapu, um den es in diesem Bericht geht, liegt im Süden Chiles und ist auch unter einem anderen Namen bekannt, nämlich Araucanía-Region. So nennt der chilenischen Staat die Region südlich des Biobío-Flusses, die während Jahrhunderten nach der Eroberung vom Mapuche Volk bewohntes unabhängiges Territorium geblieben ist.  Die Mapuche, das ist das grösste indigene Volk Chiles und Wallmapu ist ihre Selbstbezeichnung für die Gebiete die sie vor der Eroberung bewohnen und bewohnten, zu denen die Araucanía-Region gehört, aber auch andere Gegenden, weitaus nördlicher sowie jenseits der Anden, im heutigen Argentinien. Weil die Bezeichnung Wallmapu einer anderen Auffassung von Territorium enstpricht, das die mono-nationale Ausrichtung des chilenischen Staates herauszufordern vermag, ist diese Bezeichnung stets politisch geprägt, denn sie symbolisiert die Kritik an der Kolonisierung, Auslöschung und Unterdrückung des Mapuche Volkes. 
  • Forschen im Erproben – Re-enactment eines Vortragsskripts im Modus gemeinsamen Schreibens (Janina Krepart, Heinrich Lüber, Jules Sturm)
    In unserem Artikel gehen wir von der Annahme aus, dass die Arbeitsbedingungen (conditions) von Lehre und Forschung massgeblich geprägt sind von der jeweiligen Ausgangslage in der sich die Mitwirkenden befinden, von den Medien, durch welche sie kommunizieren und (inter)agieren sowie von den (künstlerischen, pädagogischen, wissenschaftlichen) Strategien und Praktiken, die im Arbeiten selbst zur Anwendung kommen. Wir erproben gemeinsam eine experimentelle Praxis der Re-Skription als Modus von Forschung in künstlerischer Lehre. Über das Arbeiten mit Konzepten aus künstlerisch-edukativen Forschungstheorien wie becoming research, working from conditions, turning education und chronopolitics verweben wir die Bedingungen des entstehenden E-Journal-Artikels mit den Bedingungen, die wir als Autor*innen jeweils anders für das Schreiben mitbringen. Dieses Verweben basiert auf einem Experimentieren mit methodischen Verfahren, die wir mit pädagogischen, künstlerischen und publikationskritischen Bezugnahmen entwickeln. Für uns ist also die Produktion dieses Artikels Teil eines zeit-einräumenden probenden Forschungsprozesses, der sich, so hoffen wir, auf unsere künstlerischen Lehrformate und -inhalte auswirken wird.
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • Raumverschiebungen – Schulische Displacements als kritische Geste (Margot Zanni)
    Wie liesse sich die implizite Wirkungsweise schulischer Räume der Reflexion besser zugänglich machen und dabei zugleich an der Erfahrung der Konstitution eines anderen Raumes teilhaben? Im Fokus der Ausführungen stehen Raumpraxen des Verschiebens, Variierens oder Verlagerns. Insbesondere das Displacement wird als Strategie zur Sichtbarmachung schulräumlicher Wirkungen befragt. Dabei wird auf heterogen gewählte Fallbeispiele zugegriffen. Die Beschäftigung mit Christiane Brohl und ihrem Konzept des Displacements als kunstpädagogische Strategie steht an prominenter Stelle. Im Hinblick auf die vorliegende Fragestellung wird eine Erweiterung ihrer Ansätze vorgeschlagen. Dabei wird der mit ihr eingeführte theoretische Referenzpunkt der Heterotopie im Kontext weiterer Rezeptionen besprochen und zu einer Methodisierung gefunden, die anschliessend am Beispiel des Seminars „Lernen am/als/durch Raum“ veranschaulicht wird. Mit hinein in die Entwicklung dieser methodischen Überlegungen spielt zudem die Analyse schulalltäglicher Regelbrüche (Tricks). Als heterotope Einbrüche in schulische Ordnungen standen sie Modell für die Entwicklung der Ansätze des Seminars. Dieses richtete sich an Studierende der Kunstpädagogik und fand ausgelagert als Zwischennutzung in den leeren Räumen der ehemaligen Villa Bellerive statt. Ausgangslage für den dort geplanten Einräumprozess waren künstlerische Recherchen an Schulhäusern unterschiedlicher Bauzeiten. Durch die situative Übersetzung der Resultate dieser Recherchen in den Kontext der Villaräume, sollten – im Sinne einer Analogie oder eines Kontrasts – gewisse Aspekte schulräumlicher Bedingungen noch einmal stärker hervortreten und reflektierbar werden. Im Hinblick auf die künftige Lehrtätigkeit der Studierenden sollte damit die Erfahrung eines Gestaltungspielraumes ermöglicht werden, der der Wirkungsweise normierender schulischer Inszenierungen ein Stück weit entgegenwirken wollte.
  • Are You Sure? Zoom in (Charlotte Friedli)
    Der folgende Text ist ein überarbeiteter Teil meiner Masterthesis Are you sure? Zoom in. Wie ich dem unnahbaren Computer näherkomme. Eine Ermächtigungsstrategie. Die Frage wurde in Wechselwirkung zwischen künstlerischer und kunstanalytischer Arbeit erforscht. Zu Beginn stand die These, dass der Computer unnahbar sei, da es sich um ein komplexes und mystifiziertes Dispositiv handelt. Dieser Zustand wird mit verschiedenen Positionen untersucht. User*innen wissen nicht, womit sie es wirklich zu tun haben und sind gezwungen den Entscheidungen der Webentwickler*innen zu folgen. Orientiert an Olia Lialinas Konzept der Digitalen Folklore wird eine Stärkung der einfachen User*innen und den ephemeren Spuren, die sie auf dem Web hinterlassen, angestrebt. Die künstlerische Strategie namens zoom in wurde basierend auf den Auseinandersetzungen mit verschiedenen Theorien entwickelt. Zoom in steht für die Annäherung an einen unnahbaren Computer. Durch die zoom-Bewegung gelangen die Userin*innen über sinnlose Umwege an ungeahnte Orte. Die Strategie beschreibt vier Aspekte, welche unter die Lupe genommen werden: Infrastruktur, Nebenhandlungen, das Individuum und Pixel. Auf dem Blog www.areyousure.blog finden sich künstlerische Artefakte, welche die Distanz zum Mythos Computer aufzulösen versuchen.
  • Herausforderungen einer Disziplinierung – Fragen an die Art Education (Anna Schürch, Sophie Vögele)
    Der Beitrag geht fragend den Widersprüchen nach, die mit der Herausbildung und Institutionalisierung akademischer Disziplinen einhergehen, und verfolgt explorierend die Verankerung der Art Education als Disziplin im tertiären Bildungsbereich. Der Text verfolgt somit den Versuch, einen konzeptuellen Rahmen für die weitere Entwicklung und Disziplinierung der Art Education in der Schweiz zu setzen. Im Schreibprozess selbst verhandeln die Autor*innen aus ihren unterschiedlichen institutionellen und forschenden Positionierungen heraus disziplinäre und institutionelle Verhältnisse. Die Interdisziplinarität als Merkmal der Art Education ist dabei leitend und zieht eine Reihe von Fragen nach sich: Inwiefern bildet sich durch die disziplinäre Verankerung von Art Education als interdisziplinär eine Eigenständigkeit gegenüber Referenzdisziplinen ab? Und wie kann die Dichotomie, welche das Verständnis von Art Education weitläufig prägt, dadurch überwunden werden? Was beinhaltet ein forschendes Selbstverständnis und wie kann mit einer fehlenden Tradition in diesem Fach umgegangen werden? Wie wirkmächtig sind institutionelle Strukturen und was ist die Rolle der Selbstreflexion im Prozess einer Verstetigung?
  • „LECK MICH DOCH!“ WAR DENEN EINFACH TOO MUCH! Ein Gespräch über Algorithmen, Geld und sexuelle Bildung im Internet. (Kollektiv Feige)
    2018 hat das Kollektiv Feige, gegründet von Ebru Düzgün, Franziska Kabisch, Magdalena Fischer, Malu Blume und Sophie Utikal, die Videoserie "Liebe, Sex & Klartext" produziert. In der 14-teiligen Webserie zu sexueller Selbstbestimmung nehmen 11 Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren Mythen über Sexualität und Körpernormen unter die Lupe. Die Videos sollen einen Beitrag leisten, die Vielfalt von Sexualität und Geschlechtlichkeit sichtbar zu machen und einen Kontrapunkt zu den heteronormativen Diskursen des Mainstreams zu setzen. Die Macher*innen haben aus ihren eigenen sexuellen Lernbiografien geschöpft, um zu überlegen, welche Stigmata, Mythen und normativen Konstruktionen eine selbstbestimmte sexuelle Praxis erschweren, indem sie beispielsweise Scham und Unsicherheit erzeugen. Die Videos waren Teil einer Kampagne zu sexueller Selbstbestimmung von Mädchen und sind im Auftrag der Abteilung für Wiener Frauengesundheit der MA24 der Stadt Wien und in Zusammenarbeit mit dem Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch und dem flash Mädchencafé entstanden. Die Kollektiv Feige Mitglieder Malu, Magda und Franzis sprechen im Folgenden über den Entstehungsprozess der Videoserie " Liebe, Sex & Klartext, über sexuelles Erfahrungswissen, misogyne Trolle und schliesslich über den Zusammenhang von (sexueller) Selbstbestimmung und Queer-Feminismus.
  • Ephemere Praktiken. Das Forschungsprojekt „The Art Educator’s Walk“ (2017-18) (Gila Kolb)
    Wie genau stellen eigentlich Kunstvermittler*innen eine Situation her, in der eine Vermittlung zeitgenössischer Kunst stattfinden kann? Welche Haltung entwickeln sie zu ihrer kunstvermittlerischen Tätigkeit? Welche Strategien entwickeln sie dabei? Auf der Ausstellung documenta 14 (2017) wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „The Art Educator’s Walk – Handeln und Haltung von Kunstvermittler*innen zeitgenössischer Kunst am Beispiel der Grossausstellung documenta 14 in Kassel“ zu diesen Fragen 20 „Spaziergänge“ von 10 „Chorist*innen“ (Kunstvermittler*innen der documenta 14) begleitet und interviewt. Der per se ephemeren Praxis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen ging das Forschungsprojekt im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der HKB Bern mit der These nach, dass Kunstvermittlung aus einer Haltung heraus praktiziert wird. Dieser Beitrag skizziert nach einer biographischen Argumentation aus der „Mitte“ heraus zunächst die historisch gewachsene Situation der documenta und ihrer Vermittlung. Konzepte und Hintergründe der Kunstvermittlung der documenta 14, insbesondere das Verlernen bildeten den Handlungsrahmen der befragten und begleiteten Chorist*innen. Ein Einblick in das qualitativ-empirische Setting zur Datengewinnung in Form einer teilnehmenden Beobachtung von kunstvermittlerischer Praxis mit Besucher*innengruppen auf der documenta 14 reflektiert den Kontext der Datengewinnung. Innerhalb dreier „Streifzüge“, welche die ersten Sätze eines Spaziergangs, das Dilemma des Wissens und die Kunstvermittlung als Arbeit analysieren, wird das gewonnene Material exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
  • Ephemere Praktiken. Das Forschungsprojekt „The Art Educator’s Walk“ (2017-18) (Gila Kolb)
    Wie genau stellen eigentlich Kunstvermittler*innen eine Situation her, in der eine Vermittlung zeitgenössischer Kunst stattfinden kann? Welche Haltung entwickeln sie zu ihrer kunstvermittlerischen Tätigkeit? Welche Strategien entwickeln sie dabei? Auf der Ausstellung documenta 14 (2017) wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „The Art Educator’s Walk – Handeln und Haltung von Kunstvermittler*innen zeitgenössischer Kunst am Beispiel der Grossausstellung documenta 14 in Kassel“ zu diesen Fragen 20 „Spaziergänge“ von 10 „Chorist*innen“ (Kunstvermittler*innen der documenta 14) begleitet und interviewt. Der per se ephemeren Praxis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen ging das Forschungsprojekt im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der HKB Bern mit der These nach, dass Kunstvermittlung aus einer Haltung heraus praktiziert wird. Dieser Beitrag skizziert nach einer biographischen Argumentation aus der „Mitte“ heraus zunächst die historisch gewachsene Situation der documenta und ihrer Vermittlung. Konzepte und Hintergründe der Kunstvermittlung der documenta 14, insbesondere das Verlernen bildeten den Handlungsrahmen der befragten und begleiteten Chorist*innen. Ein Einblick in das qualitativ-empirische Setting zur Datengewinnung in Form einer teilnehmenden Beobachtung von kunstvermittlerischer Praxis mit Besucher*innengruppen auf der documenta 14 reflektiert den Kontext der Datengewinnung. Innerhalb dreier „Streifzüge“, welche die ersten Sätze eines Spaziergangs, das Dilemma des Wissens und die Kunstvermittlung als Arbeit analysieren, wird das gewonnene Material exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
  • 3 FRAGEN AN ... die Tiefe Kümmernis (Die Tiefe Kümmernis)
    Die Tiefe Kümmernis, eine Drag Queen und museale Kunstvermittlerin aus Wien, beantwortet drei Fragen zu ihrer Arbeit. Zunächst erklärt sie die Herkunft ihres Namens und schildert die Anfänge ihrer Vermittlungsarbeit. In der zweiten Antwort führt sie aus, wie user-generated content im Internet den heteronormativen, patriarchalen Kanon der europäischen Kunstgeschichte inklusiver werden lässt. Im letzten Teil diskutiert sie die Potenziale und Schwierigkeiten von Web-Videos über queere Kunstgeschichte.
  • Montage als narrative und emanzipatorische Vermittlungsstrategie (Julia Marti)
    In der Montage als medienunabhängiges narratives Prinzip, das mit Auslassungen und Widersprüchen arbeiten, Autorschaft und Originalität aufheben und über das Medium selbst das Medium reflektieren kann, vermute ich ein spezifisches Potential für eine emanzipatorische Vermittlungspolitik; so lautete meine These, der ich in einer praktischen und theoretischen Auseinandersetzung auf den Grund ging. Im Herbst 2017 präsentierte ich die Ausstellung La visite dessinée im Pavillon Blanc in Colomiers (F). Der Kurator wählte acht Positionen aus einer Sammlung für zeitgenössische französische Kunst und gab mir den Auftrag, die Werke in einer Ausstellung zu reinszenieren und zu erzählen. Diesen Vermittlungsauftrag wollte ich einlösen, ohne die Rolle der allwissenden Lehrmeisterin einzunehmen und versuchte, eine Ausstellung für emanzipierte Zuschauerinnen zu konzipieren. Im Anschluss stellte ich mir die Aufgabe, die Ausstellung in eine Publikation zu übersetzen, mit dem Anspruch, sowohl ihre Inhalte als auch ihre Vermittlungshaltung zu transportieren. In der Publikationsreihe Die gezeichnete Führung generierte ich schliesslich durch Setzungen, welche die Didaktik, durch die Didaktik selbst verhandeln, aus dem pädagogischen Dilemma eine produktive Reibung. In der theoretischen Auseinandersetzung setzte ich Jacques Rancières Der emanzipierte Zuschauer  und Der unwissende Lehrmeister  in Bezug zu Narrations- und Montagetheorien und meiner Publikationsreihe Die gezeichnete Führung. Weiter versuchte ich, Rancières Begriff der dritten Sache zu schärfen und allgemeine Schlüsse bezüglicher einer emanzipatorischen Vermittlungspolitik mittels Montage und Narration zu ziehen.
  • Materielle Semiotik der Zärtlichkeit (Seraina Dür, Jonas Gillmann)
    Seit 2019 arbeiten wir, Seraina Dür und Jonas Gillmann, mit dreizehn Tauben an dem Projekt "Parlament der Dinge, Tiere, Pflanzen und Algorithmen". Dafür schaffen wir performative Setting, die wir gemeinsam mit den Tauben und weiteren menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen bespielen. Für die Konzeption der Settings ist für uns der Begriff der Caring Architecture wichtig. In den Städten werden Tauben abgeschossen und vertrieben. Uns interessiert, wie Räume aussehen können, die statt zu trennen und abzuwehren, sich um ihre unterschiedlichen Bewohner*innen kümmern. In den Räumen, die wir gestalten, gibt es immer ein Flugloch, durch das die Tauben rein und raus können, es gibt Schalen aus Keramik, aus denen wir und die Tauben Porridge essen, Löwenzahn, mit dem wir mit den Tauben spielen, Badebecken zum Plantschen und vieles mehr. Über diese Gegenstände verbinden wir uns mit den Tauben, ihre Bedeutungen entstehen aus der gelebten Beziehung mit den Tauben, aus der gemeinsamen-unterschiedlichen Nutzung der Gegenstände, sie sind Zeichen von Zärtlichkeit zwischen Menschen und Tauben. In dem Artikel "Materielle Semiotik der Zärtlichkeit" erzählen wir als Foto- und Videostory unsere nun 3-jährige Beziehung zu den Tauben, in der sich aktuelle Themen spiegeln, wie die Frage nach einem sorgsamen Umgang mit der beschädigten Umwelt, in der wir leben. Für die Frage, wie sich diese Beziehung in Kunst- und Theaterräumen erzählen lässt, beschäftigen wir uns mit Ursula K. Le Guins Tragtaschen Theorie. Anders als bei der Held*innengeschichte, die wie ein Pfeil linear verläuft und in einem Ziel mündet, ist die Tragtasche ein Gefäss, in dem sich mäandernde und mehrstimmige Erzähllinien miteinander verweben. Unsere sich kümmernden Räume mit ihren durchlässigen Wänden sind Tragtaschen, in denen sich eine Vielzahl an Geschichten sammeln. Um diese erzählbar zu machen, und zwar nicht nur verbal, sondern auch in einer materiellen, räumlichen Sprache, die aus dem Tun mit den Tauben heraus entsteht, suchen wir nach einer Semiotik der Zärtlichkeit.
  • (Un-)Learning Ecologies – Eine Befragung zweier forschungsbasierter Lehrformate in der Art Education als experimentelle Plattformen ökologisch-nachhaltigen Seins und Werdens (Janina Krepart, Chantal Küng, Judith Tonner)
    Inwiefern sind Kunstpädagog*innen und Kunstvermittler*innen aufgrund der aktuellen und zukünftigen Folgen der Klimakrise mit neuen und dringenden Herausforderungen konfrontiert? Und wie können künstlerisch-edukative Praxen in der kulturellen Bildung und Kunstpädagogik zu Verantwortungsbewusstsein und letztlich zu ökologisch-nachhaltigem Handeln beitragen? Ausgehend von diesen Fragestellungen haben die Autorinnen im Studienjahr 2020/21 zwei Lehrformate im Bachelor und Master Art Education (ZHdK) konzipiert und durchgeführt. Der Artikel wird zum Anlass genommen, in Form eines kritischen Dialogs die den Lehrveranstaltungen zugrundeliegenden Verständnisse zu diskutieren und mögliche, weiterführende Fragestellungen für die Forschung Art Education anzudenken. Die konzeptionellen Anlagen der beiden Lehrformate und deren Durchführungsformen lassen dabei nicht nur auf die unterschiedlichen Subjektbegriffe schliessen, von denen ausgegangen wurde, sondern verweisen auch auf verschiedene Vorstellungen, Referenzen und Konzepte hinter den Begriffen Ökologie und Nachhaltigkeit.
  • Editorial Ausgabe 16 (Gila Kolb, Beate Florenz)
    Forschung im Feld Kunstpädagogik/ Kunstvermittlung – in der Schweiz und zur Zeit. Nr. 16 des e Journals Art Education Research – die erste von der SFKP/SSPA verantwortete Ausgabe – hat es sich zur ...
  • IT'S ABOUT TIME. Kritische Kunstvermittlung in digitalen Zeiten (Sophie Lingg, Helena Schmidt)
    Editorial Das Entstehen der 18. Ausgabe des e Journals Art Education Research fällt in die erste Hälfte des Jahres 2020. Neben der sich stetig zuspitzenden Klimakrise, deren Ausmasse in einigen Reg...
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Ausgesetztsein als Dozentin. Vorschlag für eine reflexive Positionierung der Hochschullehre am Beispiel von Kunstpädagogik (Bernadett Settele)
    Zur Reflexion über eine Lehre „von Kunst aus“ (vgl. Sturm 2011) wähle ich das Ausgesetztsein als Ansatzpunkt. Ausgesetztsein markiert einen Ort an der Schwelle zwischen der kritischen Würdigung des Handelns und seiner Bedingungen und einer Perspektive, die es ermöglicht, passive Anteile zu bedenken (vgl. Settele 2019). Dem Gefühl des Ausgesetztseins nachgehend, erarbeite ich eine Perspektive für die feministische Kunsthochschullehre auf Masterstufe. Interessiert an machtvollen Adressierungen, Rollen und Normen sowie an emanzipierter Lehre, betrachte ich aus einer theoriegeleiteten Perspektive, wie individuelle und kollektive Subjekte der Lehre an ihren jeweiligen Positionen in Situationen der Lehre aufeinander einwirken und auch, was ihnen passiert. Dazu nehme ich das Konzept des post-souveränen, gebundenen Subjekts der feministischen Theorie nach Judith Butler auf und mache es zum Ausgangspunkt für eine reflexive Positionierung der Lehre. Dabei wird es nötig zu differenzieren, wie ich ein solches Konzept der politischen Philosophie in einem nicht-existenziellen, ästhetischen Feld verwende. Ausgesetztsein hält als reflexives Konzept einen Abstand zu den stärkeren Begriffen feministischer Theorieansätze ein wie Gefährdetsein oder Vulnerabilität (vgl. Butler 2016) oder Prägbarkeit und Empfänglichkeit (vgl. Butler 2014: 183). Die Situation einer Übung zur Rezeption von Kunst im Kontext kunstpädagogischer Lehrerinnen*bildung bietet einen Anlass zur Reflexion über die Bedingtheiten von Subjekten der Lehre. Daraus resultiert ein Beitrag zur Frage, wie Kunstpädagogik bildet und was in ihr wirksam wird.
  • Montage als narrative und emanzipatorische Vermittlungsstrategie (Julia Marti)
    In der Montage als medienunabhängiges narratives Prinzip, das mit Auslassungen und Widersprüchen arbeiten, Autorschaft und Originalität aufheben und über das Medium selbst das Medium reflektieren kann, vermute ich ein spezifisches Potential für eine emanzipatorische Vermittlungspolitik; so lautete meine These, der ich in einer praktischen und theoretischen Auseinandersetzung auf den Grund ging. Im Herbst 2017 präsentierte ich die Ausstellung La visite dessinée im Pavillon Blanc in Colomiers (F). Der Kurator wählte acht Positionen aus einer Sammlung für zeitgenössische französische Kunst und gab mir den Auftrag, die Werke in einer Ausstellung zu reinszenieren und zu erzählen. Diesen Vermittlungsauftrag wollte ich einlösen, ohne die Rolle der allwissenden Lehrmeisterin einzunehmen und versuchte, eine Ausstellung für emanzipierte Zuschauerinnen zu konzipieren. Im Anschluss stellte ich mir die Aufgabe, die Ausstellung in eine Publikation zu übersetzen, mit dem Anspruch, sowohl ihre Inhalte als auch ihre Vermittlungshaltung zu transportieren. In der Publikationsreihe Die gezeichnete Führung generierte ich schliesslich durch Setzungen, welche die Didaktik, durch die Didaktik selbst verhandeln, aus dem pädagogischen Dilemma eine produktive Reibung. In der theoretischen Auseinandersetzung setzte ich Jacques Rancières Der emanzipierte Zuschauer  und Der unwissende Lehrmeister  in Bezug zu Narrations- und Montagetheorien und meiner Publikationsreihe Die gezeichnete Führung. Weiter versuchte ich, Rancières Begriff der dritten Sache zu schärfen und allgemeine Schlüsse bezüglicher einer emanzipatorischen Vermittlungspolitik mittels Montage und Narration zu ziehen.
  • Montage als narrative und emanzipatorische Vermittlungsstrategie (Julia Marti)
    In der Montage als medienunabhängiges narratives Prinzip, das mit Auslassungen und Widersprüchen arbeiten, Autorschaft und Originalität aufheben und über das Medium selbst das Medium reflektieren kann, vermute ich ein spezifisches Potential für eine emanzipatorische Vermittlungspolitik; so lautete meine These, der ich in einer praktischen und theoretischen Auseinandersetzung auf den Grund ging. Im Herbst 2017 präsentierte ich die Ausstellung La visite dessinée im Pavillon Blanc in Colomiers (F). Der Kurator wählte acht Positionen aus einer Sammlung für zeitgenössische französische Kunst und gab mir den Auftrag, die Werke in einer Ausstellung zu reinszenieren und zu erzählen. Diesen Vermittlungsauftrag wollte ich einlösen, ohne die Rolle der allwissenden Lehrmeisterin einzunehmen und versuchte, eine Ausstellung für emanzipierte Zuschauerinnen zu konzipieren. Im Anschluss stellte ich mir die Aufgabe, die Ausstellung in eine Publikation zu übersetzen, mit dem Anspruch, sowohl ihre Inhalte als auch ihre Vermittlungshaltung zu transportieren. In der Publikationsreihe Die gezeichnete Führung generierte ich schliesslich durch Setzungen, welche die Didaktik, durch die Didaktik selbst verhandeln, aus dem pädagogischen Dilemma eine produktive Reibung. In der theoretischen Auseinandersetzung setzte ich Jacques Rancières Der emanzipierte Zuschauer  und Der unwissende Lehrmeister  in Bezug zu Narrations- und Montagetheorien und meiner Publikationsreihe Die gezeichnete Führung. Weiter versuchte ich, Rancières Begriff der dritten Sache zu schärfen und allgemeine Schlüsse bezüglicher einer emanzipatorischen Vermittlungspolitik mittels Montage und Narration zu ziehen.
  • SOMEWHERE OFF THE REAL. Sprachgesteuerte Interfaces und ihre medienkritische Vermittlung (Malin Kuht)
    SOMEWHERE OFF THE REAL betrachtet Interfaces als Schnittstelle zwischen dem Möglichen, dem Zurückliegenden und dem Dahinterliegenden digitaler Medien. Interfaces ermöglichen und gestalten die Interaktion mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die häufig weiblich-codierte Gestaltung von Sprachsteuerung, die sich vermehrt in smarten Geräten findet, leitet sich aus der Geschichte von vergeschlechtlichter Arbeitsteilung und tradierten gesellschaftlichen Rollenbildern ab. Der Beitrag argumentiert, dass unsere Interaktionen mit digitalen Technologien unser Verhältnis zu diesen digitalen Technologien bestimmen. Diese Prozesse werden anhand der künstlerischen Praxen von Melanie Hoff und Joy Buolamwini veranschaulicht. Melanie Hoff zeigt mit Draw What You Think Alexa Looks Like (2019) auf, inwieweit Vorstellungen durch das Interface geformt werden. Joy Buolamwinis Arbeiten belegen den kulturell-programmierten Blick von Algorithmen auf Menschen. Der Beitrag fasst die verschiedenen Ebenen der Befragung von digitalen Technologien zusammen und verdeutlicht die darin eingeschriebenen politischen (Macht-)Verhältnisse. Mithilfe von künstlerischen Strategien können diese sichtbar und verhandelbar gemacht werden. Dabei stehen die affektiven Verbindungen von Menschen den implizierten Annahmen der Maschinen gegenüber. Die vorgestellten Konzepte werden durch die eigene künstlerische Arbeit OFFREAL der Autorin* vertieft. Die Auseinandersetzung mit visuellen Aspekten der Simulation von Serviceleistenden steht im Fokus. Neben der weiblich-codierten Stimme stellen sich hier repräsentations-politische Fragen, da viele Avatare entlang popkultureller Schönheitsideale designt werden. Die Kategorien Race und Gender bleiben auch im Diskurs um virtuelle Körper umkämpft. Insgesamt argumentiert der Beitrag SOMEWHERE OFF THE REAL für ein kritisches Zusammendenken der strukturellen Zusammenhänge in Bezug auf die zunehmende weiblich-codierte Verkörperung von Interfaces.
  • Emergency Remote Art Education? – Reflexion einer Studie mit Studierenden zu kunstpädagogischen und ästhetisch-kulturellen Vermittlungspraxen im Ausnahmezustand (Miriam Schmidt-Wetzel, Laura Zachmann)
    Der Beitrag gibt einen Überblick über eine Studie, die als eine Untersuchung von und mit Akteur*innen in Art Education angelegt und methodisch-methodologisch an den Merkmalen einer phänomenologischen Einzelfallforschung orientiert ist. Gegenstand der qualitativ-empirischen Studie sind die Erfahrungen verschiedener Akteur*innen in der Lehre und Vermittlung in Art Education bzw. im Fach Bildnerisches Gestalten inmitten des globalen Ausnahmezustands, welcher durch die Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 ausgelöst wurde. Die Untersuchung leitend sind zwei Annahmen: Erstens, dass Vermittlungsformate unter dem (Ein-)Druck der ersten pandemischen Welle quasi aus dem Stand und ohne fundierte Kenntnis von E-Didaktik im Modus des Emergency Remote Teaching (ERT) (Hodges et al. 2020) entstanden sind. Zweitens, dass die Verständnisse und Umgangsweisen, die sich in diesem kunstpädagogischen Handeln im Ausnahmezustand zeigen, für die Entwicklung einer fundierten Remote Art Education von Bedeutung sind. Vertiefte Einblicke in die Untersuchung vermitteln Auszüge aus der ersten von drei Teilstudien, in deren Zentrum eine Gruppendiskussion mit drei Bachelorstudierenden über ihr erstes Berufspraktikum im Berufsfeld der Ästhetischen Bildung und Soziokultur unter Lockdown-Bedingungen steht. Der Artikel skizziert daraus resultierende erste Erkenntnisse bezüglich der Ausprägungen von ERT, die für Art Education spezifisch sind, und beleuchtet deren Potentiale für ins Digitale und in die Distanz ausgeweitete Konzepte. Anhand der Reflexion des methodischen Vorgehens im Rahmen dieser ersten Teilstudie setzt er sich darüber hinaus mit den gewählten Herangehensweisen zum Umgang mit den spezifischen Herausforderungen eines Forschens aus Distanz und im Ausnahmezustand, sozusagen im Modus einer Emergency Remote Art Education Research, kritisch auseinander.
  • Eine Annäherung an Parameter für eine informelle, künstlerische Bildung (Zoé Hall)
    Kunst als Paradigma geniesst vielerorts die Rolle einer politischen Avantgarde. Motivation für diesen Text fand sich im Bedürfnis, Kunst zu erweitern und das Politische ins Zwischenmenschliche zurück zu holen. Es wird ein Vorschlag ausformuliert, wie künstlerische Bildung nachhaltige politisierende Prozesse auslösen könnte, bevor zeitgenössische Diskurse den Rahmen der Unternehmung bereits ein Stück weit bestimmen können. Die Kunst lässt sich in der Zwischenmenschlichkeit und dem Verhältnis zwischen Personen festmachen. Auf dem Weg in eine „bessere Welt“ muss als erstes klar werden, was ihr im Wege steht. Auf der individuellen Ebene geschieht dies durch die Bewusstmachung der eigenen Stellung im gesellschaftlichen Gefüge. Auf der gemeinschaftlichen Ebene soll auf Augenhöhe Kritik geübt werden. Diese beiden Forderungen finden ihre Anfänge in einer spielerischen Welterschliessung: Einander zuhören, Gespräche führen, Rollen tauschen, Körper und Erfahrung in ein Verhältnis bringen. Pilze, Ameisen, Stare, der Wellen-Partikel Dualismus, sowie der Löwenzahn und Farnbieten nach Adrienne Maree Brown nützliche Allegorien für das spielerische Neudenken von Kunst und die damit einhergehenden Beziehungen. Gemeinschaftliche Unternehmungen behalten kein konkretes Ziel im Auge, es werden endgültige Schlüsse vermieden und absolute Wahrheiten abgelehnt. Doch eines liegt all dem Zugrunde: Entscheidungen werden durch Konsensfindung getroffen und diejenigen, die aus der Unternehmung einen Nutzen ziehen, sind dieselben, die daran teilhaben und mitdenken wollen. Was wir tun, gehört keiner Institution an, weder staatlich noch privat. Was wir tun geht nicht von einem Auftrag aus und ist nie an Lohnarbeit gekoppelt. Es ist lediglich das Interesse der Teilnehmenden relevant und das Ergebnis bleibt offen. Dieses Verständnis von künstlerischer Bildung soll abstrakt sein und informell bleiben, denn es lehnt jede Form von Herrschaft grundsätzlich ab.
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • „LECK MICH DOCH!“ WAR DENEN EINFACH TOO MUCH! Ein Gespräch über Algorithmen, Geld und sexuelle Bildung im Internet. (Kollektiv Feige)
    2018 hat das Kollektiv Feige, gegründet von Ebru Düzgün, Franziska Kabisch, Magdalena Fischer, Malu Blume und Sophie Utikal, die Videoserie "Liebe, Sex & Klartext" produziert. In der 14-teiligen Webserie zu sexueller Selbstbestimmung nehmen 11 Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren Mythen über Sexualität und Körpernormen unter die Lupe. Die Videos sollen einen Beitrag leisten, die Vielfalt von Sexualität und Geschlechtlichkeit sichtbar zu machen und einen Kontrapunkt zu den heteronormativen Diskursen des Mainstreams zu setzen. Die Macher*innen haben aus ihren eigenen sexuellen Lernbiografien geschöpft, um zu überlegen, welche Stigmata, Mythen und normativen Konstruktionen eine selbstbestimmte sexuelle Praxis erschweren, indem sie beispielsweise Scham und Unsicherheit erzeugen. Die Videos waren Teil einer Kampagne zu sexueller Selbstbestimmung von Mädchen und sind im Auftrag der Abteilung für Wiener Frauengesundheit der MA24 der Stadt Wien und in Zusammenarbeit mit dem Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch und dem flash Mädchencafé entstanden. Die Kollektiv Feige Mitglieder Malu, Magda und Franzis sprechen im Folgenden über den Entstehungsprozess der Videoserie " Liebe, Sex & Klartext, über sexuelles Erfahrungswissen, misogyne Trolle und schliesslich über den Zusammenhang von (sexueller) Selbstbestimmung und Queer-Feminismus.
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • BIGLERWEIBEL. Die fünfte Kolonne der Körper (BIGLERWEIBEL)
    Soziale Medien und Werbung produzieren und vermitteln Bilder von weiblichen Körpern, die im gegenwärtigen Wertesystem der Schönheitsideale als normal und erstrebenswert gelten. Die GIF Serie des Künstlerinnenduos BIGLERWEIBEL reduziert den eigenen weiblichen Körper auf Form und Materialität. Um sich diesen Normsystemen zu widersetzen, bedienen sich die Künstlerinnen einer gramablen Ästhetik. Der weibliche Körper dient als Ausgangspunkt, dessen optisches Potenzial stetig erweitert und neu verhandelt wird.
  • Nachhaltige Zukünfte gestalten. Antizipative Praktiken und Imaginationen in der Art Education (Michel Massmünster)
    Zukunft ist nicht einfach da; durch verschiedenste Praktiken beziehen wir uns auf sie und gestalten sie damit als Erfahrung im Jetzt. Wie wir Zukunft dabei denken, wie wir sie gegenwärtig als Perspektive erfahren, und sie damit auch sozial hervorbringen, ist Resultat vielschichtiger Herstellungsprozesse. Auch historisch gewachsene Vorstellungen mischen dabei mit. Anhand aktueller Praktiken in der Kunstvermittlung gehe ich im Beitrag wirkmächtigen Zukunftskonstruktionen in der Gegenwart nach. Wissen, Material, Person und Zukunft bedingen sich dabei wechselseitig. Zukunftsimaginationen in der Kunstvermittlung weisen sich durch die Betonung ihres explorativen, öffnenden Charakters aus. Gelegentlich, insbesondere mit Bezug auf ein universelles Nachhaltigkeitsverständnis, schreiben sie aber auch fest und nehmen planend Zukünfte vorweg. Dies führt zur Einschränkung zukünftiger Lebensweisen. Folglich schlage ich vor, sich in der Forschung und in der Praxis selbstreflexiv in den Herstellungsprozessen und den damit zusammenhängenden historisch gewachsenen Bedeutungen zu verorten. Darauf aufbauend formuliere ich ein Nachhaltigkeitsverständnis, das den explorativ-öffnenden Zukunftspraktiken der Art Education gerechter wird: Dieses rechnet mit dem Unsicheren und Vielfältigen. Es erfindet sich, die Ressourcen und Lebensweisen immer wieder neu.
  • Eva­lua­ti­on über­den­ken (text in eng­lish) (Emily Pringle)
    Dieser Text untersucht die wichtige und potentiell auch gestaltende Rolle, die Auswertungsverfahren in partizipatorischen Kunstprojekten im Bildungskontext spielen können. Nach einem kurzen Überbl...
  • Blumenlese (Jacqueline Baum, Ursula Jakob)
    Im Fokus unseres langjährigen Projekts Connected in Isolation standen anfangs die unterschiedlichen Beschreibungen von Vorgehensprozessen und Darstellungsweisen von Objekten der Natur aus Kunst und...
  • Die Idee kommt beim Zeichnen (Malin Widén)
    Die fortschreitende Digitalisierung verändert unsere Wahrnehmung, unser Denken und Handeln. Sie verändert auch unser Verhältnis zum Bild. Gleichzeitig aber muss die Relevanz der visuellen Bildung stets verteidigt werden. Anstatt durch das Zeichnen über Macht und Wirkung von Bildern nachzudenken, in Bildern zu denken und sie in neue Kontexte zu stellen, tendiert die Schule dazu, das Bildermachen nach einem gewissen Schema abzuhandeln, das auf homogene, gut bewertbare Bildprodukte ausgerichtet ist. Insbesondere in der Didaktik braucht es meiner Ansicht nach neue Ansätze und Beispiele; nämlich solche, die das Zeichnen nicht als Nachahmung vorhandener Bildkategorien verstehen, sondern als Denkprozess; ein visueller Denkprozess, der individuell ist und auch fächerübergreifend stattfinden kann. Was es überhaupt bedeutet, das Zeichnen mit dem Denken in Verbindung zu bringen und welche Herausforderungen und Möglichkeiten eine reflexive Zeichenpraxis für die Primarschule mit sich bringen könnte, habe ich im Rahmen der Masterthesis Die Idee kommt beim Zeichnen experimentell-wissenschaftlich untersucht. In meiner Arbeit ist das Zeichnen sowohl Forschungsobjekt und -methode zugleich – visuelle und sprachliche Denkprozesse inspirieren und reflektieren sich gegenseitig.
  • Emergency Remote Art Education? – Reflexion einer Studie mit Studierenden zu kunstpädagogischen und ästhetisch-kulturellen Vermittlungspraxen im Ausnahmezustand (Miriam Schmidt-Wetzel, Laura Zachmann)
    Der Beitrag gibt einen Überblick über eine Studie, die als eine Untersuchung von und mit Akteur*innen in Art Education angelegt und methodisch-methodologisch an den Merkmalen einer phänomenologischen Einzelfallforschung orientiert ist. Gegenstand der qualitativ-empirischen Studie sind die Erfahrungen verschiedener Akteur*innen in der Lehre und Vermittlung in Art Education bzw. im Fach Bildnerisches Gestalten inmitten des globalen Ausnahmezustands, welcher durch die Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 ausgelöst wurde. Die Untersuchung leitend sind zwei Annahmen: Erstens, dass Vermittlungsformate unter dem (Ein-)Druck der ersten pandemischen Welle quasi aus dem Stand und ohne fundierte Kenntnis von E-Didaktik im Modus des Emergency Remote Teaching (ERT) (Hodges et al. 2020) entstanden sind. Zweitens, dass die Verständnisse und Umgangsweisen, die sich in diesem kunstpädagogischen Handeln im Ausnahmezustand zeigen, für die Entwicklung einer fundierten Remote Art Education von Bedeutung sind. Vertiefte Einblicke in die Untersuchung vermitteln Auszüge aus der ersten von drei Teilstudien, in deren Zentrum eine Gruppendiskussion mit drei Bachelorstudierenden über ihr erstes Berufspraktikum im Berufsfeld der Ästhetischen Bildung und Soziokultur unter Lockdown-Bedingungen steht. Der Artikel skizziert daraus resultierende erste Erkenntnisse bezüglich der Ausprägungen von ERT, die für Art Education spezifisch sind, und beleuchtet deren Potentiale für ins Digitale und in die Distanz ausgeweitete Konzepte. Anhand der Reflexion des methodischen Vorgehens im Rahmen dieser ersten Teilstudie setzt er sich darüber hinaus mit den gewählten Herangehensweisen zum Umgang mit den spezifischen Herausforderungen eines Forschens aus Distanz und im Ausnahmezustand, sozusagen im Modus einer Emergency Remote Art Education Research, kritisch auseinander.
  • Gestalt und Wohlgeformtheit: Kinder zeichnen Raumkörper (Stefanie Stadler Elmer, Lea Weniger)
    Dieser Text skizziert den theoretischen Rahmen unserer Studie zum räumlichen Zeichnen im Kontext der Primarschule. Wir konzentrieren uns auf die Tiefendarstellung eines einzelnen Raumkörpers als einem von drei Aspekten der zeichnerischen Raumdarstellung von Kindern – neben der Darstellung der Raumlagebeziehung und des Gesamtbildraums. Einen Quader in Form einer Schachtel abzuzeichnen, ist ein allgemeines Darstellungsproblem, zu welchem in unserer Kultur verschiedenartige Lösungen überliefert sind und praktiziert werden. Aus strukturgenetischer Sicht interessiert uns der Prozess der Problemlösung, wie er in videografierten Einzelfallstudien von Kindern – adaptiv und intuitiv von der Lehrperson begleitet – gestaltet wird. Wir rekonstruieren diesen Prozess im Detail und zeigen exemplarisch an einem empirischen Ausschnitt aus einer Fallstudie auf, wie wir den theoretischen Begriff der "Wohlgeformtheit" verwenden, um damit die strukturelle Ausrichtung an Gestaltqualitäten und an impliziten Regelsystemen räumlicher Darstellung zu bezeichnen.
  • Zur Ausrichtung fachdidaktischer Forschung in der Kunstpädagogik des Kindergartens (Anja Morawietz)
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Fachwissenschaft, Fragen des Unterrichts und sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik in der Kunstpädagogik beziehungsweise der fachdidaktischen Forschung der Kindergartenstufe. Zu Beginn wird aufgezeigt, welche Fragen sich für die Fachdidaktik des Bildnerischen Gestaltens im Kindergarten ergeben. Skizziert wird, weshalb in der Kunstpädagogik systematisch wissenschaftliche Forschungsmethoden sowie ästhetische oder kunstbasierte Forschung aus fachimmanenten Gründen ihre Berechtigung haben. Die Studie dient als Beispiel für den gewinnbringenden Einsatz von Methoden qualitativ-empirischer Sozialforschung in kunstpädagogischen Zusammenhängen. Die Methode Videographie, welche auf Fragestellungen und ästhetische Gegenstände der Kunstpädagogik adaptiert ist, wird vorgestellt. Die in äusserster Kürze dargestellte Studie stellt die Frage, inwiefern junge Kinder überhaupt Interesse daran haben, sich in Unterrichtssettings auf Prozesse des Zeichnens mit Darstellungsabsicht einzulassen. Es wird untersucht, wie die Kinder unter den didaktisierenden Eckpunkten der Aufgabenstellungen agieren und welche Bildungschancen sich daraus ergeben. Das Beispiel zeigt, dass sich die Videographie bestens eignet, um gestalterische Unterrichtspraxis mit ihren Unterrichtsarrangements, Lernprozessen und Vermittlungsmethoden zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. An Pädagogischen Hochschulen der Schweiz ist in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften grosses Know-how zu systematisch wissenschaftlichen Forschungsmethoden zu finden. Es besteht das Desiderat, Synergien von Erziehungs- sowie Sozialwissenschaften und Fachdidaktiken noch intensiver in den Blick zu nehmen und zu nutzen. Die Einführung des Joint Masters Fachdidaktik Künste an der PH Zürich bietet nun die Chance, laufend entstehenden Fragen des gestalterischen (In der Schweiz wird „gestalterisch“ oder „bildnerisch“ nicht in anachronistischer Konnotation, sondern synonym zu ästhetisch oder gestalterisch-künstlerisch verwendet. Dieser Sprachgebrauch – die Betonung des Gestaltens – ist einer respektvollen Distanz zur Kunst geschuldet.) Unterrichts auf allen Schulstufen, in Anbindung an gängige Forschungsmethoden, in Masterarbeiten nachzugehen.
  • Eine Ontologie der Gegenwart. Zur Veränderung kunstpädagogischen Wissens (Anna Schürch)
    Projekte der Lehrplanrevision, wie aktuell in der Schweiz die Überarbeitung des gymnasialen Rahmenlehrplans 2020-2022, fordern dazu auf, die Inhalte und Ziele der einzelnen Fächer zu überprüfen und bieten Anlass, über das Wissen in einem Fach und dessen Veränderung nachzudenken. Wie lässt sich eine solche Veränderung denken und woran kann sie sich orientieren, wenn sie über den pragmatischen Rahmen eines bildungspolitisch motivierten Revisionsprojektes, das durch knappe zeitliche Ressourcen und akuten Handlungsdruck gekennzeichnet ist, hinausgehen will? Der vorliegende Artikel schliesst an Michel Foucaults Ontologie der Gegenwart an und sucht in daran orientierten bildungsphilosophischen Überlegungen nach einer Perspektive der Veränderung, die sich gleichermassen kritisch wie selbstreflexiv positioniert und die sich nicht an dem ausrichtet, was an grossen Herausforderungen der Zukunft diagnostiziert wird, sondern von dem ausgeht, was bereits da ist und sich im Alltag zeigt. Dabei wird ein Weg eröffnet, das bestehende kunstpädagogische Wissen zu fassen und zu reflektieren. Der Text wird erweitert und fortgesetzt durch eine Fussnote von Margot Zanni und einen Fragebogen von Michèle Novak, die diese Bewegung der (selbst-)kritischen Reflexion bereits in der Lektüre beginnen lassen.
  • Die Idee kommt beim Zeichnen (Malin Widén)
    Die fortschreitende Digitalisierung verändert unsere Wahrnehmung, unser Denken und Handeln. Sie verändert auch unser Verhältnis zum Bild. Gleichzeitig aber muss die Relevanz der visuellen Bildung stets verteidigt werden. Anstatt durch das Zeichnen über Macht und Wirkung von Bildern nachzudenken, in Bildern zu denken und sie in neue Kontexte zu stellen, tendiert die Schule dazu, das Bildermachen nach einem gewissen Schema abzuhandeln, das auf homogene, gut bewertbare Bildprodukte ausgerichtet ist. Insbesondere in der Didaktik braucht es meiner Ansicht nach neue Ansätze und Beispiele; nämlich solche, die das Zeichnen nicht als Nachahmung vorhandener Bildkategorien verstehen, sondern als Denkprozess; ein visueller Denkprozess, der individuell ist und auch fächerübergreifend stattfinden kann. Was es überhaupt bedeutet, das Zeichnen mit dem Denken in Verbindung zu bringen und welche Herausforderungen und Möglichkeiten eine reflexive Zeichenpraxis für die Primarschule mit sich bringen könnte, habe ich im Rahmen der Masterthesis Die Idee kommt beim Zeichnen experimentell-wissenschaftlich untersucht. In meiner Arbeit ist das Zeichnen sowohl Forschungsobjekt und -methode zugleich – visuelle und sprachliche Denkprozesse inspirieren und reflektieren sich gegenseitig.
  • Malend Bilder wagen: Farben erleben – mit Farben gestalten. (Ursula Aebersold, Susanne Junger)
    Mit dem Lehrplan 21 liegt in der Schweiz für Kantone mit deutschsprachigen Schulen eine neue Ausrichtung für das Fach Bildnerisches Gestalten vor. Der Stellenwert der fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung in Anbindung an den bildnerischen Prozess wird gegenüber dem bisherigen produkteorientierten Fachverständnis stärker betont. Über die Begegnung mit Bildern aus Kunst und Alltag werden die Schüler*innen in den drei Kompetenzbereichen "Wahrnehmung und Kommunikation", "Prozesse und Produkte" sowie "Kontexte und Orientierung" für unterschiedliche bildnerische Ausdrucksweisen sensibilisiert. Sie sollen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern zum Ausdruck bringen können und sich in der produktiven wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Die so entwickelte Bildkompetenz ermöglicht den Schüler*innen sich in einer von Bildern geprägten Umwelt zu orientieren. Dieses dichte und herausfordernde Desiderat des neuen Lehrplans an den Unterricht Bildnerisches Gestalten erfordert theoriebasierte Anregungen und lernunterstützende Hilfestellungen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist beabsichtigt, mit exemplarischen Unterrichtseinheiten einen kognitiv-aktivierenden und kumulativ angelegten Fachunterricht für den 2. und 3. Zyklus zu entwickeln. Mittels Prä- und Posterhebungen sollen Kompetenzentwicklungen der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Die Unterrichtseinheiten werden in drei Schulklassen erprobt, dokumentiert, analysiert und ausgewertet. Die Lernsituationen werden innerhalb des Faches im Bereich Farbe und Malerei angesiedelt und legen den Fokus auf die Lernstandserhebung und die Sensibilisierung der Lehrperson bezüglich der Voraussetzungen, Erfahrungen und dem Vorwissen der Schüler*innen sowie auf Möglichkeiten der Lernunterstützung und -begleitung zur je individuellen Kompetenzentwicklung. Dazu gehören auch das Bereitstellen von Instrumenten für die Lernstanderfassung und die Einschätzung der Kompetenzentwicklung sowie Inspirationsmaterialien und lernunterstützende Hilfsmittel zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • A kind of punk rock, teaching machine. Queer-feministische Zines im Kunstunterricht. (Elke Zobl)
    Elke Zobel stellt Zines als eine Alternative zu den Mainstream-Medien vor, die die Möglichkeit und das Potential vielfältiger Selbstrepräsentation, des Ausdrucks anderer Seiten des Selbst und der H...
  • Flic Flac* - Feministische Materialien für den Kunstunterricht. (Elke Smodics-Kuscher, Nora Sternfeld, Büro trafo. K)
    Flic Flac* – Fe­mi­nis­ti­sche Ma­te­ria­li­en für den Kunstun­ter­richt. Mit Flic Flac* versuchen Elke Smodics-Kuscher und Nora Sternfeld vom Büro trafo.K sich den Kodierungen, Fallstricken und Wi...
  • Queer und DIY im Kunstunterricht. Eine Einführung (Bernadett Settele)
    In der Einführung werden die Ziele aufgezeigt, die Art Education Research Nr. 3 verfolgt: als „Schulbuch“ Anregungen aus der queer theory und den Kulturwissenschaften für den Kunstunterricht zu ver...
  • Schwierige Themen im Bildnerischen Gestaltung-Unterricht (Danja Erni)
    Danja Erni wirft in der Perspektive der Netzwerkveranstaltung Persönlichkeitsverwicklung # 1: Queer und Do-it-Yourself im Kunstunterricht einen Blick auf ihren eigenen Unterricht sowie auf das Beru...
  • Die kom­pli­zier­te Tä­tig­keit der Selbst­ver­än­de­rung (Büro trafo. K)
    Pra­xen und Fra­gen bei Ver­mitt­lungs­pro­jek­ten in der Mi­gra­ti­ons­ge­sell­schaft Vor neun Jahren haben wir einem unserer ambitionierten Vermittlungsprogramme den Titel «Anleitung zur Selbster...
  • In wel­che Bli­cke soll Schu­le in­ves­tie­ren? (Simon Harder)
    Un­Sicht­bar­kei­ten und ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung im Kunstun­ter­richt Dieser Beitrag zeigt aus queer-feministischer Perspektive, weshalb es problematisch ist, Sichtbarkeit al...
  • Stimm­los 2 – Pro­be (Simon Harder)
    Die Stimmlose, eine Hörstück-Serie-in-Progress, nehmen künstlerische Arbeiten als Dreh- und Angelpunkt. So entstehen aktivistisch-motivierte, verdichtete Sprach- und Raumbilder, die Stimmlosigkeit...
  • Al­le müs­sen al­les ler­nen oder: emo­tio­na­le Ar­beit (Nana Adusei-Poku)
    «Alle müssen alles lernen oder emotionale Arbeit» ist eine Reflexion des aktionsbasierten Forschungsprojekts WdKA makes a Difference, das von 2015 bis 2017 an der Willem de Kooning Academie (Kunsts...
  • Ausgesetztsein als Dozentin. Vorschlag für eine reflexive Positionierung der Hochschullehre am Beispiel von Kunstpädagogik (Bernadett Settele)
    Zur Reflexion über eine Lehre „von Kunst aus“ (vgl. Sturm 2011) wähle ich das Ausgesetztsein als Ansatzpunkt. Ausgesetztsein markiert einen Ort an der Schwelle zwischen der kritischen Würdigung des Handelns und seiner Bedingungen und einer Perspektive, die es ermöglicht, passive Anteile zu bedenken (vgl. Settele 2019). Dem Gefühl des Ausgesetztseins nachgehend, erarbeite ich eine Perspektive für die feministische Kunsthochschullehre auf Masterstufe. Interessiert an machtvollen Adressierungen, Rollen und Normen sowie an emanzipierter Lehre, betrachte ich aus einer theoriegeleiteten Perspektive, wie individuelle und kollektive Subjekte der Lehre an ihren jeweiligen Positionen in Situationen der Lehre aufeinander einwirken und auch, was ihnen passiert. Dazu nehme ich das Konzept des post-souveränen, gebundenen Subjekts der feministischen Theorie nach Judith Butler auf und mache es zum Ausgangspunkt für eine reflexive Positionierung der Lehre. Dabei wird es nötig zu differenzieren, wie ich ein solches Konzept der politischen Philosophie in einem nicht-existenziellen, ästhetischen Feld verwende. Ausgesetztsein hält als reflexives Konzept einen Abstand zu den stärkeren Begriffen feministischer Theorieansätze ein wie Gefährdetsein oder Vulnerabilität (vgl. Butler 2016) oder Prägbarkeit und Empfänglichkeit (vgl. Butler 2014: 183). Die Situation einer Übung zur Rezeption von Kunst im Kontext kunstpädagogischer Lehrerinnen*bildung bietet einen Anlass zur Reflexion über die Bedingtheiten von Subjekten der Lehre. Daraus resultiert ein Beitrag zur Frage, wie Kunstpädagogik bildet und was in ihr wirksam wird.
  • Learning from Wallmapu (Aldir Polymeris)
    In diesem Beitrag geht es um einen Ort namens Chile und einen anderen namens Wallmapu, der sich – je nach Auffassung – innerhalb, unterhalb oder ausserhalb des ersten Ortes befindet. Wallmapu ist ein Ort, in dem komplexe, sich überlagernde, über die Grenzen schlagende, ja global verstrickte Geschichten eingeschrieben sind, Erzählungen von Kompositionen und Zusammensetzungen, von Hybridität, Differenz und Perspektiven. Der Teil des Wallmapu, um den es in diesem Bericht geht, liegt im Süden Chiles und ist auch unter einem anderen Namen bekannt, nämlich Araucanía-Region. So nennt der chilenischen Staat die Region südlich des Biobío-Flusses, die während Jahrhunderten nach der Eroberung vom Mapuche Volk bewohntes unabhängiges Territorium geblieben ist.  Die Mapuche, das ist das grösste indigene Volk Chiles und Wallmapu ist ihre Selbstbezeichnung für die Gebiete die sie vor der Eroberung bewohnen und bewohnten, zu denen die Araucanía-Region gehört, aber auch andere Gegenden, weitaus nördlicher sowie jenseits der Anden, im heutigen Argentinien. Weil die Bezeichnung Wallmapu einer anderen Auffassung von Territorium enstpricht, das die mono-nationale Ausrichtung des chilenischen Staates herauszufordern vermag, ist diese Bezeichnung stets politisch geprägt, denn sie symbolisiert die Kritik an der Kolonisierung, Auslöschung und Unterdrückung des Mapuche Volkes. 
  • Ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem Angebot des K’Werk Basel-Stadt (Nicole Heri)
    Die Master-Arbeit ist ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem K’Werk in Basel-Stadt und eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kreativität. Sie wurde im Studiengang Kunst Major Art in Public Spheres geschrieben. In der Forschung wird Kreativität oft als «Prozess, Neues und Nützliches zu schaffen» definiert. Das Problemlöseverhalten ist als Anlass zu Kreativität erkannt und verschiedene Neurowissenschaftler*innen belegen, dass sie gefördert werden kann. Der Bildungsorte Schule deckt jedoch nur beschränkt kreative Förderung ab. Ideen zur Umsetzung eines Förderanliegens für Schulen und auf politischer Ebene zeigt meine Thesis auf, die diesem Beitrag zugrunde liegt. Zentral ist ein empirischer Vergleich von Zugang, finanziellem Aufwand, Kreativitätsförderung und Genderimpacts der Angebote von ausserschulischer Kunstvermittlung in Luzern mit dem K’Werk in Basel. Meine Auswertung belegt, dass eine ermöglichte Finanzierung essentiell ist, damit ein barrierefreier Zugang für Jugendliche gewährleistet ist. Geeignete Räume, grosszügiges Zeitmanagement, offene Problemstellungen sind für die Kreativitätsförderung unabdingbar. Bezüglich Gender divergieren die Ergebnisse und Inhalte von Kursen sind sehr entscheidend. Der Start der Bildschule Luzern wird mit dem Fazit der Recherche begründet. Eine weiterführende PhD-Arbeit soll interkantonale Vergleiche von Angeboten, politische Finanzfaktoren und die Geschichte ausserschulischer gestalterischer Förderung ausarbeiten.
  • Malend Bilder wagen: Farben erleben – mit Farben gestalten. (Ursula Aebersold, Susanne Junger)
    Mit dem Lehrplan 21 liegt in der Schweiz für Kantone mit deutschsprachigen Schulen eine neue Ausrichtung für das Fach Bildnerisches Gestalten vor. Der Stellenwert der fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung in Anbindung an den bildnerischen Prozess wird gegenüber dem bisherigen produkteorientierten Fachverständnis stärker betont. Über die Begegnung mit Bildern aus Kunst und Alltag werden die Schüler*innen in den drei Kompetenzbereichen "Wahrnehmung und Kommunikation", "Prozesse und Produkte" sowie "Kontexte und Orientierung" für unterschiedliche bildnerische Ausdrucksweisen sensibilisiert. Sie sollen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern zum Ausdruck bringen können und sich in der produktiven wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Die so entwickelte Bildkompetenz ermöglicht den Schüler*innen sich in einer von Bildern geprägten Umwelt zu orientieren. Dieses dichte und herausfordernde Desiderat des neuen Lehrplans an den Unterricht Bildnerisches Gestalten erfordert theoriebasierte Anregungen und lernunterstützende Hilfestellungen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist beabsichtigt, mit exemplarischen Unterrichtseinheiten einen kognitiv-aktivierenden und kumulativ angelegten Fachunterricht für den 2. und 3. Zyklus zu entwickeln. Mittels Prä- und Posterhebungen sollen Kompetenzentwicklungen der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Die Unterrichtseinheiten werden in drei Schulklassen erprobt, dokumentiert, analysiert und ausgewertet. Die Lernsituationen werden innerhalb des Faches im Bereich Farbe und Malerei angesiedelt und legen den Fokus auf die Lernstandserhebung und die Sensibilisierung der Lehrperson bezüglich der Voraussetzungen, Erfahrungen und dem Vorwissen der Schüler*innen sowie auf Möglichkeiten der Lernunterstützung und -begleitung zur je individuellen Kompetenzentwicklung. Dazu gehören auch das Bereitstellen von Instrumenten für die Lernstanderfassung und die Einschätzung der Kompetenzentwicklung sowie Inspirationsmaterialien und lernunterstützende Hilfsmittel zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • Drei Fragen an... (Hannah Horst)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format über aktuelle Praxis auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Text und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Über das Forschen in der schweizerischen Kunstpädagogik zur Zeit. Ein Interview mit Ruth Kunz im Oktober 2019 (Ruth Kunz, Gila Kolb)
    2019 fand das Symposium »Der professionalisierte Blick« statt, kurz zuvor wurde der gleichnamige Band veröffentlicht. Für die erste Ausgabe des SFKP e Journals Art Education Research, das Kunstpädagogische Forschung in der Schweiz zur Zeit in den Blick nimmt, wirft das Interview mit Ruth Kunz einen Blick auf ihre langjährige forschende Praxis, auf ihre Lehre der Forschung in der Lehre und die Forschungslandschaft in der Kunstpädagogik der deutschsprachigen Schweiz. Darüber hinaus verweist das Interview auf das spezifisch kunstpädagogische Potential im Forschen. Das Interview führte Gila Kolb.
  • Editorial Ausgabe 16 (Gila Kolb, Beate Florenz)
    Forschung im Feld Kunstpädagogik/ Kunstvermittlung – in der Schweiz und zur Zeit. Nr. 16 des e Journals Art Education Research – die erste von der SFKP/SSPA verantwortete Ausgabe – hat es sich zur ...
  • Emergency Remote Art Education? – Reflexion einer Studie mit Studierenden zu kunstpädagogischen und ästhetisch-kulturellen Vermittlungspraxen im Ausnahmezustand (Miriam Schmidt-Wetzel, Laura Zachmann)
    Der Beitrag gibt einen Überblick über eine Studie, die als eine Untersuchung von und mit Akteur*innen in Art Education angelegt und methodisch-methodologisch an den Merkmalen einer phänomenologischen Einzelfallforschung orientiert ist. Gegenstand der qualitativ-empirischen Studie sind die Erfahrungen verschiedener Akteur*innen in der Lehre und Vermittlung in Art Education bzw. im Fach Bildnerisches Gestalten inmitten des globalen Ausnahmezustands, welcher durch die Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 ausgelöst wurde. Die Untersuchung leitend sind zwei Annahmen: Erstens, dass Vermittlungsformate unter dem (Ein-)Druck der ersten pandemischen Welle quasi aus dem Stand und ohne fundierte Kenntnis von E-Didaktik im Modus des Emergency Remote Teaching (ERT) (Hodges et al. 2020) entstanden sind. Zweitens, dass die Verständnisse und Umgangsweisen, die sich in diesem kunstpädagogischen Handeln im Ausnahmezustand zeigen, für die Entwicklung einer fundierten Remote Art Education von Bedeutung sind. Vertiefte Einblicke in die Untersuchung vermitteln Auszüge aus der ersten von drei Teilstudien, in deren Zentrum eine Gruppendiskussion mit drei Bachelorstudierenden über ihr erstes Berufspraktikum im Berufsfeld der Ästhetischen Bildung und Soziokultur unter Lockdown-Bedingungen steht. Der Artikel skizziert daraus resultierende erste Erkenntnisse bezüglich der Ausprägungen von ERT, die für Art Education spezifisch sind, und beleuchtet deren Potentiale für ins Digitale und in die Distanz ausgeweitete Konzepte. Anhand der Reflexion des methodischen Vorgehens im Rahmen dieser ersten Teilstudie setzt er sich darüber hinaus mit den gewählten Herangehensweisen zum Umgang mit den spezifischen Herausforderungen eines Forschens aus Distanz und im Ausnahmezustand, sozusagen im Modus einer Emergency Remote Art Education Research, kritisch auseinander.
  • Rezension (Gitta Bertram)
    Der professionalisierte Blick. Forschendes Studieren in der Kunstpädagogik. Ruth Kunz, Maria Peters (Hg.) München: kopaed, 2019. Das umfangreiche Buch zeigt eine Momentaufnahme des Forschenden Stud...
  • Editorial Ausgabe 16 (Gila Kolb, Beate Florenz)
    Forschung im Feld Kunstpädagogik/ Kunstvermittlung – in der Schweiz und zur Zeit. Nr. 16 des e Journals Art Education Research – die erste von der SFKP/SSPA verantwortete Ausgabe – hat es sich zur ...
  • Zur Ausrichtung fachdidaktischer Forschung in der Kunstpädagogik des Kindergartens (Anja Morawietz)
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Fachwissenschaft, Fragen des Unterrichts und sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik in der Kunstpädagogik beziehungsweise der fachdidaktischen Forschung der Kindergartenstufe. Zu Beginn wird aufgezeigt, welche Fragen sich für die Fachdidaktik des Bildnerischen Gestaltens im Kindergarten ergeben. Skizziert wird, weshalb in der Kunstpädagogik systematisch wissenschaftliche Forschungsmethoden sowie ästhetische oder kunstbasierte Forschung aus fachimmanenten Gründen ihre Berechtigung haben. Die Studie dient als Beispiel für den gewinnbringenden Einsatz von Methoden qualitativ-empirischer Sozialforschung in kunstpädagogischen Zusammenhängen. Die Methode Videographie, welche auf Fragestellungen und ästhetische Gegenstände der Kunstpädagogik adaptiert ist, wird vorgestellt. Die in äusserster Kürze dargestellte Studie stellt die Frage, inwiefern junge Kinder überhaupt Interesse daran haben, sich in Unterrichtssettings auf Prozesse des Zeichnens mit Darstellungsabsicht einzulassen. Es wird untersucht, wie die Kinder unter den didaktisierenden Eckpunkten der Aufgabenstellungen agieren und welche Bildungschancen sich daraus ergeben. Das Beispiel zeigt, dass sich die Videographie bestens eignet, um gestalterische Unterrichtspraxis mit ihren Unterrichtsarrangements, Lernprozessen und Vermittlungsmethoden zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. An Pädagogischen Hochschulen der Schweiz ist in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften grosses Know-how zu systematisch wissenschaftlichen Forschungsmethoden zu finden. Es besteht das Desiderat, Synergien von Erziehungs- sowie Sozialwissenschaften und Fachdidaktiken noch intensiver in den Blick zu nehmen und zu nutzen. Die Einführung des Joint Masters Fachdidaktik Künste an der PH Zürich bietet nun die Chance, laufend entstehenden Fragen des gestalterischen (In der Schweiz wird „gestalterisch“ oder „bildnerisch“ nicht in anachronistischer Konnotation, sondern synonym zu ästhetisch oder gestalterisch-künstlerisch verwendet. Dieser Sprachgebrauch – die Betonung des Gestaltens – ist einer respektvollen Distanz zur Kunst geschuldet.) Unterrichts auf allen Schulstufen, in Anbindung an gängige Forschungsmethoden, in Masterarbeiten nachzugehen.
  • Materielle Semiotik der Zärtlichkeit (Seraina Dür, Jonas Gillmann)
    Seit 2019 arbeiten wir, Seraina Dür und Jonas Gillmann, mit dreizehn Tauben an dem Projekt "Parlament der Dinge, Tiere, Pflanzen und Algorithmen". Dafür schaffen wir performative Setting, die wir gemeinsam mit den Tauben und weiteren menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen bespielen. Für die Konzeption der Settings ist für uns der Begriff der Caring Architecture wichtig. In den Städten werden Tauben abgeschossen und vertrieben. Uns interessiert, wie Räume aussehen können, die statt zu trennen und abzuwehren, sich um ihre unterschiedlichen Bewohner*innen kümmern. In den Räumen, die wir gestalten, gibt es immer ein Flugloch, durch das die Tauben rein und raus können, es gibt Schalen aus Keramik, aus denen wir und die Tauben Porridge essen, Löwenzahn, mit dem wir mit den Tauben spielen, Badebecken zum Plantschen und vieles mehr. Über diese Gegenstände verbinden wir uns mit den Tauben, ihre Bedeutungen entstehen aus der gelebten Beziehung mit den Tauben, aus der gemeinsamen-unterschiedlichen Nutzung der Gegenstände, sie sind Zeichen von Zärtlichkeit zwischen Menschen und Tauben. In dem Artikel "Materielle Semiotik der Zärtlichkeit" erzählen wir als Foto- und Videostory unsere nun 3-jährige Beziehung zu den Tauben, in der sich aktuelle Themen spiegeln, wie die Frage nach einem sorgsamen Umgang mit der beschädigten Umwelt, in der wir leben. Für die Frage, wie sich diese Beziehung in Kunst- und Theaterräumen erzählen lässt, beschäftigen wir uns mit Ursula K. Le Guins Tragtaschen Theorie. Anders als bei der Held*innengeschichte, die wie ein Pfeil linear verläuft und in einem Ziel mündet, ist die Tragtasche ein Gefäss, in dem sich mäandernde und mehrstimmige Erzähllinien miteinander verweben. Unsere sich kümmernden Räume mit ihren durchlässigen Wänden sind Tragtaschen, in denen sich eine Vielzahl an Geschichten sammeln. Um diese erzählbar zu machen, und zwar nicht nur verbal, sondern auch in einer materiellen, räumlichen Sprache, die aus dem Tun mit den Tauben heraus entsteht, suchen wir nach einer Semiotik der Zärtlichkeit.
  • Gestaltung von Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräumen. Kunstpädagogische Ansätze im Bereich Tanz für junges Publikum (Lea Moro, Mona De Weerdt)
    Als kulturpädagogisches Praxisfeld stellt Vermittlung Bezüge zwischen künstlerischen Ereignissen und Rezipient*innen her und ermöglicht dadurch ästhetische, sinnliche oder auch physische Erfahrungen. Gerade im Bereich Tanz gilt es bei Vermittlungsangeboten für Kinder und Jugendliche die Aspekte des sinnlich-physischen Erlebens stärker zu berücksichtigen. Denn Tanz bietet vielfältige wahrnehmungsästhetische Zugänge zur Welt und entsprechend können auch Tanzaufführungen begleitende Vermittlungsformate unterschiedliche Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräume eröffnen. Ausgehend von dieser Prämisse, stellen die beiden Autorinnen Lea Moro und Mona De Weerdt im folgenden Beitrag exemplarisch das Vermittlungsformat vor, das sie unter Involvierung von Leonie Graf und allen Projektbeteiligten begleitend zur Kindertanzproduktion Alle Augen Staunen (2020) (6+) entwickelt haben. Sie zeigen auf, wie dieses Format als integraler Bestandteil des Stücks funktioniert, indem der Bühnenraum zum Ende hin geöffnet wird und sich die Performer*innen direkt an die jungen Zuschauer*innen richten. Dadurch wird ein gemeinsames Spielen, Reflektieren und Weitererzählen des auf der Bühne Gesehenen und während dem Zuschauen Erlebten ermöglicht. Darüber hinaus erläutern die beiden Autorinnen wie Themen und Bildwelten der Produktion in einen Instagram-Account und somit in ein digitales Medium überführt wurden und welche Rezeptions- und Partizipationsmöglichkeiten sich dabei eröffnen. Verdeutlicht wird im Beitrag der zweifache Vermittlungsgedanke: Einerseits sollen durch die unterschiedlichen Vermittlungsformate – Begleitposter, partizipatorischer Teil direkt nach der Aufführung und Instagram-Account – vielfältige Zugänge zum Bühnengeschehen geschaffen werden. Andererseits bieten die sich dabei eröffnenden Partizipationsangebote eine über das Theaterereignis hinausgehende Wissensvermittlung sowie Sensibilisierung für die im Stück verhandelten Natur-, Umwelt- und Ökologiethemen.
  • 3 FRAGEN AN ... die Tiefe Kümmernis (Die Tiefe Kümmernis)
    Die Tiefe Kümmernis, eine Drag Queen und museale Kunstvermittlerin aus Wien, beantwortet drei Fragen zu ihrer Arbeit. Zunächst erklärt sie die Herkunft ihres Namens und schildert die Anfänge ihrer Vermittlungsarbeit. In der zweiten Antwort führt sie aus, wie user-generated content im Internet den heteronormativen, patriarchalen Kanon der europäischen Kunstgeschichte inklusiver werden lässt. Im letzten Teil diskutiert sie die Potenziale und Schwierigkeiten von Web-Videos über queere Kunstgeschichte.
  • Nachhaltige Zukünfte gestalten. Antizipative Praktiken und Imaginationen in der Art Education (Michel Massmünster)
    Zukunft ist nicht einfach da; durch verschiedenste Praktiken beziehen wir uns auf sie und gestalten sie damit als Erfahrung im Jetzt. Wie wir Zukunft dabei denken, wie wir sie gegenwärtig als Perspektive erfahren, und sie damit auch sozial hervorbringen, ist Resultat vielschichtiger Herstellungsprozesse. Auch historisch gewachsene Vorstellungen mischen dabei mit. Anhand aktueller Praktiken in der Kunstvermittlung gehe ich im Beitrag wirkmächtigen Zukunftskonstruktionen in der Gegenwart nach. Wissen, Material, Person und Zukunft bedingen sich dabei wechselseitig. Zukunftsimaginationen in der Kunstvermittlung weisen sich durch die Betonung ihres explorativen, öffnenden Charakters aus. Gelegentlich, insbesondere mit Bezug auf ein universelles Nachhaltigkeitsverständnis, schreiben sie aber auch fest und nehmen planend Zukünfte vorweg. Dies führt zur Einschränkung zukünftiger Lebensweisen. Folglich schlage ich vor, sich in der Forschung und in der Praxis selbstreflexiv in den Herstellungsprozessen und den damit zusammenhängenden historisch gewachsenen Bedeutungen zu verorten. Darauf aufbauend formuliere ich ein Nachhaltigkeitsverständnis, das den explorativ-öffnenden Zukunftspraktiken der Art Education gerechter wird: Dieses rechnet mit dem Unsicheren und Vielfältigen. Es erfindet sich, die Ressourcen und Lebensweisen immer wieder neu.
  • BIGLERWEIBEL. Die fünfte Kolonne der Körper (BIGLERWEIBEL)
    Soziale Medien und Werbung produzieren und vermitteln Bilder von weiblichen Körpern, die im gegenwärtigen Wertesystem der Schönheitsideale als normal und erstrebenswert gelten. Die GIF Serie des Künstlerinnenduos BIGLERWEIBEL reduziert den eigenen weiblichen Körper auf Form und Materialität. Um sich diesen Normsystemen zu widersetzen, bedienen sich die Künstlerinnen einer gramablen Ästhetik. Der weibliche Körper dient als Ausgangspunkt, dessen optisches Potenzial stetig erweitert und neu verhandelt wird.
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Eine Ontologie der Gegenwart. Zur Veränderung kunstpädagogischen Wissens (Anna Schürch)
    Projekte der Lehrplanrevision, wie aktuell in der Schweiz die Überarbeitung des gymnasialen Rahmenlehrplans 2020-2022, fordern dazu auf, die Inhalte und Ziele der einzelnen Fächer zu überprüfen und bieten Anlass, über das Wissen in einem Fach und dessen Veränderung nachzudenken. Wie lässt sich eine solche Veränderung denken und woran kann sie sich orientieren, wenn sie über den pragmatischen Rahmen eines bildungspolitisch motivierten Revisionsprojektes, das durch knappe zeitliche Ressourcen und akuten Handlungsdruck gekennzeichnet ist, hinausgehen will? Der vorliegende Artikel schliesst an Michel Foucaults Ontologie der Gegenwart an und sucht in daran orientierten bildungsphilosophischen Überlegungen nach einer Perspektive der Veränderung, die sich gleichermassen kritisch wie selbstreflexiv positioniert und die sich nicht an dem ausrichtet, was an grossen Herausforderungen der Zukunft diagnostiziert wird, sondern von dem ausgeht, was bereits da ist und sich im Alltag zeigt. Dabei wird ein Weg eröffnet, das bestehende kunstpädagogische Wissen zu fassen und zu reflektieren. Der Text wird erweitert und fortgesetzt durch eine Fussnote von Margot Zanni und einen Fragebogen von Michèle Novak, die diese Bewegung der (selbst-)kritischen Reflexion bereits in der Lektüre beginnen lassen.
  • Ausgesetztsein als Dozentin. Vorschlag für eine reflexive Positionierung der Hochschullehre am Beispiel von Kunstpädagogik (Bernadett Settele)
    Zur Reflexion über eine Lehre „von Kunst aus“ (vgl. Sturm 2011) wähle ich das Ausgesetztsein als Ansatzpunkt. Ausgesetztsein markiert einen Ort an der Schwelle zwischen der kritischen Würdigung des Handelns und seiner Bedingungen und einer Perspektive, die es ermöglicht, passive Anteile zu bedenken (vgl. Settele 2019). Dem Gefühl des Ausgesetztseins nachgehend, erarbeite ich eine Perspektive für die feministische Kunsthochschullehre auf Masterstufe. Interessiert an machtvollen Adressierungen, Rollen und Normen sowie an emanzipierter Lehre, betrachte ich aus einer theoriegeleiteten Perspektive, wie individuelle und kollektive Subjekte der Lehre an ihren jeweiligen Positionen in Situationen der Lehre aufeinander einwirken und auch, was ihnen passiert. Dazu nehme ich das Konzept des post-souveränen, gebundenen Subjekts der feministischen Theorie nach Judith Butler auf und mache es zum Ausgangspunkt für eine reflexive Positionierung der Lehre. Dabei wird es nötig zu differenzieren, wie ich ein solches Konzept der politischen Philosophie in einem nicht-existenziellen, ästhetischen Feld verwende. Ausgesetztsein hält als reflexives Konzept einen Abstand zu den stärkeren Begriffen feministischer Theorieansätze ein wie Gefährdetsein oder Vulnerabilität (vgl. Butler 2016) oder Prägbarkeit und Empfänglichkeit (vgl. Butler 2014: 183). Die Situation einer Übung zur Rezeption von Kunst im Kontext kunstpädagogischer Lehrerinnen*bildung bietet einen Anlass zur Reflexion über die Bedingtheiten von Subjekten der Lehre. Daraus resultiert ein Beitrag zur Frage, wie Kunstpädagogik bildet und was in ihr wirksam wird.
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Dinge, Stimmungen, Handlungen - Der Spaziergang als Konstellation (Markus Schwander)
    Sowohl in künstlerischen Forschungsprojekten als auch im Unterricht werden Spaziergänge zur Untersuchung von Raumwahrnehmung genutzt. Das gemeinsame Gehen wird dabei als Konstellation betrachtet, um die Faktoren, die die Aktion bestimmen, zu erkennen und zu beeinflussen, also kollektives Handeln zu gestalten. Anhand künstlerischer Beispiele wird aufgezeigt, wie Raum und Wahrnehmung zusammenhängen und wie ihr Verhältnis immer wieder neu konstruiert wird.
  • SOMEWHERE OFF THE REAL. Sprachgesteuerte Interfaces und ihre medienkritische Vermittlung (Malin Kuht)
    SOMEWHERE OFF THE REAL betrachtet Interfaces als Schnittstelle zwischen dem Möglichen, dem Zurückliegenden und dem Dahinterliegenden digitaler Medien. Interfaces ermöglichen und gestalten die Interaktion mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die häufig weiblich-codierte Gestaltung von Sprachsteuerung, die sich vermehrt in smarten Geräten findet, leitet sich aus der Geschichte von vergeschlechtlichter Arbeitsteilung und tradierten gesellschaftlichen Rollenbildern ab. Der Beitrag argumentiert, dass unsere Interaktionen mit digitalen Technologien unser Verhältnis zu diesen digitalen Technologien bestimmen. Diese Prozesse werden anhand der künstlerischen Praxen von Melanie Hoff und Joy Buolamwini veranschaulicht. Melanie Hoff zeigt mit Draw What You Think Alexa Looks Like (2019) auf, inwieweit Vorstellungen durch das Interface geformt werden. Joy Buolamwinis Arbeiten belegen den kulturell-programmierten Blick von Algorithmen auf Menschen. Der Beitrag fasst die verschiedenen Ebenen der Befragung von digitalen Technologien zusammen und verdeutlicht die darin eingeschriebenen politischen (Macht-)Verhältnisse. Mithilfe von künstlerischen Strategien können diese sichtbar und verhandelbar gemacht werden. Dabei stehen die affektiven Verbindungen von Menschen den implizierten Annahmen der Maschinen gegenüber. Die vorgestellten Konzepte werden durch die eigene künstlerische Arbeit OFFREAL der Autorin* vertieft. Die Auseinandersetzung mit visuellen Aspekten der Simulation von Serviceleistenden steht im Fokus. Neben der weiblich-codierten Stimme stellen sich hier repräsentations-politische Fragen, da viele Avatare entlang popkultureller Schönheitsideale designt werden. Die Kategorien Race und Gender bleiben auch im Diskurs um virtuelle Körper umkämpft. Insgesamt argumentiert der Beitrag SOMEWHERE OFF THE REAL für ein kritisches Zusammendenken der strukturellen Zusammenhänge in Bezug auf die zunehmende weiblich-codierte Verkörperung von Interfaces.
  • Gestalt und Wohlgeformtheit: Kinder zeichnen Raumkörper (Stefanie Stadler Elmer, Lea Weniger)
    Dieser Text skizziert den theoretischen Rahmen unserer Studie zum räumlichen Zeichnen im Kontext der Primarschule. Wir konzentrieren uns auf die Tiefendarstellung eines einzelnen Raumkörpers als einem von drei Aspekten der zeichnerischen Raumdarstellung von Kindern – neben der Darstellung der Raumlagebeziehung und des Gesamtbildraums. Einen Quader in Form einer Schachtel abzuzeichnen, ist ein allgemeines Darstellungsproblem, zu welchem in unserer Kultur verschiedenartige Lösungen überliefert sind und praktiziert werden. Aus strukturgenetischer Sicht interessiert uns der Prozess der Problemlösung, wie er in videografierten Einzelfallstudien von Kindern – adaptiv und intuitiv von der Lehrperson begleitet – gestaltet wird. Wir rekonstruieren diesen Prozess im Detail und zeigen exemplarisch an einem empirischen Ausschnitt aus einer Fallstudie auf, wie wir den theoretischen Begriff der "Wohlgeformtheit" verwenden, um damit die strukturelle Ausrichtung an Gestaltqualitäten und an impliziten Regelsystemen räumlicher Darstellung zu bezeichnen.
  • Über das Forschen in der schweizerischen Kunstpädagogik zur Zeit. Ein Interview mit Ruth Kunz im Oktober 2019 (Ruth Kunz, Gila Kolb)
    2019 fand das Symposium »Der professionalisierte Blick« statt, kurz zuvor wurde der gleichnamige Band veröffentlicht. Für die erste Ausgabe des SFKP e Journals Art Education Research, das Kunstpädagogische Forschung in der Schweiz zur Zeit in den Blick nimmt, wirft das Interview mit Ruth Kunz einen Blick auf ihre langjährige forschende Praxis, auf ihre Lehre der Forschung in der Lehre und die Forschungslandschaft in der Kunstpädagogik der deutschsprachigen Schweiz. Darüber hinaus verweist das Interview auf das spezifisch kunstpädagogische Potential im Forschen. Das Interview führte Gila Kolb.
  • Zur Ausrichtung fachdidaktischer Forschung in der Kunstpädagogik des Kindergartens (Anja Morawietz)
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Fachwissenschaft, Fragen des Unterrichts und sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik in der Kunstpädagogik beziehungsweise der fachdidaktischen Forschung der Kindergartenstufe. Zu Beginn wird aufgezeigt, welche Fragen sich für die Fachdidaktik des Bildnerischen Gestaltens im Kindergarten ergeben. Skizziert wird, weshalb in der Kunstpädagogik systematisch wissenschaftliche Forschungsmethoden sowie ästhetische oder kunstbasierte Forschung aus fachimmanenten Gründen ihre Berechtigung haben. Die Studie dient als Beispiel für den gewinnbringenden Einsatz von Methoden qualitativ-empirischer Sozialforschung in kunstpädagogischen Zusammenhängen. Die Methode Videographie, welche auf Fragestellungen und ästhetische Gegenstände der Kunstpädagogik adaptiert ist, wird vorgestellt. Die in äusserster Kürze dargestellte Studie stellt die Frage, inwiefern junge Kinder überhaupt Interesse daran haben, sich in Unterrichtssettings auf Prozesse des Zeichnens mit Darstellungsabsicht einzulassen. Es wird untersucht, wie die Kinder unter den didaktisierenden Eckpunkten der Aufgabenstellungen agieren und welche Bildungschancen sich daraus ergeben. Das Beispiel zeigt, dass sich die Videographie bestens eignet, um gestalterische Unterrichtspraxis mit ihren Unterrichtsarrangements, Lernprozessen und Vermittlungsmethoden zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. An Pädagogischen Hochschulen der Schweiz ist in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften grosses Know-how zu systematisch wissenschaftlichen Forschungsmethoden zu finden. Es besteht das Desiderat, Synergien von Erziehungs- sowie Sozialwissenschaften und Fachdidaktiken noch intensiver in den Blick zu nehmen und zu nutzen. Die Einführung des Joint Masters Fachdidaktik Künste an der PH Zürich bietet nun die Chance, laufend entstehenden Fragen des gestalterischen (In der Schweiz wird „gestalterisch“ oder „bildnerisch“ nicht in anachronistischer Konnotation, sondern synonym zu ästhetisch oder gestalterisch-künstlerisch verwendet. Dieser Sprachgebrauch – die Betonung des Gestaltens – ist einer respektvollen Distanz zur Kunst geschuldet.) Unterrichts auf allen Schulstufen, in Anbindung an gängige Forschungsmethoden, in Masterarbeiten nachzugehen.
  • Gestalt und Wohlgeformtheit: Kinder zeichnen Raumkörper (Stefanie Stadler Elmer, Lea Weniger)
    Dieser Text skizziert den theoretischen Rahmen unserer Studie zum räumlichen Zeichnen im Kontext der Primarschule. Wir konzentrieren uns auf die Tiefendarstellung eines einzelnen Raumkörpers als einem von drei Aspekten der zeichnerischen Raumdarstellung von Kindern – neben der Darstellung der Raumlagebeziehung und des Gesamtbildraums. Einen Quader in Form einer Schachtel abzuzeichnen, ist ein allgemeines Darstellungsproblem, zu welchem in unserer Kultur verschiedenartige Lösungen überliefert sind und praktiziert werden. Aus strukturgenetischer Sicht interessiert uns der Prozess der Problemlösung, wie er in videografierten Einzelfallstudien von Kindern – adaptiv und intuitiv von der Lehrperson begleitet – gestaltet wird. Wir rekonstruieren diesen Prozess im Detail und zeigen exemplarisch an einem empirischen Ausschnitt aus einer Fallstudie auf, wie wir den theoretischen Begriff der "Wohlgeformtheit" verwenden, um damit die strukturelle Ausrichtung an Gestaltqualitäten und an impliziten Regelsystemen räumlicher Darstellung zu bezeichnen.
  • BIGLERWEIBEL. Die fünfte Kolonne der Körper (BIGLERWEIBEL)
    Soziale Medien und Werbung produzieren und vermitteln Bilder von weiblichen Körpern, die im gegenwärtigen Wertesystem der Schönheitsideale als normal und erstrebenswert gelten. Die GIF Serie des Künstlerinnenduos BIGLERWEIBEL reduziert den eigenen weiblichen Körper auf Form und Materialität. Um sich diesen Normsystemen zu widersetzen, bedienen sich die Künstlerinnen einer gramablen Ästhetik. Der weibliche Körper dient als Ausgangspunkt, dessen optisches Potenzial stetig erweitert und neu verhandelt wird.
  • radikal stolpern um dabei sehen zu (ver-)lernen. Wie und worin zeigt sich Unterricht in Sprachstücken? (Judit Villiger)
    Die Fragen, denen hier nachgegangen wird, haben ihren Ursprung in der Lehre, sie untersuchen, was Studierende in ihrer Zwischenrolle, kurz vor dem Lehrpraktikum im Master Art Education, in realen Unterrichtssituationen beobachten und reflektieren. Das Unterfangen, Unterricht wahrzunehmen und zu reflektieren, ist kein einfaches. Im Nebeneinander der verschiedenen Handlungen im Klassenraum muss beispielsweise dem Umstand Rechnung getragen werden, dass auch Besucher*innen – allein durch ihre Präsenz – zu Teilnehmer*innen werden. Das Geschehen im Schulzimmer kann damit als Geflecht aus einzelnen Handlungen, die aus keiner Beobachtungsposition vollständig erfasst werden können, verstanden werden. Die Methode der Sprachstücke führt Studierende mit einer künstlerischen Sensibilität und Haltung an Situationen von Unterricht heran, um genaues Hin-Sehen zu üben. Es geht hierbei darum, auch in bekannten Unterrichtsabläufen das zu registrieren, was leicht als gegeben hingenommen wird. In den Sprachstücken werden für solche alltäglich-nichtalltäglichen Wahrnehmungen insbesondere eigene sprachliche Übersetzungen gesucht. Die Autorin stellt hier, dem Interesse einer ihrer Studierenden folgend, exemplarisch ein Sprachstück ins Zentrum, in welchem die Studentin den T-Shirt-Aufdruck eines Schülers als Antwort auf Unterricht betrachtet und in einem Sprachstück darstellt. Ziel des Vorhabens ist es: (a) Unterricht wahrzunehmen, das heisst sehen zu lernen, (b) durch die Reflexion und Revision sehen zu verlernen, um (c), durch Übersetzung in ein sprachliches Medium, mit künstlerischer Sensibilität, diesen Prozess für sich und andere be-greifbar zu machen.
  • Dinge, Stimmungen, Handlungen - Der Spaziergang als Konstellation (Markus Schwander)
    Sowohl in künstlerischen Forschungsprojekten als auch im Unterricht werden Spaziergänge zur Untersuchung von Raumwahrnehmung genutzt. Das gemeinsame Gehen wird dabei als Konstellation betrachtet, um die Faktoren, die die Aktion bestimmen, zu erkennen und zu beeinflussen, also kollektives Handeln zu gestalten. Anhand künstlerischer Beispiele wird aufgezeigt, wie Raum und Wahrnehmung zusammenhängen und wie ihr Verhältnis immer wieder neu konstruiert wird.
  • Ephemere Praktiken. Das Forschungsprojekt „The Art Educator’s Walk“ (2017-18) (Gila Kolb)
    Wie genau stellen eigentlich Kunstvermittler*innen eine Situation her, in der eine Vermittlung zeitgenössischer Kunst stattfinden kann? Welche Haltung entwickeln sie zu ihrer kunstvermittlerischen Tätigkeit? Welche Strategien entwickeln sie dabei? Auf der Ausstellung documenta 14 (2017) wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „The Art Educator’s Walk – Handeln und Haltung von Kunstvermittler*innen zeitgenössischer Kunst am Beispiel der Grossausstellung documenta 14 in Kassel“ zu diesen Fragen 20 „Spaziergänge“ von 10 „Chorist*innen“ (Kunstvermittler*innen der documenta 14) begleitet und interviewt. Der per se ephemeren Praxis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen ging das Forschungsprojekt im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der HKB Bern mit der These nach, dass Kunstvermittlung aus einer Haltung heraus praktiziert wird. Dieser Beitrag skizziert nach einer biographischen Argumentation aus der „Mitte“ heraus zunächst die historisch gewachsene Situation der documenta und ihrer Vermittlung. Konzepte und Hintergründe der Kunstvermittlung der documenta 14, insbesondere das Verlernen bildeten den Handlungsrahmen der befragten und begleiteten Chorist*innen. Ein Einblick in das qualitativ-empirische Setting zur Datengewinnung in Form einer teilnehmenden Beobachtung von kunstvermittlerischer Praxis mit Besucher*innengruppen auf der documenta 14 reflektiert den Kontext der Datengewinnung. Innerhalb dreier „Streifzüge“, welche die ersten Sätze eines Spaziergangs, das Dilemma des Wissens und die Kunstvermittlung als Arbeit analysieren, wird das gewonnene Material exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
  • Rätselflüge - Denkbewegungen durch ein schwieriges Erbe progressiver Kunstvermittlung in Österreich (Karin Schneider, Andrea Hubin)
    Der Beitrag von Andrea Hubin und Karin Schneider gibt einen Einblick in ihre Erkundungen des schwierigen Erbes der österreichischen Kunstvermittlung. Sie reflektieren die Grenzen, Abneigungen, Verz...
  • Ephemere Praktiken. Das Forschungsprojekt „The Art Educator’s Walk“ (2017-18) (Gila Kolb)
    Wie genau stellen eigentlich Kunstvermittler*innen eine Situation her, in der eine Vermittlung zeitgenössischer Kunst stattfinden kann? Welche Haltung entwickeln sie zu ihrer kunstvermittlerischen Tätigkeit? Welche Strategien entwickeln sie dabei? Auf der Ausstellung documenta 14 (2017) wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „The Art Educator’s Walk – Handeln und Haltung von Kunstvermittler*innen zeitgenössischer Kunst am Beispiel der Grossausstellung documenta 14 in Kassel“ zu diesen Fragen 20 „Spaziergänge“ von 10 „Chorist*innen“ (Kunstvermittler*innen der documenta 14) begleitet und interviewt. Der per se ephemeren Praxis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen ging das Forschungsprojekt im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der HKB Bern mit der These nach, dass Kunstvermittlung aus einer Haltung heraus praktiziert wird. Dieser Beitrag skizziert nach einer biographischen Argumentation aus der „Mitte“ heraus zunächst die historisch gewachsene Situation der documenta und ihrer Vermittlung. Konzepte und Hintergründe der Kunstvermittlung der documenta 14, insbesondere das Verlernen bildeten den Handlungsrahmen der befragten und begleiteten Chorist*innen. Ein Einblick in das qualitativ-empirische Setting zur Datengewinnung in Form einer teilnehmenden Beobachtung von kunstvermittlerischer Praxis mit Besucher*innengruppen auf der documenta 14 reflektiert den Kontext der Datengewinnung. Innerhalb dreier „Streifzüge“, welche die ersten Sätze eines Spaziergangs, das Dilemma des Wissens und die Kunstvermittlung als Arbeit analysieren, wird das gewonnene Material exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
  • Quer­ge­le­sen und zu­rück­ge­spro­chen (Sabine Gebhardt Fink, Nora Landkammer, Anna Schürch)
    Ein Dia­log zu Per­for­mance­theo­rie und Ver­mitt­lung Ausgehend von Judith Butlers Verständnis des performativen Aktes als einer Handlung, die immer wieder repetiert und gesellschaftlich legitimi...
  • Hand­lungs­macht an den Rän­dern der Macht (Andrea Hubin)
    Wo sie­delt sich ei­ne Kunst­ver­mitt­lung an, die mit Per­for­ma­ti­vi­täts-​Kon­zep­ten ope­riert? Warum interessiert sich die Kunstvermittlung für das Performative? Zwischen dem Ringen um Anerke...
  • Per­form­ing the Ver­mit­tler_in (Bernadett Settele)
    Wie kann in Vermittlungsprojekten eine (andere) Sprachfähigkeit und Handlungsmacht erlangt werden, die die üblichen Rollen aufbricht? Wie wird die Vermittlung und der/die Vermittler_in handlungsfä...
  • Wie Sprach­lo­sig­keit zum Han­deln füh­ren kann (Julia Draxler)
    Der Artikel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Kunstvermittlung nicht nur das «Sprechen über Kunst», sondern auch das «Handeln zu Kunst» realisiert werden kann. Kunstwerke sollen nicht nur r...
  • Ver­mitt­lung – Per­for­mance – Wi­der­streit (Carmen Mörsch, Eva Sturm)
    Es handelt sich um die Textfassung des Einführungsvortrags zu der Tagung Perfoming the Museum as a Public Sphere, die im April 2008 im Kunstmuseum Lentos, Linz, stattfand. Der Text geht von Charle...
  • Ob es uns ge­fällt oder nicht. (Agnieszka Czejkowska)
    Kul­tu­rel­le Bil­dung und dritt­mit­tel­ba­sier­te For­schung Was Universitäten, Forscher_innen und nicht zuletzt gemeinnützige Einrichtungen eint, ist ihre Abhängigkeit von Drittmitteln. Mit dies...
  • Äs­the­ti­sches Ler­nen in ur­ba­nen Räu­men – sich fort­set­zen­de Syn­the­sen aus Pra­xis und Theo­rie (Wolfgang Zacharias)
    Mit diesem Beitrag skizziert der Autor sein aktuelles Reflexions- und Handlungsinteresse im Bereich «ästhetisches und urbanes Lernen» im Zusammenhang mit «Kultureller Bildung 2.0». Dabei wird der ...
  • Do it yourself und Radikal Crafting. Wie radikal ist die Handarbeit? Zu Geschichte und Aktualität von Do it yourself-Strategien in Aktivismus und Kunst. (Sonja Eismann)
    Sonja Eismann zeigt in ihrem Beitrag die Geschichte und Aktualität von Do-it-yourself-Strategien in Aktivismus und Kunst auf. Sie geht der Frage der Etablierung dieser Gegenkultur nach, die sich An...
  • Em­power­ment als Hand­lungs­stra­te­gie ge­gen Ras­sis­mus (Žaklina Mamutovič)
    Bisherige antirassistische Bildungsangebote in der Bundesrepublik wenden sich überwiegend an Mehrheitsangehörige und sind aus deren Perspektive konzipiert. Praktisch findet die Perspektive von Mens...
  • Flücht­lin­ge als «Stoff» für Kunst­pro­jek­te? (Das AntikultiAtelier)
    Wir sind eine Gruppe von Menschen, die in der Schweiz leben und sich mit der Asyl- und Migrationspolitik, mit Rassismus und Repräsentation beschäftigen: viele von uns als Flüchtlinge, andere als M...
  • D(r)eck­schicht «In­te­gra­ti­on» (Judith Rahner, Nicola Lauré al-Samarai)
    Über­le­gun­gen zur his­to­risch-​po­li­ti­schen Bil­dungs-​ und Er­in­ne­rungs­ar­beit mit Ju­gend­li­chen of Co­lor in Deutsch­land In hegemonialen Auseinandersetzungen zu «Holocaust-Education in...
  • Ge­schmacks(um)bil­dun­gen im (Schul)All­tag (Danja Erni)
    Wie fliesst mein Geschmack in meinen Unterricht ein? Weshalb bin ich als Lehrer_in fast ein wenig beleidigt, wenn die Definitionshoheit meines guten, da geschulten Geschmacks durch ästhetische Prä...
  • Counter/Act­ing: Per­for­ma­tive Porosität (Elke Krasny)
    Ausgehend von Counter/Acting, einem Symposium des Fachbereichs Kunst und Bildung am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien mit der Kunsthalle Wien, eröffnet ...
  • The Liv­ing School (Brandon LaBElle)
    The Living School wurde in London in Zusammenarbeit mit der South London Gallery an mehreren Orten in der Stadt in der Zeit von Februar bis Juni 2016 abgehalten. Fokussiert auf die Schwerpunkte soz...
  • Mu­se­um of Burn­ing Ques­tions (Nora Sternfeld)
    Verhandeln mit der Realität auf der Bergen Assembly 2016 Sind Ausstellungskontexte Zufluchtsorte für kritisches Lehren und Lernen, Vorreiter*innen von deren totaler Ökonomisierung, oder beides? Und...
  • Stimm­los 2 – Pro­be (Simon Harder)
    Die Stimmlose, eine Hörstück-Serie-in-Progress, nehmen künstlerische Arbeiten als Dreh- und Angelpunkt. So entstehen aktivistisch-motivierte, verdichtete Sprach- und Raumbilder, die Stimmlosigkeit...
  • Vermittlung von Realitäten: The Society of Friends of Halit (Ayşe Güleç)
    Die Arbeit The Society Friends of Halit (Die Gesellschaft der Freund*innen von Halit), die im Rahmen der documenta 14 in Kassel die Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und ihre spä...
  • ‹Natürliche Kunsterziehung› – Biologismen im kunstpädagogischen Diskurs (Anna Schürch)
    In ihrem fachgeschichtlichen Beitrag geht Anna Schürch der Frage nach, wie biologistische Argumentationsfiguren das Denk- und Sagbare der deutschsprachigen Kunstpädagogik prägen. Insbesondere die e...
  • Ephemere Praktiken. Das Forschungsprojekt „The Art Educator’s Walk“ (2017-18) (Gila Kolb)
    Wie genau stellen eigentlich Kunstvermittler*innen eine Situation her, in der eine Vermittlung zeitgenössischer Kunst stattfinden kann? Welche Haltung entwickeln sie zu ihrer kunstvermittlerischen Tätigkeit? Welche Strategien entwickeln sie dabei? Auf der Ausstellung documenta 14 (2017) wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „The Art Educator’s Walk – Handeln und Haltung von Kunstvermittler*innen zeitgenössischer Kunst am Beispiel der Grossausstellung documenta 14 in Kassel“ zu diesen Fragen 20 „Spaziergänge“ von 10 „Chorist*innen“ (Kunstvermittler*innen der documenta 14) begleitet und interviewt. Der per se ephemeren Praxis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen ging das Forschungsprojekt im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der HKB Bern mit der These nach, dass Kunstvermittlung aus einer Haltung heraus praktiziert wird. Dieser Beitrag skizziert nach einer biographischen Argumentation aus der „Mitte“ heraus zunächst die historisch gewachsene Situation der documenta und ihrer Vermittlung. Konzepte und Hintergründe der Kunstvermittlung der documenta 14, insbesondere das Verlernen bildeten den Handlungsrahmen der befragten und begleiteten Chorist*innen. Ein Einblick in das qualitativ-empirische Setting zur Datengewinnung in Form einer teilnehmenden Beobachtung von kunstvermittlerischer Praxis mit Besucher*innengruppen auf der documenta 14 reflektiert den Kontext der Datengewinnung. Innerhalb dreier „Streifzüge“, welche die ersten Sätze eines Spaziergangs, das Dilemma des Wissens und die Kunstvermittlung als Arbeit analysieren, wird das gewonnene Material exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
  • Das Dis­play ak­ti­vie­ren (Karin Schneider)
    The­sen aus dem Forschung­spro­jekt "sci­ence with all sens­es -​ sci­ence and gen­der in the mak­ing" Die folgenden methodischen Überlegungen und Analysen entstammen dem Forschungsprojekt „science...
  • Was ma­chen wir hier ei­gent­lich? (Claus Melter)
    Bar­rie­re-​ und dis­kri­mi­nie­rungs­re­fle­xi­ve Über­le­gun­gen zu Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen In diesem Text geht es um institutionelle Selbstreflexionen hinsichtlich der Themen Barriere- und D...
  • Cy­borg Exits im Klas­sen­zim­mer (Doris Arztmann, Eva Egermann)
    Kör­per-​Viel­spra­chig­keit und Crip-​Ma­te­ria­li­en für schmut­zi­ges Wis­sen im Kunstun­ter­richt. In einem Gesprächsformat gehen Doris Arztmann und Eva Egermann Fragestellungen und Umsetzungen...
  • Fra­gen er­mög­li­chen: (Ursula Ulrich)
    Wie ei­ne Kul­tur der fra­gen­den Hal­tung zu be­we­gen ver­mag Der Text zeichnet nach, wie die Beforschung der theatralen Gestaltungswerkstatt «Rollenkids» mit Primarschulkindern aus Luzern zu ein...
  • Aïcha Diallo und Danja Erni ()
    Kunst | Ras­sis­mus­kri­tik | Ver­mitt­lung Über Fra­gi­li­tät und Wi­der­stän­dig­keit, die seit Sommer 2016 gemeinsam die KontextSchule, eine Fortbildung für Berliner Lehrer*innen und Künstler*i...
  • De­mo­kra­tie­bil­dung. Kunst/Ver­mitt­lung ge­gen Ras­sis­mus (Nanna Lüth)
    In ihrem Editorial stellt Nanna Lüth dem Topos der Parteilichkeit im Feld kritischer Kunstvermittlung politikdidaktische Diskussionen über Kontroversität gegenüber. Sie verweist auf die Potenziale...
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • Das Dis­play ak­ti­vie­ren (Karin Schneider)
    The­sen aus dem Forschung­spro­jekt "sci­ence with all sens­es -​ sci­ence and gen­der in the mak­ing" Die folgenden methodischen Überlegungen und Analysen entstammen dem Forschungsprojekt „science...
  • Queer und DIY im Kunstunterricht. Eine Einführung (Bernadett Settele)
    In der Einführung werden die Ziele aufgezeigt, die Art Education Research Nr. 3 verfolgt: als „Schulbuch“ Anregungen aus der queer theory und den Kulturwissenschaften für den Kunstunterricht zu ver...
  • Ge­ord­ne­te Kör­per, ver­kör­per­te Ord­nun­gen – über vi­su­el­le und sprach­li­che Re­prä­sen­ta­ti­ons­mus­ter von Kunst­ver­mitt­lung (Stephan Fürstenberg)
    In seinem Beitrag nimmt Stephan Fürstenberg die dominanten Darstellungsweisen der Figuren Kunstvermittler_in sowie Publikum in den Blick. Im Zentrum steht hierbei, unter Bezugnahme auf historische...
  • «Wenn du ei­nen Ap­fel isst, so isst du die Land­schaft.» (Sabian Baumann, Simon Harder)
    In einem Interview zeigt Sabian Baumann, wie sie_er in Zusammenarbeit mit zwei Performer_innen das Aktzeichnen und das damit verbundene patriarchal geprägte, auf unreflektierten Dualismen aufbauen...
  • In wel­che Bli­cke soll Schu­le in­ves­tie­ren? (Simon Harder)
    Un­Sicht­bar­kei­ten und ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung im Kunstun­ter­richt Dieser Beitrag zeigt aus queer-feministischer Perspektive, weshalb es problematisch ist, Sichtbarkeit al...
  • „LECK MICH DOCH!“ WAR DENEN EINFACH TOO MUCH! Ein Gespräch über Algorithmen, Geld und sexuelle Bildung im Internet. (Kollektiv Feige)
    2018 hat das Kollektiv Feige, gegründet von Ebru Düzgün, Franziska Kabisch, Magdalena Fischer, Malu Blume und Sophie Utikal, die Videoserie "Liebe, Sex & Klartext" produziert. In der 14-teiligen Webserie zu sexueller Selbstbestimmung nehmen 11 Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren Mythen über Sexualität und Körpernormen unter die Lupe. Die Videos sollen einen Beitrag leisten, die Vielfalt von Sexualität und Geschlechtlichkeit sichtbar zu machen und einen Kontrapunkt zu den heteronormativen Diskursen des Mainstreams zu setzen. Die Macher*innen haben aus ihren eigenen sexuellen Lernbiografien geschöpft, um zu überlegen, welche Stigmata, Mythen und normativen Konstruktionen eine selbstbestimmte sexuelle Praxis erschweren, indem sie beispielsweise Scham und Unsicherheit erzeugen. Die Videos waren Teil einer Kampagne zu sexueller Selbstbestimmung von Mädchen und sind im Auftrag der Abteilung für Wiener Frauengesundheit der MA24 der Stadt Wien und in Zusammenarbeit mit dem Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch und dem flash Mädchencafé entstanden. Die Kollektiv Feige Mitglieder Malu, Magda und Franzis sprechen im Folgenden über den Entstehungsprozess der Videoserie " Liebe, Sex & Klartext, über sexuelles Erfahrungswissen, misogyne Trolle und schliesslich über den Zusammenhang von (sexueller) Selbstbestimmung und Queer-Feminismus.
  • Raumverschiebungen – Schulische Displacements als kritische Geste (Margot Zanni)
    Wie liesse sich die implizite Wirkungsweise schulischer Räume der Reflexion besser zugänglich machen und dabei zugleich an der Erfahrung der Konstitution eines anderen Raumes teilhaben? Im Fokus der Ausführungen stehen Raumpraxen des Verschiebens, Variierens oder Verlagerns. Insbesondere das Displacement wird als Strategie zur Sichtbarmachung schulräumlicher Wirkungen befragt. Dabei wird auf heterogen gewählte Fallbeispiele zugegriffen. Die Beschäftigung mit Christiane Brohl und ihrem Konzept des Displacements als kunstpädagogische Strategie steht an prominenter Stelle. Im Hinblick auf die vorliegende Fragestellung wird eine Erweiterung ihrer Ansätze vorgeschlagen. Dabei wird der mit ihr eingeführte theoretische Referenzpunkt der Heterotopie im Kontext weiterer Rezeptionen besprochen und zu einer Methodisierung gefunden, die anschliessend am Beispiel des Seminars „Lernen am/als/durch Raum“ veranschaulicht wird. Mit hinein in die Entwicklung dieser methodischen Überlegungen spielt zudem die Analyse schulalltäglicher Regelbrüche (Tricks). Als heterotope Einbrüche in schulische Ordnungen standen sie Modell für die Entwicklung der Ansätze des Seminars. Dieses richtete sich an Studierende der Kunstpädagogik und fand ausgelagert als Zwischennutzung in den leeren Räumen der ehemaligen Villa Bellerive statt. Ausgangslage für den dort geplanten Einräumprozess waren künstlerische Recherchen an Schulhäusern unterschiedlicher Bauzeiten. Durch die situative Übersetzung der Resultate dieser Recherchen in den Kontext der Villaräume, sollten – im Sinne einer Analogie oder eines Kontrasts – gewisse Aspekte schulräumlicher Bedingungen noch einmal stärker hervortreten und reflektierbar werden. Im Hinblick auf die künftige Lehrtätigkeit der Studierenden sollte damit die Erfahrung eines Gestaltungspielraumes ermöglicht werden, der der Wirkungsweise normierender schulischer Inszenierungen ein Stück weit entgegenwirken wollte.
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • poor images – Über copies in motion und wo man sie findet (Helena Schmidt)
    Der Beitrag „poor images — Über copies in motion und wo man sie findet“ beschäftigt sich mit dem Begriff sogenannter „poor images“, nach Hito Steyerl (2009), und verortet ihn in einer gegenwärtigen Kunstvermittlungspraxis, die sich kritisch mit dem Internet und daraus resultierenden neuen Bildphänomenen und Praxen auseinandersetzt. Dabei wird verhandelt, welches Potenzial der Bildbegriff poor image für unser Bildhandeln in der postdigitalen Zeit hat.
  • radikal stolpern um dabei sehen zu (ver-)lernen. Wie und worin zeigt sich Unterricht in Sprachstücken? (Judit Villiger)
    Die Fragen, denen hier nachgegangen wird, haben ihren Ursprung in der Lehre, sie untersuchen, was Studierende in ihrer Zwischenrolle, kurz vor dem Lehrpraktikum im Master Art Education, in realen Unterrichtssituationen beobachten und reflektieren. Das Unterfangen, Unterricht wahrzunehmen und zu reflektieren, ist kein einfaches. Im Nebeneinander der verschiedenen Handlungen im Klassenraum muss beispielsweise dem Umstand Rechnung getragen werden, dass auch Besucher*innen – allein durch ihre Präsenz – zu Teilnehmer*innen werden. Das Geschehen im Schulzimmer kann damit als Geflecht aus einzelnen Handlungen, die aus keiner Beobachtungsposition vollständig erfasst werden können, verstanden werden. Die Methode der Sprachstücke führt Studierende mit einer künstlerischen Sensibilität und Haltung an Situationen von Unterricht heran, um genaues Hin-Sehen zu üben. Es geht hierbei darum, auch in bekannten Unterrichtsabläufen das zu registrieren, was leicht als gegeben hingenommen wird. In den Sprachstücken werden für solche alltäglich-nichtalltäglichen Wahrnehmungen insbesondere eigene sprachliche Übersetzungen gesucht. Die Autorin stellt hier, dem Interesse einer ihrer Studierenden folgend, exemplarisch ein Sprachstück ins Zentrum, in welchem die Studentin den T-Shirt-Aufdruck eines Schülers als Antwort auf Unterricht betrachtet und in einem Sprachstück darstellt. Ziel des Vorhabens ist es: (a) Unterricht wahrzunehmen, das heisst sehen zu lernen, (b) durch die Reflexion und Revision sehen zu verlernen, um (c), durch Übersetzung in ein sprachliches Medium, mit künstlerischer Sensibilität, diesen Prozess für sich und andere be-greifbar zu machen.
  • Humus (Christiane Hamacher)
    Humus in Verbindung mit Erde ist in der Regel in der obersten Schicht des Erdbodens ¬– in zehn bis dreissig Zentimetern Tiefe – als verletzliche, fragile Substanz enthalten. Dieser Bereich ist ein zentraler Lebensraum unterschiedlicher Lebewesen. Der Zustand der Böden ist derzeit weltweit äusserst schlecht. Sie gehen durch intensive Landwirtschaftsnutzung, zum Beispiel durch Überweidung für Fleischproduktion und der damit verbundenen Bodenerosion, verloren. Ein weiterer Faktor ist die Zubetonierung, die Versiegelung der Böden. Das folgende Experiment fokussiert auf Humus als lebendige, performative Substanz und spielt mit dem Moment der Überraschung. Eine Tonne Humus, als Berg aufgeschichtet, empfängt die Schüler*innen in einem mit grossen Plastikplanen begrenzten Raum. Dieser wird als fast wissenschaftliches Forschungslabor inszeniert. Mikroskope, Laborgläser, verschiedene Aufbewahrungsbehälter, Handschuhe, Pipetten, Lupen, Pinzetten, Mörser, usw. liegen auf Tischen bereit. Jede/r Schüler*in erhält eine eigene Forschungsschachtel und etwas Humus. Der Materialberg wird zum Reservoir und Auslöser für künstlerische Forschung. Hier lassen sich ästhetische Prozesse erzeugen und beobachten. Die gestalterisch forschende Auseinandersetzung mit dem Material Humus verstehe ich als eine Form der individuellen Vertiefung und des Denkens. Neue Wissensformen werden dabei generiert. Gewohnte Wege der Herangehensweise werden verlassen, unbekannte Materialerfahrungen und Wahrnehmungen können selber erzeugt, neu entdeckt und gesammelt werden. Damit lädt das Material Humus ein, zu experimentieren und unterschiedliche künstlerisch forschende Wege zu erproben zu den globalen, gemeinsamen Fragen.
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • BIGLERWEIBEL. Die fünfte Kolonne der Körper (BIGLERWEIBEL)
    Soziale Medien und Werbung produzieren und vermitteln Bilder von weiblichen Körpern, die im gegenwärtigen Wertesystem der Schönheitsideale als normal und erstrebenswert gelten. Die GIF Serie des Künstlerinnenduos BIGLERWEIBEL reduziert den eigenen weiblichen Körper auf Form und Materialität. Um sich diesen Normsystemen zu widersetzen, bedienen sich die Künstlerinnen einer gramablen Ästhetik. Der weibliche Körper dient als Ausgangspunkt, dessen optisches Potenzial stetig erweitert und neu verhandelt wird.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • Eine Annäherung an Parameter für eine informelle, künstlerische Bildung (Zoé Hall)
    Kunst als Paradigma geniesst vielerorts die Rolle einer politischen Avantgarde. Motivation für diesen Text fand sich im Bedürfnis, Kunst zu erweitern und das Politische ins Zwischenmenschliche zurück zu holen. Es wird ein Vorschlag ausformuliert, wie künstlerische Bildung nachhaltige politisierende Prozesse auslösen könnte, bevor zeitgenössische Diskurse den Rahmen der Unternehmung bereits ein Stück weit bestimmen können. Die Kunst lässt sich in der Zwischenmenschlichkeit und dem Verhältnis zwischen Personen festmachen. Auf dem Weg in eine „bessere Welt“ muss als erstes klar werden, was ihr im Wege steht. Auf der individuellen Ebene geschieht dies durch die Bewusstmachung der eigenen Stellung im gesellschaftlichen Gefüge. Auf der gemeinschaftlichen Ebene soll auf Augenhöhe Kritik geübt werden. Diese beiden Forderungen finden ihre Anfänge in einer spielerischen Welterschliessung: Einander zuhören, Gespräche führen, Rollen tauschen, Körper und Erfahrung in ein Verhältnis bringen. Pilze, Ameisen, Stare, der Wellen-Partikel Dualismus, sowie der Löwenzahn und Farnbieten nach Adrienne Maree Brown nützliche Allegorien für das spielerische Neudenken von Kunst und die damit einhergehenden Beziehungen. Gemeinschaftliche Unternehmungen behalten kein konkretes Ziel im Auge, es werden endgültige Schlüsse vermieden und absolute Wahrheiten abgelehnt. Doch eines liegt all dem Zugrunde: Entscheidungen werden durch Konsensfindung getroffen und diejenigen, die aus der Unternehmung einen Nutzen ziehen, sind dieselben, die daran teilhaben und mitdenken wollen. Was wir tun, gehört keiner Institution an, weder staatlich noch privat. Was wir tun geht nicht von einem Auftrag aus und ist nie an Lohnarbeit gekoppelt. Es ist lediglich das Interesse der Teilnehmenden relevant und das Ergebnis bleibt offen. Dieses Verständnis von künstlerischer Bildung soll abstrakt sein und informell bleiben, denn es lehnt jede Form von Herrschaft grundsätzlich ab.
  • Alltägliche Foto-Handlungen, Beobachtungen, Fragen - ein Einstieg (Flurina Stuppan)
    Mein Beitrag zeigt exemplarische Beobachtungen von alltäglichen Foto-Handlungen bei Adoleszenten und Erwachsenengruppen. Die Beobachtungen werden anhand innerer Bilder verschriftlicht. Ausgehend von diesen Beobachtungen werden Fragen formuliert, die eine kritische Position gegenüber dem Medium Fotografie und der Gesellschaft einnehmen. Der Schlussteil des Textes stellt die unterschiedlichen Foto-Handlungen zur Diskussion und lässt Erkenntnisse der Masterarbeit zu Valie Export und Martha Rosler einfliessen. Eine kunstpädagogische Kontextualisierung bildet den Abschluss des Textes und soll so alltägliche Handlungen aus einer vermittelnden Perspektive heraus gewichten.
  • Herausforderungen einer Disziplinierung – Fragen an die Art Education (Anna Schürch, Sophie Vögele)
    Der Beitrag geht fragend den Widersprüchen nach, die mit der Herausbildung und Institutionalisierung akademischer Disziplinen einhergehen, und verfolgt explorierend die Verankerung der Art Education als Disziplin im tertiären Bildungsbereich. Der Text verfolgt somit den Versuch, einen konzeptuellen Rahmen für die weitere Entwicklung und Disziplinierung der Art Education in der Schweiz zu setzen. Im Schreibprozess selbst verhandeln die Autor*innen aus ihren unterschiedlichen institutionellen und forschenden Positionierungen heraus disziplinäre und institutionelle Verhältnisse. Die Interdisziplinarität als Merkmal der Art Education ist dabei leitend und zieht eine Reihe von Fragen nach sich: Inwiefern bildet sich durch die disziplinäre Verankerung von Art Education als interdisziplinär eine Eigenständigkeit gegenüber Referenzdisziplinen ab? Und wie kann die Dichotomie, welche das Verständnis von Art Education weitläufig prägt, dadurch überwunden werden? Was beinhaltet ein forschendes Selbstverständnis und wie kann mit einer fehlenden Tradition in diesem Fach umgegangen werden? Wie wirkmächtig sind institutionelle Strukturen und was ist die Rolle der Selbstreflexion im Prozess einer Verstetigung?
  • Herausforderungen einer Disziplinierung – Fragen an die Art Education (Anna Schürch, Sophie Vögele)
    Der Beitrag geht fragend den Widersprüchen nach, die mit der Herausbildung und Institutionalisierung akademischer Disziplinen einhergehen, und verfolgt explorierend die Verankerung der Art Education als Disziplin im tertiären Bildungsbereich. Der Text verfolgt somit den Versuch, einen konzeptuellen Rahmen für die weitere Entwicklung und Disziplinierung der Art Education in der Schweiz zu setzen. Im Schreibprozess selbst verhandeln die Autor*innen aus ihren unterschiedlichen institutionellen und forschenden Positionierungen heraus disziplinäre und institutionelle Verhältnisse. Die Interdisziplinarität als Merkmal der Art Education ist dabei leitend und zieht eine Reihe von Fragen nach sich: Inwiefern bildet sich durch die disziplinäre Verankerung von Art Education als interdisziplinär eine Eigenständigkeit gegenüber Referenzdisziplinen ab? Und wie kann die Dichotomie, welche das Verständnis von Art Education weitläufig prägt, dadurch überwunden werden? Was beinhaltet ein forschendes Selbstverständnis und wie kann mit einer fehlenden Tradition in diesem Fach umgegangen werden? Wie wirkmächtig sind institutionelle Strukturen und was ist die Rolle der Selbstreflexion im Prozess einer Verstetigung?
  • 3 Fragen...an Barnaby Drabble (Barnaby Drabble)
    Für sein neuestes Buch «Along Ecological Lines - Contemporary Art and Climate Crisis» (2019) reiste Barnaby Drabble mit dem Fahrrad quer durch Europa, um verschiedene Projekte und Initiativen von Künstler*innen zu untersuchen, die sich auf unterschiedliche Weise mit ökologischen Fragen auseinandersetzen. In den 3 Fragen bietet der Autor, Kurator und Forscher einen Einblick in seine Reise und reflektiert, inwiefern Kunstvermittlung und künstlerische Forschung ein Potenzial besitzen, eine wichtige Rolle in der Debatte um die Klima-Krise einzunehmen. Im Blickpunkt steht auch die Chance der Kulturinstitutionen, durch eine Öffnung zu kollektiven, aktivistischen oder «grassroot» Praktiken, transformative Kunstpraktiken zu befördern.
  • Theo­rie in Pra­xis über­set­zen -​ For­schungs­be­we­gun­gen (Dolores Smith)
    Ausgangspunkte des hier vorgestellten Forschungsprojekts waren die Frage nach den Bedingungen eines gleichberechtigten Zugangs zu künstlerisch-kulturellen Bildungsangeboten für benachteiligte Kinde...
  • Flic Flac* - Feministische Materialien für den Kunstunterricht. (Elke Smodics-Kuscher, Nora Sternfeld, Büro trafo. K)
    Flic Flac* – Fe­mi­nis­ti­sche Ma­te­ria­li­en für den Kunstun­ter­richt. Mit Flic Flac* versuchen Elke Smodics-Kuscher und Nora Sternfeld vom Büro trafo.K sich den Kodierungen, Fallstricken und Wi...
  • Materialien zum Selbststudium (Danja Erni, Nora Landkammer, Anna Schürch, Bernadett Settele)
    Die Materialien zum Selbststudium sind mit dem Ziel konzipiert, eine Diskussions- und Wissensbasis zu den Themen «queer» und «Do it yourself» im Kunstunterricht zur Verfügung zu stellen. Sie beschä...
  • Em­power­ment als Hand­lungs­stra­te­gie ge­gen Ras­sis­mus (Žaklina Mamutovič)
    Bisherige antirassistische Bildungsangebote in der Bundesrepublik wenden sich überwiegend an Mehrheitsangehörige und sind aus deren Perspektive konzipiert. Praktisch findet die Perspektive von Mens...
  • Herausforderungen einer Disziplinierung – Fragen an die Art Education (Anna Schürch, Sophie Vögele)
    Der Beitrag geht fragend den Widersprüchen nach, die mit der Herausbildung und Institutionalisierung akademischer Disziplinen einhergehen, und verfolgt explorierend die Verankerung der Art Education als Disziplin im tertiären Bildungsbereich. Der Text verfolgt somit den Versuch, einen konzeptuellen Rahmen für die weitere Entwicklung und Disziplinierung der Art Education in der Schweiz zu setzen. Im Schreibprozess selbst verhandeln die Autor*innen aus ihren unterschiedlichen institutionellen und forschenden Positionierungen heraus disziplinäre und institutionelle Verhältnisse. Die Interdisziplinarität als Merkmal der Art Education ist dabei leitend und zieht eine Reihe von Fragen nach sich: Inwiefern bildet sich durch die disziplinäre Verankerung von Art Education als interdisziplinär eine Eigenständigkeit gegenüber Referenzdisziplinen ab? Und wie kann die Dichotomie, welche das Verständnis von Art Education weitläufig prägt, dadurch überwunden werden? Was beinhaltet ein forschendes Selbstverständnis und wie kann mit einer fehlenden Tradition in diesem Fach umgegangen werden? Wie wirkmächtig sind institutionelle Strukturen und was ist die Rolle der Selbstreflexion im Prozess einer Verstetigung?
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • Humus (Christiane Hamacher)
    Humus in Verbindung mit Erde ist in der Regel in der obersten Schicht des Erdbodens ¬– in zehn bis dreissig Zentimetern Tiefe – als verletzliche, fragile Substanz enthalten. Dieser Bereich ist ein zentraler Lebensraum unterschiedlicher Lebewesen. Der Zustand der Böden ist derzeit weltweit äusserst schlecht. Sie gehen durch intensive Landwirtschaftsnutzung, zum Beispiel durch Überweidung für Fleischproduktion und der damit verbundenen Bodenerosion, verloren. Ein weiterer Faktor ist die Zubetonierung, die Versiegelung der Böden. Das folgende Experiment fokussiert auf Humus als lebendige, performative Substanz und spielt mit dem Moment der Überraschung. Eine Tonne Humus, als Berg aufgeschichtet, empfängt die Schüler*innen in einem mit grossen Plastikplanen begrenzten Raum. Dieser wird als fast wissenschaftliches Forschungslabor inszeniert. Mikroskope, Laborgläser, verschiedene Aufbewahrungsbehälter, Handschuhe, Pipetten, Lupen, Pinzetten, Mörser, usw. liegen auf Tischen bereit. Jede/r Schüler*in erhält eine eigene Forschungsschachtel und etwas Humus. Der Materialberg wird zum Reservoir und Auslöser für künstlerische Forschung. Hier lassen sich ästhetische Prozesse erzeugen und beobachten. Die gestalterisch forschende Auseinandersetzung mit dem Material Humus verstehe ich als eine Form der individuellen Vertiefung und des Denkens. Neue Wissensformen werden dabei generiert. Gewohnte Wege der Herangehensweise werden verlassen, unbekannte Materialerfahrungen und Wahrnehmungen können selber erzeugt, neu entdeckt und gesammelt werden. Damit lädt das Material Humus ein, zu experimentieren und unterschiedliche künstlerisch forschende Wege zu erproben zu den globalen, gemeinsamen Fragen.
  • Zur Ausrichtung fachdidaktischer Forschung in der Kunstpädagogik des Kindergartens (Anja Morawietz)
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Fachwissenschaft, Fragen des Unterrichts und sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik in der Kunstpädagogik beziehungsweise der fachdidaktischen Forschung der Kindergartenstufe. Zu Beginn wird aufgezeigt, welche Fragen sich für die Fachdidaktik des Bildnerischen Gestaltens im Kindergarten ergeben. Skizziert wird, weshalb in der Kunstpädagogik systematisch wissenschaftliche Forschungsmethoden sowie ästhetische oder kunstbasierte Forschung aus fachimmanenten Gründen ihre Berechtigung haben. Die Studie dient als Beispiel für den gewinnbringenden Einsatz von Methoden qualitativ-empirischer Sozialforschung in kunstpädagogischen Zusammenhängen. Die Methode Videographie, welche auf Fragestellungen und ästhetische Gegenstände der Kunstpädagogik adaptiert ist, wird vorgestellt. Die in äusserster Kürze dargestellte Studie stellt die Frage, inwiefern junge Kinder überhaupt Interesse daran haben, sich in Unterrichtssettings auf Prozesse des Zeichnens mit Darstellungsabsicht einzulassen. Es wird untersucht, wie die Kinder unter den didaktisierenden Eckpunkten der Aufgabenstellungen agieren und welche Bildungschancen sich daraus ergeben. Das Beispiel zeigt, dass sich die Videographie bestens eignet, um gestalterische Unterrichtspraxis mit ihren Unterrichtsarrangements, Lernprozessen und Vermittlungsmethoden zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. An Pädagogischen Hochschulen der Schweiz ist in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften grosses Know-how zu systematisch wissenschaftlichen Forschungsmethoden zu finden. Es besteht das Desiderat, Synergien von Erziehungs- sowie Sozialwissenschaften und Fachdidaktiken noch intensiver in den Blick zu nehmen und zu nutzen. Die Einführung des Joint Masters Fachdidaktik Künste an der PH Zürich bietet nun die Chance, laufend entstehenden Fragen des gestalterischen (In der Schweiz wird „gestalterisch“ oder „bildnerisch“ nicht in anachronistischer Konnotation, sondern synonym zu ästhetisch oder gestalterisch-künstlerisch verwendet. Dieser Sprachgebrauch – die Betonung des Gestaltens – ist einer respektvollen Distanz zur Kunst geschuldet.) Unterrichts auf allen Schulstufen, in Anbindung an gängige Forschungsmethoden, in Masterarbeiten nachzugehen.
  • SOMEWHERE OFF THE REAL. Sprachgesteuerte Interfaces und ihre medienkritische Vermittlung (Malin Kuht)
    SOMEWHERE OFF THE REAL betrachtet Interfaces als Schnittstelle zwischen dem Möglichen, dem Zurückliegenden und dem Dahinterliegenden digitaler Medien. Interfaces ermöglichen und gestalten die Interaktion mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die häufig weiblich-codierte Gestaltung von Sprachsteuerung, die sich vermehrt in smarten Geräten findet, leitet sich aus der Geschichte von vergeschlechtlichter Arbeitsteilung und tradierten gesellschaftlichen Rollenbildern ab. Der Beitrag argumentiert, dass unsere Interaktionen mit digitalen Technologien unser Verhältnis zu diesen digitalen Technologien bestimmen. Diese Prozesse werden anhand der künstlerischen Praxen von Melanie Hoff und Joy Buolamwini veranschaulicht. Melanie Hoff zeigt mit Draw What You Think Alexa Looks Like (2019) auf, inwieweit Vorstellungen durch das Interface geformt werden. Joy Buolamwinis Arbeiten belegen den kulturell-programmierten Blick von Algorithmen auf Menschen. Der Beitrag fasst die verschiedenen Ebenen der Befragung von digitalen Technologien zusammen und verdeutlicht die darin eingeschriebenen politischen (Macht-)Verhältnisse. Mithilfe von künstlerischen Strategien können diese sichtbar und verhandelbar gemacht werden. Dabei stehen die affektiven Verbindungen von Menschen den implizierten Annahmen der Maschinen gegenüber. Die vorgestellten Konzepte werden durch die eigene künstlerische Arbeit OFFREAL der Autorin* vertieft. Die Auseinandersetzung mit visuellen Aspekten der Simulation von Serviceleistenden steht im Fokus. Neben der weiblich-codierten Stimme stellen sich hier repräsentations-politische Fragen, da viele Avatare entlang popkultureller Schönheitsideale designt werden. Die Kategorien Race und Gender bleiben auch im Diskurs um virtuelle Körper umkämpft. Insgesamt argumentiert der Beitrag SOMEWHERE OFF THE REAL für ein kritisches Zusammendenken der strukturellen Zusammenhänge in Bezug auf die zunehmende weiblich-codierte Verkörperung von Interfaces.
  • Are You Sure? Zoom in (Charlotte Friedli)
    Der folgende Text ist ein überarbeiteter Teil meiner Masterthesis Are you sure? Zoom in. Wie ich dem unnahbaren Computer näherkomme. Eine Ermächtigungsstrategie. Die Frage wurde in Wechselwirkung zwischen künstlerischer und kunstanalytischer Arbeit erforscht. Zu Beginn stand die These, dass der Computer unnahbar sei, da es sich um ein komplexes und mystifiziertes Dispositiv handelt. Dieser Zustand wird mit verschiedenen Positionen untersucht. User*innen wissen nicht, womit sie es wirklich zu tun haben und sind gezwungen den Entscheidungen der Webentwickler*innen zu folgen. Orientiert an Olia Lialinas Konzept der Digitalen Folklore wird eine Stärkung der einfachen User*innen und den ephemeren Spuren, die sie auf dem Web hinterlassen, angestrebt. Die künstlerische Strategie namens zoom in wurde basierend auf den Auseinandersetzungen mit verschiedenen Theorien entwickelt. Zoom in steht für die Annäherung an einen unnahbaren Computer. Durch die zoom-Bewegung gelangen die Userin*innen über sinnlose Umwege an ungeahnte Orte. Die Strategie beschreibt vier Aspekte, welche unter die Lupe genommen werden: Infrastruktur, Nebenhandlungen, das Individuum und Pixel. Auf dem Blog www.areyousure.blog finden sich künstlerische Artefakte, welche die Distanz zum Mythos Computer aufzulösen versuchen.
  • reise zum :) (Helen Stefanie)
    Die microblogging Plattform tumblr steht für eine Kultur des virtuellen Bildersammelns, die hauptsächlich von (weiblichen, queer/trans*, PoC) Teenagern und Twentysomethings geprägt wurde. Arbeiten feministischer Künstler*innen erscheinen wie selbstverständlich neben alten Paparazzi-Fotos von Britney Spears, Theorietexten, Shitposts und den eigenen Selfies. In Folge einer strengeren Reglementierung pornografischer Inhalte im Dezember 2018 verlor tumblr mehr als eine Millionen aktive User*innen. Trotz Fällen von Cyber-Mobbing, der weiten Verbreitung von Spambots und Netzwerken nationalistischer User*innen galt tumblr davor als sicherer Ort für queer-feministische und antirassistische Diskurse, Fandom-Aktivitäten sowie persönliche Erzählungen und Selbstvermarktung von Sexarbeiter*innen. Nach Heather Warren-Crow lassen sich digitale Bilder im Internet als mädchenhaft denken: Girlish Images beziehungsweise Plastic Images sind formbar, fluide, leicht aufzublasen oder zu verkleinern, sie zirkulieren im Netzwerk. Der für tumblr spezifische Modus der Archiv- und Sammelkultur in Bezug auf digitale Bilder scheint ein exemplarisches Beispiel für dieses Verhältnis zu sein. Bilder werden von ihren Kontexten und materiellen Herstellungsbedingungen losgelöst und verflacht und bekommen gleichzeitig einen Wert als rein ästhetisch zu beurteilende Bild-Objekte innerhalb der Sammlung zugewiesen. Der Meta-Comic reise zum :) inszeniert einen Kontaktaufnahme-Versuch sowohl mit den sammelnden User*innen als auch mit den durch sie zirkulierten Bildern.
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • poor images – Über copies in motion und wo man sie findet (Helena Schmidt)
    Der Beitrag „poor images — Über copies in motion und wo man sie findet“ beschäftigt sich mit dem Begriff sogenannter „poor images“, nach Hito Steyerl (2009), und verortet ihn in einer gegenwärtigen Kunstvermittlungspraxis, die sich kritisch mit dem Internet und daraus resultierenden neuen Bildphänomenen und Praxen auseinandersetzt. Dabei wird verhandelt, welches Potenzial der Bildbegriff poor image für unser Bildhandeln in der postdigitalen Zeit hat.
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Drei Fragen an... (Hannah Horst)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format über aktuelle Praxis auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Text und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Sedimented- Wenn ein Material in Aktion tritt (Tiziana Halbheer)
    Der Beitrag Sedimented – Wenn ein Material in Aktion tritt ,setzt sich mit Materialien als lebendige und intraagierende Phänomene auseinander. Anhand des Materials Staubniederschlag, ein Gemisch aus anthropogenen und von der Natur abgeriebenen Stäuben wird die Wirkungsmacht, Lebendigkeit und Verkettungen mit der Mitwelt erläutert. Um die Nähe zum Material und dessen Auswirkung auf eigene Körperlichkeit, Empfindung, tradierte Ansichten und kulturelle Traditionen sichtbar zu machen, wird ein Staubspaziergang als kunstpädagogische und performative Strategie vorgeschlagen. Es ist eine detektivische Suche nach staubigen Hinterlassenschaften von weltlichen Tätigkeiten, die durch Handlungen Wertesysteme und tradierte Vorstellungen von Erscheinungen hinterfragen. Staubniederschlag gilt als Beispiel, Material als Ausgangsstoff von kunstpädagogischen Denk- und Interpretationsräumen zu gebrauchen und die vielfältigen Möglichkeiten auszuloten.
  • Theo­rie in Pra­xis über­set­zen -​ For­schungs­be­we­gun­gen (Dolores Smith)
    Ausgangspunkte des hier vorgestellten Forschungsprojekts waren die Frage nach den Bedingungen eines gleichberechtigten Zugangs zu künstlerisch-kulturellen Bildungsangeboten für benachteiligte Kinde...
  • Wie Sprach­lo­sig­keit zum Han­deln füh­ren kann (Julia Draxler)
    Der Artikel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Kunstvermittlung nicht nur das «Sprechen über Kunst», sondern auch das «Handeln zu Kunst» realisiert werden kann. Kunstwerke sollen nicht nur r...
  • A kind of punk rock, teaching machine. Queer-feministische Zines im Kunstunterricht. (Elke Zobl)
    Elke Zobel stellt Zines als eine Alternative zu den Mainstream-Medien vor, die die Möglichkeit und das Potential vielfältiger Selbstrepräsentation, des Ausdrucks anderer Seiten des Selbst und der H...
  • Kri­ti­sches Weiss­sein in der Bil­dungs­ar­beit -​ (Regina Richter, Claude Preetz)
    wie rassismuskritisch umgehen mit der eigenen Rolle als weisse Lehrperson? Hintergrundtext zu einem Workshopkonzept Der Text möchte eine Auseinandersetzung mit der privilegierten Position als weiss...
  • Lost in Ver­mitt­lung? Kul­Tür auf! (Ahmed Shah, Nils Erhard)
    «Wir wollen keine inclusion, keine participation, keine integration, sondern SELBST emancipation» (aus Schwarzkopf BRD, JugendtheaterBüro Berlin). Der Text fragt, ausgehend von Erfahrungen mit der...
  • D(r)eck­schicht «In­te­gra­ti­on» (Judith Rahner, Nicola Lauré al-Samarai)
    Über­le­gun­gen zur his­to­risch-​po­li­ti­schen Bil­dungs-​ und Er­in­ne­rungs­ar­beit mit Ju­gend­li­chen of Co­lor in Deutsch­land In hegemonialen Auseinandersetzungen zu «Holocaust-Education in...
  • AUS MIT RAUS (Eva Lausegger)
    oder BIN ICH RAS­SIS­TISCH? Ausgangspunkt dieses Textes ist die versuchte Abschiebung einer Schülerin unserer Schule, eine Protestbewegung dagegen und ein aus diesen Geschehnissen heraus entwickelt...
  • Be­tei­ligt wer­den und sicht­bar sein. Wer pro­fi­tiert? (Henrike Plegge)
    Zur Ar­beit mit ju­gend­li­chen Mi­grant_in­nen in Kunst­ver­mitt­lung und Aus­stel­lung In ihrem Beitrag geht Henrike Plegge verschiedenen Formen der Beteiligung und Sichtbarkeit von jugendlichen ...
  • Wer hört wie ich und zu wel­chen ge­hö­re ich? (Dorothee Barth)
    Zum Be­griff kul­tu­rel­ler Iden­ti­tät im Kon­text ei­ner (in­ter­kul­tu­rel­len) Mu­sik­päd­ago­gik Die Autorin dieses Textes stellt die Frage, welchen Beitrag die «Interkulturelle Musikpädagogik...
  • In wel­che Bli­cke soll Schu­le in­ves­tie­ren? (Simon Harder)
    Un­Sicht­bar­kei­ten und ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung im Kunstun­ter­richt Dieser Beitrag zeigt aus queer-feministischer Perspektive, weshalb es problematisch ist, Sichtbarkeit al...
  • SOMEWHERE OFF THE REAL. Sprachgesteuerte Interfaces und ihre medienkritische Vermittlung (Malin Kuht)
    SOMEWHERE OFF THE REAL betrachtet Interfaces als Schnittstelle zwischen dem Möglichen, dem Zurückliegenden und dem Dahinterliegenden digitaler Medien. Interfaces ermöglichen und gestalten die Interaktion mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die häufig weiblich-codierte Gestaltung von Sprachsteuerung, die sich vermehrt in smarten Geräten findet, leitet sich aus der Geschichte von vergeschlechtlichter Arbeitsteilung und tradierten gesellschaftlichen Rollenbildern ab. Der Beitrag argumentiert, dass unsere Interaktionen mit digitalen Technologien unser Verhältnis zu diesen digitalen Technologien bestimmen. Diese Prozesse werden anhand der künstlerischen Praxen von Melanie Hoff und Joy Buolamwini veranschaulicht. Melanie Hoff zeigt mit Draw What You Think Alexa Looks Like (2019) auf, inwieweit Vorstellungen durch das Interface geformt werden. Joy Buolamwinis Arbeiten belegen den kulturell-programmierten Blick von Algorithmen auf Menschen. Der Beitrag fasst die verschiedenen Ebenen der Befragung von digitalen Technologien zusammen und verdeutlicht die darin eingeschriebenen politischen (Macht-)Verhältnisse. Mithilfe von künstlerischen Strategien können diese sichtbar und verhandelbar gemacht werden. Dabei stehen die affektiven Verbindungen von Menschen den implizierten Annahmen der Maschinen gegenüber. Die vorgestellten Konzepte werden durch die eigene künstlerische Arbeit OFFREAL der Autorin* vertieft. Die Auseinandersetzung mit visuellen Aspekten der Simulation von Serviceleistenden steht im Fokus. Neben der weiblich-codierten Stimme stellen sich hier repräsentations-politische Fragen, da viele Avatare entlang popkultureller Schönheitsideale designt werden. Die Kategorien Race und Gender bleiben auch im Diskurs um virtuelle Körper umkämpft. Insgesamt argumentiert der Beitrag SOMEWHERE OFF THE REAL für ein kritisches Zusammendenken der strukturellen Zusammenhänge in Bezug auf die zunehmende weiblich-codierte Verkörperung von Interfaces.
  • Theo­rie in Pra­xis über­set­zen -​ For­schungs­be­we­gun­gen (Dolores Smith)
    Ausgangspunkte des hier vorgestellten Forschungsprojekts waren die Frage nach den Bedingungen eines gleichberechtigten Zugangs zu künstlerisch-kulturellen Bildungsangeboten für benachteiligte Kinde...
  • Das Dis­play ak­ti­vie­ren (Karin Schneider)
    The­sen aus dem Forschung­spro­jekt "sci­ence with all sens­es -​ sci­ence and gen­der in the mak­ing" Die folgenden methodischen Überlegungen und Analysen entstammen dem Forschungsprojekt „science...
  • Wie Sprach­lo­sig­keit zum Han­deln füh­ren kann (Julia Draxler)
    Der Artikel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Kunstvermittlung nicht nur das «Sprechen über Kunst», sondern auch das «Handeln zu Kunst» realisiert werden kann. Kunstwerke sollen nicht nur r...
  • Die «Werk­statt über mich» (Urs Bachmann, Sandra Lippuner)
    Zwi­schen Ver­ge­wis­se­rung und Am­bi­va­lenz Wer «gehört dazu» und wer nicht? Was muss ich tun um dazuzugehören? Was passiert, wenn ich nicht dazugehöre? Die «Werkstatt über mich» ist ein Worksho...
  • Fra­gen er­mög­li­chen: (Ursula Ulrich)
    Wie ei­ne Kul­tur der fra­gen­den Hal­tung zu be­we­gen ver­mag Der Text zeichnet nach, wie die Beforschung der theatralen Gestaltungswerkstatt «Rollenkids» mit Primarschulkindern aus Luzern zu ein...
  • Zur Ausrichtung fachdidaktischer Forschung in der Kunstpädagogik des Kindergartens (Anja Morawietz)
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Fachwissenschaft, Fragen des Unterrichts und sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik in der Kunstpädagogik beziehungsweise der fachdidaktischen Forschung der Kindergartenstufe. Zu Beginn wird aufgezeigt, welche Fragen sich für die Fachdidaktik des Bildnerischen Gestaltens im Kindergarten ergeben. Skizziert wird, weshalb in der Kunstpädagogik systematisch wissenschaftliche Forschungsmethoden sowie ästhetische oder kunstbasierte Forschung aus fachimmanenten Gründen ihre Berechtigung haben. Die Studie dient als Beispiel für den gewinnbringenden Einsatz von Methoden qualitativ-empirischer Sozialforschung in kunstpädagogischen Zusammenhängen. Die Methode Videographie, welche auf Fragestellungen und ästhetische Gegenstände der Kunstpädagogik adaptiert ist, wird vorgestellt. Die in äusserster Kürze dargestellte Studie stellt die Frage, inwiefern junge Kinder überhaupt Interesse daran haben, sich in Unterrichtssettings auf Prozesse des Zeichnens mit Darstellungsabsicht einzulassen. Es wird untersucht, wie die Kinder unter den didaktisierenden Eckpunkten der Aufgabenstellungen agieren und welche Bildungschancen sich daraus ergeben. Das Beispiel zeigt, dass sich die Videographie bestens eignet, um gestalterische Unterrichtspraxis mit ihren Unterrichtsarrangements, Lernprozessen und Vermittlungsmethoden zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. An Pädagogischen Hochschulen der Schweiz ist in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften grosses Know-how zu systematisch wissenschaftlichen Forschungsmethoden zu finden. Es besteht das Desiderat, Synergien von Erziehungs- sowie Sozialwissenschaften und Fachdidaktiken noch intensiver in den Blick zu nehmen und zu nutzen. Die Einführung des Joint Masters Fachdidaktik Künste an der PH Zürich bietet nun die Chance, laufend entstehenden Fragen des gestalterischen (In der Schweiz wird „gestalterisch“ oder „bildnerisch“ nicht in anachronistischer Konnotation, sondern synonym zu ästhetisch oder gestalterisch-künstlerisch verwendet. Dieser Sprachgebrauch – die Betonung des Gestaltens – ist einer respektvollen Distanz zur Kunst geschuldet.) Unterrichts auf allen Schulstufen, in Anbindung an gängige Forschungsmethoden, in Masterarbeiten nachzugehen.
  • Die Idee kommt beim Zeichnen (Malin Widén)
    Die fortschreitende Digitalisierung verändert unsere Wahrnehmung, unser Denken und Handeln. Sie verändert auch unser Verhältnis zum Bild. Gleichzeitig aber muss die Relevanz der visuellen Bildung stets verteidigt werden. Anstatt durch das Zeichnen über Macht und Wirkung von Bildern nachzudenken, in Bildern zu denken und sie in neue Kontexte zu stellen, tendiert die Schule dazu, das Bildermachen nach einem gewissen Schema abzuhandeln, das auf homogene, gut bewertbare Bildprodukte ausgerichtet ist. Insbesondere in der Didaktik braucht es meiner Ansicht nach neue Ansätze und Beispiele; nämlich solche, die das Zeichnen nicht als Nachahmung vorhandener Bildkategorien verstehen, sondern als Denkprozess; ein visueller Denkprozess, der individuell ist und auch fächerübergreifend stattfinden kann. Was es überhaupt bedeutet, das Zeichnen mit dem Denken in Verbindung zu bringen und welche Herausforderungen und Möglichkeiten eine reflexive Zeichenpraxis für die Primarschule mit sich bringen könnte, habe ich im Rahmen der Masterthesis Die Idee kommt beim Zeichnen experimentell-wissenschaftlich untersucht. In meiner Arbeit ist das Zeichnen sowohl Forschungsobjekt und -methode zugleich – visuelle und sprachliche Denkprozesse inspirieren und reflektieren sich gegenseitig.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • 3 Fragen...an Barnaby Drabble (Barnaby Drabble)
    Für sein neuestes Buch «Along Ecological Lines - Contemporary Art and Climate Crisis» (2019) reiste Barnaby Drabble mit dem Fahrrad quer durch Europa, um verschiedene Projekte und Initiativen von Künstler*innen zu untersuchen, die sich auf unterschiedliche Weise mit ökologischen Fragen auseinandersetzen. In den 3 Fragen bietet der Autor, Kurator und Forscher einen Einblick in seine Reise und reflektiert, inwiefern Kunstvermittlung und künstlerische Forschung ein Potenzial besitzen, eine wichtige Rolle in der Debatte um die Klima-Krise einzunehmen. Im Blickpunkt steht auch die Chance der Kulturinstitutionen, durch eine Öffnung zu kollektiven, aktivistischen oder «grassroot» Praktiken, transformative Kunstpraktiken zu befördern.
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • EcoArtLab. Transdisziplinäre Zugänge zum Klimawandel (Yvonne Schmidt)
    Das EcoArtLab an der Hochschule der Künste Bern ist ein Pilotprojekt, das untersuchen möchte, wie das Zusammenspiel von künstlerisch-forschenden und humangeografischen bzw. klimatologischen Expertisen für die Klimadebatte fruchtbar gemacht werden kann. In diesem Kontext fand 2020 in Bern und Zürich eine Summerschool zum Thema «Climate and the City» statt, in Kollaboration mit dem Crowther Lab der ETH Zürich, dem Geografischen Institut der Universität Bern und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Aufbauend auf eine Forschungs-Toolbox entwickelten dreizehn Studierende aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen im Sommer 2020 im Austausch mit Wissenschaftler*innen Projektideen, die im Rahmen einer Intervention im Frau Gerolds Garten gezeigt wurden. Ausserdem fanden verschiedene Workshops, Podiumsdiskussionen und Stammtische mit einem breiteren Publikum statt, die sich mit Themen der ökologischen Nachhaltigkeit, z.B. Energieverbrauch, auseinandersetzten. Der Beitrag bietet einen Einblick in die Summerschool «Climate & the City». Im Fokus steht, welche Zugänge und Formate der Erkenntnisgenerierung durch die Kollaboration zwischen künstlerischen Verfahren und Klimaforschung entstehen. Gleichzeitig zeigt er Hürden und Problematiken auf, welchen derartige Zusammenarbeiten begegnen.
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • Wie Sprach­lo­sig­keit zum Han­deln füh­ren kann (Julia Draxler)
    Der Artikel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Kunstvermittlung nicht nur das «Sprechen über Kunst», sondern auch das «Handeln zu Kunst» realisiert werden kann. Kunstwerke sollen nicht nur r...
  • Ge­ord­ne­te Kör­per, ver­kör­per­te Ord­nun­gen – über vi­su­el­le und sprach­li­che Re­prä­sen­ta­ti­ons­mus­ter von Kunst­ver­mitt­lung (Stephan Fürstenberg)
    In seinem Beitrag nimmt Stephan Fürstenberg die dominanten Darstellungsweisen der Figuren Kunstvermittler_in sowie Publikum in den Blick. Im Zentrum steht hierbei, unter Bezugnahme auf historische...
  • Cy­borg Exits im Klas­sen­zim­mer (Doris Arztmann, Eva Egermann)
    Kör­per-​Viel­spra­chig­keit und Crip-​Ma­te­ria­li­en für schmut­zi­ges Wis­sen im Kunstun­ter­richt. In einem Gesprächsformat gehen Doris Arztmann und Eva Egermann Fragestellungen und Umsetzungen...
  • Den Kör­per ent­schrei­ben (Fouad Asfour)
    Basierend auf meinem Vortrag im Rahmen der Plattform Un_Universität im April 2016 versammelt dieser Text Fragmente, die in einer stetigen Praxis des Entschreiben des Körpers als dekoloniale Option...
  • Crip-​Ma­te­ria­li­en als For­men un_uni­ver­si­tä­ren Den­kens (Eva Egermann)
    „Invisibility itself teaches something. Students who never hear of a woman philosopher have trouble believing in such a creature“, schreibt Elizabeth Minnich 1990 zur Frauenforschung. Diese Festst...
  • DEUTSCH, NATÜRLICH UND NACKT? Die Lebensreform und ihre kolonialen Verflechtungen (Saskia Köbschall)
    Ausgehend von den persönlichen Erfahrungen der Autorin mit der deutschen FKK-Bewegung erkundet das Essay die diskursive Verbindung zwischen Kolonialismus, seiner Ideologie des Rassismus, und der L...
  • „LECK MICH DOCH!“ WAR DENEN EINFACH TOO MUCH! Ein Gespräch über Algorithmen, Geld und sexuelle Bildung im Internet. (Kollektiv Feige)
    2018 hat das Kollektiv Feige, gegründet von Ebru Düzgün, Franziska Kabisch, Magdalena Fischer, Malu Blume und Sophie Utikal, die Videoserie "Liebe, Sex & Klartext" produziert. In der 14-teiligen Webserie zu sexueller Selbstbestimmung nehmen 11 Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren Mythen über Sexualität und Körpernormen unter die Lupe. Die Videos sollen einen Beitrag leisten, die Vielfalt von Sexualität und Geschlechtlichkeit sichtbar zu machen und einen Kontrapunkt zu den heteronormativen Diskursen des Mainstreams zu setzen. Die Macher*innen haben aus ihren eigenen sexuellen Lernbiografien geschöpft, um zu überlegen, welche Stigmata, Mythen und normativen Konstruktionen eine selbstbestimmte sexuelle Praxis erschweren, indem sie beispielsweise Scham und Unsicherheit erzeugen. Die Videos waren Teil einer Kampagne zu sexueller Selbstbestimmung von Mädchen und sind im Auftrag der Abteilung für Wiener Frauengesundheit der MA24 der Stadt Wien und in Zusammenarbeit mit dem Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch und dem flash Mädchencafé entstanden. Die Kollektiv Feige Mitglieder Malu, Magda und Franzis sprechen im Folgenden über den Entstehungsprozess der Videoserie " Liebe, Sex & Klartext, über sexuelles Erfahrungswissen, misogyne Trolle und schliesslich über den Zusammenhang von (sexueller) Selbstbestimmung und Queer-Feminismus.
  • „LECK MICH DOCH!“ WAR DENEN EINFACH TOO MUCH! Ein Gespräch über Algorithmen, Geld und sexuelle Bildung im Internet. (Kollektiv Feige)
    2018 hat das Kollektiv Feige, gegründet von Ebru Düzgün, Franziska Kabisch, Magdalena Fischer, Malu Blume und Sophie Utikal, die Videoserie "Liebe, Sex & Klartext" produziert. In der 14-teiligen Webserie zu sexueller Selbstbestimmung nehmen 11 Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren Mythen über Sexualität und Körpernormen unter die Lupe. Die Videos sollen einen Beitrag leisten, die Vielfalt von Sexualität und Geschlechtlichkeit sichtbar zu machen und einen Kontrapunkt zu den heteronormativen Diskursen des Mainstreams zu setzen. Die Macher*innen haben aus ihren eigenen sexuellen Lernbiografien geschöpft, um zu überlegen, welche Stigmata, Mythen und normativen Konstruktionen eine selbstbestimmte sexuelle Praxis erschweren, indem sie beispielsweise Scham und Unsicherheit erzeugen. Die Videos waren Teil einer Kampagne zu sexueller Selbstbestimmung von Mädchen und sind im Auftrag der Abteilung für Wiener Frauengesundheit der MA24 der Stadt Wien und in Zusammenarbeit mit dem Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch und dem flash Mädchencafé entstanden. Die Kollektiv Feige Mitglieder Malu, Magda und Franzis sprechen im Folgenden über den Entstehungsprozess der Videoserie " Liebe, Sex & Klartext, über sexuelles Erfahrungswissen, misogyne Trolle und schliesslich über den Zusammenhang von (sexueller) Selbstbestimmung und Queer-Feminismus.
  • BIGLERWEIBEL. Die fünfte Kolonne der Körper (BIGLERWEIBEL)
    Soziale Medien und Werbung produzieren und vermitteln Bilder von weiblichen Körpern, die im gegenwärtigen Wertesystem der Schönheitsideale als normal und erstrebenswert gelten. Die GIF Serie des Künstlerinnenduos BIGLERWEIBEL reduziert den eigenen weiblichen Körper auf Form und Materialität. Um sich diesen Normsystemen zu widersetzen, bedienen sich die Künstlerinnen einer gramablen Ästhetik. Der weibliche Körper dient als Ausgangspunkt, dessen optisches Potenzial stetig erweitert und neu verhandelt wird.
  • … um das Ende der Welt aufzuhalten! Ein kollektives Nachdenken zum Klimawandel (Bené Asefa Feireiss , Silke Ballath , Kunigunde Berberich , Raphael Daibert , Lukas Oertel , Katharina Stahlhoven , Wiebke Janzen )
    Als Autor*innenkollektiv bestehend aus Künstler*innen, Studierenden, Forschenden, Kulturagent*innen und Aktivist*innen interessiert uns ein kollektiver Zugang, um über die Frage nachzudenken: Was hat die Corona-Krise mit der Klimakrise zu tun? Die Fragestellung ist Ausgangspunkt für ein gemeinsames Nachdenken und steht in Relation zu unseren unterschiedlichen Positionen und Situierungen. Welche Fragestellungen zum Klimawandel ein kollektives und künstlerisches Nachdenken produzieren? Wie werden marginalisierte und diverse Positionen in dieses Nachdenken einbezogen? Wie und was (ver)lernen wir von- und miteinander? Wie werden kollektive Formen des Denkens und Handels künstlerische experimentiert? Entlang der künstlerischen Methode „METTRAGE positionen-relationen“ werden wir gemeinsam (eine) neue Fragestellung(en) kollektiv produzieren. Die Methode haben Katharina Stahlhoven und Silke Ballath in ihrer Tätigkeit als Kulturagent*innen für kreative Schulen als Werkzeug für Aushandlungsprozesse entwickelt. Das Verfahren macht einen kollektiven Denkprozess sicht- und verhandelbar. Es geht darum, seine spezifische Perspektive zu positionieren, um diese im Austausch mit einer weiteren Person oder Gruppe weiterzuentwickeln, neu zu kontextualisieren und zu modifizieren sowie in Bewegung zu bringen. Für den vorliegenden Beitrag entsteht ein kollektives Bild, sieben Einzelbilder, ein Gespräch und eine Fragestellung, die unser Gespräch anleiten wird.
  • Learning from Wallmapu (Aldir Polymeris)
    In diesem Beitrag geht es um einen Ort namens Chile und einen anderen namens Wallmapu, der sich – je nach Auffassung – innerhalb, unterhalb oder ausserhalb des ersten Ortes befindet. Wallmapu ist ein Ort, in dem komplexe, sich überlagernde, über die Grenzen schlagende, ja global verstrickte Geschichten eingeschrieben sind, Erzählungen von Kompositionen und Zusammensetzungen, von Hybridität, Differenz und Perspektiven. Der Teil des Wallmapu, um den es in diesem Bericht geht, liegt im Süden Chiles und ist auch unter einem anderen Namen bekannt, nämlich Araucanía-Region. So nennt der chilenischen Staat die Region südlich des Biobío-Flusses, die während Jahrhunderten nach der Eroberung vom Mapuche Volk bewohntes unabhängiges Territorium geblieben ist.  Die Mapuche, das ist das grösste indigene Volk Chiles und Wallmapu ist ihre Selbstbezeichnung für die Gebiete die sie vor der Eroberung bewohnen und bewohnten, zu denen die Araucanía-Region gehört, aber auch andere Gegenden, weitaus nördlicher sowie jenseits der Anden, im heutigen Argentinien. Weil die Bezeichnung Wallmapu einer anderen Auffassung von Territorium enstpricht, das die mono-nationale Ausrichtung des chilenischen Staates herauszufordern vermag, ist diese Bezeichnung stets politisch geprägt, denn sie symbolisiert die Kritik an der Kolonisierung, Auslöschung und Unterdrückung des Mapuche Volkes. 
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • EcoArtLab. Transdisziplinäre Zugänge zum Klimawandel (Yvonne Schmidt)
    Das EcoArtLab an der Hochschule der Künste Bern ist ein Pilotprojekt, das untersuchen möchte, wie das Zusammenspiel von künstlerisch-forschenden und humangeografischen bzw. klimatologischen Expertisen für die Klimadebatte fruchtbar gemacht werden kann. In diesem Kontext fand 2020 in Bern und Zürich eine Summerschool zum Thema «Climate and the City» statt, in Kollaboration mit dem Crowther Lab der ETH Zürich, dem Geografischen Institut der Universität Bern und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Aufbauend auf eine Forschungs-Toolbox entwickelten dreizehn Studierende aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen im Sommer 2020 im Austausch mit Wissenschaftler*innen Projektideen, die im Rahmen einer Intervention im Frau Gerolds Garten gezeigt wurden. Ausserdem fanden verschiedene Workshops, Podiumsdiskussionen und Stammtische mit einem breiteren Publikum statt, die sich mit Themen der ökologischen Nachhaltigkeit, z.B. Energieverbrauch, auseinandersetzten. Der Beitrag bietet einen Einblick in die Summerschool «Climate & the City». Im Fokus steht, welche Zugänge und Formate der Erkenntnisgenerierung durch die Kollaboration zwischen künstlerischen Verfahren und Klimaforschung entstehen. Gleichzeitig zeigt er Hürden und Problematiken auf, welchen derartige Zusammenarbeiten begegnen.
  • Quer­ge­le­sen und zu­rück­ge­spro­chen (Sabine Gebhardt Fink, Nora Landkammer, Anna Schürch)
    Ein Dia­log zu Per­for­mance­theo­rie und Ver­mitt­lung Ausgehend von Judith Butlers Verständnis des performativen Aktes als einer Handlung, die immer wieder repetiert und gesellschaftlich legitimi...
  • The Liv­ing School (Brandon LaBElle)
    The Living School wurde in London in Zusammenarbeit mit der South London Gallery an mehreren Orten in der Stadt in der Zeit von Februar bis Juni 2016 abgehalten. Fokussiert auf die Schwerpunkte soz...
  • Mu­se­um of Burn­ing Ques­tions (Nora Sternfeld)
    Verhandeln mit der Realität auf der Bergen Assembly 2016 Sind Ausstellungskontexte Zufluchtsorte für kritisches Lehren und Lernen, Vorreiter*innen von deren totaler Ökonomisierung, oder beides? Und...
  • A Gen­tle Raw­ness (Jianan Qu)
    Vor jedem Austausch denke ich über das Sein, Sehen und Fühlen nach. In diesem Sinne ist es realer, etwas zu fühlen als etwas zu studieren. Eine angenehme Art des Nebeneinanderseins, ohne Intention...
  • Fragen von innen und aussen – aufgehoben in der Utopie einer gemeinsamen[1] gegenhegemonialen Wissensproduktion (Die „Universität der Ignorant_innen“)
    Alle sind „ignorant“, solange marginalisiertes Wissen ignoriert wird, solange Wissen hergestellt wird, ohne dessen Machtdimension kritisch zu reflektieren. Mit der Produktion von Wissen sind gewal...
  • Act­ing To­geth­er: re­think­ing ex­ist­ing ap­proach­es to col­lec­tive ac­tion (Yen Noh)
    In diesem Text wird kollektives Handeln als künstlerische Praxis untersucht. Eine solche Praxis geht oft kooperativ und kuratorisch vor, indem sowohl in Künstler_innengruppen als auch mit dem Publ...
  • … um das Ende der Welt aufzuhalten! Ein kollektives Nachdenken zum Klimawandel (Bené Asefa Feireiss , Silke Ballath , Kunigunde Berberich , Raphael Daibert , Lukas Oertel , Katharina Stahlhoven , Wiebke Janzen )
    Als Autor*innenkollektiv bestehend aus Künstler*innen, Studierenden, Forschenden, Kulturagent*innen und Aktivist*innen interessiert uns ein kollektiver Zugang, um über die Frage nachzudenken: Was hat die Corona-Krise mit der Klimakrise zu tun? Die Fragestellung ist Ausgangspunkt für ein gemeinsames Nachdenken und steht in Relation zu unseren unterschiedlichen Positionen und Situierungen. Welche Fragestellungen zum Klimawandel ein kollektives und künstlerisches Nachdenken produzieren? Wie werden marginalisierte und diverse Positionen in dieses Nachdenken einbezogen? Wie und was (ver)lernen wir von- und miteinander? Wie werden kollektive Formen des Denkens und Handels künstlerische experimentiert? Entlang der künstlerischen Methode „METTRAGE positionen-relationen“ werden wir gemeinsam (eine) neue Fragestellung(en) kollektiv produzieren. Die Methode haben Katharina Stahlhoven und Silke Ballath in ihrer Tätigkeit als Kulturagent*innen für kreative Schulen als Werkzeug für Aushandlungsprozesse entwickelt. Das Verfahren macht einen kollektiven Denkprozess sicht- und verhandelbar. Es geht darum, seine spezifische Perspektive zu positionieren, um diese im Austausch mit einer weiteren Person oder Gruppe weiterzuentwickeln, neu zu kontextualisieren und zu modifizieren sowie in Bewegung zu bringen. Für den vorliegenden Beitrag entsteht ein kollektives Bild, sieben Einzelbilder, ein Gespräch und eine Fragestellung, die unser Gespräch anleiten wird.
  • Malend Bilder wagen: Farben erleben – mit Farben gestalten. (Ursula Aebersold, Susanne Junger)
    Mit dem Lehrplan 21 liegt in der Schweiz für Kantone mit deutschsprachigen Schulen eine neue Ausrichtung für das Fach Bildnerisches Gestalten vor. Der Stellenwert der fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung in Anbindung an den bildnerischen Prozess wird gegenüber dem bisherigen produkteorientierten Fachverständnis stärker betont. Über die Begegnung mit Bildern aus Kunst und Alltag werden die Schüler*innen in den drei Kompetenzbereichen "Wahrnehmung und Kommunikation", "Prozesse und Produkte" sowie "Kontexte und Orientierung" für unterschiedliche bildnerische Ausdrucksweisen sensibilisiert. Sie sollen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern zum Ausdruck bringen können und sich in der produktiven wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Die so entwickelte Bildkompetenz ermöglicht den Schüler*innen sich in einer von Bildern geprägten Umwelt zu orientieren. Dieses dichte und herausfordernde Desiderat des neuen Lehrplans an den Unterricht Bildnerisches Gestalten erfordert theoriebasierte Anregungen und lernunterstützende Hilfestellungen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist beabsichtigt, mit exemplarischen Unterrichtseinheiten einen kognitiv-aktivierenden und kumulativ angelegten Fachunterricht für den 2. und 3. Zyklus zu entwickeln. Mittels Prä- und Posterhebungen sollen Kompetenzentwicklungen der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Die Unterrichtseinheiten werden in drei Schulklassen erprobt, dokumentiert, analysiert und ausgewertet. Die Lernsituationen werden innerhalb des Faches im Bereich Farbe und Malerei angesiedelt und legen den Fokus auf die Lernstandserhebung und die Sensibilisierung der Lehrperson bezüglich der Voraussetzungen, Erfahrungen und dem Vorwissen der Schüler*innen sowie auf Möglichkeiten der Lernunterstützung und -begleitung zur je individuellen Kompetenzentwicklung. Dazu gehören auch das Bereitstellen von Instrumenten für die Lernstanderfassung und die Einschätzung der Kompetenzentwicklung sowie Inspirationsmaterialien und lernunterstützende Hilfsmittel zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • Herausforderungen einer Disziplinierung – Fragen an die Art Education (Anna Schürch, Sophie Vögele)
    Der Beitrag geht fragend den Widersprüchen nach, die mit der Herausbildung und Institutionalisierung akademischer Disziplinen einhergehen, und verfolgt explorierend die Verankerung der Art Education als Disziplin im tertiären Bildungsbereich. Der Text verfolgt somit den Versuch, einen konzeptuellen Rahmen für die weitere Entwicklung und Disziplinierung der Art Education in der Schweiz zu setzen. Im Schreibprozess selbst verhandeln die Autor*innen aus ihren unterschiedlichen institutionellen und forschenden Positionierungen heraus disziplinäre und institutionelle Verhältnisse. Die Interdisziplinarität als Merkmal der Art Education ist dabei leitend und zieht eine Reihe von Fragen nach sich: Inwiefern bildet sich durch die disziplinäre Verankerung von Art Education als interdisziplinär eine Eigenständigkeit gegenüber Referenzdisziplinen ab? Und wie kann die Dichotomie, welche das Verständnis von Art Education weitläufig prägt, dadurch überwunden werden? Was beinhaltet ein forschendes Selbstverständnis und wie kann mit einer fehlenden Tradition in diesem Fach umgegangen werden? Wie wirkmächtig sind institutionelle Strukturen und was ist die Rolle der Selbstreflexion im Prozess einer Verstetigung?
  • Dinge, Stimmungen, Handlungen - Der Spaziergang als Konstellation (Markus Schwander)
    Sowohl in künstlerischen Forschungsprojekten als auch im Unterricht werden Spaziergänge zur Untersuchung von Raumwahrnehmung genutzt. Das gemeinsame Gehen wird dabei als Konstellation betrachtet, um die Faktoren, die die Aktion bestimmen, zu erkennen und zu beeinflussen, also kollektives Handeln zu gestalten. Anhand künstlerischer Beispiele wird aufgezeigt, wie Raum und Wahrnehmung zusammenhängen und wie ihr Verhältnis immer wieder neu konstruiert wird.
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • Eine Ontologie der Gegenwart. Zur Veränderung kunstpädagogischen Wissens (Anna Schürch)
    Projekte der Lehrplanrevision, wie aktuell in der Schweiz die Überarbeitung des gymnasialen Rahmenlehrplans 2020-2022, fordern dazu auf, die Inhalte und Ziele der einzelnen Fächer zu überprüfen und bieten Anlass, über das Wissen in einem Fach und dessen Veränderung nachzudenken. Wie lässt sich eine solche Veränderung denken und woran kann sie sich orientieren, wenn sie über den pragmatischen Rahmen eines bildungspolitisch motivierten Revisionsprojektes, das durch knappe zeitliche Ressourcen und akuten Handlungsdruck gekennzeichnet ist, hinausgehen will? Der vorliegende Artikel schliesst an Michel Foucaults Ontologie der Gegenwart an und sucht in daran orientierten bildungsphilosophischen Überlegungen nach einer Perspektive der Veränderung, die sich gleichermassen kritisch wie selbstreflexiv positioniert und die sich nicht an dem ausrichtet, was an grossen Herausforderungen der Zukunft diagnostiziert wird, sondern von dem ausgeht, was bereits da ist und sich im Alltag zeigt. Dabei wird ein Weg eröffnet, das bestehende kunstpädagogische Wissen zu fassen und zu reflektieren. Der Text wird erweitert und fortgesetzt durch eine Fussnote von Margot Zanni und einen Fragebogen von Michèle Novak, die diese Bewegung der (selbst-)kritischen Reflexion bereits in der Lektüre beginnen lassen.
  • Rezension: "Kalkül und Kontingenz" (2019) (Cornelia Dinsleder)
    Kalkül und Kontingenz. Kunstbasierte Untersuchungen im Kunst- und Theaterunterricht. Gruber, Anne/Schürch, Anna/Willenbacher, Sascha/Mörsch, Carmen/ Sack, Mira (Hg.), München, kopaed, 2019. Es gibt...
  • poor images – Über copies in motion und wo man sie findet (Helena Schmidt)
    Der Beitrag „poor images — Über copies in motion und wo man sie findet“ beschäftigt sich mit dem Begriff sogenannter „poor images“, nach Hito Steyerl (2009), und verortet ihn in einer gegenwärtigen Kunstvermittlungspraxis, die sich kritisch mit dem Internet und daraus resultierenden neuen Bildphänomenen und Praxen auseinandersetzt. Dabei wird verhandelt, welches Potenzial der Bildbegriff poor image für unser Bildhandeln in der postdigitalen Zeit hat.
  • Ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem Angebot des K’Werk Basel-Stadt (Nicole Heri)
    Die Master-Arbeit ist ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem K’Werk in Basel-Stadt und eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kreativität. Sie wurde im Studiengang Kunst Major Art in Public Spheres geschrieben. In der Forschung wird Kreativität oft als «Prozess, Neues und Nützliches zu schaffen» definiert. Das Problemlöseverhalten ist als Anlass zu Kreativität erkannt und verschiedene Neurowissenschaftler*innen belegen, dass sie gefördert werden kann. Der Bildungsorte Schule deckt jedoch nur beschränkt kreative Förderung ab. Ideen zur Umsetzung eines Förderanliegens für Schulen und auf politischer Ebene zeigt meine Thesis auf, die diesem Beitrag zugrunde liegt. Zentral ist ein empirischer Vergleich von Zugang, finanziellem Aufwand, Kreativitätsförderung und Genderimpacts der Angebote von ausserschulischer Kunstvermittlung in Luzern mit dem K’Werk in Basel. Meine Auswertung belegt, dass eine ermöglichte Finanzierung essentiell ist, damit ein barrierefreier Zugang für Jugendliche gewährleistet ist. Geeignete Räume, grosszügiges Zeitmanagement, offene Problemstellungen sind für die Kreativitätsförderung unabdingbar. Bezüglich Gender divergieren die Ergebnisse und Inhalte von Kursen sind sehr entscheidend. Der Start der Bildschule Luzern wird mit dem Fazit der Recherche begründet. Eine weiterführende PhD-Arbeit soll interkantonale Vergleiche von Angeboten, politische Finanzfaktoren und die Geschichte ausserschulischer gestalterischer Förderung ausarbeiten.
  • Lernen von Kunst und Design im Labor: Eine Datensammlung früherer Kunst- und Designausbildungen (Dorothée King)
    In diesem Beitrag betrachte ich Veränderungen in der Kunst- und Design-Ausbildung unter dem Gesichtspunkt des Wandels von methodologischen und kulturellen Praktiken. Ich vergleiche historische Lernprozesse mit modernen Praktiken im Bereich Kunst und Gestaltung, um vielfältige Forschungs- und Lehrmethoden für das Learning Lab Arts and Design (LLAD) auszumachen. In den ersten westlichen Kunstakademien wurde Lernen als Nachahmung ästhetischer Vorgaben verstanden, während in den frühen Zünften das Erlernen gestalterischer Fähigkeiten immer in Zusammenhang mit Wissenstransfer und der Entwicklung neuer Produkte stand. In den späteren Kunst- und Designschulen bewegte sich die Ausbildung weg von vorgegebenen Mustern und Medien hin zu individueller Kreativität und Transformation und wurde zudem oft Ausdrucksform eines kreativen Protests. Das Erlernen von Kunst wurde zu einer Praxis, in der nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Mittelpunkt steht. Heute schlage ich vor, dass Gestaltung und künstlerisches Schaffen im LLAD als vielfältige Lernpraktiken im digitalen und virtuellen Raum vermittelt werden. Lernen soll mittels einer Vielfalt von Aktivitäten stattfinden. Dazu gehören: ausdrücken, austauschen, befreien, beobachten, dekonstruieren, denken, digitalisieren, drehen, emanzipieren, erfahren, erinnern, erziehen, experimentieren, fliessen, formen, forschen, fortführen, gestalten, imitieren, interagieren, intervenieren, kartographieren, kombinieren, konstruieren, kopieren, kreieren, kritisieren, leben, lernen, materialisieren, messen, öffnen, partizipieren, performen, politisieren, produzieren, protestieren, recyceln, reflektieren, reformieren, rekonstruieren, so tun als ob, spiegeln, spielen, standardisieren, theoretisieren, transformieren, überschreiten, verarbeiten, verbinden, vergessen, versuchen, werden, wiederholen, zeichnen.
  • Ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem Angebot des K’Werk Basel-Stadt (Nicole Heri)
    Die Master-Arbeit ist ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem K’Werk in Basel-Stadt und eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kreativität. Sie wurde im Studiengang Kunst Major Art in Public Spheres geschrieben. In der Forschung wird Kreativität oft als «Prozess, Neues und Nützliches zu schaffen» definiert. Das Problemlöseverhalten ist als Anlass zu Kreativität erkannt und verschiedene Neurowissenschaftler*innen belegen, dass sie gefördert werden kann. Der Bildungsorte Schule deckt jedoch nur beschränkt kreative Förderung ab. Ideen zur Umsetzung eines Förderanliegens für Schulen und auf politischer Ebene zeigt meine Thesis auf, die diesem Beitrag zugrunde liegt. Zentral ist ein empirischer Vergleich von Zugang, finanziellem Aufwand, Kreativitätsförderung und Genderimpacts der Angebote von ausserschulischer Kunstvermittlung in Luzern mit dem K’Werk in Basel. Meine Auswertung belegt, dass eine ermöglichte Finanzierung essentiell ist, damit ein barrierefreier Zugang für Jugendliche gewährleistet ist. Geeignete Räume, grosszügiges Zeitmanagement, offene Problemstellungen sind für die Kreativitätsförderung unabdingbar. Bezüglich Gender divergieren die Ergebnisse und Inhalte von Kursen sind sehr entscheidend. Der Start der Bildschule Luzern wird mit dem Fazit der Recherche begründet. Eine weiterführende PhD-Arbeit soll interkantonale Vergleiche von Angeboten, politische Finanzfaktoren und die Geschichte ausserschulischer gestalterischer Förderung ausarbeiten.
  • Eine Ontologie der Gegenwart. Zur Veränderung kunstpädagogischen Wissens (Anna Schürch)
    Projekte der Lehrplanrevision, wie aktuell in der Schweiz die Überarbeitung des gymnasialen Rahmenlehrplans 2020-2022, fordern dazu auf, die Inhalte und Ziele der einzelnen Fächer zu überprüfen und bieten Anlass, über das Wissen in einem Fach und dessen Veränderung nachzudenken. Wie lässt sich eine solche Veränderung denken und woran kann sie sich orientieren, wenn sie über den pragmatischen Rahmen eines bildungspolitisch motivierten Revisionsprojektes, das durch knappe zeitliche Ressourcen und akuten Handlungsdruck gekennzeichnet ist, hinausgehen will? Der vorliegende Artikel schliesst an Michel Foucaults Ontologie der Gegenwart an und sucht in daran orientierten bildungsphilosophischen Überlegungen nach einer Perspektive der Veränderung, die sich gleichermassen kritisch wie selbstreflexiv positioniert und die sich nicht an dem ausrichtet, was an grossen Herausforderungen der Zukunft diagnostiziert wird, sondern von dem ausgeht, was bereits da ist und sich im Alltag zeigt. Dabei wird ein Weg eröffnet, das bestehende kunstpädagogische Wissen zu fassen und zu reflektieren. Der Text wird erweitert und fortgesetzt durch eine Fussnote von Margot Zanni und einen Fragebogen von Michèle Novak, die diese Bewegung der (selbst-)kritischen Reflexion bereits in der Lektüre beginnen lassen.
  • reise zum :) (Helen Stefanie)
    Die microblogging Plattform tumblr steht für eine Kultur des virtuellen Bildersammelns, die hauptsächlich von (weiblichen, queer/trans*, PoC) Teenagern und Twentysomethings geprägt wurde. Arbeiten feministischer Künstler*innen erscheinen wie selbstverständlich neben alten Paparazzi-Fotos von Britney Spears, Theorietexten, Shitposts und den eigenen Selfies. In Folge einer strengeren Reglementierung pornografischer Inhalte im Dezember 2018 verlor tumblr mehr als eine Millionen aktive User*innen. Trotz Fällen von Cyber-Mobbing, der weiten Verbreitung von Spambots und Netzwerken nationalistischer User*innen galt tumblr davor als sicherer Ort für queer-feministische und antirassistische Diskurse, Fandom-Aktivitäten sowie persönliche Erzählungen und Selbstvermarktung von Sexarbeiter*innen. Nach Heather Warren-Crow lassen sich digitale Bilder im Internet als mädchenhaft denken: Girlish Images beziehungsweise Plastic Images sind formbar, fluide, leicht aufzublasen oder zu verkleinern, sie zirkulieren im Netzwerk. Der für tumblr spezifische Modus der Archiv- und Sammelkultur in Bezug auf digitale Bilder scheint ein exemplarisches Beispiel für dieses Verhältnis zu sein. Bilder werden von ihren Kontexten und materiellen Herstellungsbedingungen losgelöst und verflacht und bekommen gleichzeitig einen Wert als rein ästhetisch zu beurteilende Bild-Objekte innerhalb der Sammlung zugewiesen. Der Meta-Comic reise zum :) inszeniert einen Kontaktaufnahme-Versuch sowohl mit den sammelnden User*innen als auch mit den durch sie zirkulierten Bildern.
  • Dinge, Stimmungen, Handlungen - Der Spaziergang als Konstellation (Markus Schwander)
    Sowohl in künstlerischen Forschungsprojekten als auch im Unterricht werden Spaziergänge zur Untersuchung von Raumwahrnehmung genutzt. Das gemeinsame Gehen wird dabei als Konstellation betrachtet, um die Faktoren, die die Aktion bestimmen, zu erkennen und zu beeinflussen, also kollektives Handeln zu gestalten. Anhand künstlerischer Beispiele wird aufgezeigt, wie Raum und Wahrnehmung zusammenhängen und wie ihr Verhältnis immer wieder neu konstruiert wird.
  • Blumenlese (Jacqueline Baum, Ursula Jakob)
    Im Fokus unseres langjährigen Projekts Connected in Isolation standen anfangs die unterschiedlichen Beschreibungen von Vorgehensprozessen und Darstellungsweisen von Objekten der Natur aus Kunst und...
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • 3 Fragen...an Barnaby Drabble (Barnaby Drabble)
    Für sein neuestes Buch «Along Ecological Lines - Contemporary Art and Climate Crisis» (2019) reiste Barnaby Drabble mit dem Fahrrad quer durch Europa, um verschiedene Projekte und Initiativen von Künstler*innen zu untersuchen, die sich auf unterschiedliche Weise mit ökologischen Fragen auseinandersetzen. In den 3 Fragen bietet der Autor, Kurator und Forscher einen Einblick in seine Reise und reflektiert, inwiefern Kunstvermittlung und künstlerische Forschung ein Potenzial besitzen, eine wichtige Rolle in der Debatte um die Klima-Krise einzunehmen. Im Blickpunkt steht auch die Chance der Kulturinstitutionen, durch eine Öffnung zu kollektiven, aktivistischen oder «grassroot» Praktiken, transformative Kunstpraktiken zu befördern.
  • Humus (Christiane Hamacher)
    Humus in Verbindung mit Erde ist in der Regel in der obersten Schicht des Erdbodens ¬– in zehn bis dreissig Zentimetern Tiefe – als verletzliche, fragile Substanz enthalten. Dieser Bereich ist ein zentraler Lebensraum unterschiedlicher Lebewesen. Der Zustand der Böden ist derzeit weltweit äusserst schlecht. Sie gehen durch intensive Landwirtschaftsnutzung, zum Beispiel durch Überweidung für Fleischproduktion und der damit verbundenen Bodenerosion, verloren. Ein weiterer Faktor ist die Zubetonierung, die Versiegelung der Böden. Das folgende Experiment fokussiert auf Humus als lebendige, performative Substanz und spielt mit dem Moment der Überraschung. Eine Tonne Humus, als Berg aufgeschichtet, empfängt die Schüler*innen in einem mit grossen Plastikplanen begrenzten Raum. Dieser wird als fast wissenschaftliches Forschungslabor inszeniert. Mikroskope, Laborgläser, verschiedene Aufbewahrungsbehälter, Handschuhe, Pipetten, Lupen, Pinzetten, Mörser, usw. liegen auf Tischen bereit. Jede/r Schüler*in erhält eine eigene Forschungsschachtel und etwas Humus. Der Materialberg wird zum Reservoir und Auslöser für künstlerische Forschung. Hier lassen sich ästhetische Prozesse erzeugen und beobachten. Die gestalterisch forschende Auseinandersetzung mit dem Material Humus verstehe ich als eine Form der individuellen Vertiefung und des Denkens. Neue Wissensformen werden dabei generiert. Gewohnte Wege der Herangehensweise werden verlassen, unbekannte Materialerfahrungen und Wahrnehmungen können selber erzeugt, neu entdeckt und gesammelt werden. Damit lädt das Material Humus ein, zu experimentieren und unterschiedliche künstlerisch forschende Wege zu erproben zu den globalen, gemeinsamen Fragen.
  • EcoArtLab. Transdisziplinäre Zugänge zum Klimawandel (Yvonne Schmidt)
    Das EcoArtLab an der Hochschule der Künste Bern ist ein Pilotprojekt, das untersuchen möchte, wie das Zusammenspiel von künstlerisch-forschenden und humangeografischen bzw. klimatologischen Expertisen für die Klimadebatte fruchtbar gemacht werden kann. In diesem Kontext fand 2020 in Bern und Zürich eine Summerschool zum Thema «Climate and the City» statt, in Kollaboration mit dem Crowther Lab der ETH Zürich, dem Geografischen Institut der Universität Bern und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Aufbauend auf eine Forschungs-Toolbox entwickelten dreizehn Studierende aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen im Sommer 2020 im Austausch mit Wissenschaftler*innen Projektideen, die im Rahmen einer Intervention im Frau Gerolds Garten gezeigt wurden. Ausserdem fanden verschiedene Workshops, Podiumsdiskussionen und Stammtische mit einem breiteren Publikum statt, die sich mit Themen der ökologischen Nachhaltigkeit, z.B. Energieverbrauch, auseinandersetzten. Der Beitrag bietet einen Einblick in die Summerschool «Climate & the City». Im Fokus steht, welche Zugänge und Formate der Erkenntnisgenerierung durch die Kollaboration zwischen künstlerischen Verfahren und Klimaforschung entstehen. Gleichzeitig zeigt er Hürden und Problematiken auf, welchen derartige Zusammenarbeiten begegnen.
  • (Un-)Learning Ecologies – Eine Befragung zweier forschungsbasierter Lehrformate in der Art Education als experimentelle Plattformen ökologisch-nachhaltigen Seins und Werdens (Janina Krepart, Chantal Küng, Judith Tonner)
    Inwiefern sind Kunstpädagog*innen und Kunstvermittler*innen aufgrund der aktuellen und zukünftigen Folgen der Klimakrise mit neuen und dringenden Herausforderungen konfrontiert? Und wie können künstlerisch-edukative Praxen in der kulturellen Bildung und Kunstpädagogik zu Verantwortungsbewusstsein und letztlich zu ökologisch-nachhaltigem Handeln beitragen? Ausgehend von diesen Fragestellungen haben die Autorinnen im Studienjahr 2020/21 zwei Lehrformate im Bachelor und Master Art Education (ZHdK) konzipiert und durchgeführt. Der Artikel wird zum Anlass genommen, in Form eines kritischen Dialogs die den Lehrveranstaltungen zugrundeliegenden Verständnisse zu diskutieren und mögliche, weiterführende Fragestellungen für die Forschung Art Education anzudenken. Die konzeptionellen Anlagen der beiden Lehrformate und deren Durchführungsformen lassen dabei nicht nur auf die unterschiedlichen Subjektbegriffe schliessen, von denen ausgegangen wurde, sondern verweisen auch auf verschiedene Vorstellungen, Referenzen und Konzepte hinter den Begriffen Ökologie und Nachhaltigkeit.
  • Eva­lua­ti­on über­den­ken (text in eng­lish) (Emily Pringle)
    Dieser Text untersucht die wichtige und potentiell auch gestaltende Rolle, die Auswertungsverfahren in partizipatorischen Kunstprojekten im Bildungskontext spielen können. Nach einem kurzen Überbl...
  • Per­for­ma­tive In­ter­ven­tio­nen (Sandra Ortmann)
    Ein Performance Script zu den Ausstellungen Fomuška von Micol Assaël und Frühling von Pawel Althamer mit Kasseler Kindern in der Kunsthalle Fridericianum Im Schnittfeld von Kunstvermittlung - dem S...
  • Wie Sprach­lo­sig­keit zum Han­deln füh­ren kann (Julia Draxler)
    Der Artikel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Kunstvermittlung nicht nur das «Sprechen über Kunst», sondern auch das «Handeln zu Kunst» realisiert werden kann. Kunstwerke sollen nicht nur r...
  • Do it yourself und Radikal Crafting. Wie radikal ist die Handarbeit? Zu Geschichte und Aktualität von Do it yourself-Strategien in Aktivismus und Kunst. (Sonja Eismann)
    Sonja Eismann zeigt in ihrem Beitrag die Geschichte und Aktualität von Do-it-yourself-Strategien in Aktivismus und Kunst auf. Sie geht der Frage der Etablierung dieser Gegenkultur nach, die sich An...
  • Flic Flac* - Feministische Materialien für den Kunstunterricht. (Elke Smodics-Kuscher, Nora Sternfeld, Büro trafo. K)
    Flic Flac* – Fe­mi­nis­ti­sche Ma­te­ria­li­en für den Kunstun­ter­richt. Mit Flic Flac* versuchen Elke Smodics-Kuscher und Nora Sternfeld vom Büro trafo.K sich den Kodierungen, Fallstricken und Wi...
  • Queer und DIY im Kunstunterricht. Eine Einführung (Bernadett Settele)
    In der Einführung werden die Ziele aufgezeigt, die Art Education Research Nr. 3 verfolgt: als „Schulbuch“ Anregungen aus der queer theory und den Kulturwissenschaften für den Kunstunterricht zu ver...
  • AUS MIT RAUS (Eva Lausegger)
    oder BIN ICH RAS­SIS­TISCH? Ausgangspunkt dieses Textes ist die versuchte Abschiebung einer Schülerin unserer Schule, eine Protestbewegung dagegen und ein aus diesen Geschehnissen heraus entwickelt...
  • Sich Ver­zeich­nen – trotz und mit­tels Dif­fe­ren­zen (Mikki Muhr)
    Beim Kar­tie­ren Ver­hält­nis­se bil­den und Res­te las­sen Wie kann Reflexion gestaltet werden, damit sie hilft, das eigene Denken und Handeln mit den Rahmenbedingungen verknüpfen und überprüfen z...
  • Ti­tel­blät­ter für vir­tu­el­le Es­says und in­exis­ten­te Bü­cher, 2004-​2016 (Roee Rosen)
    Die hier präsentierte Tafel wurde für die Ausstellung Art School, kuratiert von Avi Lubin im Tel Aviv Museum of Art 2016, zusammengestellt. Sie ist jenen Tafeln nachempfunden, die in Schulbüchereie...
  • Counter/Act­ing: Per­for­ma­tive Porosität (Elke Krasny)
    Ausgehend von Counter/Acting, einem Symposium des Fachbereichs Kunst und Bildung am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien mit der Kunsthalle Wien, eröffnet ...
  • Wie spricht man mit vol­lem Mund? (Studio Without Master)
    Wenn jede Kunsthochschulklasse als ein kollektiver Körper gesehen werden kann, so sitzt diesem Körper üblicherweise der Kopf eines Meisters auf. Wir möchten diese anatomische Metapher weiterführen ...
  • The Liv­ing School (Brandon LaBElle)
    The Living School wurde in London in Zusammenarbeit mit der South London Gallery an mehreren Orten in der Stadt in der Zeit von Februar bis Juni 2016 abgehalten. Fokussiert auf die Schwerpunkte soz...
  • Das Mul­ti_Ver­sum der An­ti-​Vor­le­sung (Jamika Ajalon)
    (un­ge­probt) Ich möchte untersuchen, auf welche Weisen künstlerische Praxis, akademische Forschung und die Vermischung mehrschichtiger Erzählungen die traditionelle hegemoniale Weisheit und starre...
  • Act­ing To­geth­er: re­think­ing ex­ist­ing ap­proach­es to col­lec­tive ac­tion (Yen Noh)
    In diesem Text wird kollektives Handeln als künstlerische Praxis untersucht. Eine solche Praxis geht oft kooperativ und kuratorisch vor, indem sowohl in Künstler_innengruppen als auch mit dem Publ...
  • Stimm­los 2 – Pro­be (Simon Harder)
    Die Stimmlose, eine Hörstück-Serie-in-Progress, nehmen künstlerische Arbeiten als Dreh- und Angelpunkt. So entstehen aktivistisch-motivierte, verdichtete Sprach- und Raumbilder, die Stimmlosigkeit...
  • Lern­pro­zes­se in der dis­kri­mi­nie­rungs­kri­ti­schen kul­tu­rel­len Bil­dungs­ar­beit (Aïcha Diallo, Danja Erni)
    Seit Sommer 2016 leiten wir gemeinsam die KontextSchule, eine Fortbildungsplattform für Berliner Lehrkräfte und Künstler*innen. Schule als zentraler Ort des Lernens und Wissensaustauschs wird aus ...
  • Ausgesät durch (wilde) Zerstreuung: Reflexionen über einen nicht-realisierten Auftrag für ein künstlerisches Projekt in einem Asylzentrum (Pascal Schwaighofer)
    Was sind die impliziten Anforderungen an die Beauftragung eines Denkmals, das auf einen partizipatorischen Prozess zwischen Künstler_in und Bewohner_innen eines Asylzentrums zielt? Beginnend mit de...
  • … um das Ende der Welt aufzuhalten! Ein kollektives Nachdenken zum Klimawandel (Bené Asefa Feireiss , Silke Ballath , Kunigunde Berberich , Raphael Daibert , Lukas Oertel , Katharina Stahlhoven , Wiebke Janzen )
    Als Autor*innenkollektiv bestehend aus Künstler*innen, Studierenden, Forschenden, Kulturagent*innen und Aktivist*innen interessiert uns ein kollektiver Zugang, um über die Frage nachzudenken: Was hat die Corona-Krise mit der Klimakrise zu tun? Die Fragestellung ist Ausgangspunkt für ein gemeinsames Nachdenken und steht in Relation zu unseren unterschiedlichen Positionen und Situierungen. Welche Fragestellungen zum Klimawandel ein kollektives und künstlerisches Nachdenken produzieren? Wie werden marginalisierte und diverse Positionen in dieses Nachdenken einbezogen? Wie und was (ver)lernen wir von- und miteinander? Wie werden kollektive Formen des Denkens und Handels künstlerische experimentiert? Entlang der künstlerischen Methode „METTRAGE positionen-relationen“ werden wir gemeinsam (eine) neue Fragestellung(en) kollektiv produzieren. Die Methode haben Katharina Stahlhoven und Silke Ballath in ihrer Tätigkeit als Kulturagent*innen für kreative Schulen als Werkzeug für Aushandlungsprozesse entwickelt. Das Verfahren macht einen kollektiven Denkprozess sicht- und verhandelbar. Es geht darum, seine spezifische Perspektive zu positionieren, um diese im Austausch mit einer weiteren Person oder Gruppe weiterzuentwickeln, neu zu kontextualisieren und zu modifizieren sowie in Bewegung zu bringen. Für den vorliegenden Beitrag entsteht ein kollektives Bild, sieben Einzelbilder, ein Gespräch und eine Fragestellung, die unser Gespräch anleiten wird.
  • Lernen von Kunst und Design im Labor: Eine Datensammlung früherer Kunst- und Designausbildungen (Dorothée King)
    In diesem Beitrag betrachte ich Veränderungen in der Kunst- und Design-Ausbildung unter dem Gesichtspunkt des Wandels von methodologischen und kulturellen Praktiken. Ich vergleiche historische Lernprozesse mit modernen Praktiken im Bereich Kunst und Gestaltung, um vielfältige Forschungs- und Lehrmethoden für das Learning Lab Arts and Design (LLAD) auszumachen. In den ersten westlichen Kunstakademien wurde Lernen als Nachahmung ästhetischer Vorgaben verstanden, während in den frühen Zünften das Erlernen gestalterischer Fähigkeiten immer in Zusammenhang mit Wissenstransfer und der Entwicklung neuer Produkte stand. In den späteren Kunst- und Designschulen bewegte sich die Ausbildung weg von vorgegebenen Mustern und Medien hin zu individueller Kreativität und Transformation und wurde zudem oft Ausdrucksform eines kreativen Protests. Das Erlernen von Kunst wurde zu einer Praxis, in der nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Mittelpunkt steht. Heute schlage ich vor, dass Gestaltung und künstlerisches Schaffen im LLAD als vielfältige Lernpraktiken im digitalen und virtuellen Raum vermittelt werden. Lernen soll mittels einer Vielfalt von Aktivitäten stattfinden. Dazu gehören: ausdrücken, austauschen, befreien, beobachten, dekonstruieren, denken, digitalisieren, drehen, emanzipieren, erfahren, erinnern, erziehen, experimentieren, fliessen, formen, forschen, fortführen, gestalten, imitieren, interagieren, intervenieren, kartographieren, kombinieren, konstruieren, kopieren, kreieren, kritisieren, leben, lernen, materialisieren, messen, öffnen, partizipieren, performen, politisieren, produzieren, protestieren, recyceln, reflektieren, reformieren, rekonstruieren, so tun als ob, spiegeln, spielen, standardisieren, theoretisieren, transformieren, überschreiten, verarbeiten, verbinden, vergessen, versuchen, werden, wiederholen, zeichnen.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • Von/durch/mit Pilze/n lernen (Lara Caluori)
    Können wir von, durch und mit Pilze/n menschliche und mehr-als-menschliche Beziehungen und Gemeinschaften neu lernen? Dieser Beitrag schildert Wechselwirkungen zwischen Pilzen und Menschen, um in Zeiten der Krise Verbindungen anders zu denken. Myzel, das rhizomorphe Netzwerk der Gesamtheit aller Pilzfäden sowie Mykhorriza, die Symbiose zwischen Pilzmyzel und den Wurzeln einer Pflanze, betrachte ich als Metapher für soziale Gefüge und Kollaborationen. Ausgehend von meiner künstlerisch-forschenden Bachelorarbeit Mycelium – Pleurotus Ostreatus, Ganoderma Lucidum (2019) zur Thematik von Pilzkulturen erläutere ich in diesem Beitrag meine Begegnungen mit Myzel. Da das Projekt aufgrund der Pandemie noch kaum auf einer vermittlerischen und dialogischen Ebene erprobt werden konnte, gilt mein Interesse den potentiellen Begegnungen, die durch das Projekt entstehen können und der Frage, ob der Versuch, andere Perspektiven einzunehmen, zu Neugier und Bereitschaft, zu einer eigenen response-ability, führen kann. In Lernen von Pilzen thematisiere ich das Abschauen von symbiotischen Beziehungen und Netzwerkstrukturen von Myzel und Mykhorriza. Im Fokus stehen das Prozesshafte und die erkundende Neigung. In Lernen durch Pilze schildere ich die physische Begegnung zwischen Pilzen und Menschen anhand meines Forschungsprozesses von Mycelium. Durch das Züchten von Myzel in DIY-Laboreinrichtungen wird ein Berührungspunkt hergestellt sowie Wachstumsprozesse beobachtet und hinterfragt. Lernen mit Pilzen schildert die Vorstellung und das Wahrnehmen von Co-Existenzen anhand von meiner Bachelor-Ausstellungssituation von Mycelium.
  • Blumenlese (Jacqueline Baum, Ursula Jakob)
    Im Fokus unseres langjährigen Projekts Connected in Isolation standen anfangs die unterschiedlichen Beschreibungen von Vorgehensprozessen und Darstellungsweisen von Objekten der Natur aus Kunst und...
  • Lernen von Kunst und Design im Labor: Eine Datensammlung früherer Kunst- und Designausbildungen (Dorothée King)
    In diesem Beitrag betrachte ich Veränderungen in der Kunst- und Design-Ausbildung unter dem Gesichtspunkt des Wandels von methodologischen und kulturellen Praktiken. Ich vergleiche historische Lernprozesse mit modernen Praktiken im Bereich Kunst und Gestaltung, um vielfältige Forschungs- und Lehrmethoden für das Learning Lab Arts and Design (LLAD) auszumachen. In den ersten westlichen Kunstakademien wurde Lernen als Nachahmung ästhetischer Vorgaben verstanden, während in den frühen Zünften das Erlernen gestalterischer Fähigkeiten immer in Zusammenhang mit Wissenstransfer und der Entwicklung neuer Produkte stand. In den späteren Kunst- und Designschulen bewegte sich die Ausbildung weg von vorgegebenen Mustern und Medien hin zu individueller Kreativität und Transformation und wurde zudem oft Ausdrucksform eines kreativen Protests. Das Erlernen von Kunst wurde zu einer Praxis, in der nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Mittelpunkt steht. Heute schlage ich vor, dass Gestaltung und künstlerisches Schaffen im LLAD als vielfältige Lernpraktiken im digitalen und virtuellen Raum vermittelt werden. Lernen soll mittels einer Vielfalt von Aktivitäten stattfinden. Dazu gehören: ausdrücken, austauschen, befreien, beobachten, dekonstruieren, denken, digitalisieren, drehen, emanzipieren, erfahren, erinnern, erziehen, experimentieren, fliessen, formen, forschen, fortführen, gestalten, imitieren, interagieren, intervenieren, kartographieren, kombinieren, konstruieren, kopieren, kreieren, kritisieren, leben, lernen, materialisieren, messen, öffnen, partizipieren, performen, politisieren, produzieren, protestieren, recyceln, reflektieren, reformieren, rekonstruieren, so tun als ob, spiegeln, spielen, standardisieren, theoretisieren, transformieren, überschreiten, verarbeiten, verbinden, vergessen, versuchen, werden, wiederholen, zeichnen.
  • 3 Fragen...an Barnaby Drabble (Barnaby Drabble)
    Für sein neuestes Buch «Along Ecological Lines - Contemporary Art and Climate Crisis» (2019) reiste Barnaby Drabble mit dem Fahrrad quer durch Europa, um verschiedene Projekte und Initiativen von Künstler*innen zu untersuchen, die sich auf unterschiedliche Weise mit ökologischen Fragen auseinandersetzen. In den 3 Fragen bietet der Autor, Kurator und Forscher einen Einblick in seine Reise und reflektiert, inwiefern Kunstvermittlung und künstlerische Forschung ein Potenzial besitzen, eine wichtige Rolle in der Debatte um die Klima-Krise einzunehmen. Im Blickpunkt steht auch die Chance der Kulturinstitutionen, durch eine Öffnung zu kollektiven, aktivistischen oder «grassroot» Praktiken, transformative Kunstpraktiken zu befördern.
  • Lernen von Kunst und Design im Labor: Eine Datensammlung früherer Kunst- und Designausbildungen (Dorothée King)
    In diesem Beitrag betrachte ich Veränderungen in der Kunst- und Design-Ausbildung unter dem Gesichtspunkt des Wandels von methodologischen und kulturellen Praktiken. Ich vergleiche historische Lernprozesse mit modernen Praktiken im Bereich Kunst und Gestaltung, um vielfältige Forschungs- und Lehrmethoden für das Learning Lab Arts and Design (LLAD) auszumachen. In den ersten westlichen Kunstakademien wurde Lernen als Nachahmung ästhetischer Vorgaben verstanden, während in den frühen Zünften das Erlernen gestalterischer Fähigkeiten immer in Zusammenhang mit Wissenstransfer und der Entwicklung neuer Produkte stand. In den späteren Kunst- und Designschulen bewegte sich die Ausbildung weg von vorgegebenen Mustern und Medien hin zu individueller Kreativität und Transformation und wurde zudem oft Ausdrucksform eines kreativen Protests. Das Erlernen von Kunst wurde zu einer Praxis, in der nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Mittelpunkt steht. Heute schlage ich vor, dass Gestaltung und künstlerisches Schaffen im LLAD als vielfältige Lernpraktiken im digitalen und virtuellen Raum vermittelt werden. Lernen soll mittels einer Vielfalt von Aktivitäten stattfinden. Dazu gehören: ausdrücken, austauschen, befreien, beobachten, dekonstruieren, denken, digitalisieren, drehen, emanzipieren, erfahren, erinnern, erziehen, experimentieren, fliessen, formen, forschen, fortführen, gestalten, imitieren, interagieren, intervenieren, kartographieren, kombinieren, konstruieren, kopieren, kreieren, kritisieren, leben, lernen, materialisieren, messen, öffnen, partizipieren, performen, politisieren, produzieren, protestieren, recyceln, reflektieren, reformieren, rekonstruieren, so tun als ob, spiegeln, spielen, standardisieren, theoretisieren, transformieren, überschreiten, verarbeiten, verbinden, vergessen, versuchen, werden, wiederholen, zeichnen.
  • Ausgesetztsein als Dozentin. Vorschlag für eine reflexive Positionierung der Hochschullehre am Beispiel von Kunstpädagogik (Bernadett Settele)
    Zur Reflexion über eine Lehre „von Kunst aus“ (vgl. Sturm 2011) wähle ich das Ausgesetztsein als Ansatzpunkt. Ausgesetztsein markiert einen Ort an der Schwelle zwischen der kritischen Würdigung des Handelns und seiner Bedingungen und einer Perspektive, die es ermöglicht, passive Anteile zu bedenken (vgl. Settele 2019). Dem Gefühl des Ausgesetztseins nachgehend, erarbeite ich eine Perspektive für die feministische Kunsthochschullehre auf Masterstufe. Interessiert an machtvollen Adressierungen, Rollen und Normen sowie an emanzipierter Lehre, betrachte ich aus einer theoriegeleiteten Perspektive, wie individuelle und kollektive Subjekte der Lehre an ihren jeweiligen Positionen in Situationen der Lehre aufeinander einwirken und auch, was ihnen passiert. Dazu nehme ich das Konzept des post-souveränen, gebundenen Subjekts der feministischen Theorie nach Judith Butler auf und mache es zum Ausgangspunkt für eine reflexive Positionierung der Lehre. Dabei wird es nötig zu differenzieren, wie ich ein solches Konzept der politischen Philosophie in einem nicht-existenziellen, ästhetischen Feld verwende. Ausgesetztsein hält als reflexives Konzept einen Abstand zu den stärkeren Begriffen feministischer Theorieansätze ein wie Gefährdetsein oder Vulnerabilität (vgl. Butler 2016) oder Prägbarkeit und Empfänglichkeit (vgl. Butler 2014: 183). Die Situation einer Übung zur Rezeption von Kunst im Kontext kunstpädagogischer Lehrerinnen*bildung bietet einen Anlass zur Reflexion über die Bedingtheiten von Subjekten der Lehre. Daraus resultiert ein Beitrag zur Frage, wie Kunstpädagogik bildet und was in ihr wirksam wird.
  • EcoArtLab. Transdisziplinäre Zugänge zum Klimawandel (Yvonne Schmidt)
    Das EcoArtLab an der Hochschule der Künste Bern ist ein Pilotprojekt, das untersuchen möchte, wie das Zusammenspiel von künstlerisch-forschenden und humangeografischen bzw. klimatologischen Expertisen für die Klimadebatte fruchtbar gemacht werden kann. In diesem Kontext fand 2020 in Bern und Zürich eine Summerschool zum Thema «Climate and the City» statt, in Kollaboration mit dem Crowther Lab der ETH Zürich, dem Geografischen Institut der Universität Bern und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Aufbauend auf eine Forschungs-Toolbox entwickelten dreizehn Studierende aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen im Sommer 2020 im Austausch mit Wissenschaftler*innen Projektideen, die im Rahmen einer Intervention im Frau Gerolds Garten gezeigt wurden. Ausserdem fanden verschiedene Workshops, Podiumsdiskussionen und Stammtische mit einem breiteren Publikum statt, die sich mit Themen der ökologischen Nachhaltigkeit, z.B. Energieverbrauch, auseinandersetzten. Der Beitrag bietet einen Einblick in die Summerschool «Climate & the City». Im Fokus steht, welche Zugänge und Formate der Erkenntnisgenerierung durch die Kollaboration zwischen künstlerischen Verfahren und Klimaforschung entstehen. Gleichzeitig zeigt er Hürden und Problematiken auf, welchen derartige Zusammenarbeiten begegnen.
  • Quer­ge­le­sen und zu­rück­ge­spro­chen (Sabine Gebhardt Fink, Nora Landkammer, Anna Schürch)
    Ein Dia­log zu Per­for­mance­theo­rie und Ver­mitt­lung Ausgehend von Judith Butlers Verständnis des performativen Aktes als einer Handlung, die immer wieder repetiert und gesellschaftlich legitimi...
  • Tun ist Er­ken­nen und Er­ken­nen ist Tun. Die un­trenn­ba­re Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen Theo­rie und Pra­xis (Barbara Putz-Plecko)
    Über Forschung und Theoriebildung im Feld von Kunstpädagogik, Kunstvermittlung und kultureller Bildung an der Universität für angewandte Kunst Wien Die Lehramtsausbildung für das Fach Kunst geht an...
  • Äs­the­ti­sches Ler­nen in ur­ba­nen Räu­men – sich fort­set­zen­de Syn­the­sen aus Pra­xis und Theo­rie (Wolfgang Zacharias)
    Mit diesem Beitrag skizziert der Autor sein aktuelles Reflexions- und Handlungsinteresse im Bereich «ästhetisches und urbanes Lernen» im Zusammenhang mit «Kultureller Bildung 2.0». Dabei wird der ...
  • Äs­the­ti­sche Bil­dung und Kunst­päd­ago­gik (Paul Mecheril)
    Mi­gra­ti­ons­päd­ago­gi­sche An­mer­kun­gen In der Perspektive der Migrationspädagogik geht es nicht so sehr um die Frage, welche Kultur spezifische Migrantengruppen haben, wie diese Kultur zu be...
  • / Dif­fe­renz / in Kon­tex­ten des Kunstun­ter­richts über­den­ken (jan jagodzinski)
    Ar­bei­ten im Drit­ten Raum und dar­über hin­aus Der Text von jan jagodzsinki wurde 1999 erstveröffentlicht und beschäftigt sich mit den Problematiken der «Differenz» in plurikultureller Kunstpädag...
  • DEUTSCH, NATÜRLICH UND NACKT? Die Lebensreform und ihre kolonialen Verflechtungen (Saskia Köbschall)
    Ausgehend von den persönlichen Erfahrungen der Autorin mit der deutschen FKK-Bewegung erkundet das Essay die diskursive Verbindung zwischen Kolonialismus, seiner Ideologie des Rassismus, und der L...
  • Ausgesetztsein als Dozentin. Vorschlag für eine reflexive Positionierung der Hochschullehre am Beispiel von Kunstpädagogik (Bernadett Settele)
    Zur Reflexion über eine Lehre „von Kunst aus“ (vgl. Sturm 2011) wähle ich das Ausgesetztsein als Ansatzpunkt. Ausgesetztsein markiert einen Ort an der Schwelle zwischen der kritischen Würdigung des Handelns und seiner Bedingungen und einer Perspektive, die es ermöglicht, passive Anteile zu bedenken (vgl. Settele 2019). Dem Gefühl des Ausgesetztseins nachgehend, erarbeite ich eine Perspektive für die feministische Kunsthochschullehre auf Masterstufe. Interessiert an machtvollen Adressierungen, Rollen und Normen sowie an emanzipierter Lehre, betrachte ich aus einer theoriegeleiteten Perspektive, wie individuelle und kollektive Subjekte der Lehre an ihren jeweiligen Positionen in Situationen der Lehre aufeinander einwirken und auch, was ihnen passiert. Dazu nehme ich das Konzept des post-souveränen, gebundenen Subjekts der feministischen Theorie nach Judith Butler auf und mache es zum Ausgangspunkt für eine reflexive Positionierung der Lehre. Dabei wird es nötig zu differenzieren, wie ich ein solches Konzept der politischen Philosophie in einem nicht-existenziellen, ästhetischen Feld verwende. Ausgesetztsein hält als reflexives Konzept einen Abstand zu den stärkeren Begriffen feministischer Theorieansätze ein wie Gefährdetsein oder Vulnerabilität (vgl. Butler 2016) oder Prägbarkeit und Empfänglichkeit (vgl. Butler 2014: 183). Die Situation einer Übung zur Rezeption von Kunst im Kontext kunstpädagogischer Lehrerinnen*bildung bietet einen Anlass zur Reflexion über die Bedingtheiten von Subjekten der Lehre. Daraus resultiert ein Beitrag zur Frage, wie Kunstpädagogik bildet und was in ihr wirksam wird.
  • Rezension: "Kalkül und Kontingenz" (2019) (Cornelia Dinsleder)
    Kalkül und Kontingenz. Kunstbasierte Untersuchungen im Kunst- und Theaterunterricht. Gruber, Anne/Schürch, Anna/Willenbacher, Sascha/Mörsch, Carmen/ Sack, Mira (Hg.), München, kopaed, 2019. Es gibt...
  • Über das Forschen in der schweizerischen Kunstpädagogik zur Zeit. Ein Interview mit Ruth Kunz im Oktober 2019 (Ruth Kunz, Gila Kolb)
    2019 fand das Symposium »Der professionalisierte Blick« statt, kurz zuvor wurde der gleichnamige Band veröffentlicht. Für die erste Ausgabe des SFKP e Journals Art Education Research, das Kunstpädagogische Forschung in der Schweiz zur Zeit in den Blick nimmt, wirft das Interview mit Ruth Kunz einen Blick auf ihre langjährige forschende Praxis, auf ihre Lehre der Forschung in der Lehre und die Forschungslandschaft in der Kunstpädagogik der deutschsprachigen Schweiz. Darüber hinaus verweist das Interview auf das spezifisch kunstpädagogische Potential im Forschen. Das Interview führte Gila Kolb.
  • Rezension (Gitta Bertram)
    Der professionalisierte Blick. Forschendes Studieren in der Kunstpädagogik. Ruth Kunz, Maria Peters (Hg.) München: kopaed, 2019. Das umfangreiche Buch zeigt eine Momentaufnahme des Forschenden Stud...
  • Mikropädagogische Sprünge im Kontext ästhetischer Bildung (Silvia Henke, Wiktoria Furrer)
    Ästhetische Bildung ist ein grosses zivilisatorisches, erziehungswissenschaftliches und politisches Projekt, das in diesem Beitrag in mikropädagogischen Sprüngen für die Gegenwart erkundet werden soll. Der Begriff Mikropädagogik ist in der Kunstpädagogik bisher nicht konturiert worden. Im erziehungswissenschaftlichen Diskurs ist er als pädagogische Improvisation von Lehrenden, in Form von Übergängen und Interpunktionen zwischen pädagogischen Figuren, von Stefan Danner eingeführt worden (Danner 2001: 11). Warum die Pädagogik klein schreiben und im Plural? Zunächst, um den Akzent auf den Begriff der Bildung im fundamentalen Sinn zu legen, um zu fragen, wie sich durch ästhetische, didaktische und künstlerische Praktiken in konkreten Situationen im mikrologischen Sinn etwas bildet. Bildung, so die These, passiert durch Öffnungen. Das heisst, es ereignet sich etwas, freiwillig oder unfreiwillig, geplant oder ungeplant. Weil nicht klar ist, wann Bildung stattfindet, auch nicht wie und wo Öffnungen genau entstehen, kommt dem Sprunghaften eine ganz bestimmte Rolle zu, indem es Bildungsprozesse in andere Zeiten und Räume führt, weil es ohne klare Intention geschieht (vgl. Pazzini 2015: 16). Der Beitrag beleuchtet solche Sprünge in zwei unterschiedlichen kunstpädagogischen Situationen aus mikropädagogischer Perspektive. Einerseits institutionell im Kunstunterricht an der Hochschule (Master Fine Arts/Art Education), andererseits ausserschulisch in bestimmten Verfahrensmomenten von Workshops mit Künstler*innen. Mit der Aufmerksamkeit auf die Figur des Sprunges, in seiner dreifachen Konnotation als vitale Bewegung, Unterbrechung und Öffnung, soll der Ereignishaftigkeit und der Singularität einer Bildungssituation nachgelauscht werden. Die kunstpädagogische Forschungsfrage nach „sprunghafter“ Erkenntnispraxis als Moment ästhetischer Bildung (vgl. Mersch 2018: 26ff. und Kunz 2019: 24) wird dabei aus drei Perspektiven verfolgt: einmal aus der Perspektive der Dozentin, einmal aus jener der Workshopteilnehmer*in, dann aus der gemeinsamen Perspektive, die konkrete Praktiken mit kunsttheoretischen Fragen verbindet.
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • Über das Forschen in der schweizerischen Kunstpädagogik zur Zeit. Ein Interview mit Ruth Kunz im Oktober 2019 (Ruth Kunz, Gila Kolb)
    2019 fand das Symposium »Der professionalisierte Blick« statt, kurz zuvor wurde der gleichnamige Band veröffentlicht. Für die erste Ausgabe des SFKP e Journals Art Education Research, das Kunstpädagogische Forschung in der Schweiz zur Zeit in den Blick nimmt, wirft das Interview mit Ruth Kunz einen Blick auf ihre langjährige forschende Praxis, auf ihre Lehre der Forschung in der Lehre und die Forschungslandschaft in der Kunstpädagogik der deutschsprachigen Schweiz. Darüber hinaus verweist das Interview auf das spezifisch kunstpädagogische Potential im Forschen. Das Interview führte Gila Kolb.
  • Zeichnen – Reden – Zeigen (Nadia Bader)
    Ausgangslage der Studie Zeichnen – Reden – Zeigen ist die Frage, in welcher Weise der kommunikative Austausch im Kunstunterricht bildnerisches Denken und Handeln beeinflusst. Ziel ist eine empirisch fundierte und (praxis)theoretisch kontextualisierte Konzeption davon, welche Beeinflussungen und Wechselwirkungen zwischen kommunikativem und gestalterischem Geschehen sich ereignen und welche Bedingtheiten diesen zugrunde liegen – allgemein im Unterricht und speziell im Schulfach Kunst/Bildnerisches Gestalten. Unterrichtspraxis wird dabei in ihrer Kontingenz und Komplexität ernst genommen und systematisch betrachtet. Die Studie schliesst damit an Positionen an, welche die unvorhersehbare, unverfügbare, phatische und krisenhafte Dimension von Lehren und Lernen fokussieren (u.a. Meyer-Drawe, Pazzini, Sabisch, Schürch/Willenbacher, Wimmer). Anhand von Videodaten aus einer Unterrichtsstunde am Gymnasium zum Zeichnen nach Anschauung werden Lehr-Lern-Gespräche und zeichnerische Prozesse qualitativ-empirisch untersucht, wobei visualisierende Forschungs- und Darstellungsmethoden eine zentrale Rolle spielen. In vier Fallstudien werden exemplarische Lehr-Lern-Situationen mehrperspektivisch analysiert und vielfältige, sich überlagernde und teilweise widerstrebende Einflüsse aufgezeigt, welche die situative Entwicklung von Lehr-Lern-Prozessen prägen. Fallübergreifende und vergleichende Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund praxistheoretischer Konzepte diskutiert (u.a. Reckwitz, Schmidt, Polanyi, Neuweg) und mit kunst- und theaterpädagogischen Positionen verknüpft, welche die Performativität, Ereignishaftigkeit, Körperlichkeit und Materialität von Unterricht thematisieren (u.a. Lange, Hentschel). Der vorliegende Beitrag widmet sich zwei Besonderheiten der Studie: einerseits dem Zusammenhang mit der Pilotstudie Zeichnen – Reden (HKB, 2012/13) und andererseits der Weiterentwicklung videobasierter Forschungsmethoden mit besonderer Berücksichtigung der visuellen Dimension.
  • Alltägliche Foto-Handlungen, Beobachtungen, Fragen - ein Einstieg (Flurina Stuppan)
    Mein Beitrag zeigt exemplarische Beobachtungen von alltäglichen Foto-Handlungen bei Adoleszenten und Erwachsenengruppen. Die Beobachtungen werden anhand innerer Bilder verschriftlicht. Ausgehend von diesen Beobachtungen werden Fragen formuliert, die eine kritische Position gegenüber dem Medium Fotografie und der Gesellschaft einnehmen. Der Schlussteil des Textes stellt die unterschiedlichen Foto-Handlungen zur Diskussion und lässt Erkenntnisse der Masterarbeit zu Valie Export und Martha Rosler einfliessen. Eine kunstpädagogische Kontextualisierung bildet den Abschluss des Textes und soll so alltägliche Handlungen aus einer vermittelnden Perspektive heraus gewichten.
  • Eine Ontologie der Gegenwart. Zur Veränderung kunstpädagogischen Wissens (Anna Schürch)
    Projekte der Lehrplanrevision, wie aktuell in der Schweiz die Überarbeitung des gymnasialen Rahmenlehrplans 2020-2022, fordern dazu auf, die Inhalte und Ziele der einzelnen Fächer zu überprüfen und bieten Anlass, über das Wissen in einem Fach und dessen Veränderung nachzudenken. Wie lässt sich eine solche Veränderung denken und woran kann sie sich orientieren, wenn sie über den pragmatischen Rahmen eines bildungspolitisch motivierten Revisionsprojektes, das durch knappe zeitliche Ressourcen und akuten Handlungsdruck gekennzeichnet ist, hinausgehen will? Der vorliegende Artikel schliesst an Michel Foucaults Ontologie der Gegenwart an und sucht in daran orientierten bildungsphilosophischen Überlegungen nach einer Perspektive der Veränderung, die sich gleichermassen kritisch wie selbstreflexiv positioniert und die sich nicht an dem ausrichtet, was an grossen Herausforderungen der Zukunft diagnostiziert wird, sondern von dem ausgeht, was bereits da ist und sich im Alltag zeigt. Dabei wird ein Weg eröffnet, das bestehende kunstpädagogische Wissen zu fassen und zu reflektieren. Der Text wird erweitert und fortgesetzt durch eine Fussnote von Margot Zanni und einen Fragebogen von Michèle Novak, die diese Bewegung der (selbst-)kritischen Reflexion bereits in der Lektüre beginnen lassen.
  • Von Kas­sel ler­nen (Wanda Wieczorek, Ayşe Güleç, Carmen Mörsch)
    Die fünfte Ausgabe von Art Education Research stellt am Beispiel des documenta 12 Beirats Überlegungen zur Schnittstelle von kultureller und politischer Bildung an.Die Autorinnen Wanda Wieczorek, A...
  • «An­bei sen­de ich Ih­nen mein Bild­ar­chiv» (Anne Gruber)
    Anne Gruber zeigt in ihrem Text anhand der Aufgabe 'Bildarchiv' auf, wie sich ihre im Studium entwickelte Aufmerksamkeit für Fragestellungen aus Kunsttheorie, Cultural Studies und Kunst mit ihrer P...
  • Lernen von Kunst und Design im Labor: Eine Datensammlung früherer Kunst- und Designausbildungen (Dorothée King)
    In diesem Beitrag betrachte ich Veränderungen in der Kunst- und Design-Ausbildung unter dem Gesichtspunkt des Wandels von methodologischen und kulturellen Praktiken. Ich vergleiche historische Lernprozesse mit modernen Praktiken im Bereich Kunst und Gestaltung, um vielfältige Forschungs- und Lehrmethoden für das Learning Lab Arts and Design (LLAD) auszumachen. In den ersten westlichen Kunstakademien wurde Lernen als Nachahmung ästhetischer Vorgaben verstanden, während in den frühen Zünften das Erlernen gestalterischer Fähigkeiten immer in Zusammenhang mit Wissenstransfer und der Entwicklung neuer Produkte stand. In den späteren Kunst- und Designschulen bewegte sich die Ausbildung weg von vorgegebenen Mustern und Medien hin zu individueller Kreativität und Transformation und wurde zudem oft Ausdrucksform eines kreativen Protests. Das Erlernen von Kunst wurde zu einer Praxis, in der nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Mittelpunkt steht. Heute schlage ich vor, dass Gestaltung und künstlerisches Schaffen im LLAD als vielfältige Lernpraktiken im digitalen und virtuellen Raum vermittelt werden. Lernen soll mittels einer Vielfalt von Aktivitäten stattfinden. Dazu gehören: ausdrücken, austauschen, befreien, beobachten, dekonstruieren, denken, digitalisieren, drehen, emanzipieren, erfahren, erinnern, erziehen, experimentieren, fliessen, formen, forschen, fortführen, gestalten, imitieren, interagieren, intervenieren, kartographieren, kombinieren, konstruieren, kopieren, kreieren, kritisieren, leben, lernen, materialisieren, messen, öffnen, partizipieren, performen, politisieren, produzieren, protestieren, recyceln, reflektieren, reformieren, rekonstruieren, so tun als ob, spiegeln, spielen, standardisieren, theoretisieren, transformieren, überschreiten, verarbeiten, verbinden, vergessen, versuchen, werden, wiederholen, zeichnen.
  • Theo­rie in Pra­xis über­set­zen -​ For­schungs­be­we­gun­gen (Dolores Smith)
    Ausgangspunkte des hier vorgestellten Forschungsprojekts waren die Frage nach den Bedingungen eines gleichberechtigten Zugangs zu künstlerisch-kulturellen Bildungsangeboten für benachteiligte Kinde...
  • Das Dis­play ak­ti­vie­ren (Karin Schneider)
    The­sen aus dem Forschung­spro­jekt "sci­ence with all sens­es -​ sci­ence and gen­der in the mak­ing" Die folgenden methodischen Überlegungen und Analysen entstammen dem Forschungsprojekt „science...
  • Eva­lua­ti­on über­den­ken (text in eng­lish) (Emily Pringle)
    Dieser Text untersucht die wichtige und potentiell auch gestaltende Rolle, die Auswertungsverfahren in partizipatorischen Kunstprojekten im Bildungskontext spielen können. Nach einem kurzen Überbl...
  • Hand­lungs­macht an den Rän­dern der Macht (Andrea Hubin)
    Wo sie­delt sich ei­ne Kunst­ver­mitt­lung an, die mit Per­for­ma­ti­vi­täts-​Kon­zep­ten ope­riert? Warum interessiert sich die Kunstvermittlung für das Performative? Zwischen dem Ringen um Anerke...
  • Ver­mitt­lung – Per­for­mance – Wi­der­streit (Carmen Mörsch, Eva Sturm)
    Es handelt sich um die Textfassung des Einführungsvortrags zu der Tagung Perfoming the Museum as a Public Sphere, die im April 2008 im Kunstmuseum Lentos, Linz, stattfand. Der Text geht von Charle...
  • Au­to­no­mie in der In­sti­tu­ti­on (Microsilions – Olivier Desvoignes/Marianne Guarino-Huet)
    Für ei­ne kri­ti­sche Kunst­ver­mitt­lungs­pra­xis (Text auf Eng­lisch) Die Institution als performativ produziert steht im Beitrag des KünstlerInnen/VermittlerInnenkollektivs microsillons im Zentr...
  • Thea­ter­ver­mitt­lung als For­schungs­ge­gen­stand (Ute Pinkert)
    Entscheidendes Merkmal des Arbeitsfeldes Theaterpädagogik am Theater ist laut der Autorin der Bezug zur Institution. Ute Pinkert führt für dieses Arbeits- und Forschungsfeld den Begriff der «Theat...
  • Tun ist Er­ken­nen und Er­ken­nen ist Tun. Die un­trenn­ba­re Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen Theo­rie und Pra­xis (Barbara Putz-Plecko)
    Über Forschung und Theoriebildung im Feld von Kunstpädagogik, Kunstvermittlung und kultureller Bildung an der Universität für angewandte Kunst Wien Die Lehramtsausbildung für das Fach Kunst geht an...
  • Repräsentation und Repräsentationskritik im Feld der visuellen Kultur. Fokus Kunstvermittlung (Stephan Fürstenberg)
    eine virtuelle Lernplattform Diese Einführung skizziert Ansätze, Fragen und Konflikte rund um das Thema Repräsentation und Repräsentationskritik im Feld der visuellen Kultur und entwickelt diese Au...
  • Vom Migrant zum Muslim - (Rifa’at Lenzin)
    zum Pro­blem re­li­giö­ser Zu­schrei­bun­gen bei Mi­grant_in­nen is­la­mi­scher Her­kunft Wie relevant ist der Islam für die hier lebenden Musliminnen und Muslime? Wer ist eigentlich Muslim? Aktuel...
  • Ge­ord­ne­te Kör­per, ver­kör­per­te Ord­nun­gen – über vi­su­el­le und sprach­li­che Re­prä­sen­ta­ti­ons­mus­ter von Kunst­ver­mitt­lung (Stephan Fürstenberg)
    In seinem Beitrag nimmt Stephan Fürstenberg die dominanten Darstellungsweisen der Figuren Kunstvermittler_in sowie Publikum in den Blick. Im Zentrum steht hierbei, unter Bezugnahme auf historische...
  • Be­tei­ligt wer­den und sicht­bar sein. Wer pro­fi­tiert? (Henrike Plegge)
    Zur Ar­beit mit ju­gend­li­chen Mi­grant_in­nen in Kunst­ver­mitt­lung und Aus­stel­lung In ihrem Beitrag geht Henrike Plegge verschiedenen Formen der Beteiligung und Sichtbarkeit von jugendlichen ...
  • Der Kunst die Welt er­klä­ren (Wanda Wieczorek)
    Viele Kulturinstitutionen befinden sich heute in einem Dilemma: Einerseits sollen und wollen sie möglichst viele Personen mit ihrem Angebot erreichen – besonders junge Menschen und ganz besonders ...
  • Ge­dächt­nis, Ar­chiv und Ver­mitt­lung (Felipe Polanía)
    An­sät­ze für ei­ne Ver­mitt­lungs­pra­xis mit ge­flüch­te­ten Men­schen Ist es möglich von einem kollektiven Gedächtnis von geflüchteten Menschen zu sprechen? Wie kann die Vermittlungsarbeit zur K...
  • «Ma­te­ri­el­les Ge­dächt­nis» und post­mi­gran­ti­sche Ge­sell­schaft (Jonas Bürgi)
    Vor­schlä­ge für die Samm­lungs­pra­xis im Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­mu­seum Nationalmuseen beanspruchen Definitionsmacht darüber, was als ‚Kulturerbe’ gelten soll. Migrationsgeschichten als Re...
  • Vermittlung von Realitäten: The Society of Friends of Halit (Ayşe Güleç)
    Die Arbeit The Society Friends of Halit (Die Gesellschaft der Freund*innen von Halit), die im Rahmen der documenta 14 in Kassel die Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und ihre spä...
  • Wandering About: Ein Experiment des im Laufen Lernens (Kitto Derrick Wintergreen)
    Im Jahr 2016 begann Wintergreen seinen Student_innen an der Nagenda International Academy für Kunst und Design (NIAAD / Uganda) das Format von Walking Lectures vorzustellen, um sie zu ermutigen, De...
  • Margaret Trowells Kunstschule. Eine Fallstudie über koloniale Subjektivierung (Emma Wolukau-Wanambwa)
    In den 30er Jahren gründete Margaret Trowell (1904 – 1985) im Protektorat Uganda eine der ersten Kunstschulen für Afrikaner. Obwohl sie über umfassende und detaillierte Kenntnisse der materiellen K...
  • DEUTSCH, NATÜRLICH UND NACKT? Die Lebensreform und ihre kolonialen Verflechtungen (Saskia Köbschall)
    Ausgehend von den persönlichen Erfahrungen der Autorin mit der deutschen FKK-Bewegung erkundet das Essay die diskursive Verbindung zwischen Kolonialismus, seiner Ideologie des Rassismus, und der L...
  • Rätselflüge - Denkbewegungen durch ein schwieriges Erbe progressiver Kunstvermittlung in Österreich (Karin Schneider, Andrea Hubin)
    Der Beitrag von Andrea Hubin und Karin Schneider gibt einen Einblick in ihre Erkundungen des schwierigen Erbes der österreichischen Kunstvermittlung. Sie reflektieren die Grenzen, Abneigungen, Verz...
  • Ephemere Praktiken. Das Forschungsprojekt „The Art Educator’s Walk“ (2017-18) (Gila Kolb)
    Wie genau stellen eigentlich Kunstvermittler*innen eine Situation her, in der eine Vermittlung zeitgenössischer Kunst stattfinden kann? Welche Haltung entwickeln sie zu ihrer kunstvermittlerischen Tätigkeit? Welche Strategien entwickeln sie dabei? Auf der Ausstellung documenta 14 (2017) wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „The Art Educator’s Walk – Handeln und Haltung von Kunstvermittler*innen zeitgenössischer Kunst am Beispiel der Grossausstellung documenta 14 in Kassel“ zu diesen Fragen 20 „Spaziergänge“ von 10 „Chorist*innen“ (Kunstvermittler*innen der documenta 14) begleitet und interviewt. Der per se ephemeren Praxis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen ging das Forschungsprojekt im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der HKB Bern mit der These nach, dass Kunstvermittlung aus einer Haltung heraus praktiziert wird. Dieser Beitrag skizziert nach einer biographischen Argumentation aus der „Mitte“ heraus zunächst die historisch gewachsene Situation der documenta und ihrer Vermittlung. Konzepte und Hintergründe der Kunstvermittlung der documenta 14, insbesondere das Verlernen bildeten den Handlungsrahmen der befragten und begleiteten Chorist*innen. Ein Einblick in das qualitativ-empirische Setting zur Datengewinnung in Form einer teilnehmenden Beobachtung von kunstvermittlerischer Praxis mit Besucher*innengruppen auf der documenta 14 reflektiert den Kontext der Datengewinnung. Innerhalb dreier „Streifzüge“, welche die ersten Sätze eines Spaziergangs, das Dilemma des Wissens und die Kunstvermittlung als Arbeit analysieren, wird das gewonnene Material exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
  • 3 FRAGEN AN ... die Tiefe Kümmernis (Die Tiefe Kümmernis)
    Die Tiefe Kümmernis, eine Drag Queen und museale Kunstvermittlerin aus Wien, beantwortet drei Fragen zu ihrer Arbeit. Zunächst erklärt sie die Herkunft ihres Namens und schildert die Anfänge ihrer Vermittlungsarbeit. In der zweiten Antwort führt sie aus, wie user-generated content im Internet den heteronormativen, patriarchalen Kanon der europäischen Kunstgeschichte inklusiver werden lässt. Im letzten Teil diskutiert sie die Potenziale und Schwierigkeiten von Web-Videos über queere Kunstgeschichte.
  • Wie viel Wenig ist genug? Eine Untersuchung von Arbeitsmittel, Arbeitsräumen und Unterrichtsvorbereitung im Fach Bildnerisches Gestalten. (Pamela Gardi)
    Da es sich bei diesem Artikel um einen Kurzbeitrag in Form einer Zusammenfassung handelt, entfällt das Abstract.
  • Drei Fragen an... (Hannah Horst)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format über aktuelle Praxis auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Text und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Lernen von Kunst und Design im Labor: Eine Datensammlung früherer Kunst- und Designausbildungen (Dorothée King)
    In diesem Beitrag betrachte ich Veränderungen in der Kunst- und Design-Ausbildung unter dem Gesichtspunkt des Wandels von methodologischen und kulturellen Praktiken. Ich vergleiche historische Lernprozesse mit modernen Praktiken im Bereich Kunst und Gestaltung, um vielfältige Forschungs- und Lehrmethoden für das Learning Lab Arts and Design (LLAD) auszumachen. In den ersten westlichen Kunstakademien wurde Lernen als Nachahmung ästhetischer Vorgaben verstanden, während in den frühen Zünften das Erlernen gestalterischer Fähigkeiten immer in Zusammenhang mit Wissenstransfer und der Entwicklung neuer Produkte stand. In den späteren Kunst- und Designschulen bewegte sich die Ausbildung weg von vorgegebenen Mustern und Medien hin zu individueller Kreativität und Transformation und wurde zudem oft Ausdrucksform eines kreativen Protests. Das Erlernen von Kunst wurde zu einer Praxis, in der nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Mittelpunkt steht. Heute schlage ich vor, dass Gestaltung und künstlerisches Schaffen im LLAD als vielfältige Lernpraktiken im digitalen und virtuellen Raum vermittelt werden. Lernen soll mittels einer Vielfalt von Aktivitäten stattfinden. Dazu gehören: ausdrücken, austauschen, befreien, beobachten, dekonstruieren, denken, digitalisieren, drehen, emanzipieren, erfahren, erinnern, erziehen, experimentieren, fliessen, formen, forschen, fortführen, gestalten, imitieren, interagieren, intervenieren, kartographieren, kombinieren, konstruieren, kopieren, kreieren, kritisieren, leben, lernen, materialisieren, messen, öffnen, partizipieren, performen, politisieren, produzieren, protestieren, recyceln, reflektieren, reformieren, rekonstruieren, so tun als ob, spiegeln, spielen, standardisieren, theoretisieren, transformieren, überschreiten, verarbeiten, verbinden, vergessen, versuchen, werden, wiederholen, zeichnen.
  • Dinge, Stimmungen, Handlungen - Der Spaziergang als Konstellation (Markus Schwander)
    Sowohl in künstlerischen Forschungsprojekten als auch im Unterricht werden Spaziergänge zur Untersuchung von Raumwahrnehmung genutzt. Das gemeinsame Gehen wird dabei als Konstellation betrachtet, um die Faktoren, die die Aktion bestimmen, zu erkennen und zu beeinflussen, also kollektives Handeln zu gestalten. Anhand künstlerischer Beispiele wird aufgezeigt, wie Raum und Wahrnehmung zusammenhängen und wie ihr Verhältnis immer wieder neu konstruiert wird.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • Sedimented- Wenn ein Material in Aktion tritt (Tiziana Halbheer)
    Der Beitrag Sedimented – Wenn ein Material in Aktion tritt ,setzt sich mit Materialien als lebendige und intraagierende Phänomene auseinander. Anhand des Materials Staubniederschlag, ein Gemisch aus anthropogenen und von der Natur abgeriebenen Stäuben wird die Wirkungsmacht, Lebendigkeit und Verkettungen mit der Mitwelt erläutert. Um die Nähe zum Material und dessen Auswirkung auf eigene Körperlichkeit, Empfindung, tradierte Ansichten und kulturelle Traditionen sichtbar zu machen, wird ein Staubspaziergang als kunstpädagogische und performative Strategie vorgeschlagen. Es ist eine detektivische Suche nach staubigen Hinterlassenschaften von weltlichen Tätigkeiten, die durch Handlungen Wertesysteme und tradierte Vorstellungen von Erscheinungen hinterfragen. Staubniederschlag gilt als Beispiel, Material als Ausgangsstoff von kunstpädagogischen Denk- und Interpretationsräumen zu gebrauchen und die vielfältigen Möglichkeiten auszuloten.
  • Eine Annäherung an Parameter für eine informelle, künstlerische Bildung (Zoé Hall)
    Kunst als Paradigma geniesst vielerorts die Rolle einer politischen Avantgarde. Motivation für diesen Text fand sich im Bedürfnis, Kunst zu erweitern und das Politische ins Zwischenmenschliche zurück zu holen. Es wird ein Vorschlag ausformuliert, wie künstlerische Bildung nachhaltige politisierende Prozesse auslösen könnte, bevor zeitgenössische Diskurse den Rahmen der Unternehmung bereits ein Stück weit bestimmen können. Die Kunst lässt sich in der Zwischenmenschlichkeit und dem Verhältnis zwischen Personen festmachen. Auf dem Weg in eine „bessere Welt“ muss als erstes klar werden, was ihr im Wege steht. Auf der individuellen Ebene geschieht dies durch die Bewusstmachung der eigenen Stellung im gesellschaftlichen Gefüge. Auf der gemeinschaftlichen Ebene soll auf Augenhöhe Kritik geübt werden. Diese beiden Forderungen finden ihre Anfänge in einer spielerischen Welterschliessung: Einander zuhören, Gespräche führen, Rollen tauschen, Körper und Erfahrung in ein Verhältnis bringen. Pilze, Ameisen, Stare, der Wellen-Partikel Dualismus, sowie der Löwenzahn und Farnbieten nach Adrienne Maree Brown nützliche Allegorien für das spielerische Neudenken von Kunst und die damit einhergehenden Beziehungen. Gemeinschaftliche Unternehmungen behalten kein konkretes Ziel im Auge, es werden endgültige Schlüsse vermieden und absolute Wahrheiten abgelehnt. Doch eines liegt all dem Zugrunde: Entscheidungen werden durch Konsensfindung getroffen und diejenigen, die aus der Unternehmung einen Nutzen ziehen, sind dieselben, die daran teilhaben und mitdenken wollen. Was wir tun, gehört keiner Institution an, weder staatlich noch privat. Was wir tun geht nicht von einem Auftrag aus und ist nie an Lohnarbeit gekoppelt. Es ist lediglich das Interesse der Teilnehmenden relevant und das Ergebnis bleibt offen. Dieses Verständnis von künstlerischer Bildung soll abstrakt sein und informell bleiben, denn es lehnt jede Form von Herrschaft grundsätzlich ab.
  • Rezension (Gitta Bertram)
    Der professionalisierte Blick. Forschendes Studieren in der Kunstpädagogik. Ruth Kunz, Maria Peters (Hg.) München: kopaed, 2019. Das umfangreiche Buch zeigt eine Momentaufnahme des Forschenden Stud...
  • Lernen von Kunst und Design im Labor: Eine Datensammlung früherer Kunst- und Designausbildungen (Dorothée King)
    In diesem Beitrag betrachte ich Veränderungen in der Kunst- und Design-Ausbildung unter dem Gesichtspunkt des Wandels von methodologischen und kulturellen Praktiken. Ich vergleiche historische Lernprozesse mit modernen Praktiken im Bereich Kunst und Gestaltung, um vielfältige Forschungs- und Lehrmethoden für das Learning Lab Arts and Design (LLAD) auszumachen. In den ersten westlichen Kunstakademien wurde Lernen als Nachahmung ästhetischer Vorgaben verstanden, während in den frühen Zünften das Erlernen gestalterischer Fähigkeiten immer in Zusammenhang mit Wissenstransfer und der Entwicklung neuer Produkte stand. In den späteren Kunst- und Designschulen bewegte sich die Ausbildung weg von vorgegebenen Mustern und Medien hin zu individueller Kreativität und Transformation und wurde zudem oft Ausdrucksform eines kreativen Protests. Das Erlernen von Kunst wurde zu einer Praxis, in der nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Mittelpunkt steht. Heute schlage ich vor, dass Gestaltung und künstlerisches Schaffen im LLAD als vielfältige Lernpraktiken im digitalen und virtuellen Raum vermittelt werden. Lernen soll mittels einer Vielfalt von Aktivitäten stattfinden. Dazu gehören: ausdrücken, austauschen, befreien, beobachten, dekonstruieren, denken, digitalisieren, drehen, emanzipieren, erfahren, erinnern, erziehen, experimentieren, fliessen, formen, forschen, fortführen, gestalten, imitieren, interagieren, intervenieren, kartographieren, kombinieren, konstruieren, kopieren, kreieren, kritisieren, leben, lernen, materialisieren, messen, öffnen, partizipieren, performen, politisieren, produzieren, protestieren, recyceln, reflektieren, reformieren, rekonstruieren, so tun als ob, spiegeln, spielen, standardisieren, theoretisieren, transformieren, überschreiten, verarbeiten, verbinden, vergessen, versuchen, werden, wiederholen, zeichnen.
  • Quer­ge­le­sen und zu­rück­ge­spro­chen (Sabine Gebhardt Fink, Nora Landkammer, Anna Schürch)
    Ein Dia­log zu Per­for­mance­theo­rie und Ver­mitt­lung Ausgehend von Judith Butlers Verständnis des performativen Aktes als einer Handlung, die immer wieder repetiert und gesellschaftlich legitimi...
  • Per­form­ing the Ver­mit­tler_in (Bernadett Settele)
    Wie kann in Vermittlungsprojekten eine (andere) Sprachfähigkeit und Handlungsmacht erlangt werden, die die üblichen Rollen aufbricht? Wie wird die Vermittlung und der/die Vermittler_in handlungsfä...
  • Wie Sprach­lo­sig­keit zum Han­deln füh­ren kann (Julia Draxler)
    Der Artikel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Kunstvermittlung nicht nur das «Sprechen über Kunst», sondern auch das «Handeln zu Kunst» realisiert werden kann. Kunstwerke sollen nicht nur r...
  • Materialien zum Selbststudium (Danja Erni, Nora Landkammer, Anna Schürch, Bernadett Settele)
    Die Materialien zum Selbststudium sind mit dem Ziel konzipiert, eine Diskussions- und Wissensbasis zu den Themen «queer» und «Do it yourself» im Kunstunterricht zur Verfügung zu stellen. Sie beschä...
  • Schwierige Themen im Bildnerischen Gestaltung-Unterricht (Danja Erni)
    Danja Erni wirft in der Perspektive der Netzwerkveranstaltung Persönlichkeitsverwicklung # 1: Queer und Do-it-Yourself im Kunstunterricht einen Blick auf ihren eigenen Unterricht sowie auf das Beru...
  • Kri­ti­sches Weiss­sein in der Bil­dungs­ar­beit -​ (Regina Richter, Claude Preetz)
    wie rassismuskritisch umgehen mit der eigenen Rolle als weisse Lehrperson? Hintergrundtext zu einem Workshopkonzept Der Text möchte eine Auseinandersetzung mit der privilegierten Position als weiss...
  • Fach­di­dak­tik, for­schend: (Michèle Novak, Anna Schürch)
    Über­le­gun­gen zum For­schungs­prak­ti­kum und sei­nen Po­ten­zia­len Mit dem Forschungspraktikum stellen die beiden Dozentinnen Michèle Novak und Anna Schürch in ihrem Artikel ein Format des fors...
  • Lern­pro­zes­se in der dis­kri­mi­nie­rungs­kri­ti­schen kul­tu­rel­len Bil­dungs­ar­beit (Aïcha Diallo, Danja Erni)
    Seit Sommer 2016 leiten wir gemeinsam die KontextSchule, eine Fortbildungsplattform für Berliner Lehrkräfte und Künstler*innen. Schule als zentraler Ort des Lernens und Wissensaustauschs wird aus ...
  • Aïcha Diallo und Danja Erni ()
    Kunst | Ras­sis­mus­kri­tik | Ver­mitt­lung Über Fra­gi­li­tät und Wi­der­stän­dig­keit, die seit Sommer 2016 gemeinsam die KontextSchule, eine Fortbildung für Berliner Lehrer*innen und Künstler*i...
  • De­mo­kra­tie­bil­dung. Kunst/Ver­mitt­lung ge­gen Ras­sis­mus (Nanna Lüth)
    In ihrem Editorial stellt Nanna Lüth dem Topos der Parteilichkeit im Feld kritischer Kunstvermittlung politikdidaktische Diskussionen über Kontroversität gegenüber. Sie verweist auf die Potenziale...
  • ‹Natürliche Kunsterziehung› – Biologismen im kunstpädagogischen Diskurs (Anna Schürch)
    In ihrem fachgeschichtlichen Beitrag geht Anna Schürch der Frage nach, wie biologistische Argumentationsfiguren das Denk- und Sagbare der deutschsprachigen Kunstpädagogik prägen. Insbesondere die e...
  • Malend Bilder wagen: Farben erleben – mit Farben gestalten. (Ursula Aebersold, Susanne Junger)
    Mit dem Lehrplan 21 liegt in der Schweiz für Kantone mit deutschsprachigen Schulen eine neue Ausrichtung für das Fach Bildnerisches Gestalten vor. Der Stellenwert der fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung in Anbindung an den bildnerischen Prozess wird gegenüber dem bisherigen produkteorientierten Fachverständnis stärker betont. Über die Begegnung mit Bildern aus Kunst und Alltag werden die Schüler*innen in den drei Kompetenzbereichen "Wahrnehmung und Kommunikation", "Prozesse und Produkte" sowie "Kontexte und Orientierung" für unterschiedliche bildnerische Ausdrucksweisen sensibilisiert. Sie sollen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern zum Ausdruck bringen können und sich in der produktiven wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Die so entwickelte Bildkompetenz ermöglicht den Schüler*innen sich in einer von Bildern geprägten Umwelt zu orientieren. Dieses dichte und herausfordernde Desiderat des neuen Lehrplans an den Unterricht Bildnerisches Gestalten erfordert theoriebasierte Anregungen und lernunterstützende Hilfestellungen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist beabsichtigt, mit exemplarischen Unterrichtseinheiten einen kognitiv-aktivierenden und kumulativ angelegten Fachunterricht für den 2. und 3. Zyklus zu entwickeln. Mittels Prä- und Posterhebungen sollen Kompetenzentwicklungen der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Die Unterrichtseinheiten werden in drei Schulklassen erprobt, dokumentiert, analysiert und ausgewertet. Die Lernsituationen werden innerhalb des Faches im Bereich Farbe und Malerei angesiedelt und legen den Fokus auf die Lernstandserhebung und die Sensibilisierung der Lehrperson bezüglich der Voraussetzungen, Erfahrungen und dem Vorwissen der Schüler*innen sowie auf Möglichkeiten der Lernunterstützung und -begleitung zur je individuellen Kompetenzentwicklung. Dazu gehören auch das Bereitstellen von Instrumenten für die Lernstanderfassung und die Einschätzung der Kompetenzentwicklung sowie Inspirationsmaterialien und lernunterstützende Hilfsmittel zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • Eine Ontologie der Gegenwart. Zur Veränderung kunstpädagogischen Wissens (Anna Schürch)
    Projekte der Lehrplanrevision, wie aktuell in der Schweiz die Überarbeitung des gymnasialen Rahmenlehrplans 2020-2022, fordern dazu auf, die Inhalte und Ziele der einzelnen Fächer zu überprüfen und bieten Anlass, über das Wissen in einem Fach und dessen Veränderung nachzudenken. Wie lässt sich eine solche Veränderung denken und woran kann sie sich orientieren, wenn sie über den pragmatischen Rahmen eines bildungspolitisch motivierten Revisionsprojektes, das durch knappe zeitliche Ressourcen und akuten Handlungsdruck gekennzeichnet ist, hinausgehen will? Der vorliegende Artikel schliesst an Michel Foucaults Ontologie der Gegenwart an und sucht in daran orientierten bildungsphilosophischen Überlegungen nach einer Perspektive der Veränderung, die sich gleichermassen kritisch wie selbstreflexiv positioniert und die sich nicht an dem ausrichtet, was an grossen Herausforderungen der Zukunft diagnostiziert wird, sondern von dem ausgeht, was bereits da ist und sich im Alltag zeigt. Dabei wird ein Weg eröffnet, das bestehende kunstpädagogische Wissen zu fassen und zu reflektieren. Der Text wird erweitert und fortgesetzt durch eine Fussnote von Margot Zanni und einen Fragebogen von Michèle Novak, die diese Bewegung der (selbst-)kritischen Reflexion bereits in der Lektüre beginnen lassen.
  • Über das Forschen in der schweizerischen Kunstpädagogik zur Zeit. Ein Interview mit Ruth Kunz im Oktober 2019 (Ruth Kunz, Gila Kolb)
    2019 fand das Symposium »Der professionalisierte Blick« statt, kurz zuvor wurde der gleichnamige Band veröffentlicht. Für die erste Ausgabe des SFKP e Journals Art Education Research, das Kunstpädagogische Forschung in der Schweiz zur Zeit in den Blick nimmt, wirft das Interview mit Ruth Kunz einen Blick auf ihre langjährige forschende Praxis, auf ihre Lehre der Forschung in der Lehre und die Forschungslandschaft in der Kunstpädagogik der deutschsprachigen Schweiz. Darüber hinaus verweist das Interview auf das spezifisch kunstpädagogische Potential im Forschen. Das Interview führte Gila Kolb.
  • Lernen von Kunst und Design im Labor: Eine Datensammlung früherer Kunst- und Designausbildungen (Dorothée King)
    In diesem Beitrag betrachte ich Veränderungen in der Kunst- und Design-Ausbildung unter dem Gesichtspunkt des Wandels von methodologischen und kulturellen Praktiken. Ich vergleiche historische Lernprozesse mit modernen Praktiken im Bereich Kunst und Gestaltung, um vielfältige Forschungs- und Lehrmethoden für das Learning Lab Arts and Design (LLAD) auszumachen. In den ersten westlichen Kunstakademien wurde Lernen als Nachahmung ästhetischer Vorgaben verstanden, während in den frühen Zünften das Erlernen gestalterischer Fähigkeiten immer in Zusammenhang mit Wissenstransfer und der Entwicklung neuer Produkte stand. In den späteren Kunst- und Designschulen bewegte sich die Ausbildung weg von vorgegebenen Mustern und Medien hin zu individueller Kreativität und Transformation und wurde zudem oft Ausdrucksform eines kreativen Protests. Das Erlernen von Kunst wurde zu einer Praxis, in der nicht das Ergebnis, sondern der Prozess im Mittelpunkt steht. Heute schlage ich vor, dass Gestaltung und künstlerisches Schaffen im LLAD als vielfältige Lernpraktiken im digitalen und virtuellen Raum vermittelt werden. Lernen soll mittels einer Vielfalt von Aktivitäten stattfinden. Dazu gehören: ausdrücken, austauschen, befreien, beobachten, dekonstruieren, denken, digitalisieren, drehen, emanzipieren, erfahren, erinnern, erziehen, experimentieren, fliessen, formen, forschen, fortführen, gestalten, imitieren, interagieren, intervenieren, kartographieren, kombinieren, konstruieren, kopieren, kreieren, kritisieren, leben, lernen, materialisieren, messen, öffnen, partizipieren, performen, politisieren, produzieren, protestieren, recyceln, reflektieren, reformieren, rekonstruieren, so tun als ob, spiegeln, spielen, standardisieren, theoretisieren, transformieren, überschreiten, verarbeiten, verbinden, vergessen, versuchen, werden, wiederholen, zeichnen.
  • Malend Bilder wagen: Farben erleben – mit Farben gestalten. (Ursula Aebersold, Susanne Junger)
    Mit dem Lehrplan 21 liegt in der Schweiz für Kantone mit deutschsprachigen Schulen eine neue Ausrichtung für das Fach Bildnerisches Gestalten vor. Der Stellenwert der fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung in Anbindung an den bildnerischen Prozess wird gegenüber dem bisherigen produkteorientierten Fachverständnis stärker betont. Über die Begegnung mit Bildern aus Kunst und Alltag werden die Schüler*innen in den drei Kompetenzbereichen "Wahrnehmung und Kommunikation", "Prozesse und Produkte" sowie "Kontexte und Orientierung" für unterschiedliche bildnerische Ausdrucksweisen sensibilisiert. Sie sollen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern zum Ausdruck bringen können und sich in der produktiven wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Die so entwickelte Bildkompetenz ermöglicht den Schüler*innen sich in einer von Bildern geprägten Umwelt zu orientieren. Dieses dichte und herausfordernde Desiderat des neuen Lehrplans an den Unterricht Bildnerisches Gestalten erfordert theoriebasierte Anregungen und lernunterstützende Hilfestellungen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist beabsichtigt, mit exemplarischen Unterrichtseinheiten einen kognitiv-aktivierenden und kumulativ angelegten Fachunterricht für den 2. und 3. Zyklus zu entwickeln. Mittels Prä- und Posterhebungen sollen Kompetenzentwicklungen der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Die Unterrichtseinheiten werden in drei Schulklassen erprobt, dokumentiert, analysiert und ausgewertet. Die Lernsituationen werden innerhalb des Faches im Bereich Farbe und Malerei angesiedelt und legen den Fokus auf die Lernstandserhebung und die Sensibilisierung der Lehrperson bezüglich der Voraussetzungen, Erfahrungen und dem Vorwissen der Schüler*innen sowie auf Möglichkeiten der Lernunterstützung und -begleitung zur je individuellen Kompetenzentwicklung. Dazu gehören auch das Bereitstellen von Instrumenten für die Lernstanderfassung und die Einschätzung der Kompetenzentwicklung sowie Inspirationsmaterialien und lernunterstützende Hilfsmittel zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • Malend Bilder wagen: Farben erleben – mit Farben gestalten. (Ursula Aebersold, Susanne Junger)
    Mit dem Lehrplan 21 liegt in der Schweiz für Kantone mit deutschsprachigen Schulen eine neue Ausrichtung für das Fach Bildnerisches Gestalten vor. Der Stellenwert der fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung in Anbindung an den bildnerischen Prozess wird gegenüber dem bisherigen produkteorientierten Fachverständnis stärker betont. Über die Begegnung mit Bildern aus Kunst und Alltag werden die Schüler*innen in den drei Kompetenzbereichen "Wahrnehmung und Kommunikation", "Prozesse und Produkte" sowie "Kontexte und Orientierung" für unterschiedliche bildnerische Ausdrucksweisen sensibilisiert. Sie sollen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern zum Ausdruck bringen können und sich in der produktiven wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Die so entwickelte Bildkompetenz ermöglicht den Schüler*innen sich in einer von Bildern geprägten Umwelt zu orientieren. Dieses dichte und herausfordernde Desiderat des neuen Lehrplans an den Unterricht Bildnerisches Gestalten erfordert theoriebasierte Anregungen und lernunterstützende Hilfestellungen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist beabsichtigt, mit exemplarischen Unterrichtseinheiten einen kognitiv-aktivierenden und kumulativ angelegten Fachunterricht für den 2. und 3. Zyklus zu entwickeln. Mittels Prä- und Posterhebungen sollen Kompetenzentwicklungen der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Die Unterrichtseinheiten werden in drei Schulklassen erprobt, dokumentiert, analysiert und ausgewertet. Die Lernsituationen werden innerhalb des Faches im Bereich Farbe und Malerei angesiedelt und legen den Fokus auf die Lernstandserhebung und die Sensibilisierung der Lehrperson bezüglich der Voraussetzungen, Erfahrungen und dem Vorwissen der Schüler*innen sowie auf Möglichkeiten der Lernunterstützung und -begleitung zur je individuellen Kompetenzentwicklung. Dazu gehören auch das Bereitstellen von Instrumenten für die Lernstanderfassung und die Einschätzung der Kompetenzentwicklung sowie Inspirationsmaterialien und lernunterstützende Hilfsmittel zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • Malend Bilder wagen: Farben erleben – mit Farben gestalten. (Ursula Aebersold, Susanne Junger)
    Mit dem Lehrplan 21 liegt in der Schweiz für Kantone mit deutschsprachigen Schulen eine neue Ausrichtung für das Fach Bildnerisches Gestalten vor. Der Stellenwert der fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung in Anbindung an den bildnerischen Prozess wird gegenüber dem bisherigen produkteorientierten Fachverständnis stärker betont. Über die Begegnung mit Bildern aus Kunst und Alltag werden die Schüler*innen in den drei Kompetenzbereichen "Wahrnehmung und Kommunikation", "Prozesse und Produkte" sowie "Kontexte und Orientierung" für unterschiedliche bildnerische Ausdrucksweisen sensibilisiert. Sie sollen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern zum Ausdruck bringen können und sich in der produktiven wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Die so entwickelte Bildkompetenz ermöglicht den Schüler*innen sich in einer von Bildern geprägten Umwelt zu orientieren. Dieses dichte und herausfordernde Desiderat des neuen Lehrplans an den Unterricht Bildnerisches Gestalten erfordert theoriebasierte Anregungen und lernunterstützende Hilfestellungen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist beabsichtigt, mit exemplarischen Unterrichtseinheiten einen kognitiv-aktivierenden und kumulativ angelegten Fachunterricht für den 2. und 3. Zyklus zu entwickeln. Mittels Prä- und Posterhebungen sollen Kompetenzentwicklungen der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Die Unterrichtseinheiten werden in drei Schulklassen erprobt, dokumentiert, analysiert und ausgewertet. Die Lernsituationen werden innerhalb des Faches im Bereich Farbe und Malerei angesiedelt und legen den Fokus auf die Lernstandserhebung und die Sensibilisierung der Lehrperson bezüglich der Voraussetzungen, Erfahrungen und dem Vorwissen der Schüler*innen sowie auf Möglichkeiten der Lernunterstützung und -begleitung zur je individuellen Kompetenzentwicklung. Dazu gehören auch das Bereitstellen von Instrumenten für die Lernstanderfassung und die Einschätzung der Kompetenzentwicklung sowie Inspirationsmaterialien und lernunterstützende Hilfsmittel zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • 3 FRAGEN AN ... die Tiefe Kümmernis (Die Tiefe Kümmernis)
    Die Tiefe Kümmernis, eine Drag Queen und museale Kunstvermittlerin aus Wien, beantwortet drei Fragen zu ihrer Arbeit. Zunächst erklärt sie die Herkunft ihres Namens und schildert die Anfänge ihrer Vermittlungsarbeit. In der zweiten Antwort führt sie aus, wie user-generated content im Internet den heteronormativen, patriarchalen Kanon der europäischen Kunstgeschichte inklusiver werden lässt. Im letzten Teil diskutiert sie die Potenziale und Schwierigkeiten von Web-Videos über queere Kunstgeschichte.
  • Eine Annäherung an Parameter für eine informelle, künstlerische Bildung (Zoé Hall)
    Kunst als Paradigma geniesst vielerorts die Rolle einer politischen Avantgarde. Motivation für diesen Text fand sich im Bedürfnis, Kunst zu erweitern und das Politische ins Zwischenmenschliche zurück zu holen. Es wird ein Vorschlag ausformuliert, wie künstlerische Bildung nachhaltige politisierende Prozesse auslösen könnte, bevor zeitgenössische Diskurse den Rahmen der Unternehmung bereits ein Stück weit bestimmen können. Die Kunst lässt sich in der Zwischenmenschlichkeit und dem Verhältnis zwischen Personen festmachen. Auf dem Weg in eine „bessere Welt“ muss als erstes klar werden, was ihr im Wege steht. Auf der individuellen Ebene geschieht dies durch die Bewusstmachung der eigenen Stellung im gesellschaftlichen Gefüge. Auf der gemeinschaftlichen Ebene soll auf Augenhöhe Kritik geübt werden. Diese beiden Forderungen finden ihre Anfänge in einer spielerischen Welterschliessung: Einander zuhören, Gespräche führen, Rollen tauschen, Körper und Erfahrung in ein Verhältnis bringen. Pilze, Ameisen, Stare, der Wellen-Partikel Dualismus, sowie der Löwenzahn und Farnbieten nach Adrienne Maree Brown nützliche Allegorien für das spielerische Neudenken von Kunst und die damit einhergehenden Beziehungen. Gemeinschaftliche Unternehmungen behalten kein konkretes Ziel im Auge, es werden endgültige Schlüsse vermieden und absolute Wahrheiten abgelehnt. Doch eines liegt all dem Zugrunde: Entscheidungen werden durch Konsensfindung getroffen und diejenigen, die aus der Unternehmung einen Nutzen ziehen, sind dieselben, die daran teilhaben und mitdenken wollen. Was wir tun, gehört keiner Institution an, weder staatlich noch privat. Was wir tun geht nicht von einem Auftrag aus und ist nie an Lohnarbeit gekoppelt. Es ist lediglich das Interesse der Teilnehmenden relevant und das Ergebnis bleibt offen. Dieses Verständnis von künstlerischer Bildung soll abstrakt sein und informell bleiben, denn es lehnt jede Form von Herrschaft grundsätzlich ab.
  • Montage als narrative und emanzipatorische Vermittlungsstrategie (Julia Marti)
    In der Montage als medienunabhängiges narratives Prinzip, das mit Auslassungen und Widersprüchen arbeiten, Autorschaft und Originalität aufheben und über das Medium selbst das Medium reflektieren kann, vermute ich ein spezifisches Potential für eine emanzipatorische Vermittlungspolitik; so lautete meine These, der ich in einer praktischen und theoretischen Auseinandersetzung auf den Grund ging. Im Herbst 2017 präsentierte ich die Ausstellung La visite dessinée im Pavillon Blanc in Colomiers (F). Der Kurator wählte acht Positionen aus einer Sammlung für zeitgenössische französische Kunst und gab mir den Auftrag, die Werke in einer Ausstellung zu reinszenieren und zu erzählen. Diesen Vermittlungsauftrag wollte ich einlösen, ohne die Rolle der allwissenden Lehrmeisterin einzunehmen und versuchte, eine Ausstellung für emanzipierte Zuschauerinnen zu konzipieren. Im Anschluss stellte ich mir die Aufgabe, die Ausstellung in eine Publikation zu übersetzen, mit dem Anspruch, sowohl ihre Inhalte als auch ihre Vermittlungshaltung zu transportieren. In der Publikationsreihe Die gezeichnete Führung generierte ich schliesslich durch Setzungen, welche die Didaktik, durch die Didaktik selbst verhandeln, aus dem pädagogischen Dilemma eine produktive Reibung. In der theoretischen Auseinandersetzung setzte ich Jacques Rancières Der emanzipierte Zuschauer  und Der unwissende Lehrmeister  in Bezug zu Narrations- und Montagetheorien und meiner Publikationsreihe Die gezeichnete Führung. Weiter versuchte ich, Rancières Begriff der dritten Sache zu schärfen und allgemeine Schlüsse bezüglicher einer emanzipatorischen Vermittlungspolitik mittels Montage und Narration zu ziehen.
  • Malend Bilder wagen: Farben erleben – mit Farben gestalten. (Ursula Aebersold, Susanne Junger)
    Mit dem Lehrplan 21 liegt in der Schweiz für Kantone mit deutschsprachigen Schulen eine neue Ausrichtung für das Fach Bildnerisches Gestalten vor. Der Stellenwert der fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung in Anbindung an den bildnerischen Prozess wird gegenüber dem bisherigen produkteorientierten Fachverständnis stärker betont. Über die Begegnung mit Bildern aus Kunst und Alltag werden die Schüler*innen in den drei Kompetenzbereichen "Wahrnehmung und Kommunikation", "Prozesse und Produkte" sowie "Kontexte und Orientierung" für unterschiedliche bildnerische Ausdrucksweisen sensibilisiert. Sie sollen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern zum Ausdruck bringen können und sich in der produktiven wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Die so entwickelte Bildkompetenz ermöglicht den Schüler*innen sich in einer von Bildern geprägten Umwelt zu orientieren. Dieses dichte und herausfordernde Desiderat des neuen Lehrplans an den Unterricht Bildnerisches Gestalten erfordert theoriebasierte Anregungen und lernunterstützende Hilfestellungen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist beabsichtigt, mit exemplarischen Unterrichtseinheiten einen kognitiv-aktivierenden und kumulativ angelegten Fachunterricht für den 2. und 3. Zyklus zu entwickeln. Mittels Prä- und Posterhebungen sollen Kompetenzentwicklungen der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Die Unterrichtseinheiten werden in drei Schulklassen erprobt, dokumentiert, analysiert und ausgewertet. Die Lernsituationen werden innerhalb des Faches im Bereich Farbe und Malerei angesiedelt und legen den Fokus auf die Lernstandserhebung und die Sensibilisierung der Lehrperson bezüglich der Voraussetzungen, Erfahrungen und dem Vorwissen der Schüler*innen sowie auf Möglichkeiten der Lernunterstützung und -begleitung zur je individuellen Kompetenzentwicklung. Dazu gehören auch das Bereitstellen von Instrumenten für die Lernstanderfassung und die Einschätzung der Kompetenzentwicklung sowie Inspirationsmaterialien und lernunterstützende Hilfsmittel zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • BIGLERWEIBEL. Die fünfte Kolonne der Körper (BIGLERWEIBEL)
    Soziale Medien und Werbung produzieren und vermitteln Bilder von weiblichen Körpern, die im gegenwärtigen Wertesystem der Schönheitsideale als normal und erstrebenswert gelten. Die GIF Serie des Künstlerinnenduos BIGLERWEIBEL reduziert den eigenen weiblichen Körper auf Form und Materialität. Um sich diesen Normsystemen zu widersetzen, bedienen sich die Künstlerinnen einer gramablen Ästhetik. Der weibliche Körper dient als Ausgangspunkt, dessen optisches Potenzial stetig erweitert und neu verhandelt wird.
  • Sedimented- Wenn ein Material in Aktion tritt (Tiziana Halbheer)
    Der Beitrag Sedimented – Wenn ein Material in Aktion tritt ,setzt sich mit Materialien als lebendige und intraagierende Phänomene auseinander. Anhand des Materials Staubniederschlag, ein Gemisch aus anthropogenen und von der Natur abgeriebenen Stäuben wird die Wirkungsmacht, Lebendigkeit und Verkettungen mit der Mitwelt erläutert. Um die Nähe zum Material und dessen Auswirkung auf eigene Körperlichkeit, Empfindung, tradierte Ansichten und kulturelle Traditionen sichtbar zu machen, wird ein Staubspaziergang als kunstpädagogische und performative Strategie vorgeschlagen. Es ist eine detektivische Suche nach staubigen Hinterlassenschaften von weltlichen Tätigkeiten, die durch Handlungen Wertesysteme und tradierte Vorstellungen von Erscheinungen hinterfragen. Staubniederschlag gilt als Beispiel, Material als Ausgangsstoff von kunstpädagogischen Denk- und Interpretationsräumen zu gebrauchen und die vielfältigen Möglichkeiten auszuloten.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • Nachhaltige Zukünfte gestalten. Antizipative Praktiken und Imaginationen in der Art Education (Michel Massmünster)
    Zukunft ist nicht einfach da; durch verschiedenste Praktiken beziehen wir uns auf sie und gestalten sie damit als Erfahrung im Jetzt. Wie wir Zukunft dabei denken, wie wir sie gegenwärtig als Perspektive erfahren, und sie damit auch sozial hervorbringen, ist Resultat vielschichtiger Herstellungsprozesse. Auch historisch gewachsene Vorstellungen mischen dabei mit. Anhand aktueller Praktiken in der Kunstvermittlung gehe ich im Beitrag wirkmächtigen Zukunftskonstruktionen in der Gegenwart nach. Wissen, Material, Person und Zukunft bedingen sich dabei wechselseitig. Zukunftsimaginationen in der Kunstvermittlung weisen sich durch die Betonung ihres explorativen, öffnenden Charakters aus. Gelegentlich, insbesondere mit Bezug auf ein universelles Nachhaltigkeitsverständnis, schreiben sie aber auch fest und nehmen planend Zukünfte vorweg. Dies führt zur Einschränkung zukünftiger Lebensweisen. Folglich schlage ich vor, sich in der Forschung und in der Praxis selbstreflexiv in den Herstellungsprozessen und den damit zusammenhängenden historisch gewachsenen Bedeutungen zu verorten. Darauf aufbauend formuliere ich ein Nachhaltigkeitsverständnis, das den explorativ-öffnenden Zukunftspraktiken der Art Education gerechter wird: Dieses rechnet mit dem Unsicheren und Vielfältigen. Es erfindet sich, die Ressourcen und Lebensweisen immer wieder neu.
  • Von/durch/mit Pilze/n lernen (Lara Caluori)
    Können wir von, durch und mit Pilze/n menschliche und mehr-als-menschliche Beziehungen und Gemeinschaften neu lernen? Dieser Beitrag schildert Wechselwirkungen zwischen Pilzen und Menschen, um in Zeiten der Krise Verbindungen anders zu denken. Myzel, das rhizomorphe Netzwerk der Gesamtheit aller Pilzfäden sowie Mykhorriza, die Symbiose zwischen Pilzmyzel und den Wurzeln einer Pflanze, betrachte ich als Metapher für soziale Gefüge und Kollaborationen. Ausgehend von meiner künstlerisch-forschenden Bachelorarbeit Mycelium – Pleurotus Ostreatus, Ganoderma Lucidum (2019) zur Thematik von Pilzkulturen erläutere ich in diesem Beitrag meine Begegnungen mit Myzel. Da das Projekt aufgrund der Pandemie noch kaum auf einer vermittlerischen und dialogischen Ebene erprobt werden konnte, gilt mein Interesse den potentiellen Begegnungen, die durch das Projekt entstehen können und der Frage, ob der Versuch, andere Perspektiven einzunehmen, zu Neugier und Bereitschaft, zu einer eigenen response-ability, führen kann. In Lernen von Pilzen thematisiere ich das Abschauen von symbiotischen Beziehungen und Netzwerkstrukturen von Myzel und Mykhorriza. Im Fokus stehen das Prozesshafte und die erkundende Neigung. In Lernen durch Pilze schildere ich die physische Begegnung zwischen Pilzen und Menschen anhand meines Forschungsprozesses von Mycelium. Durch das Züchten von Myzel in DIY-Laboreinrichtungen wird ein Berührungspunkt hergestellt sowie Wachstumsprozesse beobachtet und hinterfragt. Lernen mit Pilzen schildert die Vorstellung und das Wahrnehmen von Co-Existenzen anhand von meiner Bachelor-Ausstellungssituation von Mycelium.
  • Mikropädagogische Sprünge im Kontext ästhetischer Bildung (Silvia Henke, Wiktoria Furrer)
    Ästhetische Bildung ist ein grosses zivilisatorisches, erziehungswissenschaftliches und politisches Projekt, das in diesem Beitrag in mikropädagogischen Sprüngen für die Gegenwart erkundet werden soll. Der Begriff Mikropädagogik ist in der Kunstpädagogik bisher nicht konturiert worden. Im erziehungswissenschaftlichen Diskurs ist er als pädagogische Improvisation von Lehrenden, in Form von Übergängen und Interpunktionen zwischen pädagogischen Figuren, von Stefan Danner eingeführt worden (Danner 2001: 11). Warum die Pädagogik klein schreiben und im Plural? Zunächst, um den Akzent auf den Begriff der Bildung im fundamentalen Sinn zu legen, um zu fragen, wie sich durch ästhetische, didaktische und künstlerische Praktiken in konkreten Situationen im mikrologischen Sinn etwas bildet. Bildung, so die These, passiert durch Öffnungen. Das heisst, es ereignet sich etwas, freiwillig oder unfreiwillig, geplant oder ungeplant. Weil nicht klar ist, wann Bildung stattfindet, auch nicht wie und wo Öffnungen genau entstehen, kommt dem Sprunghaften eine ganz bestimmte Rolle zu, indem es Bildungsprozesse in andere Zeiten und Räume führt, weil es ohne klare Intention geschieht (vgl. Pazzini 2015: 16). Der Beitrag beleuchtet solche Sprünge in zwei unterschiedlichen kunstpädagogischen Situationen aus mikropädagogischer Perspektive. Einerseits institutionell im Kunstunterricht an der Hochschule (Master Fine Arts/Art Education), andererseits ausserschulisch in bestimmten Verfahrensmomenten von Workshops mit Künstler*innen. Mit der Aufmerksamkeit auf die Figur des Sprunges, in seiner dreifachen Konnotation als vitale Bewegung, Unterbrechung und Öffnung, soll der Ereignishaftigkeit und der Singularität einer Bildungssituation nachgelauscht werden. Die kunstpädagogische Forschungsfrage nach „sprunghafter“ Erkenntnispraxis als Moment ästhetischer Bildung (vgl. Mersch 2018: 26ff. und Kunz 2019: 24) wird dabei aus drei Perspektiven verfolgt: einmal aus der Perspektive der Dozentin, einmal aus jener der Workshopteilnehmer*in, dann aus der gemeinsamen Perspektive, die konkrete Praktiken mit kunsttheoretischen Fragen verbindet.
  • Raumverschiebungen – Schulische Displacements als kritische Geste (Margot Zanni)
    Wie liesse sich die implizite Wirkungsweise schulischer Räume der Reflexion besser zugänglich machen und dabei zugleich an der Erfahrung der Konstitution eines anderen Raumes teilhaben? Im Fokus der Ausführungen stehen Raumpraxen des Verschiebens, Variierens oder Verlagerns. Insbesondere das Displacement wird als Strategie zur Sichtbarmachung schulräumlicher Wirkungen befragt. Dabei wird auf heterogen gewählte Fallbeispiele zugegriffen. Die Beschäftigung mit Christiane Brohl und ihrem Konzept des Displacements als kunstpädagogische Strategie steht an prominenter Stelle. Im Hinblick auf die vorliegende Fragestellung wird eine Erweiterung ihrer Ansätze vorgeschlagen. Dabei wird der mit ihr eingeführte theoretische Referenzpunkt der Heterotopie im Kontext weiterer Rezeptionen besprochen und zu einer Methodisierung gefunden, die anschliessend am Beispiel des Seminars „Lernen am/als/durch Raum“ veranschaulicht wird. Mit hinein in die Entwicklung dieser methodischen Überlegungen spielt zudem die Analyse schulalltäglicher Regelbrüche (Tricks). Als heterotope Einbrüche in schulische Ordnungen standen sie Modell für die Entwicklung der Ansätze des Seminars. Dieses richtete sich an Studierende der Kunstpädagogik und fand ausgelagert als Zwischennutzung in den leeren Räumen der ehemaligen Villa Bellerive statt. Ausgangslage für den dort geplanten Einräumprozess waren künstlerische Recherchen an Schulhäusern unterschiedlicher Bauzeiten. Durch die situative Übersetzung der Resultate dieser Recherchen in den Kontext der Villaräume, sollten – im Sinne einer Analogie oder eines Kontrasts – gewisse Aspekte schulräumlicher Bedingungen noch einmal stärker hervortreten und reflektierbar werden. Im Hinblick auf die künftige Lehrtätigkeit der Studierenden sollte damit die Erfahrung eines Gestaltungspielraumes ermöglicht werden, der der Wirkungsweise normierender schulischer Inszenierungen ein Stück weit entgegenwirken wollte.
  • … um das Ende der Welt aufzuhalten! Ein kollektives Nachdenken zum Klimawandel (Bené Asefa Feireiss , Silke Ballath , Kunigunde Berberich , Raphael Daibert , Lukas Oertel , Katharina Stahlhoven , Wiebke Janzen )
    Als Autor*innenkollektiv bestehend aus Künstler*innen, Studierenden, Forschenden, Kulturagent*innen und Aktivist*innen interessiert uns ein kollektiver Zugang, um über die Frage nachzudenken: Was hat die Corona-Krise mit der Klimakrise zu tun? Die Fragestellung ist Ausgangspunkt für ein gemeinsames Nachdenken und steht in Relation zu unseren unterschiedlichen Positionen und Situierungen. Welche Fragestellungen zum Klimawandel ein kollektives und künstlerisches Nachdenken produzieren? Wie werden marginalisierte und diverse Positionen in dieses Nachdenken einbezogen? Wie und was (ver)lernen wir von- und miteinander? Wie werden kollektive Formen des Denkens und Handels künstlerische experimentiert? Entlang der künstlerischen Methode „METTRAGE positionen-relationen“ werden wir gemeinsam (eine) neue Fragestellung(en) kollektiv produzieren. Die Methode haben Katharina Stahlhoven und Silke Ballath in ihrer Tätigkeit als Kulturagent*innen für kreative Schulen als Werkzeug für Aushandlungsprozesse entwickelt. Das Verfahren macht einen kollektiven Denkprozess sicht- und verhandelbar. Es geht darum, seine spezifische Perspektive zu positionieren, um diese im Austausch mit einer weiteren Person oder Gruppe weiterzuentwickeln, neu zu kontextualisieren und zu modifizieren sowie in Bewegung zu bringen. Für den vorliegenden Beitrag entsteht ein kollektives Bild, sieben Einzelbilder, ein Gespräch und eine Fragestellung, die unser Gespräch anleiten wird.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • Gestalt und Wohlgeformtheit: Kinder zeichnen Raumkörper (Stefanie Stadler Elmer, Lea Weniger)
    Dieser Text skizziert den theoretischen Rahmen unserer Studie zum räumlichen Zeichnen im Kontext der Primarschule. Wir konzentrieren uns auf die Tiefendarstellung eines einzelnen Raumkörpers als einem von drei Aspekten der zeichnerischen Raumdarstellung von Kindern – neben der Darstellung der Raumlagebeziehung und des Gesamtbildraums. Einen Quader in Form einer Schachtel abzuzeichnen, ist ein allgemeines Darstellungsproblem, zu welchem in unserer Kultur verschiedenartige Lösungen überliefert sind und praktiziert werden. Aus strukturgenetischer Sicht interessiert uns der Prozess der Problemlösung, wie er in videografierten Einzelfallstudien von Kindern – adaptiv und intuitiv von der Lehrperson begleitet – gestaltet wird. Wir rekonstruieren diesen Prozess im Detail und zeigen exemplarisch an einem empirischen Ausschnitt aus einer Fallstudie auf, wie wir den theoretischen Begriff der "Wohlgeformtheit" verwenden, um damit die strukturelle Ausrichtung an Gestaltqualitäten und an impliziten Regelsystemen räumlicher Darstellung zu bezeichnen.
  • Mikropädagogische Sprünge im Kontext ästhetischer Bildung (Silvia Henke, Wiktoria Furrer)
    Ästhetische Bildung ist ein grosses zivilisatorisches, erziehungswissenschaftliches und politisches Projekt, das in diesem Beitrag in mikropädagogischen Sprüngen für die Gegenwart erkundet werden soll. Der Begriff Mikropädagogik ist in der Kunstpädagogik bisher nicht konturiert worden. Im erziehungswissenschaftlichen Diskurs ist er als pädagogische Improvisation von Lehrenden, in Form von Übergängen und Interpunktionen zwischen pädagogischen Figuren, von Stefan Danner eingeführt worden (Danner 2001: 11). Warum die Pädagogik klein schreiben und im Plural? Zunächst, um den Akzent auf den Begriff der Bildung im fundamentalen Sinn zu legen, um zu fragen, wie sich durch ästhetische, didaktische und künstlerische Praktiken in konkreten Situationen im mikrologischen Sinn etwas bildet. Bildung, so die These, passiert durch Öffnungen. Das heisst, es ereignet sich etwas, freiwillig oder unfreiwillig, geplant oder ungeplant. Weil nicht klar ist, wann Bildung stattfindet, auch nicht wie und wo Öffnungen genau entstehen, kommt dem Sprunghaften eine ganz bestimmte Rolle zu, indem es Bildungsprozesse in andere Zeiten und Räume führt, weil es ohne klare Intention geschieht (vgl. Pazzini 2015: 16). Der Beitrag beleuchtet solche Sprünge in zwei unterschiedlichen kunstpädagogischen Situationen aus mikropädagogischer Perspektive. Einerseits institutionell im Kunstunterricht an der Hochschule (Master Fine Arts/Art Education), andererseits ausserschulisch in bestimmten Verfahrensmomenten von Workshops mit Künstler*innen. Mit der Aufmerksamkeit auf die Figur des Sprunges, in seiner dreifachen Konnotation als vitale Bewegung, Unterbrechung und Öffnung, soll der Ereignishaftigkeit und der Singularität einer Bildungssituation nachgelauscht werden. Die kunstpädagogische Forschungsfrage nach „sprunghafter“ Erkenntnispraxis als Moment ästhetischer Bildung (vgl. Mersch 2018: 26ff. und Kunz 2019: 24) wird dabei aus drei Perspektiven verfolgt: einmal aus der Perspektive der Dozentin, einmal aus jener der Workshopteilnehmer*in, dann aus der gemeinsamen Perspektive, die konkrete Praktiken mit kunsttheoretischen Fragen verbindet.
  • Mikropädagogische Sprünge im Kontext ästhetischer Bildung (Silvia Henke, Wiktoria Furrer)
    Ästhetische Bildung ist ein grosses zivilisatorisches, erziehungswissenschaftliches und politisches Projekt, das in diesem Beitrag in mikropädagogischen Sprüngen für die Gegenwart erkundet werden soll. Der Begriff Mikropädagogik ist in der Kunstpädagogik bisher nicht konturiert worden. Im erziehungswissenschaftlichen Diskurs ist er als pädagogische Improvisation von Lehrenden, in Form von Übergängen und Interpunktionen zwischen pädagogischen Figuren, von Stefan Danner eingeführt worden (Danner 2001: 11). Warum die Pädagogik klein schreiben und im Plural? Zunächst, um den Akzent auf den Begriff der Bildung im fundamentalen Sinn zu legen, um zu fragen, wie sich durch ästhetische, didaktische und künstlerische Praktiken in konkreten Situationen im mikrologischen Sinn etwas bildet. Bildung, so die These, passiert durch Öffnungen. Das heisst, es ereignet sich etwas, freiwillig oder unfreiwillig, geplant oder ungeplant. Weil nicht klar ist, wann Bildung stattfindet, auch nicht wie und wo Öffnungen genau entstehen, kommt dem Sprunghaften eine ganz bestimmte Rolle zu, indem es Bildungsprozesse in andere Zeiten und Räume führt, weil es ohne klare Intention geschieht (vgl. Pazzini 2015: 16). Der Beitrag beleuchtet solche Sprünge in zwei unterschiedlichen kunstpädagogischen Situationen aus mikropädagogischer Perspektive. Einerseits institutionell im Kunstunterricht an der Hochschule (Master Fine Arts/Art Education), andererseits ausserschulisch in bestimmten Verfahrensmomenten von Workshops mit Künstler*innen. Mit der Aufmerksamkeit auf die Figur des Sprunges, in seiner dreifachen Konnotation als vitale Bewegung, Unterbrechung und Öffnung, soll der Ereignishaftigkeit und der Singularität einer Bildungssituation nachgelauscht werden. Die kunstpädagogische Forschungsfrage nach „sprunghafter“ Erkenntnispraxis als Moment ästhetischer Bildung (vgl. Mersch 2018: 26ff. und Kunz 2019: 24) wird dabei aus drei Perspektiven verfolgt: einmal aus der Perspektive der Dozentin, einmal aus jener der Workshopteilnehmer*in, dann aus der gemeinsamen Perspektive, die konkrete Praktiken mit kunsttheoretischen Fragen verbindet.
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Gestaltung von Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräumen. Kunstpädagogische Ansätze im Bereich Tanz für junges Publikum (Lea Moro, Mona De Weerdt)
    Als kulturpädagogisches Praxisfeld stellt Vermittlung Bezüge zwischen künstlerischen Ereignissen und Rezipient*innen her und ermöglicht dadurch ästhetische, sinnliche oder auch physische Erfahrungen. Gerade im Bereich Tanz gilt es bei Vermittlungsangeboten für Kinder und Jugendliche die Aspekte des sinnlich-physischen Erlebens stärker zu berücksichtigen. Denn Tanz bietet vielfältige wahrnehmungsästhetische Zugänge zur Welt und entsprechend können auch Tanzaufführungen begleitende Vermittlungsformate unterschiedliche Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräume eröffnen. Ausgehend von dieser Prämisse, stellen die beiden Autorinnen Lea Moro und Mona De Weerdt im folgenden Beitrag exemplarisch das Vermittlungsformat vor, das sie unter Involvierung von Leonie Graf und allen Projektbeteiligten begleitend zur Kindertanzproduktion Alle Augen Staunen (2020) (6+) entwickelt haben. Sie zeigen auf, wie dieses Format als integraler Bestandteil des Stücks funktioniert, indem der Bühnenraum zum Ende hin geöffnet wird und sich die Performer*innen direkt an die jungen Zuschauer*innen richten. Dadurch wird ein gemeinsames Spielen, Reflektieren und Weitererzählen des auf der Bühne Gesehenen und während dem Zuschauen Erlebten ermöglicht. Darüber hinaus erläutern die beiden Autorinnen wie Themen und Bildwelten der Produktion in einen Instagram-Account und somit in ein digitales Medium überführt wurden und welche Rezeptions- und Partizipationsmöglichkeiten sich dabei eröffnen. Verdeutlicht wird im Beitrag der zweifache Vermittlungsgedanke: Einerseits sollen durch die unterschiedlichen Vermittlungsformate – Begleitposter, partizipatorischer Teil direkt nach der Aufführung und Instagram-Account – vielfältige Zugänge zum Bühnengeschehen geschaffen werden. Andererseits bieten die sich dabei eröffnenden Partizipationsangebote eine über das Theaterereignis hinausgehende Wissensvermittlung sowie Sensibilisierung für die im Stück verhandelten Natur-, Umwelt- und Ökologiethemen.
  • Zur Ausrichtung fachdidaktischer Forschung in der Kunstpädagogik des Kindergartens (Anja Morawietz)
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Fachwissenschaft, Fragen des Unterrichts und sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik in der Kunstpädagogik beziehungsweise der fachdidaktischen Forschung der Kindergartenstufe. Zu Beginn wird aufgezeigt, welche Fragen sich für die Fachdidaktik des Bildnerischen Gestaltens im Kindergarten ergeben. Skizziert wird, weshalb in der Kunstpädagogik systematisch wissenschaftliche Forschungsmethoden sowie ästhetische oder kunstbasierte Forschung aus fachimmanenten Gründen ihre Berechtigung haben. Die Studie dient als Beispiel für den gewinnbringenden Einsatz von Methoden qualitativ-empirischer Sozialforschung in kunstpädagogischen Zusammenhängen. Die Methode Videographie, welche auf Fragestellungen und ästhetische Gegenstände der Kunstpädagogik adaptiert ist, wird vorgestellt. Die in äusserster Kürze dargestellte Studie stellt die Frage, inwiefern junge Kinder überhaupt Interesse daran haben, sich in Unterrichtssettings auf Prozesse des Zeichnens mit Darstellungsabsicht einzulassen. Es wird untersucht, wie die Kinder unter den didaktisierenden Eckpunkten der Aufgabenstellungen agieren und welche Bildungschancen sich daraus ergeben. Das Beispiel zeigt, dass sich die Videographie bestens eignet, um gestalterische Unterrichtspraxis mit ihren Unterrichtsarrangements, Lernprozessen und Vermittlungsmethoden zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. An Pädagogischen Hochschulen der Schweiz ist in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften grosses Know-how zu systematisch wissenschaftlichen Forschungsmethoden zu finden. Es besteht das Desiderat, Synergien von Erziehungs- sowie Sozialwissenschaften und Fachdidaktiken noch intensiver in den Blick zu nehmen und zu nutzen. Die Einführung des Joint Masters Fachdidaktik Künste an der PH Zürich bietet nun die Chance, laufend entstehenden Fragen des gestalterischen (In der Schweiz wird „gestalterisch“ oder „bildnerisch“ nicht in anachronistischer Konnotation, sondern synonym zu ästhetisch oder gestalterisch-künstlerisch verwendet. Dieser Sprachgebrauch – die Betonung des Gestaltens – ist einer respektvollen Distanz zur Kunst geschuldet.) Unterrichts auf allen Schulstufen, in Anbindung an gängige Forschungsmethoden, in Masterarbeiten nachzugehen.
  • Das Dis­play ak­ti­vie­ren (Karin Schneider)
    The­sen aus dem Forschung­spro­jekt "sci­ence with all sens­es -​ sci­ence and gen­der in the mak­ing" Die folgenden methodischen Überlegungen und Analysen entstammen dem Forschungsprojekt „science...
  • Die Be­su­che­rIn­nen feh­len. Wel­che Be­su­che­rIn­nen? (Nora Landkammer)
    Ein Nach-denken zum Symposium KUNST [auf] FÜHREN. Performativität als Modus und Kunstform in der Kunstvermittlung Der Text setzt sich mit einer im Feedback zum Symposium Kunst [auf] FÜHREN 2009 in ...
  • Per­form­ing the Ver­mit­tler_in (Bernadett Settele)
    Wie kann in Vermittlungsprojekten eine (andere) Sprachfähigkeit und Handlungsmacht erlangt werden, die die üblichen Rollen aufbricht? Wie wird die Vermittlung und der/die Vermittler_in handlungsfä...
  • Per­for­ma­tive In­ter­ven­tio­nen (Sandra Ortmann)
    Ein Performance Script zu den Ausstellungen Fomuška von Micol Assaël und Frühling von Pawel Althamer mit Kasseler Kindern in der Kunsthalle Fridericianum Im Schnittfeld von Kunstvermittlung - dem S...
  • Wie Sprach­lo­sig­keit zum Han­deln füh­ren kann (Julia Draxler)
    Der Artikel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Kunstvermittlung nicht nur das «Sprechen über Kunst», sondern auch das «Handeln zu Kunst» realisiert werden kann. Kunstwerke sollen nicht nur r...
  • Ver­mitt­lung – Per­for­mance – Wi­der­streit (Carmen Mörsch, Eva Sturm)
    Es handelt sich um die Textfassung des Einführungsvortrags zu der Tagung Perfoming the Museum as a Public Sphere, die im April 2008 im Kunstmuseum Lentos, Linz, stattfand. Der Text geht von Charle...
  • Au­to­no­mie in der In­sti­tu­ti­on (Microsilions – Olivier Desvoignes/Marianne Guarino-Huet)
    Für ei­ne kri­ti­sche Kunst­ver­mitt­lungs­pra­xis (Text auf Eng­lisch) Die Institution als performativ produziert steht im Beitrag des KünstlerInnen/VermittlerInnenkollektivs microsillons im Zentr...
  • Von Kas­sel ler­nen (Wanda Wieczorek, Ayşe Güleç, Carmen Mörsch)
    Die fünfte Ausgabe von Art Education Research stellt am Beispiel des documenta 12 Beirats Überlegungen zur Schnittstelle von kultureller und politischer Bildung an.Die Autorinnen Wanda Wieczorek, A...
  • Auf­ris­se zur Re­fle­xi­vi­tät (Rúbia Salgado)
    Das Er­ler­nen der he­ge­mo­nia­len Spra­che in Mu­se­en Ausgehend von kurzen Aufrissen zu Themen wie Dialog, Differenz, Anerkennung, Wissen, Wechselseitigkeit und Reflexivität im Kontext pädagogis...
  • Zwi­schen Un­ter­wei­sung und Selbst­bil­dung. (Nanna Lüth)
    Didaktische Musteranalyse von Kunst aus Welche Rollen spielen die Kunstwerke beim Repräsentieren von Kunstvermittlung? Bereits aus der räumlichen Anordnung und den Reaktionen auf die Kunst in den v...
  • Ha­bitée, fa­mi­liè­re, dé­ran­gée. (Microsilions – Olivier Desvoignes/Marianne Guarino-Huet)
    Une «aut­re» in­sti­tu­ti­on d’art con­tem­porain dans les re­pré­sen­ta­ti­ons de la mé­dia­ti­on? Cet article développe une description de deux régimes de représentation au sein du matériel de co...
  • Vermittlung von Realitäten: The Society of Friends of Halit (Ayşe Güleç)
    Die Arbeit The Society Friends of Halit (Die Gesellschaft der Freund*innen von Halit), die im Rahmen der documenta 14 in Kassel die Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und ihre spä...
  • Rätselflüge - Denkbewegungen durch ein schwieriges Erbe progressiver Kunstvermittlung in Österreich (Karin Schneider, Andrea Hubin)
    Der Beitrag von Andrea Hubin und Karin Schneider gibt einen Einblick in ihre Erkundungen des schwierigen Erbes der österreichischen Kunstvermittlung. Sie reflektieren die Grenzen, Abneigungen, Verz...
  • Ephemere Praktiken. Das Forschungsprojekt „The Art Educator’s Walk“ (2017-18) (Gila Kolb)
    Wie genau stellen eigentlich Kunstvermittler*innen eine Situation her, in der eine Vermittlung zeitgenössischer Kunst stattfinden kann? Welche Haltung entwickeln sie zu ihrer kunstvermittlerischen Tätigkeit? Welche Strategien entwickeln sie dabei? Auf der Ausstellung documenta 14 (2017) wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „The Art Educator’s Walk – Handeln und Haltung von Kunstvermittler*innen zeitgenössischer Kunst am Beispiel der Grossausstellung documenta 14 in Kassel“ zu diesen Fragen 20 „Spaziergänge“ von 10 „Chorist*innen“ (Kunstvermittler*innen der documenta 14) begleitet und interviewt. Der per se ephemeren Praxis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen ging das Forschungsprojekt im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der HKB Bern mit der These nach, dass Kunstvermittlung aus einer Haltung heraus praktiziert wird. Dieser Beitrag skizziert nach einer biographischen Argumentation aus der „Mitte“ heraus zunächst die historisch gewachsene Situation der documenta und ihrer Vermittlung. Konzepte und Hintergründe der Kunstvermittlung der documenta 14, insbesondere das Verlernen bildeten den Handlungsrahmen der befragten und begleiteten Chorist*innen. Ein Einblick in das qualitativ-empirische Setting zur Datengewinnung in Form einer teilnehmenden Beobachtung von kunstvermittlerischer Praxis mit Besucher*innengruppen auf der documenta 14 reflektiert den Kontext der Datengewinnung. Innerhalb dreier „Streifzüge“, welche die ersten Sätze eines Spaziergangs, das Dilemma des Wissens und die Kunstvermittlung als Arbeit analysieren, wird das gewonnene Material exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
  • Ausgesetztsein als Dozentin. Vorschlag für eine reflexive Positionierung der Hochschullehre am Beispiel von Kunstpädagogik (Bernadett Settele)
    Zur Reflexion über eine Lehre „von Kunst aus“ (vgl. Sturm 2011) wähle ich das Ausgesetztsein als Ansatzpunkt. Ausgesetztsein markiert einen Ort an der Schwelle zwischen der kritischen Würdigung des Handelns und seiner Bedingungen und einer Perspektive, die es ermöglicht, passive Anteile zu bedenken (vgl. Settele 2019). Dem Gefühl des Ausgesetztseins nachgehend, erarbeite ich eine Perspektive für die feministische Kunsthochschullehre auf Masterstufe. Interessiert an machtvollen Adressierungen, Rollen und Normen sowie an emanzipierter Lehre, betrachte ich aus einer theoriegeleiteten Perspektive, wie individuelle und kollektive Subjekte der Lehre an ihren jeweiligen Positionen in Situationen der Lehre aufeinander einwirken und auch, was ihnen passiert. Dazu nehme ich das Konzept des post-souveränen, gebundenen Subjekts der feministischen Theorie nach Judith Butler auf und mache es zum Ausgangspunkt für eine reflexive Positionierung der Lehre. Dabei wird es nötig zu differenzieren, wie ich ein solches Konzept der politischen Philosophie in einem nicht-existenziellen, ästhetischen Feld verwende. Ausgesetztsein hält als reflexives Konzept einen Abstand zu den stärkeren Begriffen feministischer Theorieansätze ein wie Gefährdetsein oder Vulnerabilität (vgl. Butler 2016) oder Prägbarkeit und Empfänglichkeit (vgl. Butler 2014: 183). Die Situation einer Übung zur Rezeption von Kunst im Kontext kunstpädagogischer Lehrerinnen*bildung bietet einen Anlass zur Reflexion über die Bedingtheiten von Subjekten der Lehre. Daraus resultiert ein Beitrag zur Frage, wie Kunstpädagogik bildet und was in ihr wirksam wird.
  • Drei Fragen an... (Hannah Horst)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format über aktuelle Praxis auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Text und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Von/durch/mit Pilze/n lernen (Lara Caluori)
    Können wir von, durch und mit Pilze/n menschliche und mehr-als-menschliche Beziehungen und Gemeinschaften neu lernen? Dieser Beitrag schildert Wechselwirkungen zwischen Pilzen und Menschen, um in Zeiten der Krise Verbindungen anders zu denken. Myzel, das rhizomorphe Netzwerk der Gesamtheit aller Pilzfäden sowie Mykhorriza, die Symbiose zwischen Pilzmyzel und den Wurzeln einer Pflanze, betrachte ich als Metapher für soziale Gefüge und Kollaborationen. Ausgehend von meiner künstlerisch-forschenden Bachelorarbeit Mycelium – Pleurotus Ostreatus, Ganoderma Lucidum (2019) zur Thematik von Pilzkulturen erläutere ich in diesem Beitrag meine Begegnungen mit Myzel. Da das Projekt aufgrund der Pandemie noch kaum auf einer vermittlerischen und dialogischen Ebene erprobt werden konnte, gilt mein Interesse den potentiellen Begegnungen, die durch das Projekt entstehen können und der Frage, ob der Versuch, andere Perspektiven einzunehmen, zu Neugier und Bereitschaft, zu einer eigenen response-ability, führen kann. In Lernen von Pilzen thematisiere ich das Abschauen von symbiotischen Beziehungen und Netzwerkstrukturen von Myzel und Mykhorriza. Im Fokus stehen das Prozesshafte und die erkundende Neigung. In Lernen durch Pilze schildere ich die physische Begegnung zwischen Pilzen und Menschen anhand meines Forschungsprozesses von Mycelium. Durch das Züchten von Myzel in DIY-Laboreinrichtungen wird ein Berührungspunkt hergestellt sowie Wachstumsprozesse beobachtet und hinterfragt. Lernen mit Pilzen schildert die Vorstellung und das Wahrnehmen von Co-Existenzen anhand von meiner Bachelor-Ausstellungssituation von Mycelium.
  • Von/durch/mit Pilze/n lernen (Lara Caluori)
    Können wir von, durch und mit Pilze/n menschliche und mehr-als-menschliche Beziehungen und Gemeinschaften neu lernen? Dieser Beitrag schildert Wechselwirkungen zwischen Pilzen und Menschen, um in Zeiten der Krise Verbindungen anders zu denken. Myzel, das rhizomorphe Netzwerk der Gesamtheit aller Pilzfäden sowie Mykhorriza, die Symbiose zwischen Pilzmyzel und den Wurzeln einer Pflanze, betrachte ich als Metapher für soziale Gefüge und Kollaborationen. Ausgehend von meiner künstlerisch-forschenden Bachelorarbeit Mycelium – Pleurotus Ostreatus, Ganoderma Lucidum (2019) zur Thematik von Pilzkulturen erläutere ich in diesem Beitrag meine Begegnungen mit Myzel. Da das Projekt aufgrund der Pandemie noch kaum auf einer vermittlerischen und dialogischen Ebene erprobt werden konnte, gilt mein Interesse den potentiellen Begegnungen, die durch das Projekt entstehen können und der Frage, ob der Versuch, andere Perspektiven einzunehmen, zu Neugier und Bereitschaft, zu einer eigenen response-ability, führen kann. In Lernen von Pilzen thematisiere ich das Abschauen von symbiotischen Beziehungen und Netzwerkstrukturen von Myzel und Mykhorriza. Im Fokus stehen das Prozesshafte und die erkundende Neigung. In Lernen durch Pilze schildere ich die physische Begegnung zwischen Pilzen und Menschen anhand meines Forschungsprozesses von Mycelium. Durch das Züchten von Myzel in DIY-Laboreinrichtungen wird ein Berührungspunkt hergestellt sowie Wachstumsprozesse beobachtet und hinterfragt. Lernen mit Pilzen schildert die Vorstellung und das Wahrnehmen von Co-Existenzen anhand von meiner Bachelor-Ausstellungssituation von Mycelium.
  • (Un-)Learning Ecologies – Eine Befragung zweier forschungsbasierter Lehrformate in der Art Education als experimentelle Plattformen ökologisch-nachhaltigen Seins und Werdens (Janina Krepart, Chantal Küng, Judith Tonner)
    Inwiefern sind Kunstpädagog*innen und Kunstvermittler*innen aufgrund der aktuellen und zukünftigen Folgen der Klimakrise mit neuen und dringenden Herausforderungen konfrontiert? Und wie können künstlerisch-edukative Praxen in der kulturellen Bildung und Kunstpädagogik zu Verantwortungsbewusstsein und letztlich zu ökologisch-nachhaltigem Handeln beitragen? Ausgehend von diesen Fragestellungen haben die Autorinnen im Studienjahr 2020/21 zwei Lehrformate im Bachelor und Master Art Education (ZHdK) konzipiert und durchgeführt. Der Artikel wird zum Anlass genommen, in Form eines kritischen Dialogs die den Lehrveranstaltungen zugrundeliegenden Verständnisse zu diskutieren und mögliche, weiterführende Fragestellungen für die Forschung Art Education anzudenken. Die konzeptionellen Anlagen der beiden Lehrformate und deren Durchführungsformen lassen dabei nicht nur auf die unterschiedlichen Subjektbegriffe schliessen, von denen ausgegangen wurde, sondern verweisen auch auf verschiedene Vorstellungen, Referenzen und Konzepte hinter den Begriffen Ökologie und Nachhaltigkeit.
  • Nachhaltige Zukünfte gestalten. Antizipative Praktiken und Imaginationen in der Art Education (Michel Massmünster)
    Zukunft ist nicht einfach da; durch verschiedenste Praktiken beziehen wir uns auf sie und gestalten sie damit als Erfahrung im Jetzt. Wie wir Zukunft dabei denken, wie wir sie gegenwärtig als Perspektive erfahren, und sie damit auch sozial hervorbringen, ist Resultat vielschichtiger Herstellungsprozesse. Auch historisch gewachsene Vorstellungen mischen dabei mit. Anhand aktueller Praktiken in der Kunstvermittlung gehe ich im Beitrag wirkmächtigen Zukunftskonstruktionen in der Gegenwart nach. Wissen, Material, Person und Zukunft bedingen sich dabei wechselseitig. Zukunftsimaginationen in der Kunstvermittlung weisen sich durch die Betonung ihres explorativen, öffnenden Charakters aus. Gelegentlich, insbesondere mit Bezug auf ein universelles Nachhaltigkeitsverständnis, schreiben sie aber auch fest und nehmen planend Zukünfte vorweg. Dies führt zur Einschränkung zukünftiger Lebensweisen. Folglich schlage ich vor, sich in der Forschung und in der Praxis selbstreflexiv in den Herstellungsprozessen und den damit zusammenhängenden historisch gewachsenen Bedeutungen zu verorten. Darauf aufbauend formuliere ich ein Nachhaltigkeitsverständnis, das den explorativ-öffnenden Zukunftspraktiken der Art Education gerechter wird: Dieses rechnet mit dem Unsicheren und Vielfältigen. Es erfindet sich, die Ressourcen und Lebensweisen immer wieder neu.
  • (Un-)Learning Ecologies – Eine Befragung zweier forschungsbasierter Lehrformate in der Art Education als experimentelle Plattformen ökologisch-nachhaltigen Seins und Werdens (Janina Krepart, Chantal Küng, Judith Tonner)
    Inwiefern sind Kunstpädagog*innen und Kunstvermittler*innen aufgrund der aktuellen und zukünftigen Folgen der Klimakrise mit neuen und dringenden Herausforderungen konfrontiert? Und wie können künstlerisch-edukative Praxen in der kulturellen Bildung und Kunstpädagogik zu Verantwortungsbewusstsein und letztlich zu ökologisch-nachhaltigem Handeln beitragen? Ausgehend von diesen Fragestellungen haben die Autorinnen im Studienjahr 2020/21 zwei Lehrformate im Bachelor und Master Art Education (ZHdK) konzipiert und durchgeführt. Der Artikel wird zum Anlass genommen, in Form eines kritischen Dialogs die den Lehrveranstaltungen zugrundeliegenden Verständnisse zu diskutieren und mögliche, weiterführende Fragestellungen für die Forschung Art Education anzudenken. Die konzeptionellen Anlagen der beiden Lehrformate und deren Durchführungsformen lassen dabei nicht nur auf die unterschiedlichen Subjektbegriffe schliessen, von denen ausgegangen wurde, sondern verweisen auch auf verschiedene Vorstellungen, Referenzen und Konzepte hinter den Begriffen Ökologie und Nachhaltigkeit.
  • Montage als narrative und emanzipatorische Vermittlungsstrategie (Julia Marti)
    In der Montage als medienunabhängiges narratives Prinzip, das mit Auslassungen und Widersprüchen arbeiten, Autorschaft und Originalität aufheben und über das Medium selbst das Medium reflektieren kann, vermute ich ein spezifisches Potential für eine emanzipatorische Vermittlungspolitik; so lautete meine These, der ich in einer praktischen und theoretischen Auseinandersetzung auf den Grund ging. Im Herbst 2017 präsentierte ich die Ausstellung La visite dessinée im Pavillon Blanc in Colomiers (F). Der Kurator wählte acht Positionen aus einer Sammlung für zeitgenössische französische Kunst und gab mir den Auftrag, die Werke in einer Ausstellung zu reinszenieren und zu erzählen. Diesen Vermittlungsauftrag wollte ich einlösen, ohne die Rolle der allwissenden Lehrmeisterin einzunehmen und versuchte, eine Ausstellung für emanzipierte Zuschauerinnen zu konzipieren. Im Anschluss stellte ich mir die Aufgabe, die Ausstellung in eine Publikation zu übersetzen, mit dem Anspruch, sowohl ihre Inhalte als auch ihre Vermittlungshaltung zu transportieren. In der Publikationsreihe Die gezeichnete Führung generierte ich schliesslich durch Setzungen, welche die Didaktik, durch die Didaktik selbst verhandeln, aus dem pädagogischen Dilemma eine produktive Reibung. In der theoretischen Auseinandersetzung setzte ich Jacques Rancières Der emanzipierte Zuschauer  und Der unwissende Lehrmeister  in Bezug zu Narrations- und Montagetheorien und meiner Publikationsreihe Die gezeichnete Führung. Weiter versuchte ich, Rancières Begriff der dritten Sache zu schärfen und allgemeine Schlüsse bezüglicher einer emanzipatorischen Vermittlungspolitik mittels Montage und Narration zu ziehen.
  • Blumenlese (Jacqueline Baum, Ursula Jakob)
    Im Fokus unseres langjährigen Projekts Connected in Isolation standen anfangs die unterschiedlichen Beschreibungen von Vorgehensprozessen und Darstellungsweisen von Objekten der Natur aus Kunst und...
  • reise zum :) (Helen Stefanie)
    Die microblogging Plattform tumblr steht für eine Kultur des virtuellen Bildersammelns, die hauptsächlich von (weiblichen, queer/trans*, PoC) Teenagern und Twentysomethings geprägt wurde. Arbeiten feministischer Künstler*innen erscheinen wie selbstverständlich neben alten Paparazzi-Fotos von Britney Spears, Theorietexten, Shitposts und den eigenen Selfies. In Folge einer strengeren Reglementierung pornografischer Inhalte im Dezember 2018 verlor tumblr mehr als eine Millionen aktive User*innen. Trotz Fällen von Cyber-Mobbing, der weiten Verbreitung von Spambots und Netzwerken nationalistischer User*innen galt tumblr davor als sicherer Ort für queer-feministische und antirassistische Diskurse, Fandom-Aktivitäten sowie persönliche Erzählungen und Selbstvermarktung von Sexarbeiter*innen. Nach Heather Warren-Crow lassen sich digitale Bilder im Internet als mädchenhaft denken: Girlish Images beziehungsweise Plastic Images sind formbar, fluide, leicht aufzublasen oder zu verkleinern, sie zirkulieren im Netzwerk. Der für tumblr spezifische Modus der Archiv- und Sammelkultur in Bezug auf digitale Bilder scheint ein exemplarisches Beispiel für dieses Verhältnis zu sein. Bilder werden von ihren Kontexten und materiellen Herstellungsbedingungen losgelöst und verflacht und bekommen gleichzeitig einen Wert als rein ästhetisch zu beurteilende Bild-Objekte innerhalb der Sammlung zugewiesen. Der Meta-Comic reise zum :) inszeniert einen Kontaktaufnahme-Versuch sowohl mit den sammelnden User*innen als auch mit den durch sie zirkulierten Bildern.
  • Von/durch/mit Pilze/n lernen (Lara Caluori)
    Können wir von, durch und mit Pilze/n menschliche und mehr-als-menschliche Beziehungen und Gemeinschaften neu lernen? Dieser Beitrag schildert Wechselwirkungen zwischen Pilzen und Menschen, um in Zeiten der Krise Verbindungen anders zu denken. Myzel, das rhizomorphe Netzwerk der Gesamtheit aller Pilzfäden sowie Mykhorriza, die Symbiose zwischen Pilzmyzel und den Wurzeln einer Pflanze, betrachte ich als Metapher für soziale Gefüge und Kollaborationen. Ausgehend von meiner künstlerisch-forschenden Bachelorarbeit Mycelium – Pleurotus Ostreatus, Ganoderma Lucidum (2019) zur Thematik von Pilzkulturen erläutere ich in diesem Beitrag meine Begegnungen mit Myzel. Da das Projekt aufgrund der Pandemie noch kaum auf einer vermittlerischen und dialogischen Ebene erprobt werden konnte, gilt mein Interesse den potentiellen Begegnungen, die durch das Projekt entstehen können und der Frage, ob der Versuch, andere Perspektiven einzunehmen, zu Neugier und Bereitschaft, zu einer eigenen response-ability, führen kann. In Lernen von Pilzen thematisiere ich das Abschauen von symbiotischen Beziehungen und Netzwerkstrukturen von Myzel und Mykhorriza. Im Fokus stehen das Prozesshafte und die erkundende Neigung. In Lernen durch Pilze schildere ich die physische Begegnung zwischen Pilzen und Menschen anhand meines Forschungsprozesses von Mycelium. Durch das Züchten von Myzel in DIY-Laboreinrichtungen wird ein Berührungspunkt hergestellt sowie Wachstumsprozesse beobachtet und hinterfragt. Lernen mit Pilzen schildert die Vorstellung und das Wahrnehmen von Co-Existenzen anhand von meiner Bachelor-Ausstellungssituation von Mycelium.
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • Sedimented- Wenn ein Material in Aktion tritt (Tiziana Halbheer)
    Der Beitrag Sedimented – Wenn ein Material in Aktion tritt ,setzt sich mit Materialien als lebendige und intraagierende Phänomene auseinander. Anhand des Materials Staubniederschlag, ein Gemisch aus anthropogenen und von der Natur abgeriebenen Stäuben wird die Wirkungsmacht, Lebendigkeit und Verkettungen mit der Mitwelt erläutert. Um die Nähe zum Material und dessen Auswirkung auf eigene Körperlichkeit, Empfindung, tradierte Ansichten und kulturelle Traditionen sichtbar zu machen, wird ein Staubspaziergang als kunstpädagogische und performative Strategie vorgeschlagen. Es ist eine detektivische Suche nach staubigen Hinterlassenschaften von weltlichen Tätigkeiten, die durch Handlungen Wertesysteme und tradierte Vorstellungen von Erscheinungen hinterfragen. Staubniederschlag gilt als Beispiel, Material als Ausgangsstoff von kunstpädagogischen Denk- und Interpretationsräumen zu gebrauchen und die vielfältigen Möglichkeiten auszuloten.
  • Nachhaltige Zukünfte gestalten. Antizipative Praktiken und Imaginationen in der Art Education (Michel Massmünster)
    Zukunft ist nicht einfach da; durch verschiedenste Praktiken beziehen wir uns auf sie und gestalten sie damit als Erfahrung im Jetzt. Wie wir Zukunft dabei denken, wie wir sie gegenwärtig als Perspektive erfahren, und sie damit auch sozial hervorbringen, ist Resultat vielschichtiger Herstellungsprozesse. Auch historisch gewachsene Vorstellungen mischen dabei mit. Anhand aktueller Praktiken in der Kunstvermittlung gehe ich im Beitrag wirkmächtigen Zukunftskonstruktionen in der Gegenwart nach. Wissen, Material, Person und Zukunft bedingen sich dabei wechselseitig. Zukunftsimaginationen in der Kunstvermittlung weisen sich durch die Betonung ihres explorativen, öffnenden Charakters aus. Gelegentlich, insbesondere mit Bezug auf ein universelles Nachhaltigkeitsverständnis, schreiben sie aber auch fest und nehmen planend Zukünfte vorweg. Dies führt zur Einschränkung zukünftiger Lebensweisen. Folglich schlage ich vor, sich in der Forschung und in der Praxis selbstreflexiv in den Herstellungsprozessen und den damit zusammenhängenden historisch gewachsenen Bedeutungen zu verorten. Darauf aufbauend formuliere ich ein Nachhaltigkeitsverständnis, das den explorativ-öffnenden Zukunftspraktiken der Art Education gerechter wird: Dieses rechnet mit dem Unsicheren und Vielfältigen. Es erfindet sich, die Ressourcen und Lebensweisen immer wieder neu.
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • Learning from Wallmapu (Aldir Polymeris)
    In diesem Beitrag geht es um einen Ort namens Chile und einen anderen namens Wallmapu, der sich – je nach Auffassung – innerhalb, unterhalb oder ausserhalb des ersten Ortes befindet. Wallmapu ist ein Ort, in dem komplexe, sich überlagernde, über die Grenzen schlagende, ja global verstrickte Geschichten eingeschrieben sind, Erzählungen von Kompositionen und Zusammensetzungen, von Hybridität, Differenz und Perspektiven. Der Teil des Wallmapu, um den es in diesem Bericht geht, liegt im Süden Chiles und ist auch unter einem anderen Namen bekannt, nämlich Araucanía-Region. So nennt der chilenischen Staat die Region südlich des Biobío-Flusses, die während Jahrhunderten nach der Eroberung vom Mapuche Volk bewohntes unabhängiges Territorium geblieben ist.  Die Mapuche, das ist das grösste indigene Volk Chiles und Wallmapu ist ihre Selbstbezeichnung für die Gebiete die sie vor der Eroberung bewohnen und bewohnten, zu denen die Araucanía-Region gehört, aber auch andere Gegenden, weitaus nördlicher sowie jenseits der Anden, im heutigen Argentinien. Weil die Bezeichnung Wallmapu einer anderen Auffassung von Territorium enstpricht, das die mono-nationale Ausrichtung des chilenischen Staates herauszufordern vermag, ist diese Bezeichnung stets politisch geprägt, denn sie symbolisiert die Kritik an der Kolonisierung, Auslöschung und Unterdrückung des Mapuche Volkes. 
  • 3 Fragen...an Barnaby Drabble (Barnaby Drabble)
    Für sein neuestes Buch «Along Ecological Lines - Contemporary Art and Climate Crisis» (2019) reiste Barnaby Drabble mit dem Fahrrad quer durch Europa, um verschiedene Projekte und Initiativen von Künstler*innen zu untersuchen, die sich auf unterschiedliche Weise mit ökologischen Fragen auseinandersetzen. In den 3 Fragen bietet der Autor, Kurator und Forscher einen Einblick in seine Reise und reflektiert, inwiefern Kunstvermittlung und künstlerische Forschung ein Potenzial besitzen, eine wichtige Rolle in der Debatte um die Klima-Krise einzunehmen. Im Blickpunkt steht auch die Chance der Kulturinstitutionen, durch eine Öffnung zu kollektiven, aktivistischen oder «grassroot» Praktiken, transformative Kunstpraktiken zu befördern.
  • BIGLERWEIBEL. Die fünfte Kolonne der Körper (BIGLERWEIBEL)
    Soziale Medien und Werbung produzieren und vermitteln Bilder von weiblichen Körpern, die im gegenwärtigen Wertesystem der Schönheitsideale als normal und erstrebenswert gelten. Die GIF Serie des Künstlerinnenduos BIGLERWEIBEL reduziert den eigenen weiblichen Körper auf Form und Materialität. Um sich diesen Normsystemen zu widersetzen, bedienen sich die Künstlerinnen einer gramablen Ästhetik. Der weibliche Körper dient als Ausgangspunkt, dessen optisches Potenzial stetig erweitert und neu verhandelt wird.
  • Auf­ris­se zur Re­fle­xi­vi­tät (Rúbia Salgado)
    Das Er­ler­nen der he­ge­mo­nia­len Spra­che in Mu­se­en Ausgehend von kurzen Aufrissen zu Themen wie Dialog, Differenz, Anerkennung, Wissen, Wechselseitigkeit und Reflexivität im Kontext pädagogis...
  • Was ma­chen wir hier ei­gent­lich? (Claus Melter)
    Bar­rie­re-​ und dis­kri­mi­nie­rungs­re­fle­xi­ve Über­le­gun­gen zu Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen In diesem Text geht es um institutionelle Selbstreflexionen hinsichtlich der Themen Barriere- und D...
  • Pa­ra­dox und Dis­sens (Groupe l’Aventin)
    Über­le­gun­gen zu ei­ner Thea­ter­ver­mitt­lung in der Mi­gra­ti­ons­ge­sell­schaft Der Artikel berichtet von einem theaterbezogenen Vermittlungsformat, das die Gruppe l’Aventin mit Migrantinnen, ...
  • Cy­borg Exits im Klas­sen­zim­mer (Doris Arztmann, Eva Egermann)
    Kör­per-​Viel­spra­chig­keit und Crip-​Ma­te­ria­li­en für schmut­zi­ges Wis­sen im Kunstun­ter­richt. In einem Gesprächsformat gehen Doris Arztmann und Eva Egermann Fragestellungen und Umsetzungen...
  • Zu­ord­nun­gen ent­ü­ben_ver­ler­nen (Annette Krauss)
    Wie können wir Prozesse des Entübens physisch, intellektuell und gemeinsam angehen? Dies ist die Kernfrage meiner theoretischen wie praktischen Auseinandersetzung mit Verlernen in unterschiedlichen...
  • Counter/Act­ing: Per­for­ma­tive Porosität (Elke Krasny)
    Ausgehend von Counter/Acting, einem Symposium des Fachbereichs Kunst und Bildung am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien mit der Kunsthalle Wien, eröffnet ...
  • Crip-​Ma­te­ria­li­en als For­men un_uni­ver­si­tä­ren Den­kens (Eva Egermann)
    „Invisibility itself teaches something. Students who never hear of a woman philosopher have trouble believing in such a creature“, schreibt Elizabeth Minnich 1990 zur Frauenforschung. Diese Festst...
  • Fragen von innen und aussen – aufgehoben in der Utopie einer gemeinsamen[1] gegenhegemonialen Wissensproduktion (Die „Universität der Ignorant_innen“)
    Alle sind „ignorant“, solange marginalisiertes Wissen ignoriert wird, solange Wissen hergestellt wird, ohne dessen Machtdimension kritisch zu reflektieren. Mit der Produktion von Wissen sind gewal...
  • (Un-)Learning Ecologies – Eine Befragung zweier forschungsbasierter Lehrformate in der Art Education als experimentelle Plattformen ökologisch-nachhaltigen Seins und Werdens (Janina Krepart, Chantal Küng, Judith Tonner)
    Inwiefern sind Kunstpädagog*innen und Kunstvermittler*innen aufgrund der aktuellen und zukünftigen Folgen der Klimakrise mit neuen und dringenden Herausforderungen konfrontiert? Und wie können künstlerisch-edukative Praxen in der kulturellen Bildung und Kunstpädagogik zu Verantwortungsbewusstsein und letztlich zu ökologisch-nachhaltigem Handeln beitragen? Ausgehend von diesen Fragestellungen haben die Autorinnen im Studienjahr 2020/21 zwei Lehrformate im Bachelor und Master Art Education (ZHdK) konzipiert und durchgeführt. Der Artikel wird zum Anlass genommen, in Form eines kritischen Dialogs die den Lehrveranstaltungen zugrundeliegenden Verständnisse zu diskutieren und mögliche, weiterführende Fragestellungen für die Forschung Art Education anzudenken. Die konzeptionellen Anlagen der beiden Lehrformate und deren Durchführungsformen lassen dabei nicht nur auf die unterschiedlichen Subjektbegriffe schliessen, von denen ausgegangen wurde, sondern verweisen auch auf verschiedene Vorstellungen, Referenzen und Konzepte hinter den Begriffen Ökologie und Nachhaltigkeit.
  • (Un-)Learning Ecologies – Eine Befragung zweier forschungsbasierter Lehrformate in der Art Education als experimentelle Plattformen ökologisch-nachhaltigen Seins und Werdens (Janina Krepart, Chantal Küng, Judith Tonner)
    Inwiefern sind Kunstpädagog*innen und Kunstvermittler*innen aufgrund der aktuellen und zukünftigen Folgen der Klimakrise mit neuen und dringenden Herausforderungen konfrontiert? Und wie können künstlerisch-edukative Praxen in der kulturellen Bildung und Kunstpädagogik zu Verantwortungsbewusstsein und letztlich zu ökologisch-nachhaltigem Handeln beitragen? Ausgehend von diesen Fragestellungen haben die Autorinnen im Studienjahr 2020/21 zwei Lehrformate im Bachelor und Master Art Education (ZHdK) konzipiert und durchgeführt. Der Artikel wird zum Anlass genommen, in Form eines kritischen Dialogs die den Lehrveranstaltungen zugrundeliegenden Verständnisse zu diskutieren und mögliche, weiterführende Fragestellungen für die Forschung Art Education anzudenken. Die konzeptionellen Anlagen der beiden Lehrformate und deren Durchführungsformen lassen dabei nicht nur auf die unterschiedlichen Subjektbegriffe schliessen, von denen ausgegangen wurde, sondern verweisen auch auf verschiedene Vorstellungen, Referenzen und Konzepte hinter den Begriffen Ökologie und Nachhaltigkeit.
  • Gestaltung von Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräumen. Kunstpädagogische Ansätze im Bereich Tanz für junges Publikum (Lea Moro, Mona De Weerdt)
    Als kulturpädagogisches Praxisfeld stellt Vermittlung Bezüge zwischen künstlerischen Ereignissen und Rezipient*innen her und ermöglicht dadurch ästhetische, sinnliche oder auch physische Erfahrungen. Gerade im Bereich Tanz gilt es bei Vermittlungsangeboten für Kinder und Jugendliche die Aspekte des sinnlich-physischen Erlebens stärker zu berücksichtigen. Denn Tanz bietet vielfältige wahrnehmungsästhetische Zugänge zur Welt und entsprechend können auch Tanzaufführungen begleitende Vermittlungsformate unterschiedliche Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Erlebnisräume eröffnen. Ausgehend von dieser Prämisse, stellen die beiden Autorinnen Lea Moro und Mona De Weerdt im folgenden Beitrag exemplarisch das Vermittlungsformat vor, das sie unter Involvierung von Leonie Graf und allen Projektbeteiligten begleitend zur Kindertanzproduktion Alle Augen Staunen (2020) (6+) entwickelt haben. Sie zeigen auf, wie dieses Format als integraler Bestandteil des Stücks funktioniert, indem der Bühnenraum zum Ende hin geöffnet wird und sich die Performer*innen direkt an die jungen Zuschauer*innen richten. Dadurch wird ein gemeinsames Spielen, Reflektieren und Weitererzählen des auf der Bühne Gesehenen und während dem Zuschauen Erlebten ermöglicht. Darüber hinaus erläutern die beiden Autorinnen wie Themen und Bildwelten der Produktion in einen Instagram-Account und somit in ein digitales Medium überführt wurden und welche Rezeptions- und Partizipationsmöglichkeiten sich dabei eröffnen. Verdeutlicht wird im Beitrag der zweifache Vermittlungsgedanke: Einerseits sollen durch die unterschiedlichen Vermittlungsformate – Begleitposter, partizipatorischer Teil direkt nach der Aufführung und Instagram-Account – vielfältige Zugänge zum Bühnengeschehen geschaffen werden. Andererseits bieten die sich dabei eröffnenden Partizipationsangebote eine über das Theaterereignis hinausgehende Wissensvermittlung sowie Sensibilisierung für die im Stück verhandelten Natur-, Umwelt- und Ökologiethemen.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • BIGLERWEIBEL. Die fünfte Kolonne der Körper (BIGLERWEIBEL)
    Soziale Medien und Werbung produzieren und vermitteln Bilder von weiblichen Körpern, die im gegenwärtigen Wertesystem der Schönheitsideale als normal und erstrebenswert gelten. Die GIF Serie des Künstlerinnenduos BIGLERWEIBEL reduziert den eigenen weiblichen Körper auf Form und Materialität. Um sich diesen Normsystemen zu widersetzen, bedienen sich die Künstlerinnen einer gramablen Ästhetik. Der weibliche Körper dient als Ausgangspunkt, dessen optisches Potenzial stetig erweitert und neu verhandelt wird.
  • 3 FRAGEN AN ... die Tiefe Kümmernis (Die Tiefe Kümmernis)
    Die Tiefe Kümmernis, eine Drag Queen und museale Kunstvermittlerin aus Wien, beantwortet drei Fragen zu ihrer Arbeit. Zunächst erklärt sie die Herkunft ihres Namens und schildert die Anfänge ihrer Vermittlungsarbeit. In der zweiten Antwort führt sie aus, wie user-generated content im Internet den heteronormativen, patriarchalen Kanon der europäischen Kunstgeschichte inklusiver werden lässt. Im letzten Teil diskutiert sie die Potenziale und Schwierigkeiten von Web-Videos über queere Kunstgeschichte.
  • 3 Fragen...an Barnaby Drabble (Barnaby Drabble)
    Für sein neuestes Buch «Along Ecological Lines - Contemporary Art and Climate Crisis» (2019) reiste Barnaby Drabble mit dem Fahrrad quer durch Europa, um verschiedene Projekte und Initiativen von Künstler*innen zu untersuchen, die sich auf unterschiedliche Weise mit ökologischen Fragen auseinandersetzen. In den 3 Fragen bietet der Autor, Kurator und Forscher einen Einblick in seine Reise und reflektiert, inwiefern Kunstvermittlung und künstlerische Forschung ein Potenzial besitzen, eine wichtige Rolle in der Debatte um die Klima-Krise einzunehmen. Im Blickpunkt steht auch die Chance der Kulturinstitutionen, durch eine Öffnung zu kollektiven, aktivistischen oder «grassroot» Praktiken, transformative Kunstpraktiken zu befördern.
  • Partizipative Räume im Schulfeld Transfer eines museumspädagogischem Angebot mit Theatermethoden (Bettina Gassmann)
    Ausgangspunkt dieses Beitrags ist meine Masterthesis an der Pädagogischen Hochschule der FHNW, die sich in der ästhetischen Bildung ansiedelt. Das Ziel dieser Arbeit war, in einem Workshop mithilfe der theatralen Methoden von Augusto Boal, die Schüler*innen zur Partizipation im Schulfeld zu aktivieren. Boals Theater versteht sich als eine Schule der Teilhabe. Im Fokus dieses Beitrags steht das Unbehagen und das Rollenverständnis der forschenden Lehrperson. Als impulsgebender Bezugspunkt für den Workshop diente die Kunstausstellung „Action“ am Kunsthaus Zürich. Eine forcierte Protestaktion während des Workshops lief anders, als vorgesehen. Das Handeln der Schüler*innen verunsicherte die forschende Lehrperson und brachte diese zu Themen wie Irritation und Unkalkulierbares, die theoretisch bezugnehmend reflektiert wurden. Wie im Kunstunterricht Schüler*innen zusammen wirken können, war ein zentrales Thema der Thesis. Die Beobachtungen während des Workshops bildeten den Schwerpunkt der Untersuchung. Es wurde mit autoethnografischen Methoden gearbeitet: Es entstand u.a. ein Forschungstagebuch mit Fotos von allen Teilnehmenden. Konkrete Versuche wurden im Umgang mit Widersprüchen durchgeführt und reflektiert. Die forschende Lehrperson beschreibt in diesem Artikel eine der dieser Situationen. Die Schüler*innen hielten sich nicht an die Abmachung und handelten eigenmächtig. Aus der Perspektive „von Kunst“ sind solche Irritationen zu begrüssen. Aus der Sicht der Lehrperson sieht es anders aus, sie möchte Verbindlichkeit. Im Konflikt des Lehr-Lern-Prozesses wird die Art und Weise des Unbehagen unterschieden, ob und wie das Fremde oder Unbekannte inhaltlich oder die Methode fremd ist (vgl.Sack 2011). Die Erkenntnis der Unmöglichkeit einer punktuellen Einforderung von Partizipation von Schüler*innen wird deutlich. Eine produktive Lösung liegt in der Akzeptanz des Konflikts. Der Imperativ der Mitgestaltung ist problematisch, denn Partizipation sollte freiwillig sein. Im Spannungsfeld der Hoffnungspotentiale und der Möglichkeit des Partizipativen im Schulfeld wird die Frage nach Verweigerung als bildende Handlungsoption betrachtet.
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • Eva­lua­ti­on über­den­ken (text in eng­lish) (Emily Pringle)
    Dieser Text untersucht die wichtige und potentiell auch gestaltende Rolle, die Auswertungsverfahren in partizipatorischen Kunstprojekten im Bildungskontext spielen können. Nach einem kurzen Überbl...
  • Sedimented- Wenn ein Material in Aktion tritt (Tiziana Halbheer)
    Der Beitrag Sedimented – Wenn ein Material in Aktion tritt ,setzt sich mit Materialien als lebendige und intraagierende Phänomene auseinander. Anhand des Materials Staubniederschlag, ein Gemisch aus anthropogenen und von der Natur abgeriebenen Stäuben wird die Wirkungsmacht, Lebendigkeit und Verkettungen mit der Mitwelt erläutert. Um die Nähe zum Material und dessen Auswirkung auf eigene Körperlichkeit, Empfindung, tradierte Ansichten und kulturelle Traditionen sichtbar zu machen, wird ein Staubspaziergang als kunstpädagogische und performative Strategie vorgeschlagen. Es ist eine detektivische Suche nach staubigen Hinterlassenschaften von weltlichen Tätigkeiten, die durch Handlungen Wertesysteme und tradierte Vorstellungen von Erscheinungen hinterfragen. Staubniederschlag gilt als Beispiel, Material als Ausgangsstoff von kunstpädagogischen Denk- und Interpretationsräumen zu gebrauchen und die vielfältigen Möglichkeiten auszuloten.
  • Quer­ge­le­sen und zu­rück­ge­spro­chen (Sabine Gebhardt Fink, Nora Landkammer, Anna Schürch)
    Ein Dia­log zu Per­for­mance­theo­rie und Ver­mitt­lung Ausgehend von Judith Butlers Verständnis des performativen Aktes als einer Handlung, die immer wieder repetiert und gesellschaftlich legitimi...
  • Hand­lungs­macht an den Rän­dern der Macht (Andrea Hubin)
    Wo sie­delt sich ei­ne Kunst­ver­mitt­lung an, die mit Per­for­ma­ti­vi­täts-​Kon­zep­ten ope­riert? Warum interessiert sich die Kunstvermittlung für das Performative? Zwischen dem Ringen um Anerke...
  • Per­form­ing the Ver­mit­tler_in (Bernadett Settele)
    Wie kann in Vermittlungsprojekten eine (andere) Sprachfähigkeit und Handlungsmacht erlangt werden, die die üblichen Rollen aufbricht? Wie wird die Vermittlung und der/die Vermittler_in handlungsfä...
  • Per­for­ma­tive In­ter­ven­tio­nen (Sandra Ortmann)
    Ein Performance Script zu den Ausstellungen Fomuška von Micol Assaël und Frühling von Pawel Althamer mit Kasseler Kindern in der Kunsthalle Fridericianum Im Schnittfeld von Kunstvermittlung - dem S...
  • Wie Sprach­lo­sig­keit zum Han­deln füh­ren kann (Julia Draxler)
    Der Artikel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Kunstvermittlung nicht nur das «Sprechen über Kunst», sondern auch das «Handeln zu Kunst» realisiert werden kann. Kunstwerke sollen nicht nur r...
  • Ver­mitt­lung – Per­for­mance – Wi­der­streit (Carmen Mörsch, Eva Sturm)
    Es handelt sich um die Textfassung des Einführungsvortrags zu der Tagung Perfoming the Museum as a Public Sphere, die im April 2008 im Kunstmuseum Lentos, Linz, stattfand. Der Text geht von Charle...
  • Materialien zum Selbststudium (Danja Erni, Nora Landkammer, Anna Schürch, Bernadett Settele)
    Die Materialien zum Selbststudium sind mit dem Ziel konzipiert, eine Diskussions- und Wissensbasis zu den Themen «queer» und «Do it yourself» im Kunstunterricht zur Verfügung zu stellen. Sie beschä...
  • Mu­sik­päd­ago­gik als kri­ti­sche Kul­tur­wis­sen­schaft – noch ein­mal (Jürgen Vogt)
    Diese metatheoretischen Überlegungen über den Status der Musikpädagogischen Forschung behandeln die Frage, was für eine Art von Wissenschaft Musikpädagogik sei. Es wird festgestellt, dass sie sich...
  • «Wenn du ei­nen Ap­fel isst, so isst du die Land­schaft.» (Sabian Baumann, Simon Harder)
    In einem Interview zeigt Sabian Baumann, wie sie_er in Zusammenarbeit mit zwei Performer_innen das Aktzeichnen und das damit verbundene patriarchal geprägte, auf unreflektierten Dualismen aufbauen...
  • Counter/Act­ing: Per­for­ma­tive Porosität (Elke Krasny)
    Ausgehend von Counter/Acting, einem Symposium des Fachbereichs Kunst und Bildung am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien mit der Kunsthalle Wien, eröffnet ...
  • Stimm­los 2 – Pro­be (Simon Harder)
    Die Stimmlose, eine Hörstück-Serie-in-Progress, nehmen künstlerische Arbeiten als Dreh- und Angelpunkt. So entstehen aktivistisch-motivierte, verdichtete Sprach- und Raumbilder, die Stimmlosigkeit...
  • Partizipative Räume im Schulfeld Transfer eines museumspädagogischem Angebot mit Theatermethoden (Bettina Gassmann)
    Ausgangspunkt dieses Beitrags ist meine Masterthesis an der Pädagogischen Hochschule der FHNW, die sich in der ästhetischen Bildung ansiedelt. Das Ziel dieser Arbeit war, in einem Workshop mithilfe der theatralen Methoden von Augusto Boal, die Schüler*innen zur Partizipation im Schulfeld zu aktivieren. Boals Theater versteht sich als eine Schule der Teilhabe. Im Fokus dieses Beitrags steht das Unbehagen und das Rollenverständnis der forschenden Lehrperson. Als impulsgebender Bezugspunkt für den Workshop diente die Kunstausstellung „Action“ am Kunsthaus Zürich. Eine forcierte Protestaktion während des Workshops lief anders, als vorgesehen. Das Handeln der Schüler*innen verunsicherte die forschende Lehrperson und brachte diese zu Themen wie Irritation und Unkalkulierbares, die theoretisch bezugnehmend reflektiert wurden. Wie im Kunstunterricht Schüler*innen zusammen wirken können, war ein zentrales Thema der Thesis. Die Beobachtungen während des Workshops bildeten den Schwerpunkt der Untersuchung. Es wurde mit autoethnografischen Methoden gearbeitet: Es entstand u.a. ein Forschungstagebuch mit Fotos von allen Teilnehmenden. Konkrete Versuche wurden im Umgang mit Widersprüchen durchgeführt und reflektiert. Die forschende Lehrperson beschreibt in diesem Artikel eine der dieser Situationen. Die Schüler*innen hielten sich nicht an die Abmachung und handelten eigenmächtig. Aus der Perspektive „von Kunst“ sind solche Irritationen zu begrüssen. Aus der Sicht der Lehrperson sieht es anders aus, sie möchte Verbindlichkeit. Im Konflikt des Lehr-Lern-Prozesses wird die Art und Weise des Unbehagen unterschieden, ob und wie das Fremde oder Unbekannte inhaltlich oder die Methode fremd ist (vgl.Sack 2011). Die Erkenntnis der Unmöglichkeit einer punktuellen Einforderung von Partizipation von Schüler*innen wird deutlich. Eine produktive Lösung liegt in der Akzeptanz des Konflikts. Der Imperativ der Mitgestaltung ist problematisch, denn Partizipation sollte freiwillig sein. Im Spannungsfeld der Hoffnungspotentiale und der Möglichkeit des Partizipativen im Schulfeld wird die Frage nach Verweigerung als bildende Handlungsoption betrachtet.
  • Ausgesetztsein als Dozentin. Vorschlag für eine reflexive Positionierung der Hochschullehre am Beispiel von Kunstpädagogik (Bernadett Settele)
    Zur Reflexion über eine Lehre „von Kunst aus“ (vgl. Sturm 2011) wähle ich das Ausgesetztsein als Ansatzpunkt. Ausgesetztsein markiert einen Ort an der Schwelle zwischen der kritischen Würdigung des Handelns und seiner Bedingungen und einer Perspektive, die es ermöglicht, passive Anteile zu bedenken (vgl. Settele 2019). Dem Gefühl des Ausgesetztseins nachgehend, erarbeite ich eine Perspektive für die feministische Kunsthochschullehre auf Masterstufe. Interessiert an machtvollen Adressierungen, Rollen und Normen sowie an emanzipierter Lehre, betrachte ich aus einer theoriegeleiteten Perspektive, wie individuelle und kollektive Subjekte der Lehre an ihren jeweiligen Positionen in Situationen der Lehre aufeinander einwirken und auch, was ihnen passiert. Dazu nehme ich das Konzept des post-souveränen, gebundenen Subjekts der feministischen Theorie nach Judith Butler auf und mache es zum Ausgangspunkt für eine reflexive Positionierung der Lehre. Dabei wird es nötig zu differenzieren, wie ich ein solches Konzept der politischen Philosophie in einem nicht-existenziellen, ästhetischen Feld verwende. Ausgesetztsein hält als reflexives Konzept einen Abstand zu den stärkeren Begriffen feministischer Theorieansätze ein wie Gefährdetsein oder Vulnerabilität (vgl. Butler 2016) oder Prägbarkeit und Empfänglichkeit (vgl. Butler 2014: 183). Die Situation einer Übung zur Rezeption von Kunst im Kontext kunstpädagogischer Lehrerinnen*bildung bietet einen Anlass zur Reflexion über die Bedingtheiten von Subjekten der Lehre. Daraus resultiert ein Beitrag zur Frage, wie Kunstpädagogik bildet und was in ihr wirksam wird.
  • Learning from Wallmapu (Aldir Polymeris)
    In diesem Beitrag geht es um einen Ort namens Chile und einen anderen namens Wallmapu, der sich – je nach Auffassung – innerhalb, unterhalb oder ausserhalb des ersten Ortes befindet. Wallmapu ist ein Ort, in dem komplexe, sich überlagernde, über die Grenzen schlagende, ja global verstrickte Geschichten eingeschrieben sind, Erzählungen von Kompositionen und Zusammensetzungen, von Hybridität, Differenz und Perspektiven. Der Teil des Wallmapu, um den es in diesem Bericht geht, liegt im Süden Chiles und ist auch unter einem anderen Namen bekannt, nämlich Araucanía-Region. So nennt der chilenischen Staat die Region südlich des Biobío-Flusses, die während Jahrhunderten nach der Eroberung vom Mapuche Volk bewohntes unabhängiges Territorium geblieben ist.  Die Mapuche, das ist das grösste indigene Volk Chiles und Wallmapu ist ihre Selbstbezeichnung für die Gebiete die sie vor der Eroberung bewohnen und bewohnten, zu denen die Araucanía-Region gehört, aber auch andere Gegenden, weitaus nördlicher sowie jenseits der Anden, im heutigen Argentinien. Weil die Bezeichnung Wallmapu einer anderen Auffassung von Territorium enstpricht, das die mono-nationale Ausrichtung des chilenischen Staates herauszufordern vermag, ist diese Bezeichnung stets politisch geprägt, denn sie symbolisiert die Kritik an der Kolonisierung, Auslöschung und Unterdrückung des Mapuche Volkes. 
  • Nachhaltige Zukünfte gestalten. Antizipative Praktiken und Imaginationen in der Art Education (Michel Massmünster)
    Zukunft ist nicht einfach da; durch verschiedenste Praktiken beziehen wir uns auf sie und gestalten sie damit als Erfahrung im Jetzt. Wie wir Zukunft dabei denken, wie wir sie gegenwärtig als Perspektive erfahren, und sie damit auch sozial hervorbringen, ist Resultat vielschichtiger Herstellungsprozesse. Auch historisch gewachsene Vorstellungen mischen dabei mit. Anhand aktueller Praktiken in der Kunstvermittlung gehe ich im Beitrag wirkmächtigen Zukunftskonstruktionen in der Gegenwart nach. Wissen, Material, Person und Zukunft bedingen sich dabei wechselseitig. Zukunftsimaginationen in der Kunstvermittlung weisen sich durch die Betonung ihres explorativen, öffnenden Charakters aus. Gelegentlich, insbesondere mit Bezug auf ein universelles Nachhaltigkeitsverständnis, schreiben sie aber auch fest und nehmen planend Zukünfte vorweg. Dies führt zur Einschränkung zukünftiger Lebensweisen. Folglich schlage ich vor, sich in der Forschung und in der Praxis selbstreflexiv in den Herstellungsprozessen und den damit zusammenhängenden historisch gewachsenen Bedeutungen zu verorten. Darauf aufbauend formuliere ich ein Nachhaltigkeitsverständnis, das den explorativ-öffnenden Zukunftspraktiken der Art Education gerechter wird: Dieses rechnet mit dem Unsicheren und Vielfältigen. Es erfindet sich, die Ressourcen und Lebensweisen immer wieder neu.
  • Eine Annäherung an Parameter für eine informelle, künstlerische Bildung (Zoé Hall)
    Kunst als Paradigma geniesst vielerorts die Rolle einer politischen Avantgarde. Motivation für diesen Text fand sich im Bedürfnis, Kunst zu erweitern und das Politische ins Zwischenmenschliche zurück zu holen. Es wird ein Vorschlag ausformuliert, wie künstlerische Bildung nachhaltige politisierende Prozesse auslösen könnte, bevor zeitgenössische Diskurse den Rahmen der Unternehmung bereits ein Stück weit bestimmen können. Die Kunst lässt sich in der Zwischenmenschlichkeit und dem Verhältnis zwischen Personen festmachen. Auf dem Weg in eine „bessere Welt“ muss als erstes klar werden, was ihr im Wege steht. Auf der individuellen Ebene geschieht dies durch die Bewusstmachung der eigenen Stellung im gesellschaftlichen Gefüge. Auf der gemeinschaftlichen Ebene soll auf Augenhöhe Kritik geübt werden. Diese beiden Forderungen finden ihre Anfänge in einer spielerischen Welterschliessung: Einander zuhören, Gespräche führen, Rollen tauschen, Körper und Erfahrung in ein Verhältnis bringen. Pilze, Ameisen, Stare, der Wellen-Partikel Dualismus, sowie der Löwenzahn und Farnbieten nach Adrienne Maree Brown nützliche Allegorien für das spielerische Neudenken von Kunst und die damit einhergehenden Beziehungen. Gemeinschaftliche Unternehmungen behalten kein konkretes Ziel im Auge, es werden endgültige Schlüsse vermieden und absolute Wahrheiten abgelehnt. Doch eines liegt all dem Zugrunde: Entscheidungen werden durch Konsensfindung getroffen und diejenigen, die aus der Unternehmung einen Nutzen ziehen, sind dieselben, die daran teilhaben und mitdenken wollen. Was wir tun, gehört keiner Institution an, weder staatlich noch privat. Was wir tun geht nicht von einem Auftrag aus und ist nie an Lohnarbeit gekoppelt. Es ist lediglich das Interesse der Teilnehmenden relevant und das Ergebnis bleibt offen. Dieses Verständnis von künstlerischer Bildung soll abstrakt sein und informell bleiben, denn es lehnt jede Form von Herrschaft grundsätzlich ab.
  • Von/durch/mit Pilze/n lernen (Lara Caluori)
    Können wir von, durch und mit Pilze/n menschliche und mehr-als-menschliche Beziehungen und Gemeinschaften neu lernen? Dieser Beitrag schildert Wechselwirkungen zwischen Pilzen und Menschen, um in Zeiten der Krise Verbindungen anders zu denken. Myzel, das rhizomorphe Netzwerk der Gesamtheit aller Pilzfäden sowie Mykhorriza, die Symbiose zwischen Pilzmyzel und den Wurzeln einer Pflanze, betrachte ich als Metapher für soziale Gefüge und Kollaborationen. Ausgehend von meiner künstlerisch-forschenden Bachelorarbeit Mycelium – Pleurotus Ostreatus, Ganoderma Lucidum (2019) zur Thematik von Pilzkulturen erläutere ich in diesem Beitrag meine Begegnungen mit Myzel. Da das Projekt aufgrund der Pandemie noch kaum auf einer vermittlerischen und dialogischen Ebene erprobt werden konnte, gilt mein Interesse den potentiellen Begegnungen, die durch das Projekt entstehen können und der Frage, ob der Versuch, andere Perspektiven einzunehmen, zu Neugier und Bereitschaft, zu einer eigenen response-ability, führen kann. In Lernen von Pilzen thematisiere ich das Abschauen von symbiotischen Beziehungen und Netzwerkstrukturen von Myzel und Mykhorriza. Im Fokus stehen das Prozesshafte und die erkundende Neigung. In Lernen durch Pilze schildere ich die physische Begegnung zwischen Pilzen und Menschen anhand meines Forschungsprozesses von Mycelium. Durch das Züchten von Myzel in DIY-Laboreinrichtungen wird ein Berührungspunkt hergestellt sowie Wachstumsprozesse beobachtet und hinterfragt. Lernen mit Pilzen schildert die Vorstellung und das Wahrnehmen von Co-Existenzen anhand von meiner Bachelor-Ausstellungssituation von Mycelium.
  • Are You Sure? Zoom in (Charlotte Friedli)
    Der folgende Text ist ein überarbeiteter Teil meiner Masterthesis Are you sure? Zoom in. Wie ich dem unnahbaren Computer näherkomme. Eine Ermächtigungsstrategie. Die Frage wurde in Wechselwirkung zwischen künstlerischer und kunstanalytischer Arbeit erforscht. Zu Beginn stand die These, dass der Computer unnahbar sei, da es sich um ein komplexes und mystifiziertes Dispositiv handelt. Dieser Zustand wird mit verschiedenen Positionen untersucht. User*innen wissen nicht, womit sie es wirklich zu tun haben und sind gezwungen den Entscheidungen der Webentwickler*innen zu folgen. Orientiert an Olia Lialinas Konzept der Digitalen Folklore wird eine Stärkung der einfachen User*innen und den ephemeren Spuren, die sie auf dem Web hinterlassen, angestrebt. Die künstlerische Strategie namens zoom in wurde basierend auf den Auseinandersetzungen mit verschiedenen Theorien entwickelt. Zoom in steht für die Annäherung an einen unnahbaren Computer. Durch die zoom-Bewegung gelangen die Userin*innen über sinnlose Umwege an ungeahnte Orte. Die Strategie beschreibt vier Aspekte, welche unter die Lupe genommen werden: Infrastruktur, Nebenhandlungen, das Individuum und Pixel. Auf dem Blog www.areyousure.blog finden sich künstlerische Artefakte, welche die Distanz zum Mythos Computer aufzulösen versuchen.
  • reise zum :) (Helen Stefanie)
    Die microblogging Plattform tumblr steht für eine Kultur des virtuellen Bildersammelns, die hauptsächlich von (weiblichen, queer/trans*, PoC) Teenagern und Twentysomethings geprägt wurde. Arbeiten feministischer Künstler*innen erscheinen wie selbstverständlich neben alten Paparazzi-Fotos von Britney Spears, Theorietexten, Shitposts und den eigenen Selfies. In Folge einer strengeren Reglementierung pornografischer Inhalte im Dezember 2018 verlor tumblr mehr als eine Millionen aktive User*innen. Trotz Fällen von Cyber-Mobbing, der weiten Verbreitung von Spambots und Netzwerken nationalistischer User*innen galt tumblr davor als sicherer Ort für queer-feministische und antirassistische Diskurse, Fandom-Aktivitäten sowie persönliche Erzählungen und Selbstvermarktung von Sexarbeiter*innen. Nach Heather Warren-Crow lassen sich digitale Bilder im Internet als mädchenhaft denken: Girlish Images beziehungsweise Plastic Images sind formbar, fluide, leicht aufzublasen oder zu verkleinern, sie zirkulieren im Netzwerk. Der für tumblr spezifische Modus der Archiv- und Sammelkultur in Bezug auf digitale Bilder scheint ein exemplarisches Beispiel für dieses Verhältnis zu sein. Bilder werden von ihren Kontexten und materiellen Herstellungsbedingungen losgelöst und verflacht und bekommen gleichzeitig einen Wert als rein ästhetisch zu beurteilende Bild-Objekte innerhalb der Sammlung zugewiesen. Der Meta-Comic reise zum :) inszeniert einen Kontaktaufnahme-Versuch sowohl mit den sammelnden User*innen als auch mit den durch sie zirkulierten Bildern.
  • reise zum :) (Helen Stefanie)
    Die microblogging Plattform tumblr steht für eine Kultur des virtuellen Bildersammelns, die hauptsächlich von (weiblichen, queer/trans*, PoC) Teenagern und Twentysomethings geprägt wurde. Arbeiten feministischer Künstler*innen erscheinen wie selbstverständlich neben alten Paparazzi-Fotos von Britney Spears, Theorietexten, Shitposts und den eigenen Selfies. In Folge einer strengeren Reglementierung pornografischer Inhalte im Dezember 2018 verlor tumblr mehr als eine Millionen aktive User*innen. Trotz Fällen von Cyber-Mobbing, der weiten Verbreitung von Spambots und Netzwerken nationalistischer User*innen galt tumblr davor als sicherer Ort für queer-feministische und antirassistische Diskurse, Fandom-Aktivitäten sowie persönliche Erzählungen und Selbstvermarktung von Sexarbeiter*innen. Nach Heather Warren-Crow lassen sich digitale Bilder im Internet als mädchenhaft denken: Girlish Images beziehungsweise Plastic Images sind formbar, fluide, leicht aufzublasen oder zu verkleinern, sie zirkulieren im Netzwerk. Der für tumblr spezifische Modus der Archiv- und Sammelkultur in Bezug auf digitale Bilder scheint ein exemplarisches Beispiel für dieses Verhältnis zu sein. Bilder werden von ihren Kontexten und materiellen Herstellungsbedingungen losgelöst und verflacht und bekommen gleichzeitig einen Wert als rein ästhetisch zu beurteilende Bild-Objekte innerhalb der Sammlung zugewiesen. Der Meta-Comic reise zum :) inszeniert einen Kontaktaufnahme-Versuch sowohl mit den sammelnden User*innen als auch mit den durch sie zirkulierten Bildern.
  • poor images – Über copies in motion und wo man sie findet (Helena Schmidt)
    Der Beitrag „poor images — Über copies in motion und wo man sie findet“ beschäftigt sich mit dem Begriff sogenannter „poor images“, nach Hito Steyerl (2009), und verortet ihn in einer gegenwärtigen Kunstvermittlungspraxis, die sich kritisch mit dem Internet und daraus resultierenden neuen Bildphänomenen und Praxen auseinandersetzt. Dabei wird verhandelt, welches Potenzial der Bildbegriff poor image für unser Bildhandeln in der postdigitalen Zeit hat.
  • poor images – Über copies in motion und wo man sie findet (Helena Schmidt)
    Der Beitrag „poor images — Über copies in motion und wo man sie findet“ beschäftigt sich mit dem Begriff sogenannter „poor images“, nach Hito Steyerl (2009), und verortet ihn in einer gegenwärtigen Kunstvermittlungspraxis, die sich kritisch mit dem Internet und daraus resultierenden neuen Bildphänomenen und Praxen auseinandersetzt. Dabei wird verhandelt, welches Potenzial der Bildbegriff poor image für unser Bildhandeln in der postdigitalen Zeit hat.
  • Herausforderungen einer Disziplinierung – Fragen an die Art Education (Anna Schürch, Sophie Vögele)
    Der Beitrag geht fragend den Widersprüchen nach, die mit der Herausbildung und Institutionalisierung akademischer Disziplinen einhergehen, und verfolgt explorierend die Verankerung der Art Education als Disziplin im tertiären Bildungsbereich. Der Text verfolgt somit den Versuch, einen konzeptuellen Rahmen für die weitere Entwicklung und Disziplinierung der Art Education in der Schweiz zu setzen. Im Schreibprozess selbst verhandeln die Autor*innen aus ihren unterschiedlichen institutionellen und forschenden Positionierungen heraus disziplinäre und institutionelle Verhältnisse. Die Interdisziplinarität als Merkmal der Art Education ist dabei leitend und zieht eine Reihe von Fragen nach sich: Inwiefern bildet sich durch die disziplinäre Verankerung von Art Education als interdisziplinär eine Eigenständigkeit gegenüber Referenzdisziplinen ab? Und wie kann die Dichotomie, welche das Verständnis von Art Education weitläufig prägt, dadurch überwunden werden? Was beinhaltet ein forschendes Selbstverständnis und wie kann mit einer fehlenden Tradition in diesem Fach umgegangen werden? Wie wirkmächtig sind institutionelle Strukturen und was ist die Rolle der Selbstreflexion im Prozess einer Verstetigung?
  • poor images – Über copies in motion und wo man sie findet (Helena Schmidt)
    Der Beitrag „poor images — Über copies in motion und wo man sie findet“ beschäftigt sich mit dem Begriff sogenannter „poor images“, nach Hito Steyerl (2009), und verortet ihn in einer gegenwärtigen Kunstvermittlungspraxis, die sich kritisch mit dem Internet und daraus resultierenden neuen Bildphänomenen und Praxen auseinandersetzt. Dabei wird verhandelt, welches Potenzial der Bildbegriff poor image für unser Bildhandeln in der postdigitalen Zeit hat.
  • COMING BACK FROM IBIZA. Der Instagram-Account Ibiza Austrian Memes als Case-Study für intersektionalen Meme-Aktivismus und Vermittlung — basierend auf einem Gespräch mit Anahita Neghabat (Helena Schmidt, Sophie Lingg)
    Coming back from Ibiza analysiert das Potenzial von Memes als politisch-aktivistisches Tool im Hinblick auf die Verwendung in einer zeitgenössischen, kritischen Kunstvermittlung. Im Fokus des Beitrags steht der österreichische Instagram-Meme-Account Ibiza Austrian Memes (@ibiza_austrian_memes), der 2019 als Reaktion auf den sogenannten Ibiza Skandal gegründet wurde. Ibiza Austrian Memes ist bis heute eine wichtige Stimme in der medienunabhängigen Kritik an der rechten Politik in Österreich und vermittelt Inhalte bewusst aus intersektional-feministischer und antirassistischer Perspektive. Der Beitrag baut auf einem Gespräch der Autorinnen mit der Gründerin von Ibiza Austrian Memes, Anahita Neghabat, auf.
  • 3 FRAGEN AN ... Konstanze Schütze (Konstanze Schütze)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Texten und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • DIE LEBENDIGEN PIXEL. Ein feministisch-materialistischer Beitrag zur Entwicklung künstlichen Sehens. (Ariana Dongus)
    Der Essay verhandelt die Entwicklung von maschineller Sehkraft, von künstlichem Sehen, das es heute möglich macht, Gesichter und Objekte durch neuronale Netzwerke (KI) vermeintlich automatisch zu erkennen. Dabei nimmt der Text den vom Filmemacher Harun Farocki verwendeten Begriff der „operativen Bilder“ (Farocki 2003) als Ausgangspunkt der Betrachtung. Die Trilogie Auge/Maschine I-III von Farocki reflektiert die Evolution dieses neuen Bildtypus: Bilder aus der Fabrik, aus Forschungslaboren, Überwachungskameras und Bilder aus dem Irakkrieg. Sie sind für ihn operativ, d.h. unmittelbar wirksam: Bilder, die als mathematisch-technische Operationen aktiv in einen Prozess eingebettet sind. Die präzisen Beobachtungen Farockis dienen als Startpunkt, um sowohl technodeterministischen als auch populären dystopischen Narrativen allsehender Überwachungs- und Kontrollszenarien eine differenzierte materialistisch-feministische Analyse entgegenzustellen, die auch die ökonomischen Veränderungen mit in den Blick nimmt. Dabei wird anhand mehrerer Beispiele herausgearbeitet, dass die vermeintliche maschinelle Intelligenz durch globale Produktionsnetzwerke unsichtbar gemachter Klickarbeiter*innen animiert wird. Die vielfältigen Beiträge dieser Arbeiter*innen bleiben unsichtbar. Diese Plattformarbeit, vom Herausfiltern pornografischer oder gewalttätiger Inhalte bis zur Annotation von Bildern für object recognition ist ghost work; prekäre, dennoch essentiell wichtige Arbeit, welche heutige Softwaresysteme smart erscheinen lässt (vgl. Gray/Suri 2019). Die Automatisierung von Wahrnehmung, die noch zu oft als maschinelle Autonomie verstanden wird, entpuppt sich als eine komplexe soziale Beziehung, als kollektive Intelligenz vieler Arbeiter*innen. „Die Arbeit des Erkennens zur Darstellung bringen“ (Farocki 2003), ein von Farocki geäusserter Satz, der sich auf operative Bilder Anfang der Jahrtausendwende bezog, bedeutet heute, knapp zwei Jahrzehnte später, das Netzwerk der Arbeiter*innen und ihre perceptional labour, welche den Maschinen ihr Vermögen zu erkennen beibringen, in den Vordergrund zu stellen. Künstliche Intelligenz ist intrinsisch mit dieser Arbeit verbunden. Sie funktioniert nicht smart und automatisch wie von Zauberhand. Vielmehr sind es die prekarisierten Hände von Arbeiter*innen der Gig Economies. Die Zauberin ist ein Arbeiter*innenkollektiv und die Pixel der Bilder sind lebendig.
  • (Un-)Learning Ecologies – Eine Befragung zweier forschungsbasierter Lehrformate in der Art Education als experimentelle Plattformen ökologisch-nachhaltigen Seins und Werdens (Janina Krepart, Chantal Küng, Judith Tonner)
    Inwiefern sind Kunstpädagog*innen und Kunstvermittler*innen aufgrund der aktuellen und zukünftigen Folgen der Klimakrise mit neuen und dringenden Herausforderungen konfrontiert? Und wie können künstlerisch-edukative Praxen in der kulturellen Bildung und Kunstpädagogik zu Verantwortungsbewusstsein und letztlich zu ökologisch-nachhaltigem Handeln beitragen? Ausgehend von diesen Fragestellungen haben die Autorinnen im Studienjahr 2020/21 zwei Lehrformate im Bachelor und Master Art Education (ZHdK) konzipiert und durchgeführt. Der Artikel wird zum Anlass genommen, in Form eines kritischen Dialogs die den Lehrveranstaltungen zugrundeliegenden Verständnisse zu diskutieren und mögliche, weiterführende Fragestellungen für die Forschung Art Education anzudenken. Die konzeptionellen Anlagen der beiden Lehrformate und deren Durchführungsformen lassen dabei nicht nur auf die unterschiedlichen Subjektbegriffe schliessen, von denen ausgegangen wurde, sondern verweisen auch auf verschiedene Vorstellungen, Referenzen und Konzepte hinter den Begriffen Ökologie und Nachhaltigkeit.
  • Drei Fragen an... (Hannah Horst)
    In Kunstzeitschriften gibt es Beiträge zu aktuellen Ausstellungen. Das SFKP e Journal möchte dieses Format über aktuelle Praxis auf das Feld der Kunstpädagogik übertragen, indem pro Ausgabe ein kunstpädagogisches Projekt vorgestellt respektive eine kunstvermittlerische Position einer Person oder eines Kollektivs sichtbar wird. Die Vorstellung wird in loser Form stattfinden. Als Momentaufnahmen kunstpädagogischer Praxis verstanden, können die Antworten in Bildern, Text und_oder anderen medialen Zusammenhängen eingereicht werden.
  • Die Idee kommt beim Zeichnen (Malin Widén)
    Die fortschreitende Digitalisierung verändert unsere Wahrnehmung, unser Denken und Handeln. Sie verändert auch unser Verhältnis zum Bild. Gleichzeitig aber muss die Relevanz der visuellen Bildung stets verteidigt werden. Anstatt durch das Zeichnen über Macht und Wirkung von Bildern nachzudenken, in Bildern zu denken und sie in neue Kontexte zu stellen, tendiert die Schule dazu, das Bildermachen nach einem gewissen Schema abzuhandeln, das auf homogene, gut bewertbare Bildprodukte ausgerichtet ist. Insbesondere in der Didaktik braucht es meiner Ansicht nach neue Ansätze und Beispiele; nämlich solche, die das Zeichnen nicht als Nachahmung vorhandener Bildkategorien verstehen, sondern als Denkprozess; ein visueller Denkprozess, der individuell ist und auch fächerübergreifend stattfinden kann. Was es überhaupt bedeutet, das Zeichnen mit dem Denken in Verbindung zu bringen und welche Herausforderungen und Möglichkeiten eine reflexive Zeichenpraxis für die Primarschule mit sich bringen könnte, habe ich im Rahmen der Masterthesis Die Idee kommt beim Zeichnen experimentell-wissenschaftlich untersucht. In meiner Arbeit ist das Zeichnen sowohl Forschungsobjekt und -methode zugleich – visuelle und sprachliche Denkprozesse inspirieren und reflektieren sich gegenseitig.
  • Zeichnen – Reden – Zeigen (Nadia Bader)
    Ausgangslage der Studie Zeichnen – Reden – Zeigen ist die Frage, in welcher Weise der kommunikative Austausch im Kunstunterricht bildnerisches Denken und Handeln beeinflusst. Ziel ist eine empirisch fundierte und (praxis)theoretisch kontextualisierte Konzeption davon, welche Beeinflussungen und Wechselwirkungen zwischen kommunikativem und gestalterischem Geschehen sich ereignen und welche Bedingtheiten diesen zugrunde liegen – allgemein im Unterricht und speziell im Schulfach Kunst/Bildnerisches Gestalten. Unterrichtspraxis wird dabei in ihrer Kontingenz und Komplexität ernst genommen und systematisch betrachtet. Die Studie schliesst damit an Positionen an, welche die unvorhersehbare, unverfügbare, phatische und krisenhafte Dimension von Lehren und Lernen fokussieren (u.a. Meyer-Drawe, Pazzini, Sabisch, Schürch/Willenbacher, Wimmer). Anhand von Videodaten aus einer Unterrichtsstunde am Gymnasium zum Zeichnen nach Anschauung werden Lehr-Lern-Gespräche und zeichnerische Prozesse qualitativ-empirisch untersucht, wobei visualisierende Forschungs- und Darstellungsmethoden eine zentrale Rolle spielen. In vier Fallstudien werden exemplarische Lehr-Lern-Situationen mehrperspektivisch analysiert und vielfältige, sich überlagernde und teilweise widerstrebende Einflüsse aufgezeigt, welche die situative Entwicklung von Lehr-Lern-Prozessen prägen. Fallübergreifende und vergleichende Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund praxistheoretischer Konzepte diskutiert (u.a. Reckwitz, Schmidt, Polanyi, Neuweg) und mit kunst- und theaterpädagogischen Positionen verknüpft, welche die Performativität, Ereignishaftigkeit, Körperlichkeit und Materialität von Unterricht thematisieren (u.a. Lange, Hentschel). Der vorliegende Beitrag widmet sich zwei Besonderheiten der Studie: einerseits dem Zusammenhang mit der Pilotstudie Zeichnen – Reden (HKB, 2012/13) und andererseits der Weiterentwicklung videobasierter Forschungsmethoden mit besonderer Berücksichtigung der visuellen Dimension.
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • Forschen im Erproben – Re-enactment eines Vortragsskripts im Modus gemeinsamen Schreibens (Janina Krepart, Heinrich Lüber, Jules Sturm)
    In unserem Artikel gehen wir von der Annahme aus, dass die Arbeitsbedingungen (conditions) von Lehre und Forschung massgeblich geprägt sind von der jeweiligen Ausgangslage in der sich die Mitwirkenden befinden, von den Medien, durch welche sie kommunizieren und (inter)agieren sowie von den (künstlerischen, pädagogischen, wissenschaftlichen) Strategien und Praktiken, die im Arbeiten selbst zur Anwendung kommen. Wir erproben gemeinsam eine experimentelle Praxis der Re-Skription als Modus von Forschung in künstlerischer Lehre. Über das Arbeiten mit Konzepten aus künstlerisch-edukativen Forschungstheorien wie becoming research, working from conditions, turning education und chronopolitics verweben wir die Bedingungen des entstehenden E-Journal-Artikels mit den Bedingungen, die wir als Autor*innen jeweils anders für das Schreiben mitbringen. Dieses Verweben basiert auf einem Experimentieren mit methodischen Verfahren, die wir mit pädagogischen, künstlerischen und publikationskritischen Bezugnahmen entwickeln. Für uns ist also die Produktion dieses Artikels Teil eines zeit-einräumenden probenden Forschungsprozesses, der sich, so hoffen wir, auf unsere künstlerischen Lehrformate und -inhalte auswirken wird.
  • Ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem Angebot des K’Werk Basel-Stadt (Nicole Heri)
    Die Master-Arbeit ist ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem K’Werk in Basel-Stadt und eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kreativität. Sie wurde im Studiengang Kunst Major Art in Public Spheres geschrieben. In der Forschung wird Kreativität oft als «Prozess, Neues und Nützliches zu schaffen» definiert. Das Problemlöseverhalten ist als Anlass zu Kreativität erkannt und verschiedene Neurowissenschaftler*innen belegen, dass sie gefördert werden kann. Der Bildungsorte Schule deckt jedoch nur beschränkt kreative Förderung ab. Ideen zur Umsetzung eines Förderanliegens für Schulen und auf politischer Ebene zeigt meine Thesis auf, die diesem Beitrag zugrunde liegt. Zentral ist ein empirischer Vergleich von Zugang, finanziellem Aufwand, Kreativitätsförderung und Genderimpacts der Angebote von ausserschulischer Kunstvermittlung in Luzern mit dem K’Werk in Basel. Meine Auswertung belegt, dass eine ermöglichte Finanzierung essentiell ist, damit ein barrierefreier Zugang für Jugendliche gewährleistet ist. Geeignete Räume, grosszügiges Zeitmanagement, offene Problemstellungen sind für die Kreativitätsförderung unabdingbar. Bezüglich Gender divergieren die Ergebnisse und Inhalte von Kursen sind sehr entscheidend. Der Start der Bildschule Luzern wird mit dem Fazit der Recherche begründet. Eine weiterführende PhD-Arbeit soll interkantonale Vergleiche von Angeboten, politische Finanzfaktoren und die Geschichte ausserschulischer gestalterischer Förderung ausarbeiten.
  • Über das Forschen in der schweizerischen Kunstpädagogik zur Zeit. Ein Interview mit Ruth Kunz im Oktober 2019 (Ruth Kunz, Gila Kolb)
    2019 fand das Symposium »Der professionalisierte Blick« statt, kurz zuvor wurde der gleichnamige Band veröffentlicht. Für die erste Ausgabe des SFKP e Journals Art Education Research, das Kunstpädagogische Forschung in der Schweiz zur Zeit in den Blick nimmt, wirft das Interview mit Ruth Kunz einen Blick auf ihre langjährige forschende Praxis, auf ihre Lehre der Forschung in der Lehre und die Forschungslandschaft in der Kunstpädagogik der deutschsprachigen Schweiz. Darüber hinaus verweist das Interview auf das spezifisch kunstpädagogische Potential im Forschen. Das Interview führte Gila Kolb.
  • radikal stolpern um dabei sehen zu (ver-)lernen. Wie und worin zeigt sich Unterricht in Sprachstücken? (Judit Villiger)
    Die Fragen, denen hier nachgegangen wird, haben ihren Ursprung in der Lehre, sie untersuchen, was Studierende in ihrer Zwischenrolle, kurz vor dem Lehrpraktikum im Master Art Education, in realen Unterrichtssituationen beobachten und reflektieren. Das Unterfangen, Unterricht wahrzunehmen und zu reflektieren, ist kein einfaches. Im Nebeneinander der verschiedenen Handlungen im Klassenraum muss beispielsweise dem Umstand Rechnung getragen werden, dass auch Besucher*innen – allein durch ihre Präsenz – zu Teilnehmer*innen werden. Das Geschehen im Schulzimmer kann damit als Geflecht aus einzelnen Handlungen, die aus keiner Beobachtungsposition vollständig erfasst werden können, verstanden werden. Die Methode der Sprachstücke führt Studierende mit einer künstlerischen Sensibilität und Haltung an Situationen von Unterricht heran, um genaues Hin-Sehen zu üben. Es geht hierbei darum, auch in bekannten Unterrichtsabläufen das zu registrieren, was leicht als gegeben hingenommen wird. In den Sprachstücken werden für solche alltäglich-nichtalltäglichen Wahrnehmungen insbesondere eigene sprachliche Übersetzungen gesucht. Die Autorin stellt hier, dem Interesse einer ihrer Studierenden folgend, exemplarisch ein Sprachstück ins Zentrum, in welchem die Studentin den T-Shirt-Aufdruck eines Schülers als Antwort auf Unterricht betrachtet und in einem Sprachstück darstellt. Ziel des Vorhabens ist es: (a) Unterricht wahrzunehmen, das heisst sehen zu lernen, (b) durch die Reflexion und Revision sehen zu verlernen, um (c), durch Übersetzung in ein sprachliches Medium, mit künstlerischer Sensibilität, diesen Prozess für sich und andere be-greifbar zu machen.
  • Dinge, Stimmungen, Handlungen - Der Spaziergang als Konstellation (Markus Schwander)
    Sowohl in künstlerischen Forschungsprojekten als auch im Unterricht werden Spaziergänge zur Untersuchung von Raumwahrnehmung genutzt. Das gemeinsame Gehen wird dabei als Konstellation betrachtet, um die Faktoren, die die Aktion bestimmen, zu erkennen und zu beeinflussen, also kollektives Handeln zu gestalten. Anhand künstlerischer Beispiele wird aufgezeigt, wie Raum und Wahrnehmung zusammenhängen und wie ihr Verhältnis immer wieder neu konstruiert wird.
  • Partizipative Räume im Schulfeld Transfer eines museumspädagogischem Angebot mit Theatermethoden (Bettina Gassmann)
    Ausgangspunkt dieses Beitrags ist meine Masterthesis an der Pädagogischen Hochschule der FHNW, die sich in der ästhetischen Bildung ansiedelt. Das Ziel dieser Arbeit war, in einem Workshop mithilfe der theatralen Methoden von Augusto Boal, die Schüler*innen zur Partizipation im Schulfeld zu aktivieren. Boals Theater versteht sich als eine Schule der Teilhabe. Im Fokus dieses Beitrags steht das Unbehagen und das Rollenverständnis der forschenden Lehrperson. Als impulsgebender Bezugspunkt für den Workshop diente die Kunstausstellung „Action“ am Kunsthaus Zürich. Eine forcierte Protestaktion während des Workshops lief anders, als vorgesehen. Das Handeln der Schüler*innen verunsicherte die forschende Lehrperson und brachte diese zu Themen wie Irritation und Unkalkulierbares, die theoretisch bezugnehmend reflektiert wurden. Wie im Kunstunterricht Schüler*innen zusammen wirken können, war ein zentrales Thema der Thesis. Die Beobachtungen während des Workshops bildeten den Schwerpunkt der Untersuchung. Es wurde mit autoethnografischen Methoden gearbeitet: Es entstand u.a. ein Forschungstagebuch mit Fotos von allen Teilnehmenden. Konkrete Versuche wurden im Umgang mit Widersprüchen durchgeführt und reflektiert. Die forschende Lehrperson beschreibt in diesem Artikel eine der dieser Situationen. Die Schüler*innen hielten sich nicht an die Abmachung und handelten eigenmächtig. Aus der Perspektive „von Kunst“ sind solche Irritationen zu begrüssen. Aus der Sicht der Lehrperson sieht es anders aus, sie möchte Verbindlichkeit. Im Konflikt des Lehr-Lern-Prozesses wird die Art und Weise des Unbehagen unterschieden, ob und wie das Fremde oder Unbekannte inhaltlich oder die Methode fremd ist (vgl.Sack 2011). Die Erkenntnis der Unmöglichkeit einer punktuellen Einforderung von Partizipation von Schüler*innen wird deutlich. Eine produktive Lösung liegt in der Akzeptanz des Konflikts. Der Imperativ der Mitgestaltung ist problematisch, denn Partizipation sollte freiwillig sein. Im Spannungsfeld der Hoffnungspotentiale und der Möglichkeit des Partizipativen im Schulfeld wird die Frage nach Verweigerung als bildende Handlungsoption betrachtet.
  • Blumenlese (Jacqueline Baum, Ursula Jakob)
    Im Fokus unseres langjährigen Projekts Connected in Isolation standen anfangs die unterschiedlichen Beschreibungen von Vorgehensprozessen und Darstellungsweisen von Objekten der Natur aus Kunst und...
  • Editorial Ausgabe 16 (Gila Kolb, Beate Florenz)
    Forschung im Feld Kunstpädagogik/ Kunstvermittlung – in der Schweiz und zur Zeit. Nr. 16 des e Journals Art Education Research – die erste von der SFKP/SSPA verantwortete Ausgabe – hat es sich zur ...
  • Gestalt und Wohlgeformtheit: Kinder zeichnen Raumkörper (Stefanie Stadler Elmer, Lea Weniger)
    Dieser Text skizziert den theoretischen Rahmen unserer Studie zum räumlichen Zeichnen im Kontext der Primarschule. Wir konzentrieren uns auf die Tiefendarstellung eines einzelnen Raumkörpers als einem von drei Aspekten der zeichnerischen Raumdarstellung von Kindern – neben der Darstellung der Raumlagebeziehung und des Gesamtbildraums. Einen Quader in Form einer Schachtel abzuzeichnen, ist ein allgemeines Darstellungsproblem, zu welchem in unserer Kultur verschiedenartige Lösungen überliefert sind und praktiziert werden. Aus strukturgenetischer Sicht interessiert uns der Prozess der Problemlösung, wie er in videografierten Einzelfallstudien von Kindern – adaptiv und intuitiv von der Lehrperson begleitet – gestaltet wird. Wir rekonstruieren diesen Prozess im Detail und zeigen exemplarisch an einem empirischen Ausschnitt aus einer Fallstudie auf, wie wir den theoretischen Begriff der "Wohlgeformtheit" verwenden, um damit die strukturelle Ausrichtung an Gestaltqualitäten und an impliziten Regelsystemen räumlicher Darstellung zu bezeichnen.
  • Emergency Remote Art Education? – Reflexion einer Studie mit Studierenden zu kunstpädagogischen und ästhetisch-kulturellen Vermittlungspraxen im Ausnahmezustand (Miriam Schmidt-Wetzel, Laura Zachmann)
    Der Beitrag gibt einen Überblick über eine Studie, die als eine Untersuchung von und mit Akteur*innen in Art Education angelegt und methodisch-methodologisch an den Merkmalen einer phänomenologischen Einzelfallforschung orientiert ist. Gegenstand der qualitativ-empirischen Studie sind die Erfahrungen verschiedener Akteur*innen in der Lehre und Vermittlung in Art Education bzw. im Fach Bildnerisches Gestalten inmitten des globalen Ausnahmezustands, welcher durch die Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 ausgelöst wurde. Die Untersuchung leitend sind zwei Annahmen: Erstens, dass Vermittlungsformate unter dem (Ein-)Druck der ersten pandemischen Welle quasi aus dem Stand und ohne fundierte Kenntnis von E-Didaktik im Modus des Emergency Remote Teaching (ERT) (Hodges et al. 2020) entstanden sind. Zweitens, dass die Verständnisse und Umgangsweisen, die sich in diesem kunstpädagogischen Handeln im Ausnahmezustand zeigen, für die Entwicklung einer fundierten Remote Art Education von Bedeutung sind. Vertiefte Einblicke in die Untersuchung vermitteln Auszüge aus der ersten von drei Teilstudien, in deren Zentrum eine Gruppendiskussion mit drei Bachelorstudierenden über ihr erstes Berufspraktikum im Berufsfeld der Ästhetischen Bildung und Soziokultur unter Lockdown-Bedingungen steht. Der Artikel skizziert daraus resultierende erste Erkenntnisse bezüglich der Ausprägungen von ERT, die für Art Education spezifisch sind, und beleuchtet deren Potentiale für ins Digitale und in die Distanz ausgeweitete Konzepte. Anhand der Reflexion des methodischen Vorgehens im Rahmen dieser ersten Teilstudie setzt er sich darüber hinaus mit den gewählten Herangehensweisen zum Umgang mit den spezifischen Herausforderungen eines Forschens aus Distanz und im Ausnahmezustand, sozusagen im Modus einer Emergency Remote Art Education Research, kritisch auseinander.
  • Ephemere Praktiken. Das Forschungsprojekt „The Art Educator’s Walk“ (2017-18) (Gila Kolb)
    Wie genau stellen eigentlich Kunstvermittler*innen eine Situation her, in der eine Vermittlung zeitgenössischer Kunst stattfinden kann? Welche Haltung entwickeln sie zu ihrer kunstvermittlerischen Tätigkeit? Welche Strategien entwickeln sie dabei? Auf der Ausstellung documenta 14 (2017) wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „The Art Educator’s Walk – Handeln und Haltung von Kunstvermittler*innen zeitgenössischer Kunst am Beispiel der Grossausstellung documenta 14 in Kassel“ zu diesen Fragen 20 „Spaziergänge“ von 10 „Chorist*innen“ (Kunstvermittler*innen der documenta 14) begleitet und interviewt. Der per se ephemeren Praxis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen ging das Forschungsprojekt im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der HKB Bern mit der These nach, dass Kunstvermittlung aus einer Haltung heraus praktiziert wird. Dieser Beitrag skizziert nach einer biographischen Argumentation aus der „Mitte“ heraus zunächst die historisch gewachsene Situation der documenta und ihrer Vermittlung. Konzepte und Hintergründe der Kunstvermittlung der documenta 14, insbesondere das Verlernen bildeten den Handlungsrahmen der befragten und begleiteten Chorist*innen. Ein Einblick in das qualitativ-empirische Setting zur Datengewinnung in Form einer teilnehmenden Beobachtung von kunstvermittlerischer Praxis mit Besucher*innengruppen auf der documenta 14 reflektiert den Kontext der Datengewinnung. Innerhalb dreier „Streifzüge“, welche die ersten Sätze eines Spaziergangs, das Dilemma des Wissens und die Kunstvermittlung als Arbeit analysieren, wird das gewonnene Material exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
  • Zur Ausrichtung fachdidaktischer Forschung in der Kunstpädagogik des Kindergartens (Anja Morawietz)
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Fachwissenschaft, Fragen des Unterrichts und sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik in der Kunstpädagogik beziehungsweise der fachdidaktischen Forschung der Kindergartenstufe. Zu Beginn wird aufgezeigt, welche Fragen sich für die Fachdidaktik des Bildnerischen Gestaltens im Kindergarten ergeben. Skizziert wird, weshalb in der Kunstpädagogik systematisch wissenschaftliche Forschungsmethoden sowie ästhetische oder kunstbasierte Forschung aus fachimmanenten Gründen ihre Berechtigung haben. Die Studie dient als Beispiel für den gewinnbringenden Einsatz von Methoden qualitativ-empirischer Sozialforschung in kunstpädagogischen Zusammenhängen. Die Methode Videographie, welche auf Fragestellungen und ästhetische Gegenstände der Kunstpädagogik adaptiert ist, wird vorgestellt. Die in äusserster Kürze dargestellte Studie stellt die Frage, inwiefern junge Kinder überhaupt Interesse daran haben, sich in Unterrichtssettings auf Prozesse des Zeichnens mit Darstellungsabsicht einzulassen. Es wird untersucht, wie die Kinder unter den didaktisierenden Eckpunkten der Aufgabenstellungen agieren und welche Bildungschancen sich daraus ergeben. Das Beispiel zeigt, dass sich die Videographie bestens eignet, um gestalterische Unterrichtspraxis mit ihren Unterrichtsarrangements, Lernprozessen und Vermittlungsmethoden zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. An Pädagogischen Hochschulen der Schweiz ist in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften grosses Know-how zu systematisch wissenschaftlichen Forschungsmethoden zu finden. Es besteht das Desiderat, Synergien von Erziehungs- sowie Sozialwissenschaften und Fachdidaktiken noch intensiver in den Blick zu nehmen und zu nutzen. Die Einführung des Joint Masters Fachdidaktik Künste an der PH Zürich bietet nun die Chance, laufend entstehenden Fragen des gestalterischen (In der Schweiz wird „gestalterisch“ oder „bildnerisch“ nicht in anachronistischer Konnotation, sondern synonym zu ästhetisch oder gestalterisch-künstlerisch verwendet. Dieser Sprachgebrauch – die Betonung des Gestaltens – ist einer respektvollen Distanz zur Kunst geschuldet.) Unterrichts auf allen Schulstufen, in Anbindung an gängige Forschungsmethoden, in Masterarbeiten nachzugehen.
  • Zeichnen – Reden – Zeigen (Nadia Bader)
    Ausgangslage der Studie Zeichnen – Reden – Zeigen ist die Frage, in welcher Weise der kommunikative Austausch im Kunstunterricht bildnerisches Denken und Handeln beeinflusst. Ziel ist eine empirisch fundierte und (praxis)theoretisch kontextualisierte Konzeption davon, welche Beeinflussungen und Wechselwirkungen zwischen kommunikativem und gestalterischem Geschehen sich ereignen und welche Bedingtheiten diesen zugrunde liegen – allgemein im Unterricht und speziell im Schulfach Kunst/Bildnerisches Gestalten. Unterrichtspraxis wird dabei in ihrer Kontingenz und Komplexität ernst genommen und systematisch betrachtet. Die Studie schliesst damit an Positionen an, welche die unvorhersehbare, unverfügbare, phatische und krisenhafte Dimension von Lehren und Lernen fokussieren (u.a. Meyer-Drawe, Pazzini, Sabisch, Schürch/Willenbacher, Wimmer). Anhand von Videodaten aus einer Unterrichtsstunde am Gymnasium zum Zeichnen nach Anschauung werden Lehr-Lern-Gespräche und zeichnerische Prozesse qualitativ-empirisch untersucht, wobei visualisierende Forschungs- und Darstellungsmethoden eine zentrale Rolle spielen. In vier Fallstudien werden exemplarische Lehr-Lern-Situationen mehrperspektivisch analysiert und vielfältige, sich überlagernde und teilweise widerstrebende Einflüsse aufgezeigt, welche die situative Entwicklung von Lehr-Lern-Prozessen prägen. Fallübergreifende und vergleichende Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund praxistheoretischer Konzepte diskutiert (u.a. Reckwitz, Schmidt, Polanyi, Neuweg) und mit kunst- und theaterpädagogischen Positionen verknüpft, welche die Performativität, Ereignishaftigkeit, Körperlichkeit und Materialität von Unterricht thematisieren (u.a. Lange, Hentschel). Der vorliegende Beitrag widmet sich zwei Besonderheiten der Studie: einerseits dem Zusammenhang mit der Pilotstudie Zeichnen – Reden (HKB, 2012/13) und andererseits der Weiterentwicklung videobasierter Forschungsmethoden mit besonderer Berücksichtigung der visuellen Dimension.
  • „LECK MICH DOCH!“ WAR DENEN EINFACH TOO MUCH! Ein Gespräch über Algorithmen, Geld und sexuelle Bildung im Internet. (Kollektiv Feige)
    2018 hat das Kollektiv Feige, gegründet von Ebru Düzgün, Franziska Kabisch, Magdalena Fischer, Malu Blume und Sophie Utikal, die Videoserie "Liebe, Sex & Klartext" produziert. In der 14-teiligen Webserie zu sexueller Selbstbestimmung nehmen 11 Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren Mythen über Sexualität und Körpernormen unter die Lupe. Die Videos sollen einen Beitrag leisten, die Vielfalt von Sexualität und Geschlechtlichkeit sichtbar zu machen und einen Kontrapunkt zu den heteronormativen Diskursen des Mainstreams zu setzen. Die Macher*innen haben aus ihren eigenen sexuellen Lernbiografien geschöpft, um zu überlegen, welche Stigmata, Mythen und normativen Konstruktionen eine selbstbestimmte sexuelle Praxis erschweren, indem sie beispielsweise Scham und Unsicherheit erzeugen. Die Videos waren Teil einer Kampagne zu sexueller Selbstbestimmung von Mädchen und sind im Auftrag der Abteilung für Wiener Frauengesundheit der MA24 der Stadt Wien und in Zusammenarbeit mit dem Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch und dem flash Mädchencafé entstanden. Die Kollektiv Feige Mitglieder Malu, Magda und Franzis sprechen im Folgenden über den Entstehungsprozess der Videoserie " Liebe, Sex & Klartext, über sexuelles Erfahrungswissen, misogyne Trolle und schliesslich über den Zusammenhang von (sexueller) Selbstbestimmung und Queer-Feminismus.
  • 3 FRAGEN AN ... die Tiefe Kümmernis (Die Tiefe Kümmernis)
    Die Tiefe Kümmernis, eine Drag Queen und museale Kunstvermittlerin aus Wien, beantwortet drei Fragen zu ihrer Arbeit. Zunächst erklärt sie die Herkunft ihres Namens und schildert die Anfänge ihrer Vermittlungsarbeit. In der zweiten Antwort führt sie aus, wie user-generated content im Internet den heteronormativen, patriarchalen Kanon der europäischen Kunstgeschichte inklusiver werden lässt. Im letzten Teil diskutiert sie die Potenziale und Schwierigkeiten von Web-Videos über queere Kunstgeschichte.
  • Queer und DIY im Kunstunterricht. Eine Einführung (Bernadett Settele)
    In der Einführung werden die Ziele aufgezeigt, die Art Education Research Nr. 3 verfolgt: als „Schulbuch“ Anregungen aus der queer theory und den Kulturwissenschaften für den Kunstunterricht zu ver...
  • Materialien zum Selbststudium (Danja Erni, Nora Landkammer, Anna Schürch, Bernadett Settele)
    Die Materialien zum Selbststudium sind mit dem Ziel konzipiert, eine Diskussions- und Wissensbasis zu den Themen «queer» und «Do it yourself» im Kunstunterricht zur Verfügung zu stellen. Sie beschä...
  • «Wenn du ei­nen Ap­fel isst, so isst du die Land­schaft.» (Sabian Baumann, Simon Harder)
    In einem Interview zeigt Sabian Baumann, wie sie_er in Zusammenarbeit mit zwei Performer_innen das Aktzeichnen und das damit verbundene patriarchal geprägte, auf unreflektierten Dualismen aufbauen...
  • Stimm­los 2 – Pro­be (Simon Harder)
    Die Stimmlose, eine Hörstück-Serie-in-Progress, nehmen künstlerische Arbeiten als Dreh- und Angelpunkt. So entstehen aktivistisch-motivierte, verdichtete Sprach- und Raumbilder, die Stimmlosigkeit...
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • Dinge, Stimmungen, Handlungen - Der Spaziergang als Konstellation (Markus Schwander)
    Sowohl in künstlerischen Forschungsprojekten als auch im Unterricht werden Spaziergänge zur Untersuchung von Raumwahrnehmung genutzt. Das gemeinsame Gehen wird dabei als Konstellation betrachtet, um die Faktoren, die die Aktion bestimmen, zu erkennen und zu beeinflussen, also kollektives Handeln zu gestalten. Anhand künstlerischer Beispiele wird aufgezeigt, wie Raum und Wahrnehmung zusammenhängen und wie ihr Verhältnis immer wieder neu konstruiert wird.
  • Gestalt und Wohlgeformtheit: Kinder zeichnen Raumkörper (Stefanie Stadler Elmer, Lea Weniger)
    Dieser Text skizziert den theoretischen Rahmen unserer Studie zum räumlichen Zeichnen im Kontext der Primarschule. Wir konzentrieren uns auf die Tiefendarstellung eines einzelnen Raumkörpers als einem von drei Aspekten der zeichnerischen Raumdarstellung von Kindern – neben der Darstellung der Raumlagebeziehung und des Gesamtbildraums. Einen Quader in Form einer Schachtel abzuzeichnen, ist ein allgemeines Darstellungsproblem, zu welchem in unserer Kultur verschiedenartige Lösungen überliefert sind und praktiziert werden. Aus strukturgenetischer Sicht interessiert uns der Prozess der Problemlösung, wie er in videografierten Einzelfallstudien von Kindern – adaptiv und intuitiv von der Lehrperson begleitet – gestaltet wird. Wir rekonstruieren diesen Prozess im Detail und zeigen exemplarisch an einem empirischen Ausschnitt aus einer Fallstudie auf, wie wir den theoretischen Begriff der "Wohlgeformtheit" verwenden, um damit die strukturelle Ausrichtung an Gestaltqualitäten und an impliziten Regelsystemen räumlicher Darstellung zu bezeichnen.
  • Raumverschiebungen – Schulische Displacements als kritische Geste (Margot Zanni)
    Wie liesse sich die implizite Wirkungsweise schulischer Räume der Reflexion besser zugänglich machen und dabei zugleich an der Erfahrung der Konstitution eines anderen Raumes teilhaben? Im Fokus der Ausführungen stehen Raumpraxen des Verschiebens, Variierens oder Verlagerns. Insbesondere das Displacement wird als Strategie zur Sichtbarmachung schulräumlicher Wirkungen befragt. Dabei wird auf heterogen gewählte Fallbeispiele zugegriffen. Die Beschäftigung mit Christiane Brohl und ihrem Konzept des Displacements als kunstpädagogische Strategie steht an prominenter Stelle. Im Hinblick auf die vorliegende Fragestellung wird eine Erweiterung ihrer Ansätze vorgeschlagen. Dabei wird der mit ihr eingeführte theoretische Referenzpunkt der Heterotopie im Kontext weiterer Rezeptionen besprochen und zu einer Methodisierung gefunden, die anschliessend am Beispiel des Seminars „Lernen am/als/durch Raum“ veranschaulicht wird. Mit hinein in die Entwicklung dieser methodischen Überlegungen spielt zudem die Analyse schulalltäglicher Regelbrüche (Tricks). Als heterotope Einbrüche in schulische Ordnungen standen sie Modell für die Entwicklung der Ansätze des Seminars. Dieses richtete sich an Studierende der Kunstpädagogik und fand ausgelagert als Zwischennutzung in den leeren Räumen der ehemaligen Villa Bellerive statt. Ausgangslage für den dort geplanten Einräumprozess waren künstlerische Recherchen an Schulhäusern unterschiedlicher Bauzeiten. Durch die situative Übersetzung der Resultate dieser Recherchen in den Kontext der Villaräume, sollten – im Sinne einer Analogie oder eines Kontrasts – gewisse Aspekte schulräumlicher Bedingungen noch einmal stärker hervortreten und reflektierbar werden. Im Hinblick auf die künftige Lehrtätigkeit der Studierenden sollte damit die Erfahrung eines Gestaltungspielraumes ermöglicht werden, der der Wirkungsweise normierender schulischer Inszenierungen ein Stück weit entgegenwirken wollte.
  • Ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem Angebot des K’Werk Basel-Stadt (Nicole Heri)
    Die Master-Arbeit ist ein Vergleich der ausserschulischen gestalterischen Förderung im Raum Luzern mit dem K’Werk in Basel-Stadt und eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kreativität. Sie wurde im Studiengang Kunst Major Art in Public Spheres geschrieben. In der Forschung wird Kreativität oft als «Prozess, Neues und Nützliches zu schaffen» definiert. Das Problemlöseverhalten ist als Anlass zu Kreativität erkannt und verschiedene Neurowissenschaftler*innen belegen, dass sie gefördert werden kann. Der Bildungsorte Schule deckt jedoch nur beschränkt kreative Förderung ab. Ideen zur Umsetzung eines Förderanliegens für Schulen und auf politischer Ebene zeigt meine Thesis auf, die diesem Beitrag zugrunde liegt. Zentral ist ein empirischer Vergleich von Zugang, finanziellem Aufwand, Kreativitätsförderung und Genderimpacts der Angebote von ausserschulischer Kunstvermittlung in Luzern mit dem K’Werk in Basel. Meine Auswertung belegt, dass eine ermöglichte Finanzierung essentiell ist, damit ein barrierefreier Zugang für Jugendliche gewährleistet ist. Geeignete Räume, grosszügiges Zeitmanagement, offene Problemstellungen sind für die Kreativitätsförderung unabdingbar. Bezüglich Gender divergieren die Ergebnisse und Inhalte von Kursen sind sehr entscheidend. Der Start der Bildschule Luzern wird mit dem Fazit der Recherche begründet. Eine weiterführende PhD-Arbeit soll interkantonale Vergleiche von Angeboten, politische Finanzfaktoren und die Geschichte ausserschulischer gestalterischer Förderung ausarbeiten.
  • Emergency Remote Art Education? – Reflexion einer Studie mit Studierenden zu kunstpädagogischen und ästhetisch-kulturellen Vermittlungspraxen im Ausnahmezustand (Miriam Schmidt-Wetzel, Laura Zachmann)
    Der Beitrag gibt einen Überblick über eine Studie, die als eine Untersuchung von und mit Akteur*innen in Art Education angelegt und methodisch-methodologisch an den Merkmalen einer phänomenologischen Einzelfallforschung orientiert ist. Gegenstand der qualitativ-empirischen Studie sind die Erfahrungen verschiedener Akteur*innen in der Lehre und Vermittlung in Art Education bzw. im Fach Bildnerisches Gestalten inmitten des globalen Ausnahmezustands, welcher durch die Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 ausgelöst wurde. Die Untersuchung leitend sind zwei Annahmen: Erstens, dass Vermittlungsformate unter dem (Ein-)Druck der ersten pandemischen Welle quasi aus dem Stand und ohne fundierte Kenntnis von E-Didaktik im Modus des Emergency Remote Teaching (ERT) (Hodges et al. 2020) entstanden sind. Zweitens, dass die Verständnisse und Umgangsweisen, die sich in diesem kunstpädagogischen Handeln im Ausnahmezustand zeigen, für die Entwicklung einer fundierten Remote Art Education von Bedeutung sind. Vertiefte Einblicke in die Untersuchung vermitteln Auszüge aus der ersten von drei Teilstudien, in deren Zentrum eine Gruppendiskussion mit drei Bachelorstudierenden über ihr erstes Berufspraktikum im Berufsfeld der Ästhetischen Bildung und Soziokultur unter Lockdown-Bedingungen steht. Der Artikel skizziert daraus resultierende erste Erkenntnisse bezüglich der Ausprägungen von ERT, die für Art Education spezifisch sind, und beleuchtet deren Potentiale für ins Digitale und in die Distanz ausgeweitete Konzepte. Anhand der Reflexion des methodischen Vorgehens im Rahmen dieser ersten Teilstudie setzt er sich darüber hinaus mit den gewählten Herangehensweisen zum Umgang mit den spezifischen Herausforderungen eines Forschens aus Distanz und im Ausnahmezustand, sozusagen im Modus einer Emergency Remote Art Education Research, kritisch auseinander.
  • Eine Ontologie der Gegenwart. Zur Veränderung kunstpädagogischen Wissens (Anna Schürch)
    Projekte der Lehrplanrevision, wie aktuell in der Schweiz die Überarbeitung des gymnasialen Rahmenlehrplans 2020-2022, fordern dazu auf, die Inhalte und Ziele der einzelnen Fächer zu überprüfen und bieten Anlass, über das Wissen in einem Fach und dessen Veränderung nachzudenken. Wie lässt sich eine solche Veränderung denken und woran kann sie sich orientieren, wenn sie über den pragmatischen Rahmen eines bildungspolitisch motivierten Revisionsprojektes, das durch knappe zeitliche Ressourcen und akuten Handlungsdruck gekennzeichnet ist, hinausgehen will? Der vorliegende Artikel schliesst an Michel Foucaults Ontologie der Gegenwart an und sucht in daran orientierten bildungsphilosophischen Überlegungen nach einer Perspektive der Veränderung, die sich gleichermassen kritisch wie selbstreflexiv positioniert und die sich nicht an dem ausrichtet, was an grossen Herausforderungen der Zukunft diagnostiziert wird, sondern von dem ausgeht, was bereits da ist und sich im Alltag zeigt. Dabei wird ein Weg eröffnet, das bestehende kunstpädagogische Wissen zu fassen und zu reflektieren. Der Text wird erweitert und fortgesetzt durch eine Fussnote von Margot Zanni und einen Fragebogen von Michèle Novak, die diese Bewegung der (selbst-)kritischen Reflexion bereits in der Lektüre beginnen lassen.
  • Ausgesetztsein als Dozentin. Vorschlag für eine reflexive Positionierung der Hochschullehre am Beispiel von Kunstpädagogik (Bernadett Settele)
    Zur Reflexion über eine Lehre „von Kunst aus“ (vgl. Sturm 2011) wähle ich das Ausgesetztsein als Ansatzpunkt. Ausgesetztsein markiert einen Ort an der Schwelle zwischen der kritischen Würdigung des Handelns und seiner Bedingungen und einer Perspektive, die es ermöglicht, passive Anteile zu bedenken (vgl. Settele 2019). Dem Gefühl des Ausgesetztseins nachgehend, erarbeite ich eine Perspektive für die feministische Kunsthochschullehre auf Masterstufe. Interessiert an machtvollen Adressierungen, Rollen und Normen sowie an emanzipierter Lehre, betrachte ich aus einer theoriegeleiteten Perspektive, wie individuelle und kollektive Subjekte der Lehre an ihren jeweiligen Positionen in Situationen der Lehre aufeinander einwirken und auch, was ihnen passiert. Dazu nehme ich das Konzept des post-souveränen, gebundenen Subjekts der feministischen Theorie nach Judith Butler auf und mache es zum Ausgangspunkt für eine reflexive Positionierung der Lehre. Dabei wird es nötig zu differenzieren, wie ich ein solches Konzept der politischen Philosophie in einem nicht-existenziellen, ästhetischen Feld verwende. Ausgesetztsein hält als reflexives Konzept einen Abstand zu den stärkeren Begriffen feministischer Theorieansätze ein wie Gefährdetsein oder Vulnerabilität (vgl. Butler 2016) oder Prägbarkeit und Empfänglichkeit (vgl. Butler 2014: 183). Die Situation einer Übung zur Rezeption von Kunst im Kontext kunstpädagogischer Lehrerinnen*bildung bietet einen Anlass zur Reflexion über die Bedingtheiten von Subjekten der Lehre. Daraus resultiert ein Beitrag zur Frage, wie Kunstpädagogik bildet und was in ihr wirksam wird.
  • KlimaKontor Basel – Künstlerische Verhandlungsräume für Zukunftsgestaltung. Ein Reisebericht (Barbara Ellenberger, Luzia Schelling)
    Das KlimaKontor Basel initiiert übergreifende, partizipative Kunst-Projekte, die Basler Institutionen und Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft neu vernetzen, um nachhaltige, solidarische und innovative Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Im Beitrag berichtet die Co-Leiterin und Gründerin Barbara Ellenberger von der Entstehungsgeschichte, aktuellen Beispielprojekten und den bisherigen Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerkes. Wie kann Kultur dazu beitragen, der Klimabewegung mehr Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit zu verschaffen? Wie kann sie uns Bürger*innen vermitteln, dass es um das eigene Überleben und das unserer Kinder geht? Wie können Klimaanliegen durch Kunst verstärkt und besser vermittelt werden? Wie kann Kunst vielleicht auch Politiker*innen helfen, mutiger und beherzter Sachpolitik über Machtkalkül zu stellen? Wie kann es gelingen, dass uns allen die unfassbare Dringlichkeit der aktuellen Situation bewusst wird? Wie können wir als ganze Gesellschaft in einen inspirierten Krisen-Modus des neugierigen Ausprobierens kommen? Wie können wir angesichts der radikalen Klimakrise radikale Entscheide treffen oder begrüssen? Was müssen wir verstanden haben, um das Offensichtliche und Notwendige zu tun? Diese und weitere Fragen treiben uns an, das KlimaKontor stetig weiterzuentwickeln.
  • Schwierige Themen im Bildnerischen Gestaltung-Unterricht (Danja Erni)
    Danja Erni wirft in der Perspektive der Netzwerkveranstaltung Persönlichkeitsverwicklung # 1: Queer und Do-it-Yourself im Kunstunterricht einen Blick auf ihren eigenen Unterricht sowie auf das Beru...
  • Der Ge­schmack ei­ner an­de­ren Mög­lich­keit (Elke Smodics-Kuscher, Nora Sternfeld, Büro trafo. K)
    Mit diesem Text möchten wir aus einer Perspektive der Praxis die schillernde Logik des Geschmacks verfolgen. Wie lässt sich diese zwischen der normierenden Herstellung von Sicherheit einerseits un...
  • Das Mul­ti_Ver­sum der An­ti-​Vor­le­sung (Jamika Ajalon)
    (un­ge­probt) Ich möchte untersuchen, auf welche Weisen künstlerische Praxis, akademische Forschung und die Vermischung mehrschichtiger Erzählungen die traditionelle hegemoniale Weisheit und starre...
  • Margaret Trowells Kunstschule. Eine Fallstudie über koloniale Subjektivierung (Emma Wolukau-Wanambwa)
    In den 30er Jahren gründete Margaret Trowell (1904 – 1985) im Protektorat Uganda eine der ersten Kunstschulen für Afrikaner. Obwohl sie über umfassende und detaillierte Kenntnisse der materiellen K...
  • Lernen zwischen Tatsächlichem und Möglichem – Das interdisziplinäre Entwicklungsprojekt AMAMuG (Lukas Bardill, Sabine Bietenhader)
    AMAMuG – Akronym für Archäologische Mustergrabung und Archäologisches Museum für Gegenwart – ist ein interdisziplinäres und institutionsübergreifendes Entwicklungsprojekt, das vom 1. April 2018 bis zum 1. August 2019 stattgefunden hat. Eine Fachdidaktikerin des Bereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und ein Fachdidaktiker des Bildnerischen Gestaltens (BG), beide Dozierende der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Autor*innen dieses Aufsatzes, haben als Projektleitende in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Graubünden (ADGR), der Fachstelle für Vermittlung am Rätischen Museum und zwei Primarschulklassen eine projektartige Unterrichtssequenz für den Zyklus 2 (5. Primarschulklasse) entwickelt und umgesetzt. Die Lernenden sollen unter Beizug einer Grabungskiste das Instrumentarium archäologischer Praxis erfahren, um zu verstehen, wie die Geschichte der nahen Umgebung rekonstruiert und dekonstruiert werden kann. Die ausgestellten Objekte im Archäologischen Museum für Gegenwart (AMuG) beziehen sich auf die Lebenswelt der Kinder. Gestalterische Eingriffe, um das Altern bzw. Fossilisieren von mitgebrachten Gegenständen zu forcieren, bilden den Ausgangspunkt für die Historisierung und Musealisierung von Objekten aus dem kindlichen Alltag. Das Autor*innenteam geht mit der interdisziplinären Untersuchungsanlage der Frage nach, ob und inwieweit Primarschulkinder durch Rekonstruktion geschichtlicher Zusammenhänge (Facts) und Neukonstruktion plausibler Szenarien (Fakes) eine kritische und damit emanzipierte Urteilskraft gegenüber etablierten beziehungsweise alternativen Informationen im Sinne der Fähigkeit zur Dekonstruktion erreichen. Schliesslich wird in Form eines Disputs zwischen Historikerin und Kunstpädagoge ergründet, welchen Kompetenzzuwachs der interdisziplinäre Zugang des Projekts AMAMuG für die daran beteiligten Fächer zu generieren vermag.
  • Blumenlese (Jacqueline Baum, Ursula Jakob)
    Im Fokus unseres langjährigen Projekts Connected in Isolation standen anfangs die unterschiedlichen Beschreibungen von Vorgehensprozessen und Darstellungsweisen von Objekten der Natur aus Kunst und...
  • … um das Ende der Welt aufzuhalten! Ein kollektives Nachdenken zum Klimawandel (Bené Asefa Feireiss , Silke Ballath , Kunigunde Berberich , Raphael Daibert , Lukas Oertel , Katharina Stahlhoven , Wiebke Janzen )
    Als Autor*innenkollektiv bestehend aus Künstler*innen, Studierenden, Forschenden, Kulturagent*innen und Aktivist*innen interessiert uns ein kollektiver Zugang, um über die Frage nachzudenken: Was hat die Corona-Krise mit der Klimakrise zu tun? Die Fragestellung ist Ausgangspunkt für ein gemeinsames Nachdenken und steht in Relation zu unseren unterschiedlichen Positionen und Situierungen. Welche Fragestellungen zum Klimawandel ein kollektives und künstlerisches Nachdenken produzieren? Wie werden marginalisierte und diverse Positionen in dieses Nachdenken einbezogen? Wie und was (ver)lernen wir von- und miteinander? Wie werden kollektive Formen des Denkens und Handels künstlerische experimentiert? Entlang der künstlerischen Methode „METTRAGE positionen-relationen“ werden wir gemeinsam (eine) neue Fragestellung(en) kollektiv produzieren. Die Methode haben Katharina Stahlhoven und Silke Ballath in ihrer Tätigkeit als Kulturagent*innen für kreative Schulen als Werkzeug für Aushandlungsprozesse entwickelt. Das Verfahren macht einen kollektiven Denkprozess sicht- und verhandelbar. Es geht darum, seine spezifische Perspektive zu positionieren, um diese im Austausch mit einer weiteren Person oder Gruppe weiterzuentwickeln, neu zu kontextualisieren und zu modifizieren sowie in Bewegung zu bringen. Für den vorliegenden Beitrag entsteht ein kollektives Bild, sieben Einzelbilder, ein Gespräch und eine Fragestellung, die unser Gespräch anleiten wird.
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.
  • Von/durch/mit Pilze/n lernen (Lara Caluori)
    Können wir von, durch und mit Pilze/n menschliche und mehr-als-menschliche Beziehungen und Gemeinschaften neu lernen? Dieser Beitrag schildert Wechselwirkungen zwischen Pilzen und Menschen, um in Zeiten der Krise Verbindungen anders zu denken. Myzel, das rhizomorphe Netzwerk der Gesamtheit aller Pilzfäden sowie Mykhorriza, die Symbiose zwischen Pilzmyzel und den Wurzeln einer Pflanze, betrachte ich als Metapher für soziale Gefüge und Kollaborationen. Ausgehend von meiner künstlerisch-forschenden Bachelorarbeit Mycelium – Pleurotus Ostreatus, Ganoderma Lucidum (2019) zur Thematik von Pilzkulturen erläutere ich in diesem Beitrag meine Begegnungen mit Myzel. Da das Projekt aufgrund der Pandemie noch kaum auf einer vermittlerischen und dialogischen Ebene erprobt werden konnte, gilt mein Interesse den potentiellen Begegnungen, die durch das Projekt entstehen können und der Frage, ob der Versuch, andere Perspektiven einzunehmen, zu Neugier und Bereitschaft, zu einer eigenen response-ability, führen kann. In Lernen von Pilzen thematisiere ich das Abschauen von symbiotischen Beziehungen und Netzwerkstrukturen von Myzel und Mykhorriza. Im Fokus stehen das Prozesshafte und die erkundende Neigung. In Lernen durch Pilze schildere ich die physische Begegnung zwischen Pilzen und Menschen anhand meines Forschungsprozesses von Mycelium. Durch das Züchten von Myzel in DIY-Laboreinrichtungen wird ein Berührungspunkt hergestellt sowie Wachstumsprozesse beobachtet und hinterfragt. Lernen mit Pilzen schildert die Vorstellung und das Wahrnehmen von Co-Existenzen anhand von meiner Bachelor-Ausstellungssituation von Mycelium.
  • Rezension (Gitta Bertram)
    Der professionalisierte Blick. Forschendes Studieren in der Kunstpädagogik. Ruth Kunz, Maria Peters (Hg.) München: kopaed, 2019. Das umfangreiche Buch zeigt eine Momentaufnahme des Forschenden Stud...
  • Alltägliche Foto-Handlungen, Beobachtungen, Fragen - ein Einstieg (Flurina Stuppan)
    Mein Beitrag zeigt exemplarische Beobachtungen von alltäglichen Foto-Handlungen bei Adoleszenten und Erwachsenengruppen. Die Beobachtungen werden anhand innerer Bilder verschriftlicht. Ausgehend von diesen Beobachtungen werden Fragen formuliert, die eine kritische Position gegenüber dem Medium Fotografie und der Gesellschaft einnehmen. Der Schlussteil des Textes stellt die unterschiedlichen Foto-Handlungen zur Diskussion und lässt Erkenntnisse der Masterarbeit zu Valie Export und Martha Rosler einfliessen. Eine kunstpädagogische Kontextualisierung bildet den Abschluss des Textes und soll so alltägliche Handlungen aus einer vermittelnden Perspektive heraus gewichten.
  • Nachhaltige Zukünfte gestalten. Antizipative Praktiken und Imaginationen in der Art Education (Michel Massmünster)
    Zukunft ist nicht einfach da; durch verschiedenste Praktiken beziehen wir uns auf sie und gestalten sie damit als Erfahrung im Jetzt. Wie wir Zukunft dabei denken, wie wir sie gegenwärtig als Perspektive erfahren, und sie damit auch sozial hervorbringen, ist Resultat vielschichtiger Herstellungsprozesse. Auch historisch gewachsene Vorstellungen mischen dabei mit. Anhand aktueller Praktiken in der Kunstvermittlung gehe ich im Beitrag wirkmächtigen Zukunftskonstruktionen in der Gegenwart nach. Wissen, Material, Person und Zukunft bedingen sich dabei wechselseitig. Zukunftsimaginationen in der Kunstvermittlung weisen sich durch die Betonung ihres explorativen, öffnenden Charakters aus. Gelegentlich, insbesondere mit Bezug auf ein universelles Nachhaltigkeitsverständnis, schreiben sie aber auch fest und nehmen planend Zukünfte vorweg. Dies führt zur Einschränkung zukünftiger Lebensweisen. Folglich schlage ich vor, sich in der Forschung und in der Praxis selbstreflexiv in den Herstellungsprozessen und den damit zusammenhängenden historisch gewachsenen Bedeutungen zu verorten. Darauf aufbauend formuliere ich ein Nachhaltigkeitsverständnis, das den explorativ-öffnenden Zukunftspraktiken der Art Education gerechter wird: Dieses rechnet mit dem Unsicheren und Vielfältigen. Es erfindet sich, die Ressourcen und Lebensweisen immer wieder neu.
  • SOMEWHERE OFF THE REAL. Sprachgesteuerte Interfaces und ihre medienkritische Vermittlung (Malin Kuht)
    SOMEWHERE OFF THE REAL betrachtet Interfaces als Schnittstelle zwischen dem Möglichen, dem Zurückliegenden und dem Dahinterliegenden digitaler Medien. Interfaces ermöglichen und gestalten die Interaktion mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die häufig weiblich-codierte Gestaltung von Sprachsteuerung, die sich vermehrt in smarten Geräten findet, leitet sich aus der Geschichte von vergeschlechtlichter Arbeitsteilung und tradierten gesellschaftlichen Rollenbildern ab. Der Beitrag argumentiert, dass unsere Interaktionen mit digitalen Technologien unser Verhältnis zu diesen digitalen Technologien bestimmen. Diese Prozesse werden anhand der künstlerischen Praxen von Melanie Hoff und Joy Buolamwini veranschaulicht. Melanie Hoff zeigt mit Draw What You Think Alexa Looks Like (2019) auf, inwieweit Vorstellungen durch das Interface geformt werden. Joy Buolamwinis Arbeiten belegen den kulturell-programmierten Blick von Algorithmen auf Menschen. Der Beitrag fasst die verschiedenen Ebenen der Befragung von digitalen Technologien zusammen und verdeutlicht die darin eingeschriebenen politischen (Macht-)Verhältnisse. Mithilfe von künstlerischen Strategien können diese sichtbar und verhandelbar gemacht werden. Dabei stehen die affektiven Verbindungen von Menschen den implizierten Annahmen der Maschinen gegenüber. Die vorgestellten Konzepte werden durch die eigene künstlerische Arbeit OFFREAL der Autorin* vertieft. Die Auseinandersetzung mit visuellen Aspekten der Simulation von Serviceleistenden steht im Fokus. Neben der weiblich-codierten Stimme stellen sich hier repräsentations-politische Fragen, da viele Avatare entlang popkultureller Schönheitsideale designt werden. Die Kategorien Race und Gender bleiben auch im Diskurs um virtuelle Körper umkämpft. Insgesamt argumentiert der Beitrag SOMEWHERE OFF THE REAL für ein kritisches Zusammendenken der strukturellen Zusammenhänge in Bezug auf die zunehmende weiblich-codierte Verkörperung von Interfaces.
  • Response-Ability: Dringende Fragen in künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre (Jacqueline Baum)
    Die Diskussion um den Klimawandel ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Studierende und Schüler*innen sind zunehmend politisch engagiert, und das erfordert auch eine Beweglichkeit seitens der Institutionen, welche dazu aufgefordert sind, über eine Bildung zur Nachhaltigkeit und eine Neuausrichtung von Lehrangeboten hin zu einer ökologisch orientierten Kunstpädagogik nachzudenken. Ausgehend von ihrer eigenen künstlerisch forschenden Praxis hat Jacqueline Baum, Dozentin am Studiengang Art Education der HKB eine Weiterbildung zu Kunst und Klimawandel entworfen, welcher sich an BG-Lehrpersonen des Kanton Berns richtete. In drei Veranstaltungen wurden experimentelle Herangehensweisen und Formate erprobt, wie die Thematik an der Sekundarstufe 2 eingebracht werden kann. Das Weiterbildungsangebot setzte sich aus einer theoretischen Herangehensweise, aus praktischen Workshops und gemeinsam erarbeiteten Unterrichtsbeispielen für eine ökologische Kunstpädagogik und eine nachhaltige Bildung zusammen. In drei Veranstaltungen: 1) Whose Nature – Who is Nature 2) Verbunden und isoliert und 3) Dialog und Symbiose wurden neue Formen von nachhaltiger Kunstpädagogik erprobt und diskutiert und künstlerisch forschende Herangehensweisen vorgestellt. Es ging um Ideen und Konzepte, wie die Kompetenzen in der Begegnung zwischen Wissenschaft, Kunst und Kunstvermittlung für die Lehre genutzt werden könnte. Der Bereich Kunstvermittlung und -pädagogik bietet die Möglichkeit, Verbindungen herzustellen im Umgang mit anderen Lebewesen und neue Gemeinschaften zu bilden und es ist ihr ein Anliegen diese „Care“- Praxis auch in Gremien und räumlichen Bedingungen sichtbar zu machen. Response-Abilty als Fähigkeit Antworten zu finden kann dabei für Bildungssettings, wie auch für ein Führungsverständnis wegweisend sein. Bestenfalls kann künstlerische Praxis, Forschung und Lehre aktuelle, dringende zeitgenössische Fragen adressieren und einen Umgang damit ermöglichen – oder gar dazu ermächtigen.